Wahlhelfer beim Stimmenauszählen
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Die Wahlnacht zum Nachlesen

Alle Wahllokale in den USA sind geschlossen – und was sich bei der laufenden Auszählung jedenfalls nicht abzeichnet, ist eine „blaue Welle“ von Joe Biden und seinen Demokraten. Das Rennen um das Weiße Haus und um die Mehrheit im Senat sind weiter offen. Dennoch reklamiert Donald Trump den Sieg bereits für sich. Zudem will er gerichtlich die laufende Auszählung der Briefwahlstimmen stoppen. Wichtige „Swing-States“ sind aber noch offen.

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Der Tag der Entscheidung in den USA: In den kommenden Stunden wird entschieden, ob der Republikaner Donald Trump weiter der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika bleibt – oder der Demokrat Joe Biden das höchste Amt im Land übernimmt.

Erstes Wahlergebnis aus Dixville Notch

Traditioneller Auftakt des US-Wahltags war in den kleinen Ortschaften Dixville Notch und Millsfield im US-Bundesstaat New Hampshire. Dort ist die Wahl – samt veröffentlichten Ergebnisse – auch schon wieder vorbei: Biden gewann in Dixville Notch mit fünf zu null Stimmen. Im Nachbarort Millsfield setzte sich Trump mit 16 zu fünf Stimmen gegen seinen demokratischen Herausforderer durch.

US-Wahlergebnis in Dixville Notch (New Hampshire)
AP/Scott Eisen

Nach und nach öffnen auch in anderen US-Bundesstaaten die Wahllokale. In Ohio und North Carolina, die zu den umkämpften Bundesstaaten („Swing-States“) gehören, dürfen die Menschen seit 6.30 Uhr (12.30 Uhr MEZ) an die Wahlurnen. In Florida, Pennsylvania und Michigan – wo ebenfalls mit Spannung erwartet wird, wer das Rennen macht – öffneten viele Wahllokale um 7.00 Uhr (13.00 MEZ).

Weil sich die USA über mehrere Zeitzonen erstrecken, zieht sich die Öffnung der Wahllokale über mehrere Stunden. Nach dem Osten folgen die Staaten im Zentrum des Landes.

Im Westküstenstaat Kalifornien kann man von 7.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MEZ) an die Stimme abgeben. Hawaii und Alaska sind die Schlusslichter: Hier können die Wähler bis 6.00 Uhr (MEZ) am Mittwoch abstimmen, auf den Aleuten noch eine Stunde länger.

US-Wähler warten vor Wahllokal
AP/Ron Harris

Vor einigen Lokalen, wie hier in Houston (US-Bundesstaat Texas), bilden sich bereits sich Schlangen.

Viele Wähler haben schon gewählt. Rund 100 Millionen US-Bürger stimmten per Brief und in vorab geöffneten Wahllokalen ab. Das entspricht um die 70 Prozent der 2016 bei der Präsidentschaftswahl abgegebenen Stimmen.

In den USA wird indirekt über die Präsidentschaft abgestimmt: Die US-Bürgerinnen und -Bürger entscheiden in den jeweiligen Bundesstaaten über die Zusammensetzung des Wahlkollegiums („Electoral College“), das den Präsidenten oder die Präsidentin wählt. In den meisten Bundesstaaten werden dem Kandidaten, der eine Mehrheit erreicht, alle Stimmen zugesprochen. Sieger ist, wer mindestens 270 der insgesamt 538 Wahlleute gewinnt.

Grafik zum Wahlleutesystem der USA
Grafik: APA/ORF.at

Besonders umkämpfte Staaten

Besonders umkämpft sind die „Swing-States“, in denen keine klare Mehrheit für die Republikaner oder die Demokraten absehbar ist. Die Wechselwählerstaaten sind auch als „Battleground-States“, „Purple States“ und „Toss-up-States“ bekannt.

Als „Swing-States“ gelten diesmal Texas (38 Wahlmänner), Florida (29), Wisconsin (10), Minnesota (10), North Carolina (15), Georgia (16), Pennsylvania (20), Ohio (18), Michigan (16), Iowa (6), Arizona (11) und Nevada (6).

Wer macht das Rennen?

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Reaktionen auf Terroranschlag in Wien

Unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl haben Trump und Biden auch auf den Terroranschlag in Wien reagiert. Trump auf Twitter: „Unsere Gebete sind bei den Wienern nach einem weiteren abscheulichen Terrorakt in Europa. Diese bösen Angriffe gegen unschuldige Menschen müssen aufhören.“ Die USA stünden mit Österreich, Frankreich und ganz Europa im Kampf gegen Terroristen einschließlich radikalislamischer Terroristen, so Trump.

Biden schrieb auf Twitter: „Nach der entsetzlichen Terrorattacke heute Nacht in Wien, Österreich, beziehen Jill (seine Ehefrau, Anm.) und ich die Opfer und ihre Familien in unsere Gebete ein. Wir müssen alle vereint dem Hass und der Gewalt trotzen.“

Wahlkampf bis zuletzt

Selten war eine US-Wahl so umkämpft: Bis zuletzt hat Amtsinhaber Trump Angst vor Unruhen geschürt und vor angeblichem Wahlbetrug gewarnt – vor allem durch die vielen Briefwahlstimmen. Durch diese drohten „zügelloser und unkontrollierter Betrug“ und „Gewalt in den Straßen“, schrieb zum Wahlkampffinale auf Facebook und Twitter. Am Wahltag sagte er dem Sender Fox News, er fühle sich „sehr gut“ bezüglich seiner Siegeschancen. „Ich glaube, wir werden den Sieg erringen.“

Biden gab sich am Montag trotz der Führung in Umfragen bei einer Kundgebung im Schlüsselstaat Pennsylvania nur vorsichtig optimistisch: „Ich habe das Gefühl, dass wir morgen für einen großen Sieg zusammenkommen werden.“ Es sei an der Zeit, „unsere Demokratie zurückzuerobern“, sagte Biden vor seinen Anhängern.

Beide Kandidaten kämpften auch am Wahltag weiter um die noch unentschlossenen Wähler: Für Biden stand noch ein Auftritt in Pennsylvania und für Trump in Virginia auf dem Programm.

First Lady Melania Trump hat bereits ihre Stimme abgegeben. Die 50-Jährige ging winkend in ein Wahllokal in Palm Beach im umkämpften Bundesstaat Florida, wie TV-Aufnahmen zeigten. Mitreisende Journalisten berichteten, Trump sei die einzige Person gewesen, die trotz der Coronavirus-Pandemie keine Maske getragen habe.

First lady Melania Trump nach der Stimmabgabe
AP/Jim Rassol

Präsident Donald Trump hatte seine Stimme bereits frühzeitig Ende Oktober in Florida abgegeben. Der offizielle Wohnsitz des Paares ist Trumps Luxushotel Mar-a-Lago in Palm Beach.

Über 2,5 Millionen Briefwahlstimmen in Pennsylvania

Im US-Bundesstaat Pennsylvania sind rund 2,5 Millionen Briefwahlstimmen eingelangt. Wie CNN mit Verweis auf die zuständigen Behörden dazu berichtet, sind das über 80 Prozent der rund drei Millionen an die Wahlberechtigten in diesem Bundesstaat verschickten Briefwahlunterlagen.

Kampf um den Kongress

Gleichzeitig mit der Präsidentschaftswahl wird auch über die Zusammensetzung des Kongresses abgestimmt. Zur Wahl stehen alle 435 Mandate im Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel der 100 Sitze im Senat. Seit 2018 kontrollieren die Demokraten das Repräsentantenhaus. Die Republikaner haben im Senat die Mehrheit.

Trump hofft, den Senat zu verteidigen. Ein Sieg bei der Wahl zur Abgeordnetenkammer scheint für die Republikaner kaum möglich. Die Demokraten hoffen, den Senat zu erobern. Dort haben die Republikaner nur eine knappe Mehrheit. Die Abgeordneten im Repräsentantenhaus sowie des Senats werden direkt von ihren Wählern und Wählerinnen gewählt, was im Gegensatz zu den Wahlleuten bei der Präsidentschaftswahl steht.

In den Bundesstaaten gibt es zudem viele Volksabstimmungen. In Colorado etwa wird über die Wiedereinführung von grauen Wölfen in der freien Wildbahn abgestimmt, in Mississippi über die Zulassung von Marihuana als Arzneimittel und das Design der neuen Flagge des Bundesstaates.

Biden stattet seinem Elternhaus in Scranton, Pennsylvania, einen Besuch ab. Auch an der Wohnzimmerwand verewigt er sich: „Von diesem Haus ins Weiße Haus mit der Gnade Gottes. Joe Biden 11-3-2020.“

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden
AP/The Philadelphia Inquirer/Jose F. Moreno

Bill und Hillary Clinton haben gewählt

Die demokratische Präsidentschaftskandidatin von 2016, Hillary Clinton, bei der Stimmabgabe. „Hillary und ich haben gerade mit Stolz unsere Stimmzettel für Joe Biden und Kamala Harris abgegeben“, teilt Hillary Clintons Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton dazu via Twitter mit.

Daumen hoch: Trump kehrt von seiner Wahlkampftour zurück – vor dem Weißen Haus zeigt er sich mit „Make America Great Again“-Kappe, aber ohne Maske.

US-Präsident Donald Trump
AP/Patrick Semansky

Trumps Wahlparty doch in kleinerem Rahmen?

Die Wahlparty von Donald Trump dürfte nun doch kleiner ausfallen, das berichtet zumindest der TV-Sender CNN. Die Zahl der geladenen Gäste soll von 400 auf 250 reduziert worden sein, berichtet der Sender. Einem Insider zufolge müssen sich alle Gäste zuvor einem CoV-Test unterziehen.

Dienstag nach erstem Montag im November

Zu den Eigenheiten von US-Präsidentschaftswahlen zählt, dass es seit nunmehr 175 Jahren einen landesweit einheitlichen Wahltermin gibt.

Hinter der 1845 vom US-Kongress gefällten Entscheidung liegt eine Reihe von Überlegungen. So sollte der Termin etwa so liegen, dass die Ernte bereits eingefahren ist – gleichzeitig wurde ein Wahltermin im Winter wegen der in dieser Jahreszeit drohenden Wetterkapriolen ausgeschlossen. Was die Wochentage betrifft, blieben aus organisatorischen, aber auch religiösen Gründen nur der Dienstag bzw. der Mittwoch.

Die Wahl fiel auf den Dienstag – und um zu verhindern, dass der Wahltag auf den 1. November und somit einen zentralen US-Feiertag fallen könnte, wurde daraus der Dienstag nach dem ersten Montag im November.

Biden in Favoritenrolle

Wer die Wahl gewinnt, muss sich erst weisen. Angesichts der Umfragen im Vorfeld zur Wahl geht Biden laut ORF-Korrespondent David Kriegleder aber durchaus als Favorit in die Wahl.

David Kriegleder (ORF) zur US-Wahl

ORF-Korrespondent David Kriegleder berichtet über die Präsidentschaftswahl in den USA – unter anderem darüber, wie klar Bidens Vorsprung laut Umfragen ist und wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist.

CoV-Krise als bestimmendes Thema

Bestimmendes Thema bei der Wahl ist freilich auch die Coronavirus-Krise – vor allem Trump ist ob seines Umgangs mit der Krise immer wieder heftig kritisiert worden. Die USA zählen bisher die meisten CoV-Infektionen weltweit: Insgesamt haben sich mehr als 9,3 Millionen Menschen im Land nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Die Zahl der Todesfälle liegt bei über 231.600. Behörden zufolge sind zuletzt binnen 24 Stunden mindestens 88.600 Neuinfektionen dazugekommen.

Stimmabgabe im Hollywood Pantages Theatre
AP/Jae C. Hong
Zum Wahllokal umfunktioniert: Hollywoods Pantages Theatre in Los Angeles

„Super-Ager“

Das Alter der Kandidaten um das Weiße Haus ist heuer besonders in den Fokus gerückt. Auch wenn Trump und Biden als „Super-Ager“ mit besonders guten gesundheitlichen Voraussetzungen gelten – sie sind die ältesten Männer, die sich je um das Amt des US-Präsidenten beworben haben – mehr dazu in US-Präsidentschaft im Pensionsalter.

Eine Grafik zeigt das Machtgefüge in den USA zwischen dem Präsidenten und dem Kongress
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Heimatschutzminister: Ergebnis „geduldig“ abwarten

Die Wähler in den USA sollten nach den Worten des amtierenden Heimatschutzministers Chad Wolf das Ergebnis der Präsidentschaftswahl „geduldig“ abwarten. Bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses könne „Zeit verstreichen“, sagt Wolf dem US-Sender Fox News nach Öffnung der ersten Wahllokale.

Das Wahlsystem in den USA sei „widerstandsfähig“, auch angesichts möglicher Einmischungsversuche etwa vonseiten des Iran oder Russlands, sagt er zudem.

Der Chef der Behörde für Cybersicherheit, Chris Krebs, spricht ebenfalls von einem gesicherten Ablauf des Wahlgangs. Zugleich warnt er davor, dass es Versuche geben könne, die Wahl zu stören oder die Technik lahmzulegen. Auch ruft er zu Geduld sowie zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Die „New York Times“ bietet einen Leitfaden zum Wahltag. Dieser umfasst auch einen „digitalen Stressball“.

Wann ist mit dem Wahlergebnis zu rechnen?

Tatsächlich ist noch unklar, wie schnell der Wahlsieger feststehen wird. Grund dafür ist unter anderem der hohe Briefwahlanteil. Verzögerungen bei der Auszählung der Briefwahlunterlagen in größeren Staaten könnten dazu führen, dass es anders als bei den vergangenen Wahlen in der Nacht noch keinen klaren Sieger gibt – Von Frühwählern und späten Auszählungen.

Die „Swing-States“ Pennsylvania und Michigan haben bereits angekündigt, dass sich die Auszählung der Stimmen dort bis Freitag hinziehen könnte. Auch in Wisconsin scheinen Verzögerungen nicht ausgeschlossen. Zusammen stellen diese Staaten 46 Wahlleute. Solange keine Partei angesichts der Verzögerung von Betrug oder Skandal spricht, wäre das unproblematisch. Dann stünde der Gewinner ein bisschen später fest. Ein solches Szenario scheint aber ob Trumps Haltung unwahrscheinlich.

Trump hat mehrfach gefordert, dass es noch in der Wahlnacht einen klaren Sieger geben müsse. Das hat Befürchtungen genährt, dass er sich zum Sieger ausrufen könnte, bevor die Wahl tatsächlich entschieden ist. Der Sinn eines solchen Schachzugs wäre es wohl, die Legitimität der Wahl zu untergraben, damit ein womöglich später verkündeter Wahlsieg Bidens leichter angreifbar wäre.

Biden besucht Grab von Sohn Beau

Am Vormittag hat Biden auch das Grab seines verstorbenen Sohnes Beau besucht – und zwar auf jenem Friedhof im Bundesstaat Delaware, auf dem auch Bidens erste Frau Neilia sowie seine einjährige Tochter Naomi begraben sind. Beau ist 2015 an einer Krebserkrankung verstorben, Neilia und Naomi Biden sind 1972 bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

In die Schlagzeilen ist in den vergangenen Wochen hingegen immer wieder Bidens weiterer Sohn Hunter geraten. Ein Vorwurf aus dem Trump-Lager lautet, dass dieser zweifelhafte Geschäfte in der Ukraine gemacht habe – und dass Biden, damals Vizepräsident, angeblich davon profitiert habe.

Behörden in Michigan warnen vor automatisierten Anrufen

Im „Swing-State“ Michigan haben Behörden laut einem „New York Times“-Bericht vor automatisierten Anrufen gewarnt. Konkret sind Bewohner der Stadt Flint, wo viele Afroamerikanerinnen und –amerikaner leben, angerufen worden.

Zentrum von Flint, Michigan, USA
Getty Images/DenisTangneyJr

Ziel der Anrufe ist offenbar, für eine niedrige Wahlbeteiligung zu sorgen. Den Menschen ist gesagt worden, dass es aktuell lange Schlangen vor den Wahllokalen gebe und auch am Mittwoch gewählt werden könne. Die Wahllokale schließen allerdings noch heute Nacht.

Biden ist erst vor wenigen Tagen zu Besuch in der Stadt gewesen. Die Demokraten hoffen dieses Mal auf einen Triumph im Bundesstaat. 2016 hat Trump in Michigan mit einem knappen Vorsprung von 0,2 Prozentpunkten vor Hillary Clinton gewonnen.

17.000 US-Bürger in Österreich

Auch in Österreich wird abgestimmt. Rund 17.000 US-Bürger leben laut der US-Botschaft in Wien in Österreich. Es lägen aber keine genauen Zahlen vor, wie viele von ihnen auch wahlberechtigt seien, heißt es auf APA-Anfrage.

Allerdings seien beim Konsulat bis zur vergangenen Woche über „700 Mail-in-Votes“ abgegeben worden. „Das ist eine Rekordzahl.“ „Wie viele ihre Stimme selbst eingeschickt haben bzw. online abgegeben haben“, sei aber nicht bekannt.

Sicherheitsabstand im Wahllokal

Der laufende Wahltag steht ganz im Zeichen der Coronavirus-Krise. Gewählt wird – wie hier in Portland (US-Bundesstaat Maine) mit Sicherheitsabstand.

Stimmabgabe im Wahllokal
AP/Robert F. Bukaty

Weil der Präsident nicht direkt gewählt wird, ist es streng genommen egal, wer die meisten Stimmen bekommt. 2016 etwa lag die Demokratin Hillary Clinton mit knapp 66 Millionen Stimmen fast drei Millionen Stimmen vor Trump.

Wahllokale in Hawaii und Alaska öffnen

Mit dem Öffnen der Wahllokale in Hawaii, Amerikanisch-Samoa und einigen Gebieten von Alaska gewinnt der Wahltag weiter an Fahrt.

Mariachi-Band sorgt für gute Stimmung

Vor einem Wahllokal in Los Angeles, Kalifornien, sorgt eine Mariachi-Band für gute Stimmung bei den Wählerinnen und Wählern.

Trump: „Werden eine großartige Nacht haben“

Während eines Besuchs bei seinen Wahlkampfhelfern zeigt sich Amtsinhaber Donald Trump siegessicher. „Ich glaube, wir werden eine großartige Nacht haben“, sagt er in Arlington bei Washington. Die Zahlen, die er aus den Bundesstaaten Texas, Arizona oder Florida sehe, seien sehr gut. Die letzten Umfragen sehen Trump allerdings hinter seinem demokratischen Herausforderer.

US-Prsident Donald Trump in seiner Wahlkampfzentrale
APA/AFP/Saul Loeb

Auf die Frage, ob er für den Fall eines Sieges oder einer Niederlage bereits Reden vorbereitet habe, sagt Trump, dass er darüber noch nicht nachdenke. Er hoffe aber, dass das Ergebnis schnell feststehe. „Gewinnen ist leicht. Verlieren ist niemals leicht. Nicht für mich.“

In einigen US-Städten wird die Auszählung der Briefwahlstimmen per Livestream übertragen. Darunter Milwaukee (US-Bundesstaat Wisconsin) und Philadelphia (US-Pennsylvania).

Regulierungsbehörde über „Robo Calls“ informiert

Auch die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) ist über „Robo Calls“ (automatisierte Anrufe) informiert, in denen die Bevölkerung aufgerufen wird, zur eigenen Sicherheit zu Hause zu bleiben. Die „Washington Post“ hat zuvor berichtet, dass rund zehn Millionen Menschen in den vergangenen Wochen aufgefortert worden sind, „daheim zu bleiben und aufzupassen“.

Über 100 Millionen haben vorzeitig gewählt

Bei der US-Präsidentenwahl haben mehr als 100 Millionen Menschen vor dem eigentlichen Wahltag abgestimmt. Das entspricht nach Angaben vom US Election Project der Universität Florida mehr als 73 Prozent der Stimmen, die 2016 insgesamt abgegeben wurden.

Besonders stark war die Zahl der Frühwähler in einer Reihe von Bundesstaaten im Süden und Westen der USA. In Texas, Washington State, Oregon und Hawaii überstieg die Zahl der Frühwähler jeweils sogar die der 2016 insgesamt abgegebenen Stimmen.

CNN: Verzögerte Ergebnisse in North Carolina

Im Bundesstaat North Carolina wird sich die ursprünglich für 19.30 Uhr (Ortszeit, 1.30 Uhr MEZ) geplante Bekanntgabe erster Ergebnisse „um mindestens 45 Minuten“ verzögern. Das berichtet CNN mit Verweis auf eine Entscheidung des zuständigen Wahlvorstandes. Hintergrund seien Probleme bei der Stimmabgabe und die deshalb in einer Ortschaft verlängerte Stimmabgabe.

Richter: Post muss Vertriebszentren auf Stimmzettel prüfen

Ein Bundesrichter hat die US-Post USPS angewiesen, ihre Vertriebszentren in den nächsten Stunden auf nicht ausgelieferte Stimmzettel zu prüfen. Davon betroffen sind Bezirke in einigen umkämpften Staaten, unter anderem in den Gegenden Central Pennsylvania und Philadelphia sowie Philadelphia, South Florida und Arizona.

U.S. Postal Service in Philadelphia
Reuters/Rachel Wisniewski

Die Richtlinien in Sachen Briefwahl sind von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden. In vielen Bundesstaaten gilt allerdings, dass Briefwahlstimmen bis zum Ende des Wahltags einlangen müssen.

Trump macht seit Monaten mit Betrugsvorwürfen, für die er keine Beweise vorlegt, Stimmung gegen die Briefwahl. Der US-Präsident hat in diesem Zusammenhang immer wieder eine Anfechtung des Wahlergebnisses in den Raum gestellt. Ein Rechtsstreit könnte – wie das Beispiel der Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 bereits gezeigt hat – bis vor den Obersten Gerichtshof in Washington gehen.

Grafik zur Briefwahl in den USA
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: New York Times

Korrespondentin Hannelore Veit kommentiert den Ablauf und die Umstände der US-Präsidentschaftswahl.

Veit (ORF) zur US-Präsidentschaftswahl

Hannelore Veit kommentiert den Ablauf und die Umstände der US-Präsidentschaftswahl.

Gebiet rund um Weißes Haus mit Zaun abgeriegelt

Als Sicherheitsmaßnahme wegen möglicher Proteste nach der US-Präsidentschaftswahl ist das Weiße Haus in Washington durch einen zusätzlichen Zaun abgeriegelt worden. Auf Bildern ist eine weiße, mauerartige Befestigung an der Südseite der Machtzentrale in der US-Hauptstadt zu erkennen.

Sicherheitszaun um das Weiße Haus
AP/Susan Walsh

Teile des Gebiets rund ums Weiße Haus, darunter der Lafayette Park im Norden, sind schon seit dem Sommer teilweise für die Öffentlichkeit gesperrt – wegen Protesten, aber auch wegen Bauarbeiten.

„Weg ins Weiße Haus führt über Michigan“

Geht es nach der demokratischen Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris führt der Weg ins Weiße Haus über Michigan. Wohl aus diesem Grund verbringt Harris einen Großteil des Wahltages in dem „Swing-State“. Mit „habt Vertrauen in das amerikanische Volk“ zeigt sie sich bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen von Detroit zudem zuversichtlich, dass es zu keinen Unruhen kommt.

Es bleibt spannend, wie Trumps Lager auf eine etwaige Niederlage reagieren würde. Der Republikaner hat entgegen allen politischen Gepflogenheiten immer wieder offengelassen, ob er das Wahlergebnis anerkennen wird oder nicht.

Anwälte von Republikanern und Demokraten stehen sich wegen der Wahl schon seit Monaten in Dutzenden Prozessen gegenüber. Viele Prozesse richten sich gegen Details der von Trump bekämpften Briefwahl. Beobachter haben im Vorfeld vor möglichen Auswirkungen auf das Wahlergebnis gewarnt: Bei einem knappen Ergebnis könnte ein einziger Rechtsstreit durchaus wahlentscheidend sein.

Wahlkrimis 1876, 2000 und 2016

Bisher hat es in der US-Geschichte drei Fälle gegeben, in denen der Ausgang einer Wahl zumindest teilweise infrage gestellt worden ist.

1876 lag zunächst der Demokrat Samuel Tilden voran. In vier südlichen Bundesstaaten warfen sich Demokraten und Republikaner aber gegenseitig Wahlbetrug vor. Der Kongress verständigte sich in der Folge auf das Einsetzen einer Kommission, um den Wahlsieger zu bestimmen. Sie macht letztlich den republikanischen Kandidaten Rutherford B. Hayes zum Präsidenten. Die Demokraten erkannten die Entscheidung nach Zugeständnissen an.

Demonstrationen für Al Gore und George W. Bush
Reuters

Bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 war der Bundesstaat Florida das Zünglein an der Waage. Nur wenige Stimmen trennten dort den Demokraten Al Gore vom republikanischen Kandidaten George W. Bush. Was folgte, waren ein Auszählungsmarathon und ein monatelanges juristische Gezerre. Laut dem finalen Urteil des Obersten Gerichtshofs lag Bush in Florida 537 Stimmen vor Gore und wurde somit der 43. Präsident der USA.

Nach der letzten US-Präsidentschaftswahl behauptete Trump zunächst, dass er „ohne massiven Wahlbetrug“ die Mehrheit aller Direktstimmen gewonnen hätte. Die Demokratin Hillary Clinton holte 2016 knapp 2,9 Millionen Stimmen mehr als der Republikaner, was diesen ärgerte. Clinton verlor die Wahl aber trotzdem, weil Trump sich dank des Wahlsystems eine satte Mehrheit der Wahlleute sicherte.

In den Countys liegt die Kraft

In Texas gibt es 254 Countys, in Delaware nur drei, das bevölkerungsreichste zählt mehr als zehn Millionen Einwohner, das kleinste unter 100: Insgesamt sind die USA in über 3.100 dieser bezirksähnlichen Verwaltungseinheiten untergliedert. Nur einem Bruchteil davon kommt bei den Präsidentschaftswahlen Bedeutung zu – diese ist allerdings gewichtig – mehr dazu in In den Countys liegt die Kraft.

Bis auf County-Ebene: Die Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahl 2016

Biden: „Wir wählen Hoffnung statt Angst“

Biden macht seinen Anhängern in Philadelphia noch einmal Mut. „Wir wählen Hoffnung statt Angst. Wir wählen die Wahrheit statt Lügen. Wir wählen Wissenschaft statt Fiktion“, sagt er einigen Dutzend Menschen in der Großstadt im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania durch ein Megafon.

Er sagt seinen Anhängern zu, sie ernst zu nehmen und Fehler einzugestehen. "Ich verspreche euch, ich werde meine Worte euch gegenüber niemals brechen.. Auf Twitter hat Biden zuvor zum Wählen aufgerufen: „Wir sind in einer Schlacht um die Seele der Nation. Und ihr habt die ultimative Macht, das Ergebnis zu bestimmen.“

Ein besonderer Wahltag ist es für Kanye West. Neben Trump und Biden will auch er ins Weiße Haus einziehen – und er hat sich einem Medienbericht zufolge nun zum ersten Mal in seinem Leben auch als Wähler an einer Wahl beteiligt.

Keine US-Wahl ohne Memes

Die Sozialen Netzwerke werden schon längst mit allerlei Memes geflutet …

Vor hundert Jahren wurden mit dem Inkrafttreten des 19. Zusatzartikels zur Verfassung der Vereinigten Staaten in den USA alle Einschränkungen des Wahlrechts aufgrund des Geschlechts untersagt. Laut einer Umfrage des in Washington sitzenden PEW Research Center ist das 1920 in den USA eingeführte Frauenwahlrecht nicht nur zentraler Meilenstein im anhaltenden Kampf um Gleichberechtigung – seit 1984 seien bei jeder US-Präsidentschaftswahl deutlich mehr Frauen als Männer zur Wahl gegangen.

Michigan: „Viel früher Ergebnisse“

So wie aus anderen Bundesstaaten meldet auch die Wahlbehörde aus dem Schlüsselstaat Michigan eine bisher reibungslos verlaufende Wahl. Die höchste Wahlbeamtin des Bundesstaats, Jocelyn Benson, rechnet CNN-Angaben zufolge bereits kurz nach Wahlschluss mit aussagekräftigen Ergebnissen. Das umfasse auch die Stimmen der Frühwähler. Benson spricht von einer hohen Effizienz und wenigen Problemen, weswegen sie davon ausgeht, „dass wir viel früher Ergebnisse erhalten werden“, als zunächst angenommen.

Mann mit Surfrett vor Wahlaufforderung bei Los Angeles
AP/Jae C. Hong
Aufruf zur Wahl in Venice Beach (Kalifornien)

Weiter Aufregung um „Robo Calls“

Die Aufregung um „Robo Calls“ – also automatisierte Anrufe, die Falschinformationen verbreiten – bei der US-Wahl geht weiter. US-Medien berichten, dass das FBI nun Ermittlungen aufgenommen habe. Bei den „Robo Calls“ werden Wählerinnen und Wähler dazu aufgerufen, am Wahltag daheim zu bleiben und auf sich aufzupassen.

„Es wurden einige automatisierte Anrufe gemeldet“, wird ein Beamter der Behörde für Computersicherheit (CISA) von CNN zitiert. Es handle sich dabei um Wählerunterdrückungstaktiken. Solche Anrufe gebe es bei jeder Wahl.

Die Generalstaatsanwältin des US-Bundesstaats New York, Letitia James, gibt ebenso an, dass ihr Büro Ermittlungen eingeleitet habe. Auch in einigen anderen Bundesstaaten werden solche Anrufe gemeldet, unter anderem im „Swing-State“ Michigan.

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Vereinzelt Berichte über Zwischenfälle

Neben einer hohen Wahlbeteiligung zeichnet sich bisher auch ein weitgehend ruhiger Wahltag ab. Nur vereinzelt gibt es Berichte von Zwischenfällen. Die „New York Times“ berichtet von einem in North Carolina vor einem Wahllokal festgenommenen, bewaffneten Trump-Anhänger, NBC von einem Vandalenakt auf einem jüdischen Friedhof in Michigan.

Anleger setzen bei US-Wahl auf Biden-Sieg

In Erwartung eines Machtwechsels in Washington haben sich Anleger mit US-Aktien eingedeckt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schließt 2,1 Prozent höher auf 27.480 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 rückt um 1,8 Prozent auf 3.369 Punkte vor. Der technologielastige NASDAQ steigt um 1,9 Prozent auf 11.160 Zähler.

„Die Märkte sind zuversichtlicher geworden, dass Joe Biden die Präsidentschaftswahl ohne eine wochenlange Hängepartie gewinnt“, sagt Derek Halpenny, Chefanalyst für Europa bei der Bank Mitsubishi UFJ. Neil Wilson, Chefanalyst des Onlinebrokers Markets.com, warnt vor überzogenem Optimismus. „Vorsicht mit Nachwahlbefragungen. Sie haben nicht die beste Erfolgsbilanz.“

Wer darf wählen?

Wahlberechtigt ist jeder der rund 330 Millionen US-Bürger beziehungsweise jede US-Bürgerin, der oder die mindestens 18 Jahre alt ist. Das sind gut 233 Millionen. Ausgeschlossen sind Bewohner von US-Außengebieten wie Puerto Rico.

Stimmabgabe im Wahllokal
AP/Steve Helber

In den meisten Bundesstaaten dürfen zudem Häftlinge und Menschen, die wegen einer schweren Straftat verurteilt wurden, nicht wählen. Das betrifft einer Bürgerrechtsgruppe zufolge rund sechs Millionen Menschen. Alle anderen Bürger müssen sich vor der Abstimmung zuerst beim zuständigen Wahlamt registrieren lassen. 2016 gab es rund 214 Millionen eingetragene Wähler, von denen 140 Millionen abstimmten.

Der weitere Fahrplan

Mit dem in ersten Bundesstaaten näher rückenden Wahlschluss rücken auch die ersten Ergebnisse näher. Den Anfang machen Indiana und Kentucky, wo die Wahllokale um Mitternacht MEZ schließen. Um 1.00 MEZ folgen unter anderem Vermont, Virginia, South Carolina, Kentucky, Georgia und teilweise auch in Florida.

Um 1.30 Uhr MEZ folgen dann mit North Carolina und Ohio gleich zwei weitere „Swing-States“. Es geht dann Schlag auf Schlag: Um 2.00 Uhr MEZ ist in 19 Bundesstaaten Wahlschluss – auch in den Schlüsselstaaten Pennsylvania und weiteren Wahllokalen in Florida. Um 2.30 Uhr MEZ folgt Arkansas und um 3.00 Uhr MEZ unter anderem die „Swing-States“ Texas und Arizona.

Um 4.00 MEZ Uhr schließen die Wahllokale in Iowa und Montana, um 5.00 Uhr MEZ Idaho, Kalifornien, Oregon, Washington und um 6.00 Uhr MEZ folgen dann noch Alaska und Hawaii.

Wahlkampflabor USA

Seit Jahrzehnten gelten US-Präsidentschaftswahlkämpfe auch in Österreich als Messlatte dafür, was moderne Kampagnen ausmacht. Der „Report“ analysiert das amerikanisch-österreichische Verhältnis sowie den Einfluss politischer Kampagnen in den USA auf die heimische Politik.

Wahlkampflabor USA

Am Tag der US-Wahl analysiert der „Report“ das amerikanisch-österreichische Verhältnis sowie den Einfluss politischer Kampagnen in den USA auf die heimische Politik. Seit Jahrzehnten gelten US-Präsidentschaftswahlkämpfe auch in Österreich als Messlatte dafür, was moderne Kampagnen ausmacht.

US-Promis wählen

Ob Reality-TV-Star Kim Kardashian West, Sängerin Ariana Grande oder Schauspieler Leonardo DiCaprio: Zahlreiche US-Stars haben bereits gewählt und rufen ihre Fans in den Sozialen Netzwerken dazu auf, Selbiges zu tun. Dass sich Berühmtheiten im Wahlkampf politisch positionieren, gehört in den USA dazu wie die Sterne und Streifen auf der Flagge – mehr dazu in news.ORF.at.

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Entscheidende Momente im Wahljahr 2020

Die Coronavirus-Pandemie hat den USA ein beispielloses Wahljahr beschert. Doch auch abseits davon gibt es einige entscheidende Momente: Im Februar wird Trump vom fast dreiwöchigen Amtsenthebungsverfahren freigesprochen. Im März rettet der „Super Tuesday“ die Biden-Kandidatur.

Am 25. Mai tritt die gewaltsame Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz im ganzen Land eine Protestwelle los, auch zu Ausschreitungen kommt es. Im September, nur wenige Wochen vor der Wahl, erschüttert der Tod der liberalen Richterin Ruth Bader Ginsburg die USA – Trump präsentiert nur acht Tage nach ihrem Tod mit Amy Coney Barrett seine Kandidatin für ihre Nachfolge.

Ende September treffen Trump und Biden in einem chaotischen ersten TV-Duell aufeinander, kurz danach gibt Trump auf Twitter bekannt, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Eine Grafik zeigt die Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahlen seit 1992
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA; Fotos: AFP

2016 vs. 2020 in Memes

Während viele bereits gespannt auf die ersten Wahlergebnisse warten, werden bei manchen die Erinnerungen an die Wahl 2016 wach. Ein Auszug:

Meinungsforscherin Bronner über Umfragen

Hillary Clinton hat 2016 Umfragen zufolge als klare Favoritin gegolten. Gewonnen hat die Wahl aber Trump. Wie zuverlässig sind die Umfragen – Biden liegt in den meisten voran – heuer? Die österreichische Datenjournalistin Laura Bronner, die für die Statistikseite FiveThirtyEight arbeitet, dazu in der ZIB2 Spezial.

Meinungsforscherin Bronner zur Kongresswahl

Die österreichische Datenjournalistin Laura Bronner, die für die Statistikseite FiveThirtyEight arbeitet, im ZIB-Interview.

Trump verfolgt Ergebnisse im Weißen Haus

Trump wird die anstehende Präsentation der Wahlergebnisse zusammen mit Führungskräften und Familienmitgliedern im Ostflügel des Weißen Hauses mitverfolgen. „Er ist aufgeregt“, sagt die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, Alyssa Farah, dazu gegenüber Fox.

Twitter sperrt etliche rechtsgerichtete Nachrichten

Twitter sperrt etliche rechtsgerichteten Nachrichten zur amerikanischen Präsidentschaftswahl. Die Konten hätten mit ihrem Inhalt gegen die Regeln des Kurznachrichtendienstes verstoßen, teilt das Unternehmen mit. Die Konten seien erst vor Kurzem angelegt worden.

Umfrage: CoV-Krise als wichtigstes Thema

Die Coronavirus-Pandemie und die Wirtschaftslage gelten nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP als die beiden wichtigsten Themen bei der US-Präsidentschaftswahl. Vier von zehn Wählern beschäftigt die Pandemie am meisten, drei die Wirtschaft. Auf den weiteren Plätzen folgen das Gesundheitssystem, Rassismus, der Strafvollzug, Einwanderung und die Klimakrise.

Wahlhelfer mit Schutzausrüstung
Reuters/Bryan Wollston

AP hat nach eigenen Angaben landesweit mehr als 106.000 Wähler befragt, die statistische Fehlerquote wurde mit plus/minus 0,4 Prozentpunkten angegeben. Allerdings sieht eine Umfrage des TV-Senders CNN nach der Stimmabgabe die Wirtschaft an erster Stelle mit 34 Prozent vor rassistischer Benachteiligung (21 Prozent) und der Coronavirus-Pandemie (18 Prozent).

In der Umfrage geben sechs von zehn befragten Wählern an, das Land gehe ihrer Meinung nach in eine falsche Richtung. Nach Auffassung etwa der Hälfte der Wähler ist die CoV-Situation in den USA außer Kontrolle. Zur persönlichen Wirtschaftslage erklären sieben von zehn Wählern, ihre Finanzen seien stabil. Etwa 20 Prozent erklären, sie hätten zuletzt Einbußen erlitten.

Biden will sich in der Nacht an Wähler wenden

Biden will sich jedenfalls noch in der Wahlnacht an die Bevölkerung wenden. Das gibt sein Kampagnenteam dem Radio NPR bekannt. „Ich denke wir werden genug Daten von den wichtigsten Bundesstaaten haben, um ein Gefühl zu haben, in welche Richtung es geht“, sagt die stellvertretende Kampagnenleiterin Kate Bedingfield. „Aber wenn wir die nicht bekommen, wenn das Rennen zu knapp wird und wenn wir es nicht wissen, dann können Wähler dennoch erwarten, heute Nacht von Biden zu hören.“

Erste Wahllokale in Kentucky und Indiana geschlossen

Einige Wahllokale in Kentucky und Indiana sind seit 18.00 Uhr Ortszeit (Mitternacht MEZ) geschlossen. Die beiden Staaten mit gemeinsam 19 Wahlleutestimmen gelten als sichere republikanische Hochburgen. Prognosen wird es aber erst geben, wenn um 1.00 Uhr MEZ die letzten Wahllokale in den Staaten schließen. Zu diesem Zeitpunkt ist dann auch Wahlschluss in South Carolina, Vermont, Virginia und Georgia.

Für einen Sieg sind mindestens 270 der 538 Wahlleutestimmen erforderlich, die von den 50 Bundesstaaten und dem Hauptstadtdistrikt Washington DC nach dem Mehrheitsprinzip vergeben werden. Der im jeweiligen Staat siegreiche Kandidat erhält dabei alle zu vergebenden Wahlleutestimmen. Umfragen lassen einen Sieg Bidens erwarten.

Detaillierte Ansicht der Wahlleutestimmen pro Bundesstaat sowie der Stimmen Alaskas und Hawaiis auf der interaktiven Karte mittels Zoomfunktion

Wer macht das Rennen?

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Auch Facebook sperrt rechtsgerichtete Nachrichten

Neben Twitter sperrt auch Facebook etliche neu geschaffene Konten mit rechtsgerichteten Äußerungen zur US-Wahl. Grund für die Maßnahme sei „unglaubwürdiges Verhalten“, teilt das weltgrößte Soziale Netzwerk mit.

US-Post verpasst Frist zu Briefwahlstimmen

Die US-Post hat eine von einem Bundesrichter gesetzte Frist versäumt, zu prüfen, wie viele Briefwahlstimmen sich noch in ihren Verteilzentren befinden, und diese sofort zuzustellen. Zu Beginn der Woche waren laut US-Post etwa 300.000 Briefwahlstimmen nicht den zuständigen Wahlbehörden zugestellt worden. Damit könnten diese, je nach Rechtslage und Entscheidung der jeweiligen Wahlbehörden, für ungültig erklärt werden bzw. könnte ein Rechtsstreit darüber enstehen.

Republikanischer Gouverneur stimmt für Biden

Der republikanische Gouverneur von Vermont, Phil Scott, hat für den Demokraten Joe Biden gestimmt. Das berichtet NPR. Scott ist damit der erste republikanische Gouverneur, der Biden unterstützt.

Trump-Kampagnenchef: Biden hat „Tonne an Stimmen liegen lassen“

Bereits Stunden bevor die Wahllokale schließen, versucht Trumps Wahlkampfmanager Bill Stepien Zuversicht zu vermitteln. Biden habe „eine Tonne an Stimmen auf dem Tisch liegen lassen“, sagt er in einer Telefonkonferenz mit Reportern.

Ein Bruchteil der Daten, die ihm aus Michigan vorlägen, zeigten, dass die Demokraten zwar ihre Wählerinnen und Wähler dazu bewogen hätten, vorzeitig abzustimmen, Trump aber habe die Menschen zum Wählen am Wahltag selbst überzeugt. Michigan bezeichnet Stepien als „konvertiertes Trump-Land“.

Zehn Prozent wählen zum ersten Mal

Einer Umfrage von Edison Research zufolge geben zehn Prozent der Wählerinnen und Wähler an, in diesem Jahr erstmals ihre Stimme abzugeben. Das entspricht etwa dem Anteil von 2016.

Die wichtigsten Zielgruppen

Der Sieg bei der Präsidentschaftswahl führt für die beiden Kandidaten über bestimmte Zielgruppen.

Will Trump im Amt bleiben, braucht er die Stimmen der weißen Arbeiterinnen und Arbeiter ohne höheren Bildungsabschluss, jene von weißen Frauen sowie von Wählerinnen und Wählern ohne fixe Parteipräferenz.

Bidens Erfolg hängt stark vom Wahlverhalten der Seniorinnen und Senioren ab, von Wählerinnen und Wählern, die 2016 für Trump gestimmt haben, höher gebildeten Weißen sowie Schwarzen und Latinos.

„Black Lives Matter“-Unterstützer tragen Masken

Fast alle am „Black Lives Matter Plaza“, einer so bezeichneten Straßenecke in Washington, würden eine Maske zum Schutz vor dem Coronavirus tragen, schreibt „New York Times“-Korrespondent Edward Wong, der live vom Geschehen berichtet.

Riesenandrang auf die Wahl

Das demokratische Marktforschungsinstitut TargetSmart in Washington sagt, dass fast 30 Prozent der vorzeitig abgegebenen Stimmen von Personen abgegeben worden seien, die 2016 nicht wählen waren.

105 Prozent Beteiligung in Sprengel in Florida

Im Wahlsprengel 538 in Orlando, Florida, gibt es ein ungewöhnliches Phänomen: Die Wahlbeteiligung erreicht 105 Prozent. Der Grund ist, dass einige Wähler am Wahltag in den neuen Sprengel umgezogen sind und dort ihre Stimme abgegeben haben.

Deutscher Außenminister kommentiert mit

„Das Problem ist die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft“, sagt der deutsche Außenminister Heiko Maas. Er kommentiert die Wahlnacht im ZDF mit anderen außenpolitischen Experten der deutschen Parteien wie Norbert Röttgen (CDU) oder Cem Özedmir (Grüne) mit.

Heiko Maas zu Gast im deutschen Fernsehen
ZDF

Prognosen: Trump gewinnt Indiana, Biden Vermont

In sechs Staaten haben die Wahllokale vor wenigen Minuten geschlossen, darunter in Georgia, einem wichtigen „Swing-State“.

Auch die ersten Prognose treffen ein: Trump dürfte im traditionell republikanischen Indiana siegen, Biden im tiefdemokratischen Vermont und in Virginia.

„Das Problem ist die polarisierte Gesellschaft“

ORF-Washington-Bürochefin Hannelore Veit im ORF-Wahlstudio zur gesellschaftlichen Situation dieser US-Wahl.

Politische Polarisierung in den USA

Coronavirus, Klima, Waffen: Die ideologischen Gräben in den USA sind tief. USA-Korrespondentin Hannelore Veit und Andreas Pfeifer, ZIB-Auslandschef, analysieren die politische Situation.

Schlechte Nachrichten für Trump

Die Teilergebnisse aus der republikanischen Hochburg Kentucky bedeuten vorerst schlechte Nachrichten für Trump: Nach Auszählung von zwölf Prozent der Stimmen liegt Biden bei 47,5 Prozent, während Trump 50,9 Prozent verbucht. Bei der Wahl 2016 hat sich Trump mit 62,5 zu 32,7 Prozent gegen seine damalige Kontrahentin Hillary Clinton durchgesetzt.

Wegen der hohen Zahl der Briefwählerinnen und Briefwähler sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen.

Die Zahlen seien „nicht gut für Trump“, sagt der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Rick Santorum im Fernsehsender CNN.

Was, wenn niemand gewinnt?

Unwahrscheinlich, aber möglich: Sollte es zwischen Biden und Trump am Ende tatsächlich 50 zu 50 stehen – wenn also keiner von beiden 270 Wahlleute hat –, würde das Repräsentantenhaus den Präsidenten wählen dürfen und der Senat den Vizepräsidenten. So sieht es die amerikanische Verfassung vor.

Hoch zu Ross auf dem Weg ins Wahllokal

Das Ehepaar Grace und Scott Purdum in Stafford, Virigina, haben sich für den Wahltag etwas Besonderes überlegt: Sie reiten ins Wahllokal – mit Flagge.

Wähler am Pferd am Weg zum Wahllokal
AP/The Free Lance-Star/Suzanne Carr Rossi

Experte Rough: South Carolina als Indikator

Experte Peter Rough vom konservativen Thinktank Hudson Institute sieht die Senatswahl in South Carolina als einen wichtigen Indikator für den „Run“ dieser Wahl: „Wenn sich der republikanische Senator Lindsey Graham schwertut in seiner Wiederwahl, dann dürfte das ein Indikator dafür sein, dass das Rennen für Trump auch in anderen Staaten eher schwierig wird.“

Elf Wahlleute für Trump

Der erste Bundesstaat geht an Trump: In Indiana setzt er sich wie erwartet gegen Biden durch. Das bringt ihm elf Wahlleute – mindestens 270 sind für den Wahlsieg notwendig.

Experte Heinisch: „USA fehlt im Moment die Mitte“

„Das Auseinanderklaffen der Bevölkerungsgruppen in den USA hat Konsequenzen für die Gestaltung von Politik“, analysiert US-Experte Reinhard Heinisch von der Uni Salzburg in der ORF-Wahlnacht: „Und die Antworten der Politik bleiben aus, weil die Positionen in der Mitte fehlen. Ist die Politik gespalten, dann blockiert der Gegner jeden Gestaltungsvorschlag. Und wenn Politik nicht mehr gestalten kann, erhöht das den Frust auf Washington.“

Auf Nummer sicher

Ungewöhnliche Zeiten verlangen nach ungewöhnlichen Strategien. Eine Wahlbeisitzerin in Beacon Hill, einem Stadtteil von Boston, Massachusetts, will sich mit Maske, Gesichtsschild, Handschuhen und Co. vor dem Coronavirus schützen.

Frau mit Gesichtsmaske und -visier
Reuters/Lindsey Wasson

Knappes Rennen in Florida

Im wichtigen „Swing-State“ Florida zeichnet sich wie im Vorfeld erwartet ein knappes Rennen ab. Nach Auszählung von zwei Fünftel aller Stimmen liegt Trump bei 50,1 Prozent, Biden bei knapp 49 Prozent.

Die Wahllokale im „Sunshine State“ schließen um 2.00 Uhr (MEZ). Die Stimmen von Früh- und Briefwählerinnen und -wählern sind dort aber bereits ausgezählt.

Es ist kompliziert

Laut Berechnungen der „New York Times“ kann Biden auf 29.612 Arten die Wahl gewinnen, Trump nur auf 2.983.

Manhattan in der Dämmerung
Reuters/Caitlin Ochs
Über Manhattan geht die Sonne unter

Die US-Wahl und der Brexit

Hat der Ausgang der US-Wahl einen Einfluss auf die Brexit-Verhandlungen mit der EU? Ja, hat der frühere britische EU-Botschafter Ivan Rogers zuletzt im „Observer“ gemeint: Vor einer Entscheidung der US-Wahl würde sich Großbritanniens Premier Boris Johnson nicht bewegen. Dieser hat das umgehend vehement bestritten.

Beobachter aber glauben: Bleibt Trump im Amt, wäre Johnson eher zu einem „No Deal“-Szenario geneigt, weil er auf ein schnelles Handelsabkommen mit Washington hoffen könnte. Wenn Biden gewinnt, dann könnte Johnson doch eher auf ein Freihandelsabkommen setzen. „Der Demokrat gilt als EU-Freund und hat bislang keinerlei Ambitionen gezeigt, rasch mit den Briten ins Geschäft zu kommen“, kommentiert etwa Alexander Mühlauer von der „Süddeutschen Zeitung“.

Florida: Warnzeichen für Biden

Im wichtigen „Swing-State“ Florida gibt es erste Warnzeichen für Biden. Nach der Auszählung von etwa zwei Drittel der Stimmen liegt Biden im bevölkerungsreichen County Miami-Dade zwar vorne, hat aber weniger Stimmen, als er voraussichtlich zum Gewinn des Bundesstaates brauchte.

Vor allem bei den Wählerinnen und Wählern aus der Latino-Gemeinschaft dürfte Trump besser als erwartet abgeschnitten haben.

Vermont geht offiziell an Biden

Der demokratische Herausforderer setzt sich in Vermont offiziell gegen Trump durch. Das bringt ihm die Stimmen dreier Wahlleute; mindestens 270 braucht es für den Wahlsieg.

Nevada: Republikaner wollen Briefwahlzählung stoppen

In Nevada beantragen die Republikaner und Trumps Wahlkampfteam einem NBC-Bericht zufolge eine einstweilige Verfügung, um die Auszählung von Briefwahlstimmen zu begrenzen. Betroffen wäre Clark County, wo die Großstadt Las Vegas liegt.

Wasserrohrbruch in Wahllokal in Georgia

In einem NBA-Stadion in Fulton County in Georgia, das heute als Wahlllokal fungiert, hat es einen Wasserrohrbruch gegeben. Wahlbeisitzerinnen und -beisitzer rechnen deshalb mit einer Verzögerung der Auszählung um etwa vier Stunden. Fulton ist der bevölkerungsreichste Bezirk des Bundesstaats.

Outdoor wählen in Miami

In Zeiten der Pandemie geben manche Wählerinnen und Wähler ihre Stimme sicherheitshalber bei Wahlurnen unter freiem Himmel ab, um Menschenaufläufe zu vermeiden – so etwa in Miami, Florida.

Wahlmitarbeiter vor einer Wahlurne in Miami
APA/AFP/Chandan Khanna

Erwartete Siege für Biden und Trump

Die nächsten Ergebnisse tröpfeln ein: Biden gewinnt in Delaware, Massachusetts, Maryland und Washington DC.

Trump setzt sich in Oklahoma, einer republikanischen Hochburg, durch.

Biden in wichtigen „Swing-States“ im Hintertreffen

In zwei wichtigen „Swing-States“ gerät Biden zunehmend ins Hintertreffen: Analysten zufolge ist die Wahrscheinlichkeit laut „New York Times“ hoch, dass Trump in Florida und Georgia am Ende die Nase vorn hat.

Insider in den „Swing-States“ Pennsylvania und Michigan sagen, es könne bis Freitag dauern, bis die Briefwahlstimmen ausgezählt sind. Das könnte bedeuten, dass es bis dahin auch kein zuverlässiges Ergebnis gibt, wer die Wahl gewonnen hat.

Der Florida-Krimi

Florida ist fast ausgezählt. Im Moment führt dort Trump. „Biden kann ohne Florida gewinnen, Trump kann ohne Florida nicht gewinnen“, so ORF-Reporter Roland Adrowitzer aus Miami.

CNN Grafik zu Florida
CNN
Wähler in einer Warteschlange
Reuters/Nick Oxford
Vor einem Wahllokal in einer Kirche in Edmont, Oklahoma, stehen die Wählerinnen und Wähler immer noch Schlange

37 zu 30 für Trump

Trump setzt sich in den republikanischen Hochburgen Kentucky und Tennessee durch.

In Wahlleuten steht es derzeit 37 zu 30 für Trump, mindestens 270 sind für den Wahlsieg nötig.

Von den wahlentscheidenden „Swing-States“ ist allerdings noch keiner ausgezählt.

In Delaware County, Ohio, hat Biden bei der vorzeitigen Stimmabgabe die Nase vorn. 42 Prozent sind diese Minute ausgezählt, Biden liegt bei 55,2 Prozent, Trump bei 43,6. Delaware County ist vorstädtisch geprägt und war seit 1916 nicht mehr demokratisch.

Verschwörungstheoretikerin zieht in Kongress ein

Die QAnon-Verschwörungstheoretikerin Marjorie Taylor Greene vom rechten Flügel der Republikaner zieht CNN zufolge ins Repräsentantenhaus ein. Ihr Gegenkandidat in ihrem Wahlkreis im Bundesstaat Georgia hat sich aus dem Rennen um den Kongresssitz zurückgezogen.

QAnon-Verschwörungstheoretikerin Marjorie Taylor Greene
Reuters/Elijah Nouvelage

Coronavirus-Höchstzahlen in „Swing-States“

Zu den anderen Daten des Tages: Die „Swing-States“ Pennsylvania, Ohio und Minnesota weisen heute erneut Höchstzahlen an Coronavirus-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden auf. In Pennsylvania gibt es um 2.743 Neuinfektionen mehr als am Vortag, in Ohio um 2.909 und in Minnesota um 2.948.

„As goes Ohio, so goes the nation“

Während sich die Lage in Florida für Biden weiter verschlechtert, kommen gute Nachrichten für den Demokraten aus Ohio: Zwei Fünftel der Stimmen sind ausgezählt, und Biden liegt mit 55,2 Prozent deutlich vor Trump (43,2 Prozent).

Vor vier Jahren hat sich Trump in Ohio mit 51,3 zu 43,2 Prozent klar gegen Hillary Clinton durchgesetzt. Ohio gilt als traditioneller Trendstaat bei US-Präsidentschaftswahlen. Seit Jahrzehnten hat der Industriestaat im Mittleren Westen durchgehend für den landesweit siegreichen Kandidaten gestimmt – daher das Bonmot „As goes Ohio, so goes the nation“.

Eine Person vor einem Bildschirm
APA/AFP/Getty Images/Chris Mcgrath
Einsames Public Viewing: In Washington hat jemand seinen Campingsessel vor einer Hauswand aufgestellt, auf die die vorläufigen Ergebnisse einzelner Staaten projiziert werden.

Trump-Vertrauter McConnell wiedergewählt

Bei den parallel zur US-Präsidentschaftswahl laufenden Kongresswahlen ist der einflussreiche Senator Mitch McConnell wiedergewählt worden.

Der Mehrheitsführer der Republikaner von Präsident Donald Trump im Senat verteidigt in seinem konservativen Heimatstaat Kentucky sein Mandat, wie der Sender Fox News und die „New York Times“ berichten.

McConnell ist einer der engsten Vertrauten Trumps. Für den 78-Jährigen ist es die siebente Amtszeit als Senator.

Der Wahltag ist in den USA häufig auch der Tag von Demonstrationen und großen Protestkundgebungen.

Trump- und Biden-Anhänger in Graham, North Carolina
Reuters/Jonathan Drake
Sowohl Unterstützerinnen und Unterstützer von Biden als auch von Trump gehen in Graham, North Carolina, auf die Straße

West Virginia geht an Trump

Der nächste „Pflichtsieg“ für Trump: Im Bundesstaat West Virginia macht der Republikaner das Rennen.

Karl Rove ortet starke Trump-Performance

Der Ex-Berater von US-Präsident Georg W. Bush, Karl Rove, verweist im Sender Fox News auf die Stärke von Trump in den kleinen Kommunen. Und darauf, dass der Vorsprung der „Popular Vote“ der Demokraten gegenüber den Republikanern (Hillary Clinton hat 2016 drei Mio. Stimmen mehr als Trump gewonnen) bei dieser Wahl so gering sei, dass er an ein starkes Finish von Trump glaube.

Veränderungen im Wahlverhalten

Trump erzielt bei den bisher ausgezählten Stimmen in Florida, Georgia und North Carolina viel bessere Ergebnisse in den hispanischen und kubanischen Gebieten als 2016. Auch in den afroamerikanischen Bezirken sieht es nicht schlecht für ihn aus. Biden allerdings überzeugt etwas mehr in jenen Gegenden, in denen mehr ältere und weiße Menschen leben.

Bisher erzielt Biden bessere Ergebnisse in Houston und Dallas, Texas, als Clinton 2016. In den Vorstädten von Williamson County etwa sieht es für die Demokraten besser aus. Hier seien 2020 bessere Ergebnisse der Republikaner erwartet worden, so die „NYT“.

Biden gewinnt in New York

New York ist zwar Trumps Heimatstaat, allerdings auch eine Hochburg der Demokraten. Auch 2020 bleibt der Bundesstaat tiefblau.

In Wisconsin schließen die Wahllokale. Der demokratische Governeur Tony Evers sagt, er rechnet noch heute oder morgen mit Ergebnissen.

Menschen am Times Square
AP/Seth Wenig
Die vorläufigen Ergebnisse werden auf dem Times Square in New York City ausgestrahlt

Faktor Ohio

„No republican has won the White House without Ohio.“ (John King, CNN)

Countymap von Ohio
CNN

Weitere erwartbare Ergebnisse

Biden gewinnt in New Jersey, Trump in Arkansas. Alles so weit nicht überraschend. Die Musik spielt in den „Swing-States“ – wo die Kandidaten Kopf an Kopf liegen.

Texas – es wird eng

Einst republikanische Hochburg, dieses Mal „Swing-State“ – und was für einer: In Texas zeichnet sich ein enges Rennen zwischen Trump und Biden ab.

65 Prozent der Stimmen sind ausgezählt – laut Meinungsforschern liegt Biden bei 49,8 Prozent, Trump bei 48,7 Prozent.

Keine Überraschungen in Connecticut und South Dakota

Connecticut geht an Biden, South Dakota an Trump – beides erwartbar.

Demokraten nehmen Republikanern Senatssitz ab

Teilerfolg für die Demokraten bei der Senatswahl: Laut Fox News schlägt der demokratische Herausforderer John Hickenlooper in Colorado den republikanischen Amtsinhaber Cory Gardner.

Bisher haben die Republikaner in der Kongresskammer eine knappe Mehrheit.

Kenntuckys Senator warnt vor „radikalen Veränderungen“

Mitch McConnell, republikanischer Senator von Kenntucky, ist in seinem Bundesstaat wiedergewählt worden. Er bedankt sich in seiner Rede bei den Wählerinnen und Wählern. Der Senator schickt sogleich eine Warnung vor „radikalen Veränderungen“ an die Demokraten und verweist auf die entfernten Statuen während der George-Floyd-Proteste: „Das ist nicht die Zeit, die Statuen unserer Gründer und Helden niederzureißen. Es ist die Zeit, ihrem Beispiel zu folgen.“

Senator Mitch McConnell
Reuters/Bryan Woolston

Biden-Sieg in Colorado

Weitere Ergebnisse aus den Bundesstaaten sind da: Biden siegt in Colorado, Trump in North Dakota.

Der 25-jährige Madison Cawthorn wird der erste Senator, der in den 1990ern geboren ist. Er zählt somit zu den jüngsten Senatsmitgliedern aller Zeiten.

Madison Cawthorn
Reuters/Republican National Convention
Vor sechs Jahren ist Cawthorne bei einem Autounfall schwer verletzt worden und sitzt seither im Rollstuhl

„Mehr Optionen“ für Biden

Georgia, North Carolina und Florida – in den „Swing-States“ bleibt das Rennen unglaublich spannend.

Trump schneidet in manchen der umfehdeten Staaten besser als in den Umfragen ab. Allerdings hat Biden, wie ein Kommentator auf CNN hinweist, „mehr Optionen“ auf den Wahlsieg.

Twitter kennzeichnet verfrühte Analysen

Der Kurznachrichtendienst Twitter kennzeichnet verfrühte Analysen, um gegen Fake News vorzugehen. Tweets der Trump-Kampagne sind bereits gekennzeichnet worden, aber auch solche der Nachrichtenagentur AP. Twitter sagt, es seien zumindest zwei seriöse Quellen notwendig, um den Sieg bei der US-Wahl zu verkünden.

Umkämpftes Ohio

„Falls sich Ohio am Ende für Biden entscheidet – falls –, ist das eine Überraschung und wohl eine größere Sache als Florida. Ohio ist nicht nur ein großer Preis, es würde auch auf die Stärke von Biden in Pennsylvania hindeuten“, analysiert „NYT“-Korrespondent Adam Nagourney.

South Carolina und Alabama …

… gehen an Trump. Damit war zu rechnen, sind beide Staaten doch Hochburgen der Republikaner.

Wenig los beim Public Viewing

Beim Outdoor-Public-Viewing in Bidens Wahlkampfzentrale in Wilmington, Delaware, ist noch wenig los, obwohl wegen der Pandemie ausreichend Vorkehrungen getroffen worden sind. In Wilmington hat es heute Abend allerdings auch nur sechs Grad.

Wahllokale schließen in sechs Staaten

Die Wahllokale in Iowa, Montana, Nevada, Utah sowie in Teilen von Oregon und Idaho haben geschlossen.

Trump-Vertrauter Graham behält Senatssitz

Nach Mitch McConnell behält ein weiterer Trump-Vertrauter seinen Sitz im Senat: Der Republikaner Lindsey Graham setzt sich in South Carolina gegen den afroamerikanischen Herausforderer Jamie Harrison durch.

Die Demokraten haben gehofft, dass Grahams kompromissloser Pro-Trump-Kurs die Verhältnisse zu ihren Gunsten dreht.

„Black Lives Matter“-Demo in Washington

In Washington finden „Black Lives Matter“-Demonstrationen vor dem Weißen Haus statt. Einige Aktivistinnen und Aktivisten sind offenbar von der Polizei festgenommen worden.

Demo vor dem Weißen Haus

„Black Lives Matter“-Demonstration vor dem Weißen Haus

Demokrat Ritchie Torres
AP/Adam Hunger
Der Demokrat Ritchie Torres wird der erste offen homosexuelle schwarze Kongressabgeordnete

Ocasio-Cortez wiedergewählt

Die demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus, Alexandria Ocasio-Cortez, ist wiedergewählt. Die Ikone des linken Flügels der Demokraten hat sich in der Vorwahl für Bernie Sanders starkgemacht. „AOC“, wie sie von ihren Fans auch genannt wird, kämpft vor allem für das von ihr maßgeblich entwickelte Wirtschaftsprogramm „Green New Deal“.

Ergebnis in Philadelphia verzögert sich

Es bleibt nervenaufreibend. Und zumindest im Schlüsselstaat Pennsylvania zeichnet sich ab, dass es erst morgen ein Ergebnis gibt.

In der Großstadt Philadelphia sind erst 76.000 von 350.000 Briefwahlstimmen ausgezählt, der Rest folgt erst morgen.

Pennsylvania ist ein zentraler Staat für den Demokraten Biden.

Miamis Republikaner gewinnen Sitz im Kongress

Carlos A. Gimenez, republikanischer Bürgermeister von Miami-Dade, hat die demokratische Abgeordnete Debbie Mucarsel-Powell in Miami-Dade County besiegt, der die westlichen Vororte von Miami bis Key West in Florida umfasst. Die Republikaner gewinnen damit einen Sitz im Kongress.

Carlos A. Gimenez
APA/AFP/Getty Images/Jason Koerner

Demokraten kommen im Senat nicht voran

Die oppositionellen Demokraten können in ihrem Kampf gegen die republikanische Mehrheit im US-Senat zunächst keinen Boden gutmachen. Zwar kann der demokratische Ex-Gouverneur John Hickenlooper in Colorado dem republikanischen Senator Cory Gardner den Sitz wegschnappen, doch verliert im Gegenzug der Demokrat Doug Jones seinen Senatssitz in Alabama an den republikanischen Ex-Football-Coach Tommy Tuberville, berichtet die US-Nachrichtenagentur AP.

In mehreren anderen Senatsrennen sind zuvor die jeweiligen demokratischen und republikanischen Amtsinhaber, darunter auch Mehrheitsführer Mitch McConnell, bestätigt worden.

Die Republikaner haben derzeit eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze. Je nachdem, wie die Präsidentenwahl ausgeht, benötigen die Demokraten damit einen Gewinn von drei oder vier Sitzen, um die Kontrolle über die mächtigere Parlamentskammer zu erlangen.

Biden führt in Arizona

Biden führt derzeit in Arizona mit 53,7 Prozent. 75 Prozent der Stimmen sind bereits ausgezählt. Setzt sich der Trend fort, dürfte es für Trump in Arizona schwierig werden.

Bisher alles wie 2016

Bisher hat kein Staat einen entscheidend anderen Trend als 2016 verzeichnet. Die Karte aus 2020 sieht daher derzeit aus wie jene von vor vier Jahren.

Briefwahl erschwert Prognosen

Der Faktor Briefwahl macht die US-Wahl heuer besonders spannend. Wegen der Coronavirus-Pandemie haben so viele Wählerinnen und Wähler wie noch nie ihre Wahlkarte mit der Post geschickt.

Das hat gravierenden Einfluss auf die Ergebnisse: In Texas und Florida etwa ist das der Grund, warum der anfangs scheinbar so große Vorsprung Bidens im Laufe der Wahlnacht weggeschmolzen ist. In Michigan und Wisconsin allerdings, wo Trump derzeit in Führung liegt, könnten die Briefwählerinnen und Briefwähler das Ergebnis zu Bidens Gunsten drehen.

Biden setzt sich in New Mexico durch

Biden hat sich laut AP wie erwartet im Bundesstaat New Mexico durchgesetzt. Die Agentur beruft sich auf Wählerbefragungen und erste Stimmauszählungen. Umfragen vor dieser Wahl haben Biden klar in Führung gesehen.

Die fünf Wahlleute des Bundesstaats sind 2016 mit einer deutlichen Mehrheit an die Demokraten gegangen.

Wer macht das Rennen?

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Weitere Staaten für Trump, New Hampshire an Biden

Nebraska geht an Trump, ebenso Utah, Kansas und Louisiana. Biden setzt sich in New Hampshire durch, wo Clinton Trump vor vier Jahren nur hauchdünn schlagen konnte.

Verzögerungen beim „Check-in“ in Texas

Die Wahllokale in den Bezirken Hidalgo und Upshur in Texas bleiben länger geöffnet, nachdem es dort zu Verzögerungen bei den Anmeldungen gekommen ist. Es soll sich um Verbindungsprobleme gehandelt haben, die mittlerweile aber beseitigt worden seien, sagt ein Sprecher des texanischen Außenbeauftragten. Der „Check-in“-Prozess geht in den beiden Countys über das Technologieunternehmen Knowink.

Repräsentantenhaus bleibt in demokratischer Hand

Und zwar deutlich: Prognosen der Sender ABC und Fox News zufolge können die Demokraten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus sogar ausbauen. Bisher halten sie 232 der 435 Sitze, künftig könnten es bis zu 237 sein.

Temperaturmessungen in Michigan

Wahlmitarbeiter bei der Temperaturmessung
APA/AFP/Getty Images/Elaine Cromie
Wahlhelferinnen und -helfer in Detroit, Michigan, müssen sich einem kurzen Gesundheitscheck unterziehen, bevor sie ihrer Arbeit im Wahllokal nachgehen dürfen

Wahllokale in vier weiteren Staaten geschlossen

Die Wahllokale in Kalifornien, Oregon, Idaho und Washington State haben geschlossen.

Wahlmitarbeiter zählen Stimmen
APA/AFP/Getty Images/Spencer Platt
Das Stimmenauszählen in Philadelphia geht weiter, könnte aber noch Tage dauern

Biden holt die Westküstenstaaten

Biden gewinnt erwartungsgemäß Kalifornien, Washington State und Oregon.

Fox News: Trump siegt in Florida

Der wichtige „Swing-State“ Florida geht laut Fox News an Trump.

Hätte Trump hier eine Niederlage eingefahren, wäre die Wahl wohl zugunsten Bidens gelaufen. Der Demokrat braucht den Staat zwar nicht zum Wahlsieg – allerdings könnte es für ihn auch in anderen „Swing-States“ eng werden.

Volksabstimmung: Wer soll wählen dürfen?

In vielen Staaten haben heute auch Volksabstimmungen zu diversen Themen stattgefunden. Eine Frage in Colorado und Florida: Wer soll in den USA wählen dürfen?

Die Mehrheit hat entschieden, dass nur US-Bürgerinnen und -Bürger wählen dürfen. Kein Unterschied also zu vorher.

Immer mehr Städte melden Verzögerungen

Aufgrund der vielen Briefwahlstimmen melden immer mehr Großstädte, die Bekanntgabe ihrer Ergebnisse werde sich verzögern. In der Demokratenhochburg Philadelphia, Pennsylvania, sind um 21.00 Uhr (Ortszeit) nur 76.000 von mehr als 350.000 Briefwahlstimmen ausgezählt. Um 1.00 Uhr (Ortszeit) soll es ein Update geben, aber der ganze Auszählprozess könnte sich noch Tage ziehen.

Milwaukee will frühestens morgen um 5.00 Uhr (Ortszeit) Ergebnisse bekanntgeben.

Stichwahl um Senat in Georgia

Im Kampf um den Senat kommt es in Georgia zu einer Stichwahl am 5. Jänner. Die bisherige republikanische Amtsinhaberin eines der Sitze des Bundesstaates, Kelly Loeffler, und ihr demokratischer Herausforderer Raphael Warnock haben sich beide qualifiziert, berichtet der Sender NBC.

Fox News: Biden dreht Arizona

Laut Fox News schafft es Biden, Arizona zugunsten der Demokraten zu drehen. Aus Sicht des Demokraten ein wichtiger Sieg – der ihm aber nur etwas bringt, wenn er auch Michigan und Wisconsin holt. In beiden Bundesstaaten ist das Rennen unglaublich eng.

In Arizona sollen sich die Demokraten auch im Rennen um den Senat durchgesetzt haben, berichtet Fox News weiter: Der Demokrat Mark Kelly gewinnt laut Fox den Sitz der Republikanerin Martha McSally.

Tweets zu Trump-Wahlergebnissen mit Warnung versehen

Twitter hat in der US-Wahlnacht Hinweise an Tweets geheftet, in denen Wahlergebnisse für einzelne Staaten aus Sicht des Netzwerks voreilig verkündet wurden. So wird beispielsweise ein Tweet, wonach Trump den Staat Florida gewonnen habe, mit dem Hinweis versehen: „Offizielle Quellen könnten das Ergebnis noch nicht bestätigt haben, als dieser Tweet abgesetzt wurde.“

In Florida, das als einer der wichtigsten Staaten der Wahl gilt, ist das Rennen trotz deutlicher Vorteile Trumps noch offen – zumindest aus Sicht der meisten anderen US-Medien.

Journalisten campieren vor dem Weißen Haus

Journalistinnen und Journalisten haben nicht nur ihr technisches Equipment vor dem Weißen Haus aufgebaut, sondern auch Campingsessel, Decken und dicke Jacken mit im Gepäck. In Washington hat es am Abend (Ortszeit) acht Grad Celsius.

Journalisten vor dem Weißen Haus
APA/AFP/Getty Images/Chip Somodevilla

Bloomberg: Michigan-Endergebnis verzögert sich

Das inoffizielle Endergebnis der Wahl in Michigan wird wohl erst im Laufe des heutigen Tages vorliegen, wie Bloomberg berichtet. Der Staat könnte zum Zünglein an der Waage werden.

Biden holt Virginia

Virginia geht an Biden. Trump soll dafür in Florida, Ohio und Texas gewonnen haben – zumindest nach Angaben von Fox News. Andere US-Sender halten sich mit ihren Prognosen für diese drei „Swing-States“ noch zurück.

Transgender-Kandidatin in Oberhaus gewählt

In Delaware zieht die 30-jährige Sarah McBride in den dortigen Senat ein. Sie ist damit die erste offene Transgender-Senatorin in den USA. Sie hoffe, die Wahl zeige Transgender-Kindern, „dass unsere Demokratie auch für sie groß genug ist“, sagte die Vertreterin der Demokraten zu ihrem Wahlsieg in einem Twitter-Video.

Senator Graham: Trump „wird gewinnen“

Der einflussreiche republikanische Senator Graham ist sich sicher, dass Trump gewinnen wird: „Ich hatte schon zwei Anrufe – einer war von Präsident Trump: Er wird gewinnen. An all die Meinungsforscher da draußen: Ihr habt keine Ahnung, was ihr tut. Und an all die Liberalen in Kalifornien und New York: Ihr habt eine Menge Geld verschwendet. Das ist die schlechteste Anlagerendite in der Geschichte der amerikanischen Politik.“

Senator Lindsey Graham
Reuters/Sam Wolfe

Verzögerungen auch in Wisconsin

Die Auszählung der Stimmzettel an mehreren Orten in Wisconsin dauert länger als erwartet. Die Beamtinnen und Beamten haben festgestellt, dass die Maschinen die Stimmzettel nicht so schnell zählen, wie sie erwartet haben.

Ohio geht an Trump

Nach Fox News melden auch CNN und MSNBC, dass Trump den „Swing-State“ Ohio holt. Der Staat gilt als Gradmesser für den Wahlausgang – wer Ohio gewinnt, wird Präsident, zumindest ist das in der Vergangenheit so gewesen.

Zwischenstand: 205 zu 132 für Biden

270 Wahlleute braucht es mindestens, um US-Präsident zu werden. Biden hält im Moment bei 205, Trump bei 132.

Doch die Zahl ist trügerisch: In wichtigen „Swing-States“ wie Pennsylvania, Michigan und Wisconsin läuft die Auszählung, das Rennen ist völlig offen. In Michigan wird es erst im Laufe des Tages ein inoffizielles Endergebnis geben, auch in Pennsylvania und Wisconsin kommt es zu Verzögerungen.

Bush erste schwarze Frau für Missouri im Kongress

Cori Bush ist die erste schwarze Frau, die für Missouri in den Kongress einzieht. „Als erste schwarze Frau und auch als erste Krankenschwester und alleinerziehende Mutter, die die Ehre hat, Missouri im Kongress der Vereinigten Staaten zu vertreten, möchte ich Folgendes sagen: An die schwarzen Frauen, die schwarzen Mädchen, die Krankenschwestern, die Schlüsselarbeitskräfte, die alleinerziehenden Mütter – das ist unser Moment“, so Bush nach ihrem Sieg

Biden-Kampagnenmanager optimistisch

Es ist noch alles offen, aber Rufus Gifford, stellvertretender Kampagnenmanager von Biden, gibt sich optimistisch: „Wir werden gewinnen“, twittert er.

Strafen für Drogenbesitz in Oregon gelockert

Mit einer weiteren Volksabstimmung in Oregon sind die Strafen auf den Besitz illegaler Drogen für Menschen über 21 Jahren gelockert worden, darunter Kokain, Heroin, Oxycodin und Methamphetamin. Legalisiert wurde auch Psilocybin. Marihuana ist schon länger legal. Mit der Maßnahme soll der Besitz kleinerer Mengen von Drogen als zivilrechtlicher Verstoß, ähnlich einem Verkehrsdelikt, eingestuft werden.

Die Strafe wäre eine Geldstrafe von rund 100 Dollar, die allerdings vermieden werden kann, indem man sich bereiterklärt, an einer Gesundheitsfortbildung teilzunehmen. Der Verkauf und die Herstellung von Drogen werden weiterhin strenger geahndet.

In New Jersey und Arizona haben die Wählerinnen und Wähler Marihuana als Freizeitdroge legalisiert.

Minnesota geht an Biden

Der auch zu den „Swing-States“ zählende Bundesstaat Minnesota mit zehn Wahlleuten geht an Biden.

Biden: „Sind dabei, die Wahl zu gewinnen“

„Wir haben ein gutes Gefühl“, sagt Biden bei einem Auftritt in Delaware. Seine Wählerinnen und Wähler ruft er zu Geduld auf, bis die Briefwahlstimmen ausgezählt sind. Er schaue mit Optimismus auf Wisconsin, Michigan und Pennsylvania, wo Trump derzeit vorne liegt, viele Briefwahlstimmen aber noch nicht ausgezählt sind.

„Wir sind dabei, die Wahl zu gewinnen“, so Biden. Die Wahl sei nicht vorbei, „bis jede Stimme ausgezählt ist“.

Florida geht an Trump

Nach Ohio geht nun auch der wichtige Bundesstaat Florida an Trump.

Trump: „Sie versuchen, die Wahl zu stehlen“

Trump reagiert prompt auf Bidens Rede in Delaware: „Wir sind groß im Rennen, aber sie versuchen, die Wahl zu stehlen. Das werden wir niemals zulassen. Nachdem die Wahllokale geschlossen sind, können keine Stimmen mehr abgegeben werden“, twittert der amtierende US-Präsident.

Dabei hat er das englische Wort „poll“, das im Kontext so viel wie „Wahllokal“ bedeutet, falsch geschrieben, indem er „pole“ schreibt, was auch im Englischen einen Menschen aus Polen meint.

Biden sieht sich auf dem Weg zum Sieg

Biden zuversichtlich

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden in einer ersten Stellungnahme in der Wahlnacht.

Trump entscheidet „Swing-State“ Iowa für sich

Nach dem „Swing-State“ Ohio holt Trump nun auch Iowa.

Biden reagiert auf Trump-Tweet

Es geht Schlag auf Schlag. Nachdem Trump in einem Tweet dem Biden-Team vorgeworfen hat, dass „sie versuchen, die Wahl zu stehlen“, reagiert Biden wenig später via Twitter: „Es ist weder meine Aufgabe noch die von Donald Trump, den Sieger dieser Wahl zu verkünden. Es ist die Aufgabe der Wähler.“

„Kein Party-Feeling vor dem Weißen Haus“

ORF-Korrespondent Tim Cupal twittert live aus Washington: „Mehrere hundert Biden-Unterstützer vor dem Weißen Haus, aber kein Party-Feeling, nachdem klar wurde, dass es noch länger kein Wahlergebnis geben wird.“

Twitter versieht Trump-Tweet mit Warnhinweis

Unmittelbar nach einem Tweet von Donald Trump zu einem angeblichen Wahl-„Diebstahl“ durch die Demokraten hat Twitter diese Äußerung mit einem Warnhinweis versehen. „Einige oder alle der Inhalte, die in diesem Tweet geteilt werden, sind umstritten und möglicherweise irreführend in Bezug auf die Beteiligung an einer Wahl oder einem anderen staatsbürgerlichen Prozess“, heißt es in der Warnung.

Pelosi verteidigt Sitz im Repräsentantenhaus

Die demokratische Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat ihren Sitz verteidigt. Pelosi setzt sich in ihrem Wahlbezirk in Kalifornien klar durch, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmenauszählungen meldet.

Die demokratische Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi
Reuters/J. Scott Applewhite

Senat: Chancen für Demokraten schwinden

Die Chancen der Demokraten auf eine Mehrheit im Senat schwinden. Die republikanische Senatorin Joni Ernst hat ihren Sitz in Iowa verteidigt, wie die Nachrichtenagentur AP meldet. Umfragen haben Ernst zuletzt in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der demokratischen Herausforderin Theresa Greenfield gesehen. Die Republikaner halten im Senat derzeit eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze.

Texas geht an Trump

Wichtiger Sieg für Trump: Der Amtsinhaber setzt sich in Texas durch. Der Sieg bringt ihm 38 Wahlleute.

Nebraska wird aufgeteilt

Nebraska wird aufgeteilt: Vier Wahlleute gehen an Trump, einer an Biden.

Wer wird die US-Wahl gewinnen?

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Trump will auch etwas sagen

Nach Biden kündigt auch Trump für den Wahlabend (8.00 Uhr MEZ) ein Statement an.

Montana geht an Trump

Trump hat sich wie erwartet im US-Staat Montana die Mehrheit der Stimmen und damit drei weitere Wahlleute gesichert.

Magnolienflagge in Mississippi gebilligt

Die Wähler und Wählerinnen in Mississippi billigen die Flagge mit Magnolie anstelle des Konföderationssymbols aus dem Jahr 1894. Zu sehen ist eine Magnolienblume mit roten, gelben und blauen Streifen.

Neue Flagge von Mississippi mit Magnoliensymbol
Reuters/Mississippi Department of Archives and History

Die frühere Flagge hat jahrzehntelange Proteste im Süden überstanden. Doch als die Proteste in den Wochen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd im Gewahrsam der Polizei von Minneapolis im ganzen Land ausgebrochen sind, ist der Druck gestiegen, die Flagge zu ändern.

Wahllokale in allen US-Bundesstaaten geschlossen

Die Wahllokale in den USA sind in allen Bundesstaaten geschlossen. Auf den zu Alaska gehörenden Aleuten konnten die Wähler bis 7.00 Uhr MEZ persönlich ihre Stimme abgeben. Kurz zuvor schlossen die Lokale im restlichen Alaska, auf Hawaii und an der US-Westküste. Weil sich die USA über mehrere Zeitzonen erstreckt, zog sich die Schließung der Wahllokale über mehrere Stunden.

Trump: „Ergebnisse der Wahl sind phänomenal“

„Die Ergebnisse der Wahl sind phänomenal“, sagt Trump bei seinem ersten Statement am Wahlabend im Weißen Haus. „Wir sind bereit für eine große Party.“ Eine „sehr traurige Gruppe von Menschen“ versuche Millionen von Trump-Wählern das Wahlrecht zu entziehen.

Zudem gibt sich Trump sehr zuversichtlich, auch die Bundesstaaten Pennsylvania, Georgia und North Carolina zu gewinnen. Die Prognosen großer TV-Sender können das bisher nicht bestätigen.

Iranischer Präsident: Nicht wichtig, wer US-Wahl gewinnt

Der iranische Präsident Hassan Rouhani sagt, dass es für sein Land egal sei, wer die US-Präsidentenwahl gewinne. Die USA sollten künftig auf jeden Fall die internationale Ordnung achten. „Für Teheran ist die Politik der nächsten US-Administration wichtig und nicht, wer die Wahlen gewinnt“, sagt er in einer im iranischen Fernsehen gezeigten Kabinettssitzung.

Irans Präsident Rouhani
APA/AFP

Trump spricht von „Betrug“ an den Amerikanern

Ohne Beweise spricht Trump angesichts der Wahl von einem Betrug an der amerikanischen Öffentlichkeit. Er will den Obersten Gerichtshof einschalten, um die weitere Auszählung der Briefwahlzettel gerichtlich stoppen zu lassen.

Trump will Obersten Gerichtshof einschalten

„Wir sind bereit für eine große Party“

US-Präsident Donald Trump findet in einem ersten Statement nach der Wahl die Ergebnisse „phänomenal“.

Verstorbener Kandidat gewinnt in North Dakota

Der republikanische Kongresskandidat David Andahl gewinnt einen der Sitze für North Dakota. Er ist aber bereits Anfang Oktober an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Die Demokraten hatten auf mehr Chancen bei der Wahl gehofft, aufgrund des willkürlichen Umgangs des Weißen Hauses mit der COV-Pandemie. Diese „blaue Welle“ ist bisher ausgeblieben.

US-Medien rufen Biden-Sieg in Arizona aus

Nach Angaben von US-Medien, darunter Fox News und AP, gewinnt Biden den besonders stark umkämpften Bundesstaat Arizona. Das sind die Stimmen von elf Wahlleuten. Bei der Wahl vor vier Jahren hatte noch Trump den traditionell konservativen Bundesstaat gewonnen.

Pennsylvania: Über eine Million Briefwahlstimmen offen

Der Gouverneur von Pennsylvania, der Demokrat Tom Wolf, erklärt auf Twitter, dass in dem US-Staat noch mehr als eine Million Briefwahlstimmen ausgezählt werden müssen. Insgesamt sind in Pennsylvania rund neun Millionen Wähler und Wählerinnen registriert gewesen.

Kanye West blickt auf 2024

Rapper Kanye West (43) hat in seiner bizarren Kandidatur für die US-Präsidentschaft offenbar eine Niederlage eingeräumt. In der Nacht zum Mittwoch postete der Musiker auf Twitter ein Foto von sich vor einer US-Landkarte mit Wahlprognosen für Joe Biden und Donald Trump. Das Foto kommentierte er mit „WELP“, ein Ausdruck von Enttäuschung, und dem Hinweis „KANYE 2024“. Das dürfte ein Signal für eine weitere Kandidatur in vier Jahren sein.

Zuvor hatte West bei der US-Präsidentenwahl seine Stimme abgegeben, allerdings wählte er weder den Demokraten Biden noch den Republikaner Trump. Er habe seinen eigenen Namen auf den Stimmzettel geschrieben, berichtete West am Dienstag.

Facebook markiert Einträge zum US-Wahlergebnis

Facebook teilt mit, ab sofort Posts der beiden Kandidaten zum Ausgang der US-Wahl mit dem Hinweis zu versehen, dass die Auszählung der Stimmen in einigen Staaten noch andauere. Damit beziehe sich der Konzern vor allem auf Präsident Donald Trump, der „voreilig den Sieg für sich reklamiert“ habe, sagt Facebook in einer Erklärung. Die Hinweise werde es in den Netzwerken Facebook und Instagram geben.

GB: Handelsabkommen unabhängig von Wahlausgang

Unabhängig vom Wahlausgang in den USA hält Großbritanniens Außenminister Dominic Raab ein Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten weiterhin für möglich. Fortschritte seien in den Verhandlungen bereits gemacht worden, sagt er „Sky News“. Das Verhältnis beider Länder werde nicht unter dem Wahlausgang leiden, der bisher unklar ist.

Demokratischer Sieg in Arizona für Senat

Der Sieg von Mark Kelly in Arizona bewahrt die Hoffnung der Demokraten auf die Kontrolle über den Senat. Der ehemalige Astronaut und Navy-Kapitän siegt über die republikanische Senatorin Martha McSally.

Der demokratische Senatorenkandidat Mark Kelly
Reuters/Cheney Orr

Expertin warnt vor „Gift für Aktienmärkte“

Die Hängepartie um die US-Wahl und der von Präsident Donald Trump angekündigte Gang vor den Obersten Gerichtshof wird laut Experten zum Belastungstest für die Finanzmärkte. „Die Unsicherheit, die sich durch die kommenden Wochen ziehen wird, ist Gift für den amerikanischen Aktienmarkt“, sagt Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver-Ashbrook von der Harvard Kennedy School in Cambridge. Sie sehe schwierige Zeiten auf die USA zukommen, aber auch auf die transatlantischen Beziehungen.

Biden-Team: Trump-Aussagen „skandalös“

Das Team von Biden hat die Aussagen von Trump zur Auszählung schwer kritisiert. Diese seien „skandalös“ und „beispiellos“, hieß es aus dem Team von Biden. Die Rechtsexperten des demokratischen Herausforderers seien aber für eine gerichtliche Auseinandersetzung gerüstet, erklärte Mittwochfrüh das Wahlkampfteam von Biden weiter. Trump hatte zuvor angekündigt, er wolle eine weitere Auszählung der bei der Präsidentschaftswahl abgegebenen Stimmen vom Obersten Gerichtshof des Landes stoppen lassen.

Höherer Zuspruch für Trump im Süden von Texas als 2016

Im sonst eher demokratisch ausgerichteten Süden von Texas an der Grenze zu Mexiko bekommt Trump bei der aktuellen Wahl weit mehr Unterstützung als 2016. In einigen Gebieten in dieser Region ist der Zuspruch für Trump um bis zu zwölf Prozentpunkte gestiegen. Der gesamte Bundesstaat Texas liegt ohnehin bereits bei Trump.

Britischer Außenminister glaubt an verlässliches Ergebnis

Der britische Außenminister Dominic Raab glaubt an ein zuverlässiges US-Wahlergebnis. Er habe „volles Vertrauen“, dass die Gewaltenteilung der USA funktioniere und es ein klares Ergebnis geben werde, sagte Raab Mittwochfrüh im BBC-Interview. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gefordert, die Auszählung der verbleibenden Stimmen gerichtlich zu stoppen und sich zum Sieger der Wahl erklärt.

Der konservative Raab wollte sich nicht von der Forderung des US-Präsidenten distanzieren, die Auszählung der Stimmen vom höchsten Gericht stoppen zu lassen. Auf die wiederholte Frage danach warf er der BBC-Moderatorin vor: „Sie nehmen an einer Kampagne teil, statt nur zu berichten.“ Die Tory-Regierung von Premier Boris Johnson pflegt enge Beziehungen zur Trump-Regierung. Biden hingegen gilt als Brexit-Gegner und EU-Freund.

Jansa gratuliert Trump

Der slowenische Ministerpräsident Janez Jansa gratuliert Trump bereits zum Wahlsieg. „Es ist ziemlich klar, dass das amerikanische Volk Trump und Pence für weitere vier Jahre gewählt hat“, twittert er als erster EU-Regierungschef. Trumps Ehefrau Melania ist gebürtige Slowenin. Trump hat sich bereits zum Wahlsieger erklärt – die Auszählung läuft allerdings noch, eine Hängepartie ist zu erwarten.

Der slowenische Premierminister Janez Jansa
AP/Johanna Geron

Schallenberg über knappes Rennen nicht überrascht

ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg hat sich am Mittwoch über das knappe Rennen bei der US-Präsidentschaftswahl wenig überrascht gezeigt. „Wir haben immer gewusst, dass diese Präsidentschaftswahl sehr stark umkämpft sein wird – das ist das Salz in der Suppe der Demokratie“, so Schallenberg. Auf die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, wegen der Auszählung der Briefwahlstimmen den „Supreme Court“ anzurufen, ging Schallenberg vorerst nicht ein.

Er hoffe aber, dass die US-Wahl keine unendliche Geschichte werde, erklärte Schallenberg. „Wir wollen keine USA der Nabelschau und Introversion. Wir brauchen sie als starker Partner, der nach außen wirkt und sich international engagiert. Wer auch immer letztlich ins Weiße Haus einzieht: Was wir schon jetzt wissen – Europa sollte auf die USA zugehen. Unser Ziel sollte es sein, den Nordatlantik wieder ein Stück kleiner zu machen.“

Auch Republikaner kritisieren Trumps Siegeserklärung

Kritik an Trumps voreiliger Siegeserklärung kommt nicht nur von den Demokraten. Auch Republikaner kritisieren Trumps Vorstoß, die Briefwahlauszählung gerichtlich stoppen zu wollen, und die Behauptung, dass die Wahl für Trump bereits gewonnen sei.

der frühere republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie
AP/Ipx/Star Max/Dennis Van Tine

Einer von ihnen ist etwa der frühere republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie: „Alle diese Stimmen, die jetzt abgegeben wurden, müssen ausgezählt werden. (…) Heute Abend war nicht die Zeit für dieses Argument“, sagte er auf ABC News. „Ich bin nicht einverstanden mit dem, was er (Anm. Trump) heute Abend tat.“

Auch der Republikaner Adam Kinzinger forderte Trump auf, dass er aufhören solle: „Die Stimmen werden ausgezählt, und Sie werden entweder gewinnen oder verlieren. Und Amerika wird das akzeptieren. Geduld ist eine Tugend.“

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Rennen um Senatsmehrheit noch offen

Derzeit halten die Republikaner im Senat eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze. 35 werden nun neu vergeben – 25 davon sind republikanisch besetzt. Ob davon die Demokraten etwas gewinnen können, ist noch offen.

Sie haben den Sitz in Alabama an den Republikaner und ehemaligen American-Football-Trainer Tommy Tuberville verloren, dafür Arizona und Colorado gewonnen. Einige Staaten sind noch offen. In Georgia wird überhaupt erst eine Stichwahl im Jänner darüber entscheiden, wem der Sitz zugeschlagen wird.

Welser-Möst sieht Demokratie Amerikas in Gefahr

Franz Welser-Möst, Chefdirigent des Cleveland Orchestra im US-Bundesstaat Ohio, macht sich Sorgen um die politische Entwicklung in den USA. Man müsse die Aussagen Trumps unbedingt ernst nehmen, der bereits angekündigt habe, er strebe nach der zweiten auch eine dritte Amtszeit an. „Ich sehe tatsächlich die Demokratie in Amerika in Gefahr“, so der Dirigent.

In den USA darf laut Verfassung ein Präsident nur zweimal gewählt werden. Eine dritte Amtszeit wäre verfassungswidrig. Nur wenn Trump bei dieser Wahl verliert, könnte er 2024 noch einmal antreten.

CNN: Kleiner Vorsprung für Biden in Wisconsin

Ein heftig umkämpfter Bundesstaat ist Wisconsin. Mit den Ergebnissen von Milwaukee, der größten Stadt des Bundesstaats, geht Biden laut CNN knapp in Führung. Dem Bericht zufolge ist die Information über das Ergebnis der Briefwahlstimmen mit Polizeieskorte übergeben worden.

Übergabe der Information über das Ergebnis der Briefwahlstimmen mit Polizeieskorte in Milwaukee, Wisconsin (USA)
APA/AFP/Getty Images/Scott Olson

Republikaner jubeln über Senatssitz für Alabama

Der ehemalige College-Football-Trainer Tommy Tuberville freut sich, einen Senatssitz für Alabama für die Republikaner erobert zu haben.

Jubel bei Tommy Tuberville in Alabama, USA
AP/Butch Dill

Hawaii bleibt demokratisch

Wie schon 2016 geht Hawaii an die Demokraten – vier weitere Wahlleute für Biden.

Schieder kritisiert Jansas Gratulation an Trump

Der SPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament, Andreas Schieder, kritisiert Sloweniens Premier Janez Jansa scharf, weil dieser Trump bereits zum Sieg bei der US-Präsidentenwahl gratuliert hat. Es sei das eine, wenn Trump mutwillig das Wahlergebnis beeinflussen wolle. „Wenn Jansa ein solch antidemokratisches Vorgehen bestärkt, zeigt das, wie präsent auch mitten in der EU autoritäre Tendenzen sind.“

EU-Kommission kommentiert Wahlgeschehen noch nicht

In ihrer täglichen Pressekonferenz will die EU-Kommission das Wahlgeschehen in den USA noch nicht kommentieren. Man werde das von den zuständigen Behörden angekündigte Ergebnis abwarten, so der Sprecher der Kommission, Eric Mamer. Auch auf mehrmalige Nachfrage von Journalisten sagt Mamer nur: „Die Auszählung dauert an.“

Ebenfalls keinen Kommentar gibt es zu einem umstrittenen Tweet des slowenischen Premiers Janez Jansa, der schon in den frühen Morgenstunden Trump zum Sieg gratuliert hat. Man empfehle „allen, das Geschehen in den USA“ zu „verfolgen“, so Mamer lediglich. Mittlerweile ist Jansas Kurznachricht von Twitter mit einem Hinweis versehen worden, dass noch kein Ergebnis vorliege.

Abtreibungsverbot ab der 22. Woche in Colorado abgelehnt

In Colorado lehnen die Wähler und Wählerinnen nach CNN-Prognosen mit knapp 60 Prozent ein Abtreibungsverbot ab der 22. Schwangerschaftswoche ab. Ärzte, die nach 22 Wochen weiterhin Abtreibungen vornehmen, hätten eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Dollar (4.273 Euro) zu erwarten gehabt.

Philadelphia: „Hunderte arbeiten an Auszählung“

Der US-Bundesstaat Pennsylvania könnte in diesem Jahr wahlentscheidend sein. Derzeit liegt Trump voran. Bei den Briefwahlstimmen wird aber eine Mehrheit an Biden-Wählern erwartet. „Hunderte Menschen arbeiten Tag und Nacht an der Auszählung“, versicherte Al Schmidt, Beauftragte für Philadelphia, die größte Stadt des Bundesstaats, im CNN-Interview. Das könne auch noch bis Freitag dauern. Hier können Briefwahlstimmen noch bis zu drei Tage nach dem Wahltag gezählt werden – wenn sie den Poststempel 3. November tragen.

Wahlhelfer bei Stimmauszählung in Philadelphia, Pennsylvania (USA)
Reuters/Eduardo Munoz

Marine Le Pen: Wiederwahl Trumps „besser für Frankreich“

Nach Ansicht von Frankreichs Rechtsaußen-Politikerin Marine Le Pen wäre eine Wiederwahl Trumps zum US-Präsidenten besser für das europäische Land als ein Sieg von Joe Biden. Trump stehe für die Rückkehr der Nation, die Rückkehr des Patriotismus, die Rückkehr der Grenzen und die Rückkehr der Souveränität. „Ich denke, die Wiederwahl von Donald Trump ist besser für Frankreich.“

Nevada stoppt Zählung bis Donnerstagfrüh

In Nevada gibt es derzeit ein sehr knappes Rennen zwischen Biden und Trump – mit einem leichten Vorsprung des demokratischen Kandidaten. Die Behörden wollen aber die Auszählung bis Donnerstag 9.00 Uhr Früh Ortszeit (18.00 Uhr MESZ) stoppen.

Auszählung Detroits erhöht Spannung in Michigan

16 Wahlleute würde ein Sieg in Michigan bringen. Derzeit zeigt der Auszählungsstand einen hauchdünnen Vorsprung für Trump. Allerdings ist bis jetzt erst die Hälfte der Stimmen in Detroit ausgezählt. Die größte Stadt Michigans gilt als Hochburg Bidens.

In Detroit werden Stimmen ausgezählt
AP/David Goldman

Rekord bei Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

157 Millionen Stimmzettel sollen bei der diesjährigen US-Präsidentschaftswahl abgegeben worden sein, schätzt das Marktforschungsunternehmen Edison Research. Das würde einer Wahlbeteiligung von mehr als 65 Prozent entsprechen und wäre demnach so hoch wie seit mehr als einem Jahrhundert nicht mehr. 2016 ist die Wahlbeteiligung bei 60,1 Prozent gelegen.

Wähler in mehreren Staaten für legales Marihuana

Die Wähler und Wählerinnen in mehreren US-Bundesstaaten sprechen sich ersten Ergebnissen zufolge für die Legalisierung von Marihuana aus. In Arizona, Montana, New Jersey, South Dakota und Mississippi hat es dazu zusammen mit der US-Präsidentenwahl Volksabstimmungen gegeben.

Gute Nacht, USA

Ein langer Wahltag und eine lange Wahlnacht neigen sich in den USA dem Ende zu – und das ohne Entscheidung. Einige wichtige „Swing-States“ sind noch immer nicht entschieden, allen voran Pennsylvania, das schon im Vorfeld der Wahl als entscheidend eingeschätzt worden ist.

ORF.at schließt zunächst den Liveticker zum Wahltag. Wenn in den USA der neue Tag anbricht und sich die Informationslage wieder verdichtet, begleitet ORF.at den Tag eins nach der Wahl wieder mit Liveberichterstattung.