Einfache Sprache

Lockdown: Kinder und Jugendliche leiden

Viele Kinder und Jugendliche leiden sehr unter dem Lockdown. Die Folge sind psychische Schäden. Der Grund dafür sind vor allem die geschlossenen Schulen und die fehlenden Freizeit-Möglichkeiten. Dadurch haben Kinder und Jugendliche kaum Kontakt miteinander. Kathrin Sevecke ist Leiterin der Kinder- und Jugend-Psychiatrie in Innsbruck. In einem Interview fordert sie die Regierung auf, die Schulen und Freizeit-Einrichtungen sofort zu öffnen. Denn je länger der Lockdown dauert, desto schlimmer werden die Folgen für Kinder und Jugendliche.

Ein kleines Mädchen schaut aus dem Fenster und sieht dabei traurig aus.
Getty Images/Justin Paget

Psychische Gesundheit wird schlechter

Der Lockdown und die Corona-Maßnahmen haben für viele Kinder und Jugendliche schlimme Folgen. Ihre psychische Gesundheit wird schlechter. Zum Beispiel werden Schlaf-Störungen, Traurigkeit, sozialer Rückzug, starke Ess-Störungen und Selbst-Verletzungen mehr. In die Psychiatrien kommen immer häufiger Kinder und Jugendliche, die psychisch sehr krank sind. Das sagt Kathrin Sevecke. Die Kinder- und Jugend-Psychiatrien sind allerdings schon voll. Deshalb sind oft nur kurze Behandlungen möglich. Die Folgen verschwinden aber nicht nach einer kurzen Behandlung. Und je länger ein Lockdown dauert, umso schwieriger ist es, den Kindern und Jugendlichen zu helfen.

Lösungs-Vorschläge

Für eine gute Therapie müssen Kinder und Jugendliche wieder regelmäßig soziale Kontakte haben. Sie sollen wieder in die Schule gehen und gemeinsam mit anderen Kindern etwas unternehmen. Beides ist aber wegen dem Lockdown zurzeit nicht möglich. Sevecke meint, dass die Schulen sofort geöffnet werden sollen. Außerdem sollen Kinder und Jugendliche zum Beispiel gemeinsam Fußball spielen oder ein Jugend-Zentrum besuchen dürfen. Sevecke sagt auch, dass über die psychischen Folgen der Corona-Maßnahmen mehr diskutiert werden muss. Es ist wichtig, Schutz-Maßnahmen einzuhalten. Es ist aber genauso wichtig, offen über die Folgen der Maßnahmen für die Kinder und Jugendlichen zu sprechen. Nur so kann man bessere Lösungen finden.