Omikron

Was bei einem positiven Test zu tun ist

Wenn ein Coronavirus-Test positiv ausfällt, ist der Schock bei manchen zunächst einmal groß, und es stellen sich viele Fragen: Was muss ich jetzt tun? Wie lange muss ich in Quarantäne bleiben? Was tun bei starken Symptomen?

Ist der CoV-Test positiv, sollte man sofort die Gesundheitshotline 1450 oder seinen Arzt oder seine Ärztin kontaktieren – im Fall eines Antigen-Tests sollte sofort eine Nachtestung mittels PCR-Test veranlasst werden. Handelt es sich um einen Test in offiziellen Teststraßen, einem Labor, in der Apotheke, im Betrieb oder direkt von der Hotline 1450, wird das positive Testergebnis automatisch der Gesundheitsbehörde gemeldet. Da es sich beim Coronavirus um eine meldepflichtige Krankheit handelt, ist den Angaben der Behörde Folge zu leisten.

Nach einem positiven Ergebnis muss man sich schnellstmöglich in Quarantäne begeben. Ist man gerade nicht daheim, sollte man sofort eine FFP2-Maske aufsetzen und auf direktem Weg nach Hause fahren. Dabei ist Abstand zu anderen Personen zu halten. Öffentliche Verkehrsmittel sind zu meiden.

Jeden Kontakt vermeiden

Prinzipiell soll jeglicher Kontakt mit anderen Menschen vermieden werden. Damit sind auch Personen gemeint, die im gleichen Haushalt leben. Konkret wird hier empfohlen:

  • Verlassen Sie nicht die Wohnung und empfangen Sie keinen Besuch außer ärztliche Hausbesuche.
  • Halten Sie sich nach Möglichkeit getrennt von anderen Haushaltsmitgliedern in einem separaten Zimmer auf und vermindern Sie soziale Kontakte auf ein Minimum.
  • Benutzen Sie Bad und Toilette zeitlich getrennt von anderen Haushaltsmitgliedern und lüften Sie – ganz generell – immer gut.
  • Benutzen Sie nur Ihre eigenen Hygieneartikel und teilen Sie diese nicht mit anderen Haushaltsmitgliedern.
  • Die Speisenzubereitung für die anderen Haushaltsmitgliedern darf nicht durch Sie erfolgen.
  • Nehmen Sie die Mahlzeiten zeitlich getrennt von den anderen Haushaltsmitgliedern ein.
  • Bei unbedingt notwendigen direkten Kontakten zu anderen Personen sollten eine FFP2-Maske getragen und Abstand gehalten werden.

Kontaktpersonen informieren

Auch muss man jene Personen kontaktieren, mit denen man, je nach Coronavirus-Lage und Bundesland, 48 bis 96 Stunden vor dem Test oder vor Symptombeginn engen Kontakt hatte – also etwa länger als 15 Minuten mit einem Abstand von unter zwei Metern als Gesprächskontakt oder im selben Raum war.

Seit 8. Jänner 2022 wird nicht mehr zwischen K1 und K2 unterschieden, es gibt nur noch Kontaktpersonen. Als solche gilt man nicht, wenn man dreifach geimpft ist oder alle Anwesenden eine FFP2-Maske getragen haben. Das gilt auch für zweifach geimpfte Kinder bis elf Jahren. Kontaktpersonen sowie positiv Getestete können sich bereits ab dem fünften Tag mit einem PCR-Test freitesten. Kontaktpersonen müssen auch gegenüber den Gesundheitsbehörden angegeben werden.

Absonderungsbescheid durch Gesundheitsbehörden

Die positiv getestete Person wird normalerweise recht schnell von den Gesundheitsbehörden kontaktiert. Es folgt der Absonderungsbescheid. Dieser gilt auch als Krankmeldung beim Arbeitgeber, dem die CoV-Erkrankung mitzuteilen ist. Eine zusätzliche Krankmeldung durch den Hausarzt bzw. die Hausärztin ist nicht notwendig.

Viele Personen finden sich im Fall einer Erkrankung aufgrund von Betreuungspflichten für Angehörige in einer schwierigen Situation. Sofern keine Betreuungslösungen gefunden werden konnten, bieten die Bundesländer Anlaufstellen. Sie bieten Informationen, wenn es bei der 24-Stunden-Betreuung oder der Angehörigenbetreuung Ausfälle oder Probleme infolge der Coronavirus-Schutzmaßnahmen gibt.

Quarantäne, „Verkehrsbeschränkungen“ und Freitesten

Seit 24. März können sich Erkrankte mit schwerem Verlauf frühestens zehn Tage nach Beginn der Symptome freitesten (mit einem negativen PCR-Test oder einem positiven Test mit einem Ct-Wert von 30 oder höher), wenn sie seit 48 Stunden symptomfrei sind. Betroffene mit leichtem Verlauf können sich nach fünf Tagen freitesten, sofern sie seit 48 Stunden symptomfrei sind und der PCR-Test negativ ausfällt oder der Ct-Wert bei 30 oder darüber liegt.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, ohne Test aus der Quarantäne entlassen zu werden. Das gilt, wenn Erkrankte seit 48 Stunden symptomfrei sind und fünf weitere Tage eine „Verkehrsbeschränkung“ in Kauf nehmen. Konkret heißt das, dass sie beim Kontakt mit anderen Maske tragen müssen. Außerdem ist ihnen der Zutritt zu Gesundheitseinrichtungen, Gastronomie, Fitnessstudios und Großveranstaltungen untersagt. Handelt es sich bei den genannten Orten um den Arbeitsort, so kann dieser dennoch aufgesucht werden – Voraussetzung ist dabei das durchgehende Tragen einer FFP2-Maske. Aus den fünf Tagen der „Verkehrsbeschränkung“ ist ebenfalls ein Freitesten möglich: Dazu ist ein negativer PCR-Test oder ein positiver Test mit einem Ct-Wert größer oder gleich 30 notwendig.

Ab wann ins Krankenhaus?

Der Verlauf einer Covid-19-Erkrankung ist von Person zu Person verschieden und reicht von völlig symptomlos bis hin zu tödlich. Symptome können in etwa vier bis zwölf Tagen nach der Ansteckung auftreten, aber auch eine kürzere Inkubationszeit ist möglich. Zur exakten Inkubationszeit bei Omikron gibt es keine genauen Daten.

Pulsoxymeter
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Fachleute raten zu einem Pulsoximeter, also einem Blutsättigungsmesser, um den Status zu kontrollieren. Oftmals spüren Patientinnen und Patienten nämlich zu spät, dass der Sauerstoffgehalt zu niedrig ist – und kommen dann auch zu spät ins Spital.

Daher ist es wichtig, seinen Gesundheitszustand jeden Tag genau zu beobachten. Laut Gesundheitsbehörde soll man zweimal täglich die Körpertemperatur messen. Fachleute empfehlen, sich schon für den Fall einer Infektion ein Pulsoximeter zu kaufen, um am Finger den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen. Somit kann kontrolliert werden, ob es sich um einen leichten oder schweren Verlauf handelt. Wenn der Sauerstoffgehalt unter 95 Prozent fällt, sollte man die Rettung rufen (144). Am Telefon sollte man angeben, dass man sich wegen des Coronavirus in Quarantäne befindet.

Laut Christoph Wenisch, Vorstand der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin an der Wiener Klinik Favoriten, gibt es drei Gründe, ins Krankenhaus zu gehen: wenn die Sättigung unter 95 Prozent fällt, wenn in der zweiten Krankheitswoche das Fieber steigt und bei schwerer Atemnot.

Paxlovid über den Hausarzt

Derzeit sind die Medikamente Regkirona, Xevudy, Lagevrio und Evusheld in Österreich vorrätig und abrufbar. Inzwischen gibt es zudem auch ein Coronavirus-Medikament für infizierte Risikopersonen, das über Hausärztinnen und -ärzte erhältlich ist: Paxlovid. Nach der Verschreibung durch niedergelassene Mediziner erfolge die Ausgabe in öffentlichen Apotheken. In Studien hatte sich bei der Wirkstoffkombination aus Nirmatrelvir und Ritonavir eine Wirksamkeit von 89 Prozent gegen Spitalsaufnahmen oder Todesfälle durch Covid-19 bei Risikopersonen gezeigt.

Die Behandlung sollte innerhalb von fünf Tagen nach Symptombeginn starten und ist nur für jene Personen vorgesehen, die einen schweren Verlauf haben könnten. Außerdem braucht es eine Prüfung auf eine ganze Reihe von potenziell interagierenden Medikamenten und die etwaige Abwägung, ob bei Wechselwirkungen ein Absetzen oder Pausieren der Ausgangsmedikamente möglich ist und keine Nieren- bzw. Lebererkrankung als Kontraindikation besteht. Allheilmittel oder Alternative zur Impfung ist das Medikament nicht, betonen Fachleute.

„Abwarten und Tee trinken“

Sonst heißt es nur „abwarten und Tee trinken“. Ausreichend zu trinken sei ohnehin essenziell, da die Covid-19-Erkrankung dazu führe, dass das Durstzentrum nicht mehr richtig funktioniert. ​Hier gilt: Je höher das Fieber, desto mehr sollte man trinken – bei 40 Grad etwa vier Liter. Ohne Fieber aber zumindest 1,5 Liter. Essen sollte man, was einem schmeckt, bei Symptomen empfiehlt sich allerdings leichte Kost – mehr dazu in science.ORF.at.

Post-Covid-19-Check

Da rund zehn bis 20 Prozent der Erkrankten an „Long Covid“-Symptomen wie Atemnot und Erschöpfung leiden, empfiehlt sich auch ein ärztlich durchgeführter Post-Covid-19-Check mit Lungenfunktionstest und Blutuntersuchung einige Wochen später.

Weitere Tipps: regelmäßig lüften und auf eine hohe Luftfeuchtigkeit achten, Lebensmittel online oder telefonisch bestellen und sie vor der Wohnungstür abstellen lassen, Wäsche mit 60 Grad waschen, Türklinken, Lichtschalter, Küche, Bad und Toilette mit chlorhaltigem Haushaltsreiniger putzen, Haus- und Hygieneabfälle ungetrennt in Abfallsäcken sammeln und am Ende der Quarantäne mit Einweghandschuhen entsorgen.

Neben den körperlichen Auswirkungen sind auch die psychischen Belastungen der Krankheit nicht zu unterschätzen. In der häuslichen Isolation findet man sich in einer Ausnahmesituation wieder, möglicherweise fühlt man sich alleingelassen, ängstlich oder gestresst. Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) gibt hier auf drei Seiten Informationen und Empfehlungen, wie sich diese herausfordernde Zeit auch psychisch gut überstehen lässt.