Ein Internationaler Impfpass und der Ausdruck eines Elektronischen Impfpasses
APA/Georg Hochmuth
„Grüner Pass“

So kommt man zum „3-G-Nachweis“

Wer wieder am öffentlichen Leben teilnehmen möchte, hat derzeit die „3-G-Regel“ zu beachten – muss also entweder geimpft, getestet oder bereits genesen sein und das auch entsprechend nachweisen können. Doch wie kommt man zu seinen Zertifikaten? Welche Bestätigungen gelten in Österreich, welche in der EU? Und was ist der „Grüne Pass“?

Bei der Vielzahl an neuen Begriffen und unterschiedlichen Coronavirus-Regeln ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Prinzipiell gilt: Für jeden Gesundheitsstatus gibt es eigene Zertifikate. Wer also ins Fitnessstudio, Gasthaus oder Theater gehen möchte, zeigt entweder seinen Impfpass, sein negatives Testzertifikat oder seinen Absonderungsbescheid vor. Großteils passiert das derzeit noch alles in Papierform.

Eine alternative „Eintrittskarte“ stellt der elektronische „Grüne Pass“ dar. Er besteht aus drei Zertifikaten, durch die überprüft werden kann, ob die Person geimpft, genesen oder getestet ist. Jedes der Zertifikate, das einen negativen Test, eine Coronavirus-Impfung oder Genesung von Covid-19 dokumentiert, ist mit einem individuellen QR-Code versehen und kann von den einzelnen Stellen schnell und einfach gescannt werden.

„Grüner Pass“: Digital oder ausgedruckt möglich

Ein weiterer Vorteil: Im Juli soll der „Grüne Pass“ EU-weit gelten. Die jeweiligen Zertifikate werden an den Grenzen durch die Mitgliedsstaaten gegenseitig anerkannt. Innerhalb Österreichs bleiben die bisher bestehenden Nachweise allerdings weiterhin gültig.

Wer seinen „Grünen Pass“ abrufen möchte, muss folgendes tun: Zuerst muss man eine Handysignatur oder Bürgerkarte beantragen. Wer bereits einen FinanzOnline-Zugang hat, kann auch den Menüpunkt „Bürgerkarte/Handysignatur aktivieren“ wählen und erhält eine Bestätigung per Post.

Mittels der Handysignatur oder Bürgerkarte kann man sich dann auf der Website des österreichischen Gesundheitsportals in seinen Elektronischen Gesundheitsakt (ELGA) einloggen und dort die Zertifikate des „Grünen Passes“ abrufen.

Auf der Website des Gesundheitsministeriums heißt es, dass alle Zertifikate des „Grünen Passes“ aber auch über Gemeinden, Bezirksverwaltungsbehörden oder die ELGA-Ombudsstellen kostenlos ausgedruckt werden könnten. Allerdings müsse man sich an Ort und Stelle (oft auch mit E-Card) ausweisen können.

Screenshot von gesundheit.gv.at
ORF.at
Über das Gesundheitsportal Gesundheit.gv.at kann man sich in seinen Elektronischen Gesundheitsakt (ELGA) einloggen und findet dort seine Nachweise

Informationen für Getestete

Wer weder genesen noch geimpft ist, muss nach wie vor ein negatives Testergebnis vorzeigen, um Zutritt zum gesellschaftlichen Leben in der Öffentlichkeit gewährt zu bekommen. Hierbei gibt es drei Möglichkeiten:

  • Molekularbiologischer Test (z. B. PCR-Test): ab der Probenahme 72 Stunden gültig
  • Antigen-Test einer befugten Stelle: ab der Probenahme 48 Stunden gültig
  • Antigen-Selbsttests: ab der Probenahme 24 Stunden gültig. Hier sind als Zutrittstests nur jene Selbsttests zugelassen, die „in einem behördlichen Datenverarbeitungssystem der Länder (z. B. digitale Kontrolle mittels App) erfasst werden“, wie es seitens des Gesundheitsministeriums heißt. Selbsttests können nur innerhalb Österreichs verwendet werden und nicht für die Einreise in andere EU-Staaten.

Auch hier kann man das Testzertifikat wieder digital erhalten (per Mail und SMS) oder es sich direkt in der Teststelle ausdrucken lassen.

Informationen für Genesene

Personen, die bereits von einer Covid-19-Infektion genesen sind, haben folgende Möglichkeiten, das nachzuweisen:

  • Absonderungsbescheid: ab der (automatischen) Ausstellung durch die Gesundheitsbehörden sechs Monate gültig
  • Ärztliche Bestätigung: ab der Ausstellung sechs Monate gültig. Hier muss die abgelaufene Infektion mittels eines molekularbiologischen Tests (z. B. PCR) nachgewiesen worden sein.
  • Positiver Antikörpertest*: ab der Ausstellung drei Monate gültig. Möglich ist aber, die Testung danach erneut durchzuführen. Durchführbar ist der Test frühestens zwei Wochen nach überstandener Infektion bei medizinischen Labors, die Kosten sind allerdings selbst zu tragen.

Bei Auslandsreisen in der EU werden die oben genannten Zertifikate aber nicht akzeptiert. Für den EU-konformen „Grünen Pass“ braucht es daher ein Genesungszertifikat. Abrufbar ist dieses wieder in ELGA auf der Website des österreichischen Gesundheitsportals. Die Zertifikate werden frühestens elf Tage nach einer Infektion (automatisch) erstellt und sollen sechs Monate lang gültig sein. Auch kann man sich das Genesungszertifikat über die Gemeinden, Bezirksverwaltungsbehörden oder die ELGA-Ombudsstellen wieder kostenlos ausdrucken lassen.

Information über die 3-G-Zutrittsbestimmungen vor einem Restaurant
APA/Barbara Gindl
Für die „3-G-Regel“ (getestet, geimpft oder genesen) gelten bei EU-weiten Auslandsreisen nur ein negatives Testergebnis, der Impfnachweis oder das Genesungszertifikat

Informationen für Geimpfte

Bereits geimpfte Personen können natürlich ihre behördlich anerkannten Impfpässe (der gelbe Impfpass oder das in manchen Bundesländern verwendete Impfkärtchen) vorzeigen. Ein elektronischer Impfpass findet sich wieder in ELGA auf der Website des österreichischen Gesundheitsportals. Hier kann man sich ein PDF des Impfnachweises erstellen und das entweder digital auf dem Smartphone speichern oder ausdrucken.

Personen, die geimpft sind, können sich aber auch in den Kundenservicestellen der ÖGK, bei niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen sowie bei Apotheken kostenlos Impfzertifikate ausdrucken lassen, da diese über einen Zugriff auf das Impfregister verfügen. Und: Die ELGA GmbH sende per Post allen geimpften Personen die Impfzertifikate zu, heißt es seitens des Gesundheitsministeriums.

Die Impfungen sind je nach Art unterschiedlich lang gültig:

  • 1. Teilimpfung: ab dem 22. Tag der Verabreichung bis maximal drei Monate danach
  • 2. Teilimpfung: neun Monate ab der Verabreichung der 1. Impfung
  • Impfstoffe, bei denen nur eine Teilimpfung vorgesehen ist (z. B. von Johnson & Johnson): ab dem 22. Tag bis neun Monate nach der Verabreichung

Für genesene Personen, die nur eine Teilimpfung benötigen, gilt die Impfung ebenso neun Monate lang ab dem Tag der Verabreichung. Für alle Impfzertifikate werden lediglich jene Impfstoffe anerkannt, die durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zugelassenen wurden.

Für Kinder bis zum zehnten Lebensjahr gilt der Zutrittsnachweis der Eltern. Danach ist ein eigener Zutrittsnachweis zu erbringen.