Grüner Pass auf einem Smartphone
ORF.at/Christian Öser
Genesen, geimpft, getestet

So funktioniert der „Grüne Pass“

Mit dem „Grünen Pass“ kann man digital oder per Ausdruck nachweisen, dass man entweder genesen, geimpft oder getestet ist. Er trat EU-weit am 1. Juli in Kraft. Er gilt als Zutrittszertifikat in Bereichen, wo 2-G oder 3-G gilt. Zudem erleichtert er das Reisen innerhalb der EU. Die Gültigkeit des Impfzertifikats wird erneut verkürzt.

Die Zertifikate sind mittlerweile europaweit lesbar. An jeder Grenze kann man mit dem QR-Code nachweisen, dass man geimpft, getestet oder genesen ist. Welche Erleichterungen für geimpfte, getestete oder genesene Personen im jeweiligen Land gelten, ist aber abhängig von der jeweiligen epidemiologischen Lage und entscheidet jeder Mitgliedsstaat selbst. Vor der Einreise in ein anderes Land sollte man sich weiterhin über die bestehenden Regeln informieren.

Für den „Grünen Pass“ ist nur das EU-konforme Impfzertifikat mit der Information zur Dosis „2/2“ bzw. „3/3“ gültig. Die Gültigkeit des Zertifikats mit zwei Impfungen wurde mittlerweile auf 270 Tage verkürzt. Mit einer Boosterimpfung kann man sich wieder ein gültiges Zertifikat via Gesundheit.gv.at herunterladen oder etwa in einer Apotheke ausdrucken lassen. Auch dieses ist dann – ab Impfdatum – für 270 Tage gültig. Ab 1. Februar soll die Gültigkeit für Personen mit zwei Impfungen auf sechs Monate verkürzt werden.

Für all jene, die mit dem Impfstoff von Janssen (Johnson & Johnson, Einmalimpfung) immunisiert wurden, hat das Impfzertifikat mit 3. Jänner 2022 seine Gültigkeit verloren. Damit betroffene Personen einen gültigen Impfnachweis erhalten, bedarf es nach Angaben vom Gesundheitsministeirum einer weiteren Impfung frühestens 28 Tage nach der ersten Impfung.

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Screenshot gesundheit.gv.at
www.gesundheit.gv.at
Auf Gesundheit.gv.at findet sich der Log-in-Button zum „Grünen Pass“ – dann kann man zwischen Bürgerkarte und Handysignatur wählen – schließlich kommt man zum Log-in: Bei Handysignatur meldet man sich via hinterlegter Handynummer und Passwort an.
Screenshot gesundheit.gv.at
www.gesundheit.gv.at
Nach der Verifizierung gelangt man zum rot-weiß-roten Ordnersymbol auf grünem Hintergrund – klickt man auf „Grüner Pass“, gelangt man zur Überblicksliste der vorhandenen Zertifikate (Impfung, Genesung, Test) – klickt man eines der Zertifikate an, öffnet sich das PDF, das man ausdrucken oder am Handy, Tablet oder Computer ablegen kann.

Die Regeln für Genesene

Um als Genesene oder Genesener einen „Grünen Pass“ zu erhalten, muss die Covid-19-Infektion mit molekularbiologischem Test (z. B. PCR-Test) nachgewiesen werden können – das damit erhältliche Zertifikat ist 180 Tage gültig. Wurde eine Infektion nicht eingetragen, kann sie auch nicht im Nachhinein im EMS erfasst und in weiterer Folge auch kein Genesungszertifikat ausgestellt werden. Wurde eine Infektion mit SARS-CoV-2 zwar nicht in Österreich, aber in einem anderen EU-Mitgliedsstaat durchgemacht, soll man sich an die dortigen Behörden wenden und ein EU-konformes Genesungszertifikat beantragen.

Wie man zum „Grünen Pass“ kommt

Um den digitalen „Grünen Pass“ für einen selbst oder etwa Angehörige abzurufen, muss man auf die Website Gesundheit.gv.at gehen. Auf der Startseite findet sich ein großer Eintrag zum „Grünen Pass“ mit zusätzlichen Infos und vor alle dem Log-in. Hat man die Log-in-Seite abgerufen, loggt man sich entweder über die Bürgerkarte oder die Handysignatur ein. Seit Anfang Juli steht auch eine App für Smartphones zur Verfügung.

Elektronische Handysignatur nötig

Die elektronische Handysignatur kann persönlich (mit amtlichem Lichtbildausweis) bei der zuständigen Behörde gratis beantragt werden. In der Regel ist es die Bezirksbehörde oder Gemeinde – die nächstgelegene Registrierungsstelle kann hier gesucht werden.

Wer bereits einen Zugang zu FinanzOnline hat, kann die Handysignatur auch hier direkt online beantragen.

Sicherheitscheck vor Abruf

Die Handysignatur-App, die man ebenfalls kostenlos herunterladen kann, stellt zum Sicherheitscheck einen QR-Code aus, mit dem man die Abrufanfrage verifiziert. Alternativ kann man sich auch eine TAN-Code, ähnlich wie beim Onlinebanking, per SMS zustellen lassen, den man dann auf Gesundheit.gv.at einträgt.

Nach solcherart erfolgter Überprüfung der Identität wird man automatisch auf die Liste der vorhandenen Zertifikate weitergeleitet: Es scheint auf, ob man genesen ist, ob – und wie oft – man geimpft ist. Außerdem scheinen die letzten CoV-Tests, die man gemacht hat, auf.

Liste mit allen Zertifikaten

Durch Klick auf einen Eintrag in der Liste wird das jeweilige Zertifikat (inklusive des zentralen QR-Codes) geöffnet. Dieses kann man dann lokal am Handy speichern oder ausdrucken. Wer auf Nummer sicher gehen will, führt beides mit sich, um sich gegen einen eventuellen Ausfall des Handys – leerer Akku – abzusichern.

Nachweis per Papier oder Impfausweis

Weiterhin möglich ist es natürlich, den jeweiligen Nachweis nur in Papierform bei sich zu führen. Die Nachweise werden in der Regel von den Test- und Impfstellen direkt ausgestellt. Zusätzlich kann man sie bei Hausärztin oder Apotheke gegen Vorweis der E-Card drucken lassen.

Auch der Eintrag der Impfung in den papiernen Impfpass oder ein Impfkärtchen als Nachweis sind ausreichend. Wer ins Ausland reist, ist aber mit dem QR-Code wohl auf der sicheren Seite, da damit sowohl Sprach- als auch Anerkennungsprobleme ausgeschlossen sein sollten.

Anlaufstellen bei Fragen

Infos und Antworten zum „Grünen Pass“ gibt es auf folgenden Seiten detailliert aufgeschlüsselt:

  • Telefonisch ist die AGES-Hotline zu Fragen zum „Grünen Pass“ rund um die Uhr gratis erreichbar unter 0800 555 621 – auch falls Daten nicht stimmen.