Wahlbeobachter fotografieren Stimmzettel
AP/Mary Altaffer
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Die Ereignisse zum Nachlesen

Während die Auszählung bei der US-Präsidentschaftswahl seit eingen Tagen zur Geduldsprobe wird, ist in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) bekanntgeworden, dass der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, offenbar positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Das berichteten mehrere Medien unter Berufung auf Quellen aus dem Weißen Haus. Unterdessen werden die Stimmen weiter ausgezählt. In den entscheidenden Bundesstaaten Pennsylvania, Georgia, Nevada und Arizona liegt der demokratische Herausforderer Joe Biden in Führung. Rund um US-Präsidenten Donald Trump ist es in den vergangenen Stunden ruhiger geworden – hier die Ereignisse seit Donnerstag zum Nachlesen.

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Gespanntes Warten am Tag zwei nach der Wahl

Der Wahlkrimi in den USA geht in die nächste Runde. In den kommenden Stunden sollen entscheidende Ergebnisse aus Nevada, Georgia und Pennsylvania eintrudeln. Biden rückt einem Sieg näher, für die Mehrheit fehlen ihm aktuell noch 17 Wahlleute. Zu holen sind aktuell noch 16 Wahlleute in Georgia, 20 in Pennsylvania, sechs in Nevada, elf in Arizona und 15 in North Carolina. Die drei Wahlleute in Alaska gelten als fix für Trump.

Georgia mahnt bei Auszählung zur Ruhe

Bei der Stimmenauszählung in Georgia haben die Behörden zur Ruhe gemahnt. Noch stünden etwa 60.000 Stimmen aus, die das Präsidentschaftsrennen beeinflussen könnten. „Ich denke, wir sind uns alle einig, dass eine genaue und faire Zählung viel wichtiger ist als eine schnelle Zählung“, sagt Gabriel Sterling, ein Mitarbeiter des Staatssekretärs in Georgia. Sterling will sich nicht darauf festlegen, wann Endergebnisse vorliegen werden.

Stimmen werden ausgezählt in Atlanta, Georgia
Reuters/Brandon Bell

Angesichts von Verzögerungen beim Wahlergebnis hat unter anderem Trump von „massivem Betrug“ gesprochen. Sterling weist das zurück. Sterling versichert, dass jeder rechtmäßige Stimmzettel ausgezählt werde. Es sei erwartet worden, dass die Ergebnisse in Georgia nicht in der Wahlnacht vorlägen.

Sterling zufolge kommen die offenen Stimmen vor allem aus Countys, die bisher mit teilweise großer Mehrheit für Biden gestimmt haben. Dazu gehören die Gebiete um die Metropole Atlanta. Es scheint daher möglich, dass Trump seinen momentanen Vorsprung von weniger als 20.000 Stimmen noch verlieren könnte.

Trump und Biden siegessicher

Trumps Wahlkampfberater Jason Miller gibt sich siegessicher. Spätestens am Freitagabend werde klar sein, dass Trump weitere vier Jahre im Amt bleiben werde, sagt Miller. Er gehe davon aus, dass es weitere juristische Schritte Trumps in Pennsylvania und auch in Nevada geben werde.

Auch Bidens Wahlkampfmanagerin gibt sich siegessicher: Der Wahlsieg stehe unmittelbar bevor, sagt Jen O’Malley Dillon. Biden habe bereits 254 Wahlleute gewonnen. Für den Sieg sind 270 erforderlich. Sie erwarte, dass Biden in Nevada gewinne. Und auch in Pennsylvania sehe es gut aus.

Auszählung von Stimmen in Philadelphia gestoppt

Bidens Wahlkampfmanagerin sagt, bei der Auszählung in Nevada werde es frühestens am Freitag Klarheit geben. Zudem ist die Auszählung der Briefwahlstimmen in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania gestoppt worden.

Grafik zu den Zwischenergebnis der US-Wahl 2020
Grafik: ORF.at; Quelle: CNN
Der Stand bei der US-Wahl

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Trumps Vorsprung in Georgia schrumpft weiter

In Georgia schrumpft Trumps Vorsprung auf Biden weiter. Mit besonderer Spannung blickt man dort auf Fulton County mit der Hauptstadt Atlanta, wo die Differenz der Stimmen nur mehr knapp 15.000 beträgt, Tendenz fallend.

links: Jon Ossoff; rechts: David Perdue
AP/Brynn Anderson; AP/John Bazemore
Jon Ossoff (l.), David Perdue (r.)

Und der republikanische Senator David Perdue ist eben unter die 50-Prozent-Marke gefallen, damit wäre eine Stichwahl gegen den demokratischen Herausforderer Jon Ossoff nötig.

Trump: „Reichlich Beweise“ für Wahlbetrug

Entgegen der Aussagen von Verantwortlichen für die US-Wahl sieht Trump „reichlich Beweise“ für Wahlbetrug. Auf Twitter schreibt Trump, dass sein Team wegen Wahlfälschung und Wahlbetrug auf staatlicher Ebene rechtliche Schritte in denjenigen Staaten einleiten werde, die sein Herausforderer Joe Biden „für sich beansprucht“ habe. „WIR WERDEN GEWINNEN!“, schreibt Trump. Twitter versieht Trumps Tweet mit einem Warnhinweis.

Größerer Vorsprung für Biden in Nevada

Biden baut seinen Vorsprung in Nevada (sechs Wahlleute) aus. Laut CNN liegt er jetzt ein Prozent vor Trump – bei einem Auszählungsgrad von 87 Prozent. Aktuell liegt Biden damit bei 49,5 Prozent, Trump bei 48,5 Prozent.

Auch in Pennsylvania wird Trumps Vorsprung kleiner

Auch in Pennsylvania rücken Trump und Biden enger zusammen. Nach Auszählung von 92 Prozent der Stimmen kommt Trump laut CNN auf 50,3 Prozent und Biden auf 48,5 Prozent.

Der Justizminister des umkämpften Bundesstaates Pennsylvania weist unterdessen Forderungen von Trump nach einem Stopp der Auszählung zurück. „Das Erste, was ich sage, ist, dass der Wahlkampf vorbei ist“, sagt der Demokrat Josh Shapiro im Interview mit CNN. Die Auszählung der Briefwahlstimmen werde trotz wiederholter Beschwerden des Wahlkampfteams von Trump weitergehen. „Wir werden sicherstellen, dass alle diese Stimmen geschützt und gezählt werden.“

Biden-Anhänger in Portland
AP/Marcio Jose Sanchez
In Portland, Oregon, fordern Menschen die Auszählung „jeder einzelnen Stimme“. Trump versucht das in mehreren Bundesstaaten zu verhindern.

Verwirrung um Arizona

In den Stunden der Auszählung hat viele Beobachter verwirrt, warum manche Medien einen Kandidaten in einem Staat als Sieger ausrufen und andere nicht. Besonders gilt das für Arizona, wo der TV-Sender Fox News und die Nachrichtenagentur AP schon in den Stunden nach der Wahl den Demokraten Joe Biden zum Gewinner erklärt haben. Andere Medien, etwa CNN und die „New York Times“, halten sich noch zurück. In den USA gibt es keine Bundeswahlleitung, stattdessen führen Meinungsforscher Nachwahlbefragungen durch.

Die Unterschiede bei bereits prognostizierten Siegern liegen an unterschiedlichen Methoden von Hochrechnungen und Analysen. Sender und Agenturen richten „Decision Desks“ ein, spezielle Teams mit Statistikern und Politikwissenschaftlern, die sich erste Ergebnisse und Nachwahlbefragungen anschauen. Sie wägen ab, ob sich auf dieser Basis und mit Blick auf noch ausstehende Stimmen mit Sicherheit ein Kandidat als Sieger hochrechnen lässt – allerdings hat jedes Medium andere Kriterien, um diese Entscheidung abzuwägen.

Trump klagt auch im Bundesstaat Nevada

Trumps Team reicht nun auch eine Klage im Bundesstaat Nevada ein. Der Trump-Vertraute und frühere US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, sagt in Las Vegas, derzeit würden „illegale“ Stimmzettel gezählt. Das sei „inakzeptabel“.

Ric Grenell während einer Pressekonferenz in Nevada
AP/John Locher

Der frühere Generalstaatsanwalt von Nevada, der Republikaner Adam Laxalt, sagt, es gebe Berichte über zahlreiche „Unregelmäßigkeiten“. So seien Stimmzettel im Namen von Toten abgegeben worden. Außerdem seien die Stimmen von Tausenden Menschen gezählt worden, die während der Pandemie ihren Wahlkreis verlassen hätten und deswegen dort nicht mehr hätten wählen dürfen.

Trumps Wahlkampfteam hat bereits Klagen in den umkämpften Bundesstaaten Pennsylvania, Georgia und Michigan eingereicht und verlangt eine neue Stimmauszählung in Wisconsin.

Pennsylvania-Ergebnis lässt auf sich warten

Der Bezirk Allegany in Pennsylvania – zu dem auch die zweitgrößte Stadt Pittsburgh zählt – muss die Auszählung von 29.000 Stimmen wegen einer rechtlichen Anfechtung stoppen. Das berichtet unter anderem der „Guardian“.

Weitere 6.000 Stimmen die wegen ihres Zustands nicht eingescannt werden können, müssen deshalb manuell gezählt werden – das dürfte bis morgen dauern. In Allegheny wird die Auszählung damit erst wieder morgen 9.00 Uhr (Ortszeit) fortgesetzt. Ein Ergebnis aus Pennsylvania wird heute deshalb nicht mehr erwartet.

Trump-Anhänger in Philadelphia
Reuters/Eduardo Munoz
In mehreren Bundesstaaten fordern Trump-Anhänger einen Stopp der Stimmenauszählungen – auch in Philadelphia

Trump führt derzeit mit 115.000 Stimmen im Bundesstaat – allerdings ist sein Vorsprung zuletzt stark geschmolzen. Gestern Früh hat dieser noch 600.000 Stimmen betragen. Auch im bevölkerungsreichen Philadelphia County, wo Biden mit 80 Prozent führt, müssen noch 17 Prozent der Stimmen ausgezählt werden. Die Chancen, dass der Bundesstaat doch noch an Biden geht, stehen damit nicht schlecht.

Biden ruft Amerikaner zu Geduld auf

Biden hat die Amerikaner angesichts einer noch andauernden Auszählung der Stimmen zu Geduld aufgerufen. „Seid geduldig, Leute. Stimmen werden gezählt, und wir haben ein gutes Gefühl mit Blick darauf, wo wir stehen“, schreibt er auf Twitter.

Neuauszählungen und wer sie bezahlt

Das Wahlrecht wird in den USA von jedem Bundesstaat einzeln festgelegt – daher gibt es viele unterschiedliche Regelungen zur Neuauszählung von Stimmen. Normalerweise werden sie immer dann erneut ausgezählt, wenn das Ergebnis besonders knapp ist oder es zum Beispiel von einem unterlegenen Kandidaten verlangt wird. Auch Gerichte können sie anordnen.

Stimmzettel werden ausgezählt in  Stroudsburg, Pennsylvania
AP/Mary Altaffer

Je nachdem, wer die Neuauszählung beantragt, können Kosten für die Initiatoren entstehen. Im Bundesstaat Wisconsin, in dem das Wahlkampfteam Trumps die Stimmen neu zählen lassen will, würde der Präsident dafür wohl mehrere Millionen Dollar aufbringen müssen. Der Grund: Biden hat vorläufigen Ergebnissen zufolge wohl mehr als die Schwelle von 0,25 Prozentpunkten Vorsprung.

Einige Bundesstaaten übernehmen die Kosten, wenn sich bei einer Neuauszählung das Wahlergebnis ändert. Meist verändern sich die Resultate jedoch nur leicht. So wurden bereits vor vier Jahren in Wisconsin alle Stimmen neu gezählt. Dabei vergrößerte Wahlsieger Trump seinen Vorsprung auf Hillary Clinton um 131 Stimmen. Bei der Wahl 2020 sehen aktuelle Zahlen Biden in Wisconsin mit mehr als 20.000 Stimmen in Führung.

50.000 Stimmen in Georgia noch nicht ausgezählt

Im Bundesstaat Georgia (16 Wahlleute), wo Trump knapp führt, müssen noch 50.000 Stimmen ausgezählt werden. Das sagt Secretary of State Brad Raffensperger auf Twitter.

Weiter Warten auf Clark County

Im bevölkerungsreichen Clark County, Nevada, dürfte ein Großteil der 60.000 noch ausstehenden Stimmen im Laufe des Wochenendes ausgezählt sein. Das sagt Joe Gloria, der der Bezirkswahlbehörde vorsteht, bei einer Pressekonferenz.

Joe Gloria vor dem Clark County Election Center in Las Vegas
APA/AFP/Ronda Churchill

Clark County, wo Biden derzeit mit über 53 Prozent führt, umfasst den Süden des Bundesstaates einschließlich der Stadt Las Vegas. Über 70 Prozent aller Einwohner Nevadas leben in dem Bezirk – er ist somit der bevölkerungsreichste Bezirk im Bundesstaat.

Trump scheitert mit Klage in Michigan

Eine Richterin in Michigan weist eine Klage der Anwälte von Präsident Donald Trump ab, mit der diese einen Stopp der Stimmenauszählung in dem Bundesstaat erreichen wollten. Der Staat wird nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen bereits Trumps Kontrahent Biden zugerechnet.

Die entscheidenden Staaten im Überblick

Pennsylvania (20 Wahlleute): Der Vorsprung für Trump schrumpft dort mit der anhaltenden Auszählung von Briefwahlstimmen weiter. Bei einem Auszählungsstand von rund 92 Prozent liegt Trump mit 50,2 Prozent nur knapp vor Biden mit 48,5 Prozent. Trump kann die Wahl ohne einen Triumph in Pennsylvania nicht mehr gewinnen.

North Carolina (15 Wahlleute): Auch in dem Ostküstenstaat gibt es noch keine Entscheidung. Bei einem Auszählungsstand von schätzungsweise 95 Prozent liegt Trump mit 50 Prozent vor Biden (48,6 Prozent). In North Carolina werden auch noch Briefwahlstimmen gezählt, die bis zum 12. November eingehen.

Georgia (16 Wahlleute): Trump führt dort mit 49,5 Prozent vor Biden mit 49,2 Prozent. Es stehen nur noch rund 60.000 Stimmen zur Zählung aus. Noch ist unklar, wann das Endergebnis eintrudeln wird.

Nevada (sechs Wahlleute): In Nevada führt Biden mit 49,4 Prozent der Stimmen knapp vor Trump (48,5 Prozent). Biden liegt dort nach Auszählung von etwa 89 Prozent der Stimmzettel rund 11.000 Stimmen vor Trump.

Arizona (elf Wahlleute): Aktuell führt Biden mit 50,5 Prozent vor Trump mit 48,1 Prozent. Manche Medien haben sich bereits auf einen Biden-Sieg in dem Bundesstaat festgelegt.

Offene Schlüsselstaaten der US-Wahl 2020
Grafik: ORF.at

Wer welche Staaten für einen Sieg braucht

Insgesamt 270 Wahlmännerstimmen sind für eine Mehrheit bei der US-Präsidentschaftswahl nötig. Bei CNN liegt Biden derzeit bei 253 Wahlleuten, Trump bei 213.

Biden würde ein Sieg in Pennsylvania (20 Wahlleute) für die Mehrheit reichen. Geht Pennsylvania an Trump, könnte Biden beispielsweise auch mit einem Triumph in Arizona (elf Wahlleute) und Nevada (sechs Wahlstimmen) – in beiden Bundesstaaten führt er derzeit – die Mehrheit knacken. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gibt es auch in Georgia (16 Wahlleute) und North Carolina (15 Wahlleute), wo Trump aktuell noch führt.

Deutlich schwerer wird es für Trump: Der amtierende US-Präsident würde eine Mehrheit in allen noch offenen Staaten (inklusive Alaska, das Trump sicher sein dürfte) benötigen – falls sich in Arizona das bisherige Ergebnis für Biden bestätigen sollte.

Pennsylvania: Ergebnis noch heute?

In Pennsylvania kann nach Auskunft der zuständigen Behörde bis Donnerstagabend (Ortszeit) mit einem Ergebnis gerechnet werden. Zurzeit seien rund 550.000 Stimmzettel noch nicht ausgezählt, sagt Staatssekretärin Kathy Boockvar dem TV-Sender CNN. Sie sei zuversichtlich, dass die meisten dieser Stimmen am Donnerstag gezählt werden könnten.

Die meisten der noch ausstehenden Stimmen kommen nach Angaben der Staatssekretärin aus städtischen Gebieten, allein 100.000 aus dem Großraum der Millionenstadt Philadelphia, die als Hochburg der Demokratischen Partei gilt. Bei einem Auszählungsstand von 92 Prozent liegt Trump mit 50,2 Prozent knapp vor Biden mit 48,5 Prozent.

Mit viel Elan hat der Auszählungstag in den USA begonnen, mittlerweile geht es eher zäh vonstatten. Auch in den US-Nachrichtensendern heißt es nun schon länger „Warten auf Pennsylvania“. Nur John King steht bei CNN weiterhin unermüdlich vor seinem großen Touchscreen und erklärt County-Ergebnisse.

John King von CNN
CNN

Trump-Kampagne sammelt Spenden für Wahlanfechtungen

Während die Auszählung der Stimmen in einigen Schlüsselstaaten weitergeht, führt das Trump-Lager eine Kampagne durch, um Spenden für Wahlanfechtungen zu sammlen. Unterstützer werden mit Bitten überhäuft, die „Linke“ davon abzuhalten, die Wahl zu „stehlen“. Allein heute wurden acht Millionen Dollar gesammelt, sagt ein Sprecher der Trump-Victory-Gruppe gegenüber CBS.

Ex-Stabschef: Trump könnte bei Niederlage 2024 antreten

Der ehemalige Stabschef des Weißen Hauses, Mick Mulvaney, sagt, Trump könnte 2024 kandidieren, wenn er diesmal verliert. „Ich sage ihnen, ich würde absolut erwarten, dass der Präsident in der Politik engagiert bleibt“, so Mulvaney. „Ich würde ihn auf jeden Fall auf die Liste der Personen setzen, die 2024 wahrscheinlich kandidieren werden. Er verliert nicht gerne.“

ehemaliger Stabschef des Weißen Hauses Mick Mulvaney und Donald Trump
Reuters/Jonathan Ernst

Wo geht es schneller?

Georgia und Pennsylvania – das sind die beiden, Staaten in denen heute das Rennen um die US-Wahl entscheiden werden könnte. Biden liegt zwar jeweils zurück, holt aber auf. Aus Pennsylvania hat es ursprünglich geheißen, das das Auszählen bis Freitag dauern könnte. Nun rechnet man doch mit einem Ergebnis noch am Donnerstag.

Umgekehrt verläuft es in Georgia: Da war man in der Früh noch optimistisch, im Laufe des Tages fertig zu sein. Später sind die Erwartungen wieder gedämpft worden. Auf die Frage, wann es so weit ist, hat es geheißen: „‚Fertig‘ ist zu diesem Zeitpunkt ein sehr relativer Begriff.“ Jedenfalls ein Ergebnis sollte in den nächsten Stunden aus Arizona kommen. Einige Medien haben den Staat aber bereits Biden zugeschrieben, auch wenn es ein relativ knappes Rennen ist.

Biden ruft zu Geduld auf

Biden gibt sich in einer kurzen Ansprache siegesgewiss. Er habe „keinen Zweifel“, dass er und seine Vize-Kandidatin Kamala Harris nach dem Abschluss der Zählung als Sieger feststehen werden. Biden ruft zu Geduld auf und dazu, Ruhe zu bewahren. „Die Demokratie ist manchmal unordentlich.“

Präsidentschaftskandidat Joe Biden
Reuters/Kevin Lamarque

Nächste Klage des Trump-Lagers

Das Wahlkampfteam von Trump reicht eine weitere Klage bei einem Bundesgericht ein. Es geht um die Möglichkeit, die Auszählung der Stimmen in Philadelphia zu beobachten. Die Stadt liegt in dem besonders umkämpften Bundesstaat Pennsylvania.

Facebook sperrt Trump-Gruppe

Wegen Aufrufen zu Protesten gegen eine weitere Auszählung der Stimmen bei der US-Präsidentschaftswahl sperrt Facebook eine Gruppe von Trump-Unterstützern. Die Gruppe „Stop the Steal“ (Dt.: „Stoppt den (Wahl-)Diebstahl“) habe die „Delegitimierung des Wahlprozesses“ angestrebt, teilt der US-Internetkonzern am Donnerstag mit.

Einige ihrer Mitglieder hätten „besorgniserregende Aufrufe zur Gewalt“ geäußert. Im Einklang mit den außergewöhnlichen Maßnahmen, die Facebook in einer Zeit der „erhöhten Spannungen“ ergreife, sei die Gruppe, der sich mehr als 300.000 Nutzer angeschlossen haben, gelöscht worden.

Trump Jr. kritisiert Republikaner

Donald Trump Jr., der älteste Sohn des Präsidenten, kritisiert per Twitter einige „Hoffnungsträger“ der Republikaner für die nächste Präsidentenwahl 2024, dass sie sich zu wenig für seinen Vater einsetzen, während Biden dem Sieg nahe sei.

Einige, die sich offenbar angesprochen fühlten, wie Ex-UNO-Botschafterin Nikki Haley und Tom Cotton, Senator aus Arkansas, haben prompt reagiert. Dem Aufruf, die Auszählungen zu stoppen, haben sie sich aber nicht angeschlossen.

Hängepartie auch in Arizona

Die Auszählung der Stimmen in Arizona könnte sich noch bis zum Wochenende hinziehen. Derzeit müssten noch rund 450.000 Stimmen ausgezählt werden, sagt die für die Durchführung der Wahl zuständige Staatssekretärin Katie Hobbs gegenüber CNN.

Die meisten Stimmen, rund 300.000, stünden noch im Bezirk Maricopa aus, der die Hauptstadt Phoenix einschließt. Fox News und die Nachrichtenagentur AP hatten in Arizona schon in den Stunden nach der Wahl Biden zum Gewinner erklärt. Andere Medien wie CNN und die „New York Times“ halten das Rennen aber für zu knapp, um schon eine verbindliche Aussage zu treffen.

Pennsylvania will bis Freitag fertig werden

In Pennsylvania wird bis Freitag „die überwiegende Mehrheit“ der noch ausständigen Stimmen gezählt sein. Laut der Staatssekretärin des Staates, Kathy Boockvar, sind noch „mehrere hunderttausend Stimmen“ zu zählen.

Pennsylanias Staatssekretärin Kathy Boockvar
AP/Julio Cortez
Bookvar betont, sie wisse nichts von Betrugsvorwürfen, wie sie Trump erhoben hat

Trump führt nach einem Zwischenstand, doch hat Biden mit Fortgang der Auszählung von Briefwahlstimmen deutlich aufholen können. Diese wurden nämlich vor allem in demokratischen Hochburgen abgegeben.

Interessant: Laut Boockvar ist die Zahl der nach dem Wahltag eingelangten Briefwahlstimmen „wesentlich geringer“ als erwartet.

Trump-Rede in Kürze

Das Weiße Haus kündigt eine Rede von Trump für 0.30 Uhr (MEZ) an. Rund zwei Stunden zuvor hat Biden ein kurzes, schon präsidentiell anmutendes Statement abgegeben.

Nervöser Trump Jr. stachelt auf – Twitter warnt

Es ist wohl ein Zeichen dafür, wie nervös die Trump-Familie ist: Präsidentensohn Donald Trump Jr. hat seinen Vater aufgerufen, einen „totalen Krieg“ rund um die Wahl zu eröffnen. Donald Trump müsse „all den Betrug und die Schummeleien offenlegen“, so Trump Jr. via Twitter.

Twitter hat das Posting umgehend mit einem Warnhinweis versehen. Bisher sind keine nennenswerten Fälle von Wahlbetrug in den USA bekanntgeworden.

Trump in Georgia nur noch 10.000 Stimmen voran

Trumps Vorsprung in Georgia ist auf weniger als 10.000 Stimmen – genau 9.500 bzw. 0,2 Prozent – geschmolzen. Beim letzten Auszählungszwischenstand sind es noch etwa doppelt so viele gewesen. Noch sind etwa 45.000 Stimmen auszuzählen.

Untersuchung wegen Wahlkampfs im Weißen Haus

Das unabhängige Office of Special Counsel hat eine Untersuchung gegen die Wahlkampagne von Trump eingeleitet. Geprüft wird, ob Trumps Wahlkampfteam das Weiße Haus und damit den Amtssitz des Präsidenten für Kampagnenzwecke missbräuchlich verwendet hat.

Die Behörde geht damit auf einen Antrag des demokratischen Abgeordneten Bill Pascrell ein. Trump ist zuletzt vorgeworfen worden, dass sein Team die Wahlkampfzentrale im Weißen Haus aufgeschlagen hat und dort auch einen eventuellen Sieg feiern will. Das widerspricht allen bisherigen Gepflogenheiten. Sich zur Wiederwahl stellende Präsidenten haben in der Regel ihre Wahlkampfzentrale außerhalb des Weißen Hauses.

Trump-Rede verzögert sich

Die für 0.30 Uhr (MEZ) angekündigte Rede von Trump verzögert sich. Der Grund ist nicht bekannt.

Thunberg revanchiert sich bei Trump

Klimaaktivistin Greta Thunberg nutzt die mögliche Niederlage von Trump für eine späte Revanche. Als Reaktion auf einen Tweet Trumps, in dem der Präsident das Ende der Wahlauszählung fordert, schreibt Thunberg: „So lächerlich. Donald muss an seinem Problem mit Aggressionsbewältigung und dann mit einem Freund in einen guten alten Film gehen! Entspann dich, Donald, entspann dich!“

Einen praktisch wordidenten Tweet hat Trump im vergangenen Dezember über Thunberg geschrieben. Anlass war, dass das „Time“-Magazin Thunberg damals zur „Person des Jahres“ ernannt hat.

Trump: Demokraten „wollen die Wahl stehlen“

Trump wiederholt seine unbegründeten Vorwürfe über Wahlbetrug: Mit „legalen Stimmen“ würde er „leicht gewinnen“. „Sie wollen die Wahl stehlen“, sagt er in Richtung der Demokraten, ohne irgendeinen Beleg vorzulegen. Experten und Beobachter sehen in den USA keinen Hinweis auf Wahlbetrug.

Trump spricht weiter von „großen Siegen“ seinerseits und prahlt besonders über seinen Erfolg in Florida. Trump macht sich lustig über die „blaue Welle“, die sich nicht materialisiert hat. Und er betont, dass seine Partei im Senat mehr Sitze verteidigen muss.

Er streicht die republikanischen Erfolge im Kongress hervor – insbesondere die Zahl weiblicher Abgeordneter und die Erfolge bei den Latinos. Er versucht offensichtlich, die Reihen der Republikaner geschlossen zu halten.

Den Demokraten wirft er vor, die Partei des Geldes und der „Fake“-Medien zu sein, während die Republikaner offenbar die Partei der Arbeiter geworden seien.

Trumps erster Auftritt seit Wahlnacht

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Donald Trump hält eine Rede
AP/Evan Vucci
Trump erhebt viele schwere, unbelegte Vorwürfe und beschädigt in einer völlig allgemeinen Form als US-Präsident damit den Wahlprozess. Eigentlich unglaublich. Ein ABC-Kommentator zeigt sich empört: Das sei doch keine TV-Reality Show, sondern die US-Wahl.
Donald Trump hält eine Rede
APA/AFP/Brendan Smialowski
Vielleicht erstmals überhaupt verlässt Trump den Presseraum im Weißen Haus, ohne eine einzige Frage zu beantworten.
Donald Trump hält eine Rede
APA/AFP/Brendan Smialowski
Trump trägt seine Tirade in einem ungewohnt ruhigen Ton vor.

„Ein bisschen zurückliegen“

In einem erratischen Vortrag zählt Trump seine Erfolge bei der Präsidentenwahl auf und verweist auf sein Abschneiden in Florida und Ohio. Er beklagt, dass seine ursprüngliche Führung in mehreren Staaten „heruntergedrückt“ worden sei, und äußert die Befürchtung, dass er auch im umkämpften Staat Georgia letztlich „ein bisschen zurückliegen“ könnte. Dagegen sei er in Arizona – wo er offenbar nichts an der Fortsetzung der Auszählung auszusetzen hat – „auf dem Weg zum Sieg“.

Trump kündigt „eine Menge Klagen“ an

Trump kündigt zudem an, sich in großem Umfang vor Gericht gegen eine Niederlage bei der Präsidentenwahl zu wehren. „Es wird eine Menge Klagen geben. Wir können nicht zulassen, dass eine Wahl auf diese Weise gestohlen wird“, so Trump.

Trumps Team hat bereits in einigen Bundesstaaten Klagen gegen die Stimmauszählung eingereicht. In Michigan und Georgia sind die Beschwerden aber bereits abgewiesen worden.

Nichte nennt Trump „Verlierer“

Die Nichte Trumps kommentiert dessen Verhalten nach der Wahl abschätzig: „So sieht es aus, wenn ein Verlierer verliert“, so Mary Trump auf Twitter, während Trump im Weißen Haus eine Pressekonferenz gibt.

Republikaner geht auf Distanz

Der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Rick Santorum äußert in einer ersten Reaktion scharfe Kritik an den Betrugsvorwürfen Trumps. „Kein gewählter Republikaner wird sich hinter diese Aussage stellen“, so Santorum auf CNN.

Rick Santorum
AP/Patrick Semansky

Santorum zeigt sich „enttäuscht“ von Trumps Statement. Demokratische Wähler hätten jedes Recht gehabt, per Briefwahl abzustimmen, betont er mit Blick auf Trumps Aussage, es handle sich um „illegale Stimmen“. Santorum weist auch darauf hin, dass die Wahlbehörden in Georgia und Arizona einer republikanischen Regierung unterstehen.

Trump: „Es wird viele Klagen geben“

Trump betont: „Ich glaube, wir werden die Wahl leicht gewinnen.“ Es werde viele Klagen geben, und die Wahl könnte vor dem Höchstgericht enden.

Biden reagiert auf „Schikane“

Biden reagiert in zwei Tweets auf Trumps Rede: Die amerikanische Bevökerung „wird sich nicht zum Schweigen bringen lassen, nicht schikanieren lassen und nicht aufgeben. Jede Stimme muss gezählt werden.“

Und: „Niemand wird uns unsere Demokratie wegnehmen.“

Pence stärkt Trump den Rücken

US-Vizepräsident Mike Pence versichert Trump während der laufenden Stimmauszählung seines Rückhalts. Er stehe an der Seite des Präsidenten, so Pence auf Twitter kurz nach Trumps Rede.

Dass sich Pence bemüßigt fühlt, diese Selbstverständlichkeit öffentlich kundzutun, sagt wohl einiges über die angespannten Nerven bei den Republikanern aus. Denn es gibt mittlerweile auch manche kritische Töne aus den eigenen Reihen zu Trumps Desavouierung des Wahlprozesses.

Trumps Vorsprung in Georgia noch geringer

Mit Fortdauer der Auszählung schmilzt Trumps Vorsprung in Georgia. Nach der Auszählung weiterer Briefwahlstimmen führt Trump derzeit mit weniger als 3.000 Stimmen.

Biden erobert Wahlbezirk in Pennsylvania

Ein Wahlbezirk in Pennsylvania, Eerie County, der 2016 für Trump gestimmt hat, ist ausgezählt. Demnach wechselt der Bezirk von Trump zu Biden.

Große TV-Sender steigen aus Trump-Rede aus

Viele Medienkritiker in den USA haben es seit Jahren gefordert, doch kaum ein TV-Sender hat es je getan: die oft endlosen, mäandernden und von haarsträubenden Lügen und falschen Behauptungen durchsetzten Pressekonferenzen Trumps nicht live und vollständig zu übertragen. Diesmal haben ABC, NBC und CBS die Liveübertragung nach mehreren falschen Behauptungen Trumps abgebrochen.

Abschiedston in Trumps Auftritt?

Mehrere US-Kommentatoren wollen in Trumps tatsächlich zumindest sehr zurückhaltendem Auftritt bereits einen „Abschiedston“ erkannt haben. Es ist der erste öffentliche Auftritt Trumps seit der Wahlnacht gewesen. Seiner Linie ist er dabei treu geblieben: Er werde um den Wahlsieg betrogen.

Trumps Notizbuch am Podium nach seiner Rede
AP/Evan Vucci
Trumps Redemanuskript

Weitere Republikaner gegen Trump

Die Absetzbewegung in den republikanischen Reihen von Trump und die Kritik an seinem erfundenen Wahlbetrugsvorwurf verstärkt sich. „Es gibt keine Rechtfertigung für die Äußerungen des Präsidenten heute Abend, die unseren demokratischen Prozess untergraben“, schreibt der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan

Der Kongressabgeordnete Adam Kinzinger fordert, für Betrugsvorwürfe Beweise vorzulegen und sie vor Gericht zu präsentieren. „Hören Sie auf, entlarvte Falschinformationen zu verbreiten … Das wird langsam verrückt“, schreibt er auf Twitter.

Biden holt in Pennsylvania weiter auf

Im Kampf um den Schlüsselstaat Pennsylvania hat Biden den Vorsprung von Trump weiter verkleinert. Biden liegt aktuell nur noch etwa 50.000 Stimmen hinter Trump, der Mittwochfrüh noch mit mehr als 600.000 geführt hat. Es sind etwa 94 Prozent der Stimmzettel ausgezählt.

Trump holt in Arizona auf

In Maricopa County in Arizona ist der Vorsprung Bidens von 2,4 Prozent in der Früh auf 1,5 Prozent am Abend (Ortzseit) geschrumpft. Den nächsten Auszählungsstand soll es dort heute Abend geben. Laut Wahlbehörde sind mehr als 200.000 Stimmen in dem Wahlbezirk noch nicht ausgezählt.

Wahlhelferin bei der Stimmauszählung im Maricopa County in Phönix, Arizona
Reuters/Cheney Orr

Die Auszählung in ganz Arizona dürfte noch mehrere Tage dauern. Arizona wird in Prognosen von Fox News und AP bereits Biden zugeschlagen, anderen Medien zufolge ist das Rennen noch zu knapp.

Wer macht das Rennen?

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Trump-Anhänger protestieren in Arizona
APA/AFP/Olivier Touron
Trump-Anhänger protestieren in Arizona

1.902 Stimmen Unterschied in Georgia

Biden kommt Trump in Georgia näher: Die Differenz beträgt mittlerweile nur noch 1.902 Stimmen. Mehr als 16.000 sind noch nicht ausgezählt.

Ähnlich die Tendenz in Pennsylvania: Der Vorsprung Trumps verringert sich dort von 50.000 auf 42.000. Mindestens 200.000 Stimmen müssen noch ausgezählt werden.

Wahlberichterstattung auf einem großen Screen am Times Square in New York City
Reuters/Caitlin Ochs
Menschen auf dem New Yorker Time Square verfolgen die aktuellsten Entwicklungen

Clayton County zählt alle Stimmen heute aus

Clayton County im US-Bundesstaat Georgia will noch bis Mitternacht (Ortszeit) die restlichen Briefwahlstimmen auszählen. Das teilt die zuständige Wahldirektorin Shauna Dozier gegenüber CNN mit. Rund 4.200 Briefwahlstimmen sind noch offen, heißt es.

In Georgia liegt Biden laut CNN rund 1.800 Stimmen hinter Trump – bei noch insgesamt 14.097 nicht ausgezählten Stimmzetteln.

Ausgang in vier Staaten hängt von nur 84.000 Stimmen ab

Das Rennen um das Weiße Haus wird knapper. In den vier umkämpften Staaten Pennsylvania, Georgia, Arizona und Nevada trennen Trump und Biden insgesamt nur 84.000 Stimmen. Den knappsten Abstand gibt es mit 1.805 Stimmen in Georgia, wo die Auszählung am weitesten fortgeschritten ist. Trump führt dort vor Biden, ebenso in Pennsylvania, dort mit 24.484 Stimmen.

Biden hat die Nase in Nevada (11.438) und Arizona (46.667) vorne. Vergrößert hat sich der Abstand zwischen den beiden Kandidaten nur in Nevada, in allen anderen Staaten schrumpft er. Die beiden westlichen Staaten (sechs bzw. elf Wahlleute) sind jedoch nur Nebenschauplätze des Rennens um das Weiße Haus. Der bei der Zahl der Wahlmänner zurückliegende Amtsinhaber Trump benötigt nämlich unbedingt einen Sieg in Georgia (16) oder Pennsylvania (20), um seine Chancen auf eine zweite Amtszeit zu wahren.

Hitzige Debatte unter Demokraten

Gestern Abend (Ortszeit) soll unter den Demokraten im Repräsentantenhaus ein Streit ausgebrochen sein. Das berichtet die „Washington Post“. In einer privaten Telefonkonferenz hätten einige Mitglieder die Frage in den Raum geworfen, ob der Linksschwenk der Partei Stimmen gekostet habe.

Die Demokraten haben gehofft, dass sie ihren Vorsprung im Repräsentantenhaus ausbauen und den Senat von den Republikanern zurückgewinnen könnten. Einige Mitglieder hätten ihren Unmut darüber geäußert, dass sie von den Republikanern zu leicht als „Sozialisten“ und „radikale Linke“ dargestellt werden konnten. Man dürfe diese Begriffe nicht mehr verwendet, wird die Abgeordnete Abigail Spanberger zitiert.

Nancy Pelosi
AP/Erin Scott
Pelosi gerät offenbar unter Druck

Bereits gestern hat die Website Hill.com berichtet, dass Nancy Pelosi, demokratische Mehrheitsführerin im Repräsentantenhaus, angesichts des enttäuschenden Abschneidens parteiintern unter Druck kommt. Zwei Demokraten hätten mit der Suche nach einem Nachfolger für Pelosi als „House Speaker“ begonnen.

Offenbar keine Meldung mehr aus Georgia

Aus dem US-Bundesstaat Georgia wird es heute Nacht (Ortszeit) offenbar keine aktualisierte Meldung zur Auszählung mehr geben. Laut CNN gibt das Ari Schaffer, Pressesprecher des Secretary of State Brad Raffensperger, bekannt.

Der Letztstand in Georgia, wo Trump und Biden fast gleichauf liegen: 14.097 Stimmen müssen noch ausgezählt werden. Trump liegt mit nur 1.805 Stimmen vor Biden.

„Y.M.C.A.“ bei Trump-Auftritten: Klage

Wegen des Abspielens von „Y.M.C.A.“ bei Wahlkampfauftritten von Trump wollen die Inhaber der Urheberrechte Klage einreichen. Das hat am Donnerstag in Paris der Anwalt Richard Malka angekündigt, der die Eigentümer der Rechte an dem Hit der Band Village People aus dem Jahr 1978 vertritt. Der Song ist auch für einen Wahlkampfspot Trumps verwendet worden.

Die Verwendung des Liedes für die Trump-Kampagne stelle „eindeutig einen Diebstahl des Eigentums anderer“ dar, sagt Malka. Dass der Song für politische Zwecke des US-Präsidenten eingesetzt wird, hätten die Rechteinhaber bei entsprechender Anfrage „niemals akzeptiert“.

Geheimdienst schickt Verstärkung nach Wilmington

Laut einem Bericht der „Washington Post“ schickt der Secret Service heute (Ortszeit) personelle Verstärkung in die Heimatstadt von Biden, Wilmington im Bundesstaat Delaware. Dort soll der Präsidentschaftskandidat der Demokraten besser geschützt werden.

Ein Wahlkampfmitarbeiter Bidens bestätigt den Bericht nicht, eine Sprecherin des Secret Service lehnt einen Kommentar ab. Unter Berufung auf zwei Personen, die mit der Abwicklung der Aktion betraut seien, berichtet die „Washington Post“ allerdings, dass der Geheimdienst bereits eine Gruppe von Beamten zusammenstellte, die noch heute in Wilmington eingesetzt werden sollen.

Bereits jetzt erhält Biden Schutz vom Secret Service – jedoch nicht in dem Ausmaß, wie es einem gewählten Präsidenten zukommt. In der Regel, so heißt es, erhöhe die Behörde den Schutz für einen gewählten Präsidenten, unmittelbar nachdem diese Person zum Sieger erklärt worden ist.

Ermittlungen wegen Angriffs in Philadelphia

In Philadelphia (Pennsylvania) hat die Polizei einen Tipp bekommen, wonach eine Gruppe von Bewaffneten einen Angriff auf das Convention Center, wo die Stimmen ausgezählt werden, plane. Ein Mann mit einer Waffe ist Medienberichten zufolge festgenommen worden. Ob die Festnahme in Zusammenhang mit dem vermuteten Angriff steht, ist unklar.

In Pennsylvania holt Biden den anfänglichen Vorsprung von Trump weiter auf, während dort die per Post eingegangenen Stimmzettel ausgezählt werden. Der US-Bundesstaat mit 20 Wahlleuten alleine würde reichen, um Biden ins Weiße Haus zu bringen.

Facebook sperrt „Stop the Steal“, Twitter sperrt Bannon

Facebook hat eine rasch wachsende Gruppe namens „Stop the Steal“ gesperrt. In der Gruppe mit 365.000 Mitgliedern habe es zuletzt „besorgniserregende Aufruf zu Gewalt“ gegeben, hält ein Sprecher des Sozialen Netzwerkes fest. „Stop the Steal“ bezieht sich auf die Aussgen von Trump, der hinter der Briefwahlstimmauszählung Manipulation ortet. Beweise für seine Behauptung hat bis jetzt nicht vorgelegt.

Unterdessen hat auch Twitter ein Konto gesperrt – und zwar jenes von Stephen Bannon, Trumps ehemaliger Berater beim Wahlkampf 2016 und anschließend im Weißen Haus. Er hat zuvor in einem Video gesagt, dass die zweite Amtszeit Trumps mit dem „Abschuss“ von FBI-Direktor Christopher Wray und US-Immunologe Anthony Fauci beginnen sollte.

„Jetzt möchte ich eigentlich noch einen Schritt weiter gehen, aber mir ist klar, dass der Präsident (Trump, Anm.) ein gutherziger und guter Mann ist“, ist Bannon auf dem Video zu hören. „Ich möchte eigentlich in die alten Zeiten des England des Hauses Tudor zurückkehren: Ich würde die Köpfe auf Spieße stecken, richtig, ich würde sie an den beiden Ecken des Weißen Hauses aufstellen, als Warnung für alle Beamte. Entweder sie halten sich an das Programm oder sie sind weg – Zeit, mit den Spielchen aufzuhören.“

Alaska hinkt hinterher

Alles schaut gespannt auf die Auszählung in den „Swing-States“ Georgia und Pennsylvania. Allerdings ist auch noch im US-Bundesstaat Alaska knapp die Hälfte der Stimmzettel ungeöffnet.

Laut „New York Times“ wird Alaska noch einige Zeit brauchen, um ein Endergebnis präsentieren zu können. Bis zur nächsten Woche werde es wenig Klarheit über den Wahlausgang im Bundesstaat geben. Trump führt derzeit mit 63 Prozent vor Biden.

Grund für das „eisige Tempo“, wie die "NYT schreibt, sei der Wahlplan. In Alaska werde mit der Auszählung der Briefwahlstimmen bis 10. November gewartet. Erst dann erfolge ein Abgleich mit dem offiziellen Amtsbüchern, um sicherzustellen, dass niemand zweimal gewählt hat.

Außerdem können Briefwahlstimmen bis zu zehn Tag nach der Wahl eintreffen – falls sie von außerhalb des Bundesstaates kommen, bis zu 15 Tage. Abgestempelt müssen die Wahlkuverts freilich schon mit spätestens dem Wahltag (3. November) sein.

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Trump bekräftigt Kritik

Trump bekräftigt auf Twitter, dass er aus seiner Sicht mit den „legal“ abgegebenen Stimmen die Wahl mit Leichtigkeit gewonnen habe. Der Präsident hat zuvor bereits bei einem Auftritt im Weißen Haus behauptet, dass die Demokraten versuchen würden, ihm den Sieg durch Betrug zu nehmen. Twitter hat den Tweet umgehend mit dem Warnhinweis versehen, dass der Beitrag irreführende Informationen enthalten könne.

Trump-Antrag in Pennsylvania abgelehnt

Ein US-Bundesrichter lehnt den Antrag von Trumps Wahlkampfteam auf Stopp der Auszählung in Pennsylvania ab. Der Klage werde nicht stattgegeben, erklärt Richter Paul Diamond in einer kurzen Mitteilung. Trump wollte erzwingen, dass die Auszählung nur dann fortgesetzt werden kann, wenn Beobachter der Republikaner dieser beiwohnen.

Allerdings haben die Republikaner nach einem Gerichtsbeschluss bereits Zugang zu dem Wahlzentrum in Philadelphia. Trumps Team vertritt aber die Ansicht, dass die Arbeit der Beobachter behindert werde.

Nur noch 463 Stimmen Unterschied in Georgia

In Georgia (16 Wahlleute) führt Trump mit nur noch 463 Stimmen vor Biden – und das bei einem Auszählungsstand von 99 Prozent. Kurz nach Mitternacht hat der Republikaner dort noch mit 10.000 Stimmen geführt. 2016 hat Trump den Bundesstaat für sich entschieden.

Stars betonen: „Zählt jede Stimme!“

Mehrere US-Stars unterstreichen die Wichtigkeit der kompletten Stimmenauszählung bei der Wahl des US-Präsidenten. „Unsere Demokratie und Freiheit sind es wert, auf sie zu warten. Wir müssen jede Stimme zählen“, schreibt Sängerin Demi Lovato auf Twitter.

US-Popstar Lady Gaga
Reuters/Kevin Lamarque

Auch Justin Timberlake ruft dazu auf, Geduld zu haben: „Mehr per Post verschickte Stimmzettel bedeuten mehr Zeit für die Auszählung – weil die Bearbeitung dieser Stimmzettel länger dauert. Lasst uns geduldig sein, jede Stimme muss gezählt werden“, schreibt er.

„Zählt jede Stimme!“, twittert auch Lady Gaga und dankt allen Wahlhelfern für ihren Einsatz. „Danke an unsere Helden, die jeden Amerikaner mit ihrem öffentlichen Dienst wertschätzen!“ Sängerin Rihanna nutzt Instagram, um für die Auszählung zu werben: „Zählt jede Stimme. Wir werden warten.“ Sie postet jedes Wort in einem neuen Bild.

Biden übernimmt Führung in Georgia

In Georgia hat Biden nun die Führung übernommen. Er liegt mit 917 Stimmen vor Trump. Das meldet CNN. Die Auszählung der Briefwahlstimmen läuft nach wie vor.

Senator Graham stellt sich hinter Trump

Obwohl viele Republikaner zu Trumps Rundumschlag in der Nacht schweigen, hat sich der einflussreiche republikanische Senator Lindsey Graham hinter den Präsidenten gestellt. Auf Fox News verteidigt er Trumps substanzlose Behauptungen hinsichtlich Wahlbetrugs.

Der republikanische Senator Lindsey Graham
APA/AFP/Getty Images/Michael Ciaglo

„Ich vertraue Arizona, Philadelphia vertraue ich nicht“, sagt er. In Arizona liegt Biden derzeit voran, allerdings mit nur 11.000 Stimmen. Es ist daher in Trumps Interesse, dass dort ausgezählt wird. Anders in Pennsylvania, wo die Stadt Philadelphia liegt: Dort führt Trump derzeit noch. Geht es nach Trump, soll das freilich auch so bleiben.

Der republikanische Senator Mitt Romney und der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, haben indes vor Trumps Aussagen gewarnt. Diese würden den demokratischen Prozess unterlaufen.

CNN: Trump-Lager verbreitet Falschinformationen

Viele Behauptungen des US-Präsidenten und einiger seiner Unterstützer nach der Wahl sind Berichten zufolge falsch oder zumindest irreführend. Trumps Rede vom Abend bezeichnet der CNN-Reporter Daniel Dale sogar als „die unehrlichste Ansprache, die er je gehalten hat“. So hat Trump etwa davon gesprochen, dass die Demokraten versuchen würden, die „Wahl zu stehlen“. Tatsächlich gibt es dafür keine Belege.

In einer Liste mit Faktenchecks zählt CNN weitere Beispiele auf: So sei es falsch, dass alle Stimmzettel, die nach dem Wahltag eintreffen, nicht mehr gezählt werden. Tatsächlich zählen mehrere Staaten Stimmzettel, die bis zu einem späteren Datum eintreffen, solange sie rechtzeitig abgeschickt worden sind. Auch Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany behauptet fälschlicherweise im Fernsehsender Fox News, Stimmen würden am Wahltag ausgezählt, denn dafür sei der Wahltag da.

Der frühere US-Botschafter Richard Grenell auf Twitter: „Demokraten waren immer dagegen, dass man zum Wählen einen Ausweis vorzeigen muss.“ Das liege daran, dass sie „illegale“ Stimmen zählen wollten. Laut CNN gibt es keine Belege für eine derartige Absicht der Demokraten. Vielmehr gebe es verschiedene Wege, wie sich Wähler identifizieren könnten. Viele Demokraten seien tatsächlich gegen striktere Gesetze zur Ausweispflicht, allerdings weil solche Gesetze bestimmte Wählergruppen benachteiligen könnten.

Stimmen des Militärs als mögliches Zünglein an der Waage

In den umkämpften Staaten wird teilweise noch immer darauf gewartet, dass manche Stimmen eintrudeln – unter anderem jene von Militärangehörigen. Die „Washington Post“ zitiert einen Forscher der Organisation Count Every Hero, wonach solche Stimmen den Ausschlag geben könnten: „Wir erwarten, dass Wahlzettel des Militärs eine entscheidende Rolle in dieser Wahl spielen könnten, nicht zuletzt, weil diese oft als Letzte einlangen und gezählt werden.“

Soldaten in Philadelphia
APA/AFP/Getty Images/Spencer Platt

Das Militär darf bereits seit 1812 per Briefwahl abstimmen, bei der letzten Wahl machten 630.000 Soldatinnen und Soldaten sowie deren Familien von dieser Möglichkeit Gebrauch, schreibt die „Washington Post“. Der Umgang der Staaten mit den Stimmen variiert dabei: In Georgia müssen die Stimmen bis heute eingehen, um gezählt zu werden. In Pennsylvania werden noch bis Dienstag Stimmen der Armee gezählt. In Alaska geht diese Frist überhaupt erst am 18. November zu Ende. Manche Staaten erlauben übrigens nicht nur Stimmen per Post, sondern auch per E-Mail – und Fax.

Unklar ist allerdings, wie viele Stimmen bisher noch nicht eingegangen sind. Die „Post“ schreibt, dass auch nicht bekannt ist, wie die Stimmen das Ergebnis beeinflussen könnten, beim Militär werden keine Umfragen abgehalten – traditionell tendieren sie aber eher in Richtung der Republikaner.

Warum Georgia so bedeutend ist

In Georgia liegt Biden mit etwas über 900 Stimmen nun vor Trump. Die Auszählung ist fast vollständig – es könnten aber noch einige tausend Stimmen unter anderem von Militärangehörigen hinzukommen. Holt Biden den Bundesstaat, hat er 269 Wahlleute – mit 270 hätte er die notwendige Mehrheit.

Ein Biden-Anhänger mit Biden-Harris-Schutzmaske und Gesichtsvisier
Reuters/Brian Snyder

Ohne Georgia kommt Trump wiederum nicht auf die für einen Wahlsieg nötige Zahl von 270 Wahlleuten. Selbst wenn er sich in allen noch offenen Bundesstaaten – Alaska, Arizona, Nevada, North Carolina und Pennsylvania – durchsetzt und den letzten noch offenen Wahlmann aus Maine zugesprochen bekommt, kämen er und Biden auf jeweils 269. In dem Fall käme es also zu einer Pattsituation.

Laut Verfassung müsste in dem Fall der Kongress entscheiden – unter ganz speziellen Auflagen. Allerdings haben Fox News und die Nachrichtenagentur AP Arizona schon am Mittwoch Biden zugeschlagen. In diesem Fall würde ein Verlust Georgias für Trump die Wahlniederlage bedeuten.

Regeln für Neuauszählung in Georgia

Angesichts des knappen Vorsprungs von Biden in Georgia scheinen auch die Regeln für eine Neuauszählung nicht unbedeutend.

Jener Kandidat, der in Georgia verliert, darf eine Neuauszählung verlangen, wenn ihn weniger als 0,5 Prozent aller Stimmen vom Sieger trennen. Die Neuauszählung muss binnen zwei Tagen, nachdem der Bundesstaat die Wahlergebnisse beglaubigt hat, erfolgen.

Keine Sonderregeln für Trumps Tweets bei Niederlage

Wie kein anderer sind Trump und seine Präsidentschaft mit dem Kurznachrichtendienst Twitter verbunden. Wie der „Guardian“ nun schreibt, könnte ein Ende seiner Präsidentschaft auch ein Ende der besonderen Behandlung in dem Sozialen Netzwerk bedeuten.

Twitter würde Trump nicht mehr als „berichtenswerte Person“ behandeln, mit der einige Sonderregeln verbunden sind. Dadurch wird etwa geregelt, dass Konten von derartigen Personen bei Regelverstößen nicht gesperrt oder gar gelöscht werden können.

Der „Guardian“ berichtet, dass derartige Regeln nicht für ehemalige Wahlsieger gelten. Nach Ausscheiden aus einem Amt müsse man sich wie jeder andere an die allgemein geltenden Regeln von Twitter halten.

Was braucht es für den Wahlsieg?

Grafik zeigt Siegszenarien für Biden und Trump
Grafik: ORF.at; Fotos: AP/White House, AP/Andrew Harnik

Kampf um Senat könnte bis Jänner andauern

Der Kampf um die Mehrheit im Senat könnte sich noch bis Jänner ziehen. Der Grund? Auch hier dreht sich alles um Georgia – für beide offenen Senatsposten des Bundesstaates müssen womöglich Stichwahlen abgehalten werden. Denn keiner der Kandidaten hat aktuell mehr als 50 Prozent der Stimmen, die es laut Gesetzgebung in dem Bundesstaat braucht. Die Stichwahl würde am 5. Jänner stattfinden, also zwei Tage, nachdem der neue Senat zusammentritt.

Das Kapitol in Washington
APA/AFP/Getty Images/Al Drago

Die beiden Senatorensitze aus Georgia gelten jedenfalls als Hoffnungsschimmer für die Demokraten. Wollen sie die Mehrheit im Senat zurückgewinnen, müssen sie die beiden Sitze für sich entscheiden.

Halten hingegen die Republikaner ihre Mehrheit im Senat und die Demokraten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus, dann kann der zukünftige Präsident innenpolitisch nur wenig nachhaltig verändern. Das Parlament hat die Budgethoheit und das Vorschlagsrecht für Gesetze. Der Senat muss bei der Besetzung aller herausragenden Regierungsämter zustimmen – vom Minister bis zum Botschafter. Gleiches gilt für die Ernennung von Bundes- und Verfassungsrichtern.

Passend zu Trumps jüngsten Aussagen hat der britische „Guardian“ einen alten Tweet des Präsidenten aus dem Jahr 2014 ausgegraben: „Was Sieger von Verlierern unterscheidet, ist, wie eine Person auf jede neue Wendung des Schicksals reagiert.“

Sanders-Prognose als Netzhit

Der demokratische US-Senator Bernie Sanders hat die Entwicklungen rund um die Wahl bereits in einem Interview im Oktober vorausgesagt. Darin hält er eine anfängliche Führung von Trump, die durch die Briefwahlstimmen aber wieder verloren geht, ebenso für wahrscheinlich wie den Umstand, dass sich Trump frühzeitig zum Sieger erklärt. Sanders hat darüber im Oktober in der Sendung „The Tonight Show with Jimmy Fallon“ gesprochen. Das Sanders-Video ist bereits zum Netzhit geworden.

„Es kann gut sein, dass um 22.00 Uhr am Wahlabend Trump in Michigan, in Pennsylvania, in Wisconsin führt. Und er tritt dann im Fernsehen auf und sagt: ‚Danke, Amerikaner, dass ihr mich wiedergewählt habt. Es ist alles vorbei, habt einen schönen Tag.‘ Und dann, am nächsten und am übernächsten Tag, wenn die Briefwahlstimmen ausgezählt werden, stellt sich heraus, dass Biden diese Staaten gewonnen hat. Und zu diesem Zeitpunkt sagt dann Trump: ‚Seht ihr? Ich habe euch gesagt, dass das alles ein Betrug ist, dass die Briefwahlstimmen gefälscht sind!‘“

Der Grund für die Wahrscheinlichkeit dieser Entwicklung sei, dass Anhänger der Demokraten weit häufiger als jene der Republikaner der Briefwahl den Vorzug geben, erläutert Sanders. Daher würden zuerst jene Stimmen ausgezählt, die an Ort und Stelle abgegeben werden, während die Briefwahlstimmen erst verzögert in die Ergebnisse einflössen.

Gespanntes Warten auf Pennsylvania

Neben Georgia sind am Freitag auch alle Blicke auf Pennsylvania (20 Wahlleute) gerichtet. Noch führt Trump mit rund 18.000 Stimmen (Auszählungsstand: 95 Prozent), doch auch dieser Vorsprung dürfte weiter schmelzen.

Ein Mann hält vor dem Pennsylvania State Capitol in Harrisburg (Pennsylvania) ein Schild mit dem Text „Easy As 1-2-3. Keep Counting“.
APA/AFP/Getty Images/Jemal Countess

Denn die Auszählung Zehntausender Briefwahltimmen ist im Laufen – und diese kommen zum Großteil aus demokratischen Hochburgen wie Philadelphia. Allein in Philadelphia werden laut „New York Times“ derzeit noch rund 54.000 Stimmen ausgezählt.

Der Osten der USA erwacht – der derzeitige Stand

Im Osten der USA fängt gerade ein neuer Arbeitstag an, darunter auch in zwei besonders umstrittenen Bundesstaaten: Vor allem die Auszählung in Georgia und Pennsylvania könnte bereits den entscheidenden Ausschlag für das Wahlergebnis liefern.

In Georgia (16 Wahlleute, 99 Prozent Auszählungsstand) kann Biden seinen Vorsprung in der letzten Stunde weiter ausbauen: Mittlerweile liegt er dort mit 1.096 Stimmen voran. In Pennsylvania (20 Wahlleute, 95 Prozent Auszählungsstand) schrumpft unterdessen der Vorsprung von Amtsinhaber Trump, noch führt er mit 18.047 Stimmen. Auch in North Carolina (15 Wahlleute, 95 Prozent Auszählungsstand) ist das Rennen noch offen: Hier führt Trump mit 76.737 Stimmen Vorsprung.

Im Westen der USA, in Arizona (elf Wahlleute, 90 Prozent Auszälhungsstand), liegt nach derzeitigem Auszählungsstand Biden mit 47.052 Stimmen voran. Auch in Nevada (sechs Wahlleute, 89 Prozent Auszählungsstand) führt Biden mit 11.438 Stimmen Vorsprung.

CNN-Wahlerklärer King erntet Applaus

Seit Beginn des Wahlkrimis entwickelt sich ein Mann auch auf den heimischen Bildschirmen zu einem vertrauten Gesicht: der Wahlerklärer des Fernsehsenders CNN, John King. Der 59-Jährige steht seit Tagen an der Magic Wall, der elektronischen Zauberwand mit der Landkarte der amerikanischen Bundesstaaten, und rattert mit enormer Zuverlässigkeit Zahlen und Analysen herunter.

Aus aller Welt gibt es dafür Applaus. „Ich weiß zwar nicht viel über Politik, aber John King ist eine absolute Maschine!“, so ein Twitter-Nutzer. Eine weitere: „Ich will, dass @JohnKingCNN mir jeden Morgen genau zeigt, was sich in meinem Kühlschrank befindet, und mir alle möglichen Essensoptionen, für die ich mich entscheiden könnte, erklärt.“ Kings Reaktion darauf: „So viele Wege zu 270 Kalorien“ (eine Anspielung auf die 270 Wahlleute, die für eine Mehrheit im US-Wahlsystem notwendig sind).

Die USA kennt King bis ins kleinste Detail. Sein Finger trifft auf der Anzeigewand die winzigsten Flecken. Dabei erläutert er aufs Genaueste, welchen Einfluss Einwohner- und Wohnstruktur auf das Wahlverhalten haben. Immer wieder erlaubt er sich aber auch kleine Spitzen – eine angenehme Prise Humor in diesen Tagen.

So würde die Entscheidung bei einem Patt fallen

Es ist ein höchst unwahrscheinliches Szenario, aber es ist eine Möglichkeit: Nach derzeitigem Stand ist auch ein Untentschieden bei der US-Wahl möglich. Das bedeutet, dass Republikanern und Demokraten jeweils 269 Wahlmänner zukommen.

Im Falle des Gleichstands hat die US-Verfassung tatsächlich ein Instrument, um einen Präsidenten und dessen Vize zu wählen: die „Contingent Election“, bei der die zwei Kammern des US-Kongresses statt der Wahlmänner zum Zug kommen. Entscheiden würden die neu gewählten Kongressabgeordneten.

Dem Repräsentantenhaus kommt dabei die Wahl des Präsidenten zu: Die 435 Abgeordneten werden dabei zu Blöcken nach Bundesstaat zusammengefasst, es gibt also 50 Blöcke mit zusammen 50 Stimmen. Ein Kandidat muss die absolute Mehrheit, also mindestens 26 Stimmen erreichen. Der Abstimmungsprozess wird so lange wiederholt, bis diese Mehrheit erreicht ist.

Durch die Zusammenfassung der Abgeordneten wollte man im 19. Jahrhundert erreichen, dass auch kleinen Bundesstaaten eine gleichberechtigte Stimme zukommt. In der Praxis heißt das aber auch, dass nicht entscheidend ist, wer die Mehrheit im Repräsentantenhaus hat – momentan sind das die Demokraten. Entscheidend ist stattdessen, wer in den jeweiligen Delegationen der Staaten stärker vertreten ist – seit 2018 sind das die Republikaner.

Der Vizepräsident wird unterdessen vom Senat gewählt. Im Gegensatz zum Repräsentantenhaus dürfen die 100 Senatorinnen und Senatoren einzeln abstimmen. Im Senat muss die „Mehrheit der gesamten“ Abgeordneten, also mindestens 51, für einen Kandidaten stimmen.

Ein Gleichstand würde jedenfalls ein kurioses Highlight ermöglichen: Durch die Zusammensetzung im Kongress ist es prinzipiell möglich, dass es etwa einen demokratischen Präsidenten, aber einen republikanischen Vizepräsidenten gibt. Es wäre jedenfalls nicht das erste Mal, dass auf diesem Weg ein Präsident bestimmt wird: Schon 1800, 1824 und 1836 wurde er durch dieses Instrument bestimmt.

McConnell: „Jede legale Stimme soll gezählt werden“

Nach dem republikanischen Senator Lindsey Graham hat sich nun auch der einflussreiche republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, zu Wort gemeldet – und äußert sich indirekt zu Trumps Behauptungen von Donnerstagnacht. „Jede legale Stimme sollte gezählt werden. Jedwede illegal abgegebene Stimme nicht“, so McConnell.

Und: „Alle Seiten müssen den Prozess beobachten. Und die Gerichte sind da, um das Gesetz anzuwenden und Streitigkeiten zu lösen.“ So würden Amerikas Stimmen das Ergebnis entscheiden. Dem „Guardian“ zufolge könnte das als leichte Ermahnung Trumps, der bereits seinen Sieg erklärt hat, gedeutet werden.

Bewegung in Pennsylvania erwartet

Nach Angaben des Senders CNN wird schon in den nächsten Minuten mit neuen Zahlen aus Pennsylvania gerechnet. CNN beruft sich auf Insider, wonach „bis zu 20.000“ Stimmen zusätzlich ausgezählt worden sind. Noch führt Trump mit 18.049 Stimmen Vorsprung, dieser schrumpft aber momentan.

Biden übernimmt Führung in Pennsylvania

Biden hat die Führung in Pennsylvania übernommen. Er liegt mit 5.587 Stimmen vor Trump. Das meldet CNN. Die Auszählung der Briefwahlstimmen läuft nach wie vor.

US-Arbeitslosenzahlen stärker als erwartet gesunken

Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt hat sich stärker gebessert als ursprünglich erwartet. Laut dem zuständigen Arbeitsministerium liegt die Arbeitslosenquote nun bei 6,9 Prozent im Vergleich zu 7,9 Prozent im Vormonat. Dennoch bleibt der Arbeitsmarkt in der weltgrößten Volkswirtschaft noch immer weit vom Vorkrisenniveau entfernt.

Biden-Führung in Pennsylvania „womöglich entscheidend“

Mit seiner Führung in Pennsylvania haben sich Bidens Chancen auf einen Wahlsieg deutlich erhöht. Denn sollte er den Bundesstaat mit seinen 20 Wahlleuten tatsächlich gewinnen, ist er auch Gesamtsieger der Präsidentschaftswahl.

Die jüngsten Entwicklungen im Auszählungskrimi hat auch CNN-Journalist John King als „dramatisch und womöglich entscheidend“ bezeichnet. Zuletzt sind rund 31.400 Stimmen ausgezählt worden, 87 Prozent beziehungsweise rund 27.400 Stimmen hat der 77-jährige Demokrat erhalten – und liegt damit knapp 5.600 Stimmen vor Trump.

„Der Präsident kann seine Wiederwahl nicht ohne Pennsylvania und ohne Georgia gewinnen. Georgia färbte sich über Nacht blau. Vor wenigen Sekunden färbte sich Pennsylvania blau. Wir können die Bedeutung dieses Moments gar nicht genug betonen.“ Noch werden Zehntausende Stimmen ausgezählt – diese kommen zum Großteil aus demokratischen Hochburgen wie Philadelphia.

Auszählungen in Nevada und Arizona weiter langsam

Die Auszählung der Stimmen in den Bundesstaaten Nevada und Arizona kommt weiter nur langsam voran. Biden liegt in beiden Rennen knapp vor Trump, doch die Stimmen gehen zurzeit nur in kleinen Tranchen ein.

Im Laufe des Tages wird mit neuen Ergebnissen gerechnet. Bisher hat noch kein Medium einen Sieger in Nevada ausgerufen. Arizona haben die Nachrichtenagentur AP und der TV-Sender Fox News bereits Biden zugerechnet. Andere Medien halten sich noch zurück.

Wahlmitarbeiter im Clark County Election Center in North Las Vegas
Reuters/Steve Marcus

Ungarische Medien stützen Trumps Vorwürfe

Regierungstreue Medien im nationalkonservativ regierten Ungarn haben den durch nichts belegten Vorwurf des Wahlbetrugs unterstützt. „Große Anspannung in Amerika angesichts der vielen Hinweise auf Betrug“, titelt das Nachrichtenportal Origo.hu, das den rechtsgerichteten Regierungschef Viktor Orban unterstützt. Eine ähnliche Stoßrichtung ist in den vielen regierungstreuen Medien Ungarns zu beobachten.

Viktor Orban
APA/AFP/Johanna Geron

Auch Orban scheint den Vorwürfen aus dem Trump-Lager Glauben zu schenken. Auf die Frage nach seiner Einschätzung zu den Wahlbetrugsvorwürfen in den USA sagt Orban im staatlichen Radio, die USA könnten „nicht mehr andere nach solch einer Wahl kritisieren“. Er fügt hinzu: „Wenn das in Ungarn passieren würde, würde der Himmel einstürzen – es ist undenkbar.“

Zugleich betont Orban, dass Trump „Ungarns Freund“ sei. „Ich stand immer an der Seite von Präsident Trump.“ Trump wiederholt seit Tagen, es gebe „Wahlbetrug“, und ihm solle der Sieg „gestohlen“ werden. Das ist aber offensichtlich Unsinn.

Hillary Clinton erinnert an US-Bürgerrechtler Lewis

Die ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton erinnert in einem Tweet auch an Parteikollegen, die die Wahl nicht mehr erleben konnten – etwa an den im Juli verstorbenen Bürgerrechtler John Lewis.

„Er wäre heute stolz“, so Clinton auf Twitter im Hinblick auf die Führung Bidens. Sie verweist auf einen von Lewis’ Tweets aus dem Jahr 2016. Darin schreibt er: „Das Wahlrecht ist wertvoll, fast heilig. Es ist das mächtigste gewaltfreie Werkzeug in einer demokratischen Gesellschaft.“

Lewis hat sich bereits als junger Mann an der Seite von Martin Luther King für das Wahlrecht, Gleichheit und gegen Rassismus eingesetzt. Er wurde in seinem Leben mehrere Male von Polizisten und wütenden Weißen verprügelt und Dutzende Male bei Protesten festgenommen. Auch als demokratischer Abgeordneter hat er sich für diese Themen eingesetzt. Er war ein scharfer Kritiker Trumps.

160.000 Stimmen in Pennsylvania noch nicht ausgezählt

Laut CNN-Reporterin Pamela Brown müssen in Pennsylvania noch über 160.000 Stimmen ausgezählt werden. Ein großer Teil davon aus demokratischen Hochburgen – unter anderem fehlen 25.000 aus Phildelphia, 35.000 aus Allegheny County (zu dem auch die Stadt Pittsburgh gehört) und 7.000 aus Bucks County. „Das wird noch dauern“, sagt ein Insider gegenüber CNN.

Pennsylvania: Biden baut Führung aus

Biden hat seinen Vorsprung in Pennsylvania ausgebaut. 6.737 Stimmen trennen ihn von Amtsinhaber Trump.

Trump-Lager: „Diese Wahl ist nicht vorbei“

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Trump hat davor gewarnt, dessen Herausforderer Biden bereits jetzt zum Wahlsieger auszurufen. „Diese Wahl ist nicht vorbei“, sagt der Anwalt Matt Morgan. „Die falsche Prognose eines Sieges von Joe Biden basiert auf Ergebnissen aus vier Bundesstaaten, die noch lange nicht endgültig sind.“ Allerdings hat noch kein großer US-Sender Biden zum Wahlsieger ausgerufen.

Biden ist bei der Auszählung in den Schlüsselstaaten Pennsylvania und Georgia an Trump vorbeigezogen. Der 77-Jährige liegt auch in Arizona und Nevada vor dem Amtsinhaber. Damit wird ein Sieg des früheren Vizepräsidenten bei der umkämpften Wahl immer wahrscheinlicher.

„President-elect“: Fox News mit strenger Anweisung

CNN-Journalist Oliver Darcy zufolge könnte Fox News den Sieger der Präsidenschaftswahl schon bald verkünden. Allerdings: Die Moderatoren des Senders sollen dazu aufgerufen worden sein, den Demokraten Biden nicht als „President-elect“ zu bezeichnen. Als „President-elect“ wird in den USA eine Person bezeichnet, die in der Präsidentschaftswahl zum kommenden Präsidenten gewählt wird, dieses Amt aber noch nicht angetreten hat.

Pelosi will weitere zwei Jahre als „House Speaker“

Die derzeitige demokratische Mehrheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, bewirbt sich nun auch offiziell für zwei weitere Jahre in ihrer Rolle als „House Speaker“. Das geht aus Briefen hervor, die sie an Parteikollegen geschickt hat, wie das US-Nachrichtenportal Politico berichtet.

Die 80-jährige Pelosi hat eine enttäuschende Kongresswahl hinter sich: Mindestens fünf Sitze im Repräsentantenhaus wandern zu den Republikanern. In den letzten Tagen ist auch berichtet worden, dass sie parteiintern unter Druck steht.

„Schlimme Dinge geschehen in Philadelphia“

Philadelphia hat Biden in Pennsylvania zur Führung verholfen. „Die Ironie“, tweetet Vox-Journalist Aaron Rupar mit Verweis auf ein Trump-Zitat aus dem ersten TV-Duell vor wenigen Wochen. „Schlimme Dinge geschehen in Philadelphia“, hat Trump damals gesagt.

Trump twittert zu Pennsylvania

Mehrere Stunden war es ruhig auf dem Twitter-Konto des amtierenden Präsidenten, nun schreibt Trump zur Situation in Pennsylvania, genauer gesagt zur größten Stadt des Bundesstaats, Philadelphia.

„Philadelphia hat in Bezug auf die Wahlintegrität eine faule Vergangenheit“ – Trump schreibt diesen Sager dem konservativen Fox-Business-Kommentator Stuart Varney zu.

Beweise dafür gibt es wie üblich nicht. Selbst der republikanische Senator aus Pennsylvania, Pat Toomey, zeigt sich von den Aussagen Trumps verwundert: „Die Ansprache des Präsidenten vergangenen Nacht war sehr verstörend für mich, weil er sehr, sehr schlimme Anschuldigungen gemacht hat, ohne Beweise dafür vorlegen zu können“, zitiert der „Guardian“ den Senator.

Neuauszählung in Georgia erwartet

Brad Raffensperger, Secretary of State in Georgia, sagt, dass er von einer Neuauszählung in seinem Bundesstaat ausgehe. Das berichtet der Sender CNN.

Eine Neuauszählung kann von einem der Kandidaten beantragt werden, wenn ihn weniger als 0,5 Prozent aller Stimmen vom Sieger trennen. Der Vorsprung von Biden in Georgia ist momentan hauchdünn, laut CNN hat er derzeit 1.600 Stimmen mehr als Trump.

Trumps Wirtschaftsberater glaubt an friedliche Übergabe

Larry Kudlow, der wirtschaftliche Chefberater des US-Präsidenten, zeigt sich in einem Interview mit dem Sender CNBC zuversichtlich, dass es zu einer „friedlichen Amtsübergabe“ kommen werde. „Es ist ein großartiges Land, es ist die großartigste Demokratie der Welt, und wir halten uns an die Rechtsstaatlichkeit – und das wird auch der Präsident tun“, so Kudlow. Dennoch gebe es noch einige „Dinge zu klären“, so Kudlow.

„Eindringling“ aus Weißem Haus eskortieren

Bidens Wahlkampfteam bringt die erzwungene Entfernung von Trump aus dem Weißen Haus ins Spiel, sollte dieser die Wahl verlieren.

„Die Regierung der Vereinigten Staaten ist durchaus in der Lage, Eindringlinge aus dem Weißen Haus zu eskortieren“, sagt Bidens Sprecher Andrew Bates.

Mitarbeiter des Secret Service vor dem Weißen Haus
Reuters/Kevin Lamarque
Secret-Service-Agent im Rosengarten des Weißen Hauses

Bidens Vorsprung in Arizona schrumpft leicht

Laut neuen Zahlen aus Maricopa County, dem bevölkerungreichsten County Arizonas, ist der Vorsprung Bidens leicht zurückgegangen. Mit 972.570 zu 912.115 Stimmen kann Biden den Kreis, in dem auch die Stadt Phoenix liegt, zwar für sich entscheiden, der Vorsprung Bidens fällt dadurch nun aber kleiner aus.

Wahlhelfer in Phoenix, USA
AP/Dario Lopez-MIlls

Einige Medien zählen Arizona bereits als Staat, den Biden holen konnte – auch der kleinere Vorsprung ändert voerst nichts an dieser Einschätzung. In Arizona geht es um elf Wahlleute.

Vorsprung Bidens in Pennsylvania ausgebaut

Die Auszählung in Pennsylvania geht weiter voran. Laut aktuellen Zahlen steigt dadurch auch der Vorsprung von Biden: Mittlerweile liegt er um 9.027 Stimmen vor Trump. Biden könnte mit einem Sieg in Pennsylvania und etwa Arizona bereits die Präsidentschaft für sich entscheiden.

Demonstration in Philadelphia

In Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania gehen Demonstrantinnen und Demonstranten für die Auszählung aller Stimmen auf die Straße.

In Pennsylvania hat Biden Trump mittlerweile überholt – entsprechend gut ist die Stimmung bei den Trump-Gegnerinnen und -Gegnern auf der Straße.

Auch starker Zugewinn für Biden in Nevada

Die meisten umkämpften Bundesstaaten lassen einen gewissen Trend erkennen. Auch in Nevada, wo es um sechs Wahlmänner geht, kann Biden seinen Vorsprung deutlich ausbauen. Mittlerweile hat er um 22.076 Stimmen mehr als der Amtsinhaber, 91 Prozent der Stimmen sind ausgezählt. Vor wenigen Stunden waren erst 89 Prozent ausgezählt, Biden hatte zu der Zeit nur einen Vorsprung von rund 11.400 Stimmen.

Auszählungskrimi geht weiter

Mittlerweile ist der Freitag auch an der Westküste angebrochen – die Auszählung hält jedenfalls an, noch immer gibt es einige schwarze Flecken auf der Landkarte.

In Georgia (16 Wahlleute, 99 Prozent Auszählungsstand) ist das Rennen zwischen Biden und Trump immer noch extrem knapp: Der demokratische Herausforderer liegt mit nur 1.584 Stimmen voran. In Pennsylvania (20 Wahlleute, 95 Prozent Auszählungsstand) zeichnet sich eine deutliche Führung Bidens ab. Mittlerweile führt er um 9.746 Stimmen. In North Carolina (15 Wahlleute, 95 Prozent Auszählungsstand) hat sich seit dem Vormittag nichts am Auszählungsstand verändert: Hier führt Trump mit 76.737 Stimmen Vorsprung.

In Arizona (elf Wahlleute, 93 Prozent Auszälhungsstand) ist der Vorsprung Bidens leicht gesunken – dennoch ist der Abstand mit 43.779 Stimmen immer noch deutlich. In Nevada (sechs Wahlleute, 92 Prozent Auszählungsstand) hat Biden nun doppelt so viele Stimmen Vorsprung wie vor ein paar Stunden: Er liegt nun mit 20.542 Stimmen voran.

Beten für den Präsidenten

Unterstützerinnen des Präsidenten beten in Clark County in Nevada für einen Wahlsieg Trumps. Biden liegt in dem Staat derzeit voran – ebenso wie in Pennsylvania, Georgia und Arizona.

Für Staunen sorgt in Sozialen Netzwerken auch ein Video von Trumps religiöser Beraterin Paula White-Cain. In einer Predigt betet sie eindringlich für dessen Wahlsieg. Dabei wiederholt White-Cain nachdrücklich einige Passagen immer und immer wieder, etwa: „Ich höre den Klang des Sieges“ und „Der Herr sagt, es ist getan“.

Biden kündigt Pressekonferenz an

Trumps Herausforderer will noch am Abend (Ortszeit) eine Pressekonferenz in seiner Heimatstadt Wilmington (Bundesstaat Delaware) geben. Diese soll zur Primetime stattfinden, also wohl frühestens um 20.00 Uhr (2.00 Uhr MEZ) – genaue Details zum Zeitpunkt sind bisher noch nicht bekannt.

Romney: Ja zu Neuauszählung, nein zu Betrugsvorwurf

Der republikanische Senator Mitt Romney kritisiert den US-Präsidenten. In einer Nachricht auf Twitter schreibt er, dass es das „gute Recht“ des Präsidenten sei, Neuauszählungen zu verlangen und Nachforschungen zu veranlassen, wenn es Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten gebe.

Doch liege Trump falsch, wenn er sage, dass die Wahl manipuliert, korrupt und gestohlen worden sei. Wenn er das sage, schwäche er Institutionen, die sich an den „Pfeilern der Republik“ befinden, und befeuere damit „zerstörerische und gefährliche Leidenschaften“.

Philadelphia könnte noch einige Tage auszählen

Bei einer Pressekonferenz in der Stadt Philadelphia im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania sagt die Wahlbehörde, dass man auch weiterhin ungestört die Stimmen zählen will. Das könne auch noch „einige Tage“ dauern – derzeit sind noch rund 40.000 Stimmen ausständig, heißt es.

Nach CNN-Informationen sollen im Laufe des Tages noch rund weitere 2.000 Stimmen ausgezählt werden. Nach den neuesten Zahlen liegt Biden in Pennsylvania 12.390 Stimmen vor dem derzeitigen Amtsinhaber.

Auch Rede von Harris erwartet

Der „Guardian“ berichtet, dass sich auch Bidens Vize-Kandidatin Kamala Harris am Abend in einer Rede an die Bevölkerung richten wird.

Philadelphias Bürgermeister kritisiert Trump

Der Bürgermeister von Philadelphia, Jim Kenney, weist Trumps Wahlbetrugsvorwurf zurück. „Wie wir erwartet haben, haben die Wähler und Einwohner von Philadelphia dafür gesorgt, dass unsere Stadt als Beispiel dafür herausragt, wie man eine Wahl korrekt durchführt“, so Kenney.

Philadelphia’s Bürgermeister Jim Kenney bei einer Pressekonferenz am 6. November 2020.
Reuters/Eduardo Munoz

Die Stimmen würden so lange gezählt, bis jeder gültige Zettel berücksichtigt sei. Er kritisiert, dass „einige, darunter der Präsident, weiter unbegründete Behauptungen über Betrug ausspucken“, ohne dafür Beweise vorzulegen. „Was wir hier in Philadelphia gesehen haben, ist Demokratie, schlicht und einfach“, sagt Kenney.

63.000 Stimmen in County rund um Las Vegas ausständig

Auch im Bundesstaat Nevada könnte sich die Auszählung noch länger ziehen. Laut der Verwaltung von Clark County, in dem sich auch Las Vegas befindet, sind derzeit rund 63.000 Wahlzettel noch nicht ausgezählt.

Der bevölkerungsreichste Wahlkreis des Staats will den Großteil der Briefwahlstimmen bis Sonntag ausgezählt haben. Allerdings will man noch bis zum Abend einen weiteren Zwischenstand verkünden.

Nevada ist derzeit zu 92 Prozent ausgezählt – Biden liegt 20.137 Stimmen vor Trump. In Nevada geht es um sechs Wahlleute.

Trump spricht weiter von „illegalen Stimmen“

Trump erhebt neuerlich den Vorwurf, bei der Wahl würden „illegale Stimmen“ gezählt. Von Anfang an habe er gesagt, dass nur „legale Stimmen“ für das Ergebnis berücksichtigt werden dürften. „Aber wir sind bei diesem grundlegenden Prinzip auf Widerstand vonseiten der Demokraten gestoßen“, so Trump in einer schriftlichen Mitteilung.

Seit der Wahlnacht hat Trump mehrfach und fälschlich behauptet, es gebe Wahlbetrug, ohne Beweise dafür zu nennen.

Es gehe um die Integrität des gesamten Wahlprozesses. Der Präsident bekräftigt, alle rechtlichen Mitteln nutzen zu wollen. An das amerikanische Volk gerichtet fügte er hinzu: „Ich werde niemals aufgeben, für euch und unsere Nation zu kämpfen.“

Festnahmen nahe Auszählungsstelle in Philadelphia

Aufgrund einer möglichen Bedrohungslage hat es in Philadelphia, Pennsylvania, zwei Festnahmen nahe der Auszählungsstelle im Philadelphia Convention Center gegeben. Das berichtet NBC News.

Fahrradpolizisten seien auf zwei bewaffnete Männer gestoßen, die zuvor ihr Auto vor der Veranstaltungshalle geparkt hatten. Die Männer sollen rund sechs Stunden von Virigina nach Philadelphia gereist sein. In ihrem Auto, einem silbernen Hummer-Truck, habe sich eine weitere Waffe befunden. Die Männer sind wegen Verstößen gegen das Waffengesetz von Pennsylvania festgenommen worden. Das FBI ermittelt.

Biden-Vorsprung in Pennsylvania und Nevada wächst

In Pennsylvania und Nevada wächst Bidens Vorsprung auf Trump weiter. Biden liegt in Pennsylvania um fast 14.000 Stimmen vor dem amtierenden Präsidenten, in Nevada hat sich sein Vorsprung laut AP fast verdoppelt.

Romney: „Herzstück der Demokratie“

Auch der als Trump-Kritiker bekannte Senator Mitt Romney reagiert mit Missfallen auf Trumps Forderungen, die Stimmauszählung zu stoppen. Diese sei „das Herzstück der Demokratie“, sagt er.

Romney teilt am Freitag mit, Trump stehe es zwar zu, rechtliche Schritte zu ergreifen. Der Präsident habe aber Unrecht, „wenn er sagt, dass die Wahl gefälscht, fehlerhaft und gestohlen war. Das schadet der Sache der Freiheit hier und auf der ganzen Welt.“ Trump schwäche damit die Institutionen, die das Fundament der Republik bildeten, und fache gefährlichen Zorn an.

Auflauf in Philadelphia

Reportage aus Philadelphia

Der US-Bundesstaat Pennsylvania vergibt 20 Wahlmännerstimmen und ist bis zuletzt ein entscheidender Faktor im US-Wahlkrimi. Ein Bericht aus der größten Stadt Pennsylvanias – aus Philadelphia.

Anhängerinnen und Anhänger beider Kandidaten haben sich vor dem Kongresszentrum in Philadelphia versammelt. USA-Korrespondent David Kriegleder berichtet über die Stimmung in der größten Stadt des möglicherweise entscheidenden US-Bundesstaates Pennsylvania.

Die Republikaner bereiten sich auf eine juristische Auseinandersetzung vor. Das Nationale Komitee der Republikaner will Insidern zufolge mindestens 60 Millionen Dollar aufbringen, um Klagen von Trump gegen die Wahlergebnisse zu finanzieren. Das hat die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen erfahren.

Ringen um 270 Wahlleute

Nach wie vor fehlen beiden Kandidaten genug Wahlleute zum Sieg. Diese US-Bundesstaaten müssten Joe Biden bzw. Donald Trump noch für sich gewinnen:

Grafik zeigt Siegszenarien für Biden und Trump
Grafik: ORF.at; Fotos: AP/White House, AP/Andrew Harnik

Arizona: Noch 250.000 Stimmen ausständig

Die Auszählung in Arizona wird sich laut CNN wohl noch hinziehen. Laut Staatssekretärin Katie Hobbs müssen in dem Bundesstaat noch zwischen 250.000 und 270.000 Stimmen ausgewertet werden, allein 137.000 davon in Maricopa County. Es wird erwartet, dass sich die Auszählung bis ins Wochenende erstreckt.

„Viele werden Trump sicher folgen“

Politologe Heinisch zum US-Wahlkrimi

Politikwissenschaftler Reinhard Heinisch analysiert die Geschehnisse rund um die US-Präsidentenwahl und erläutert unter anderem, weshalb es noch immer kein Ergebnis gibt.

Politikwissenschaftler Reinhard Heinisch (Universität Salzburg) über das lange Auszählen, die verbleibenden Chancen für Trump und die zwiespältige Lage der Demokraten.

US-Republikaner ziehen erneut vor Supreme Court

Im Streit um Briefwahlstimmen im US-Bundesstaat Pennsylvania sind die Republikaner erneut vor den Obersten Gerichtshof gezogen. Pennsylvanias Republikaner riefen den Supreme Court in Washington auf, per Eilanordnung eine Zählung von nach dem Wahltag eingegangenen Briefwahlstimmen zu untersagen. Diese Wahlzettel müssten von den anderen abgesondert werden und dürften nicht ausgezählt werden.

Wahlmitarbeiter beim Auszählen der Wahlkarten in Philadelphia.
Reuters/Eduardo Munoz

Pennsylvania hat wegen der Pandemie eine Ausweitung der Briefwahl beschlossen. Demzufolge werden alle Stimmzettel angenommen, die bis zu drei Tage nach dem Wahltag beim Wahlleiter eintreffen, sofern sie den Poststempel vom 3. November tragen. Die Frist läuft damit am Freitag aus.

Die Republikaner haben schon vor der Wahl versucht, diese Fristverlängerung vom Supreme Court kassieren zu lassen. Die Verfassungsrichter haben es mehrfach abgelehnt, sich mit dem Fall zu befassen. Sie ließen zugleich die Möglichkeit einer juristischen Prüfung nach der Wahl offen.

Biden baut Führung in Georgia aus

Joe Biden hat seine Führung im Kopf-an-Kopf-Rennen um den Bundesstaat Georgia leicht ausgebaut. Laut dem Datendienstleister Edison Research führt Biden mittlerweile um 4.263 Stimmen vor Trump. Das Rennen ist nach wie vor sehr knapp: Trump liegt bei 49,3 Prozent, Biden bei bei 49,4 Prozent.

Der Bundesstaat rechnet bereits mit einer Neuauszählung. Diese kann von den Kandidaten beantragt werden, wenn das Ergebnis einen Abstand von höchstens 0,5 Prozentpunkten hat. Dazu muss aber erst ein beglaubigtes Endergebnis vorliegen.

Auch Harris bei Rede zur Primetime

Der demokratische Kandidat Joe Biden hat eine Rede für den Abend (Ortszeit) angekündigt, davor wird auch seine Vize-Kandidatin Kamala Harris sprechen. Kamala verbringt die Wahl wie Biden in dessen Heimatort Wilmington im Bundesstaat Delaware. Gaby Konrad berichtet von dort:

Wilmington, Wohnort von Joe Biden

Seit über 50 Jahren lebt Joe Biden in der Kleinstadt Wilmington in Delaware. Ein Porträt.

Auszählungshallen werden zum Sammelplatz

In den USA hat das lange Warten auf ein Wahlergebnis viele auf die Straßen gelockt. Zum Anziehungspunkt in den großen Städten werden dabei die Orte der Auszählung. Etwa in Philadelphia: In der größten Stadt des möglicherweise wahlentscheidenden Bundesstaates Pennsylvania haben sich sowohl Anhängerinnen und Anhänger der Demokraten als auch der Republikaner eingefunden. Bei Ersteren hat sich eine regelrechte Party entwickelt, viele sind in Kostümen gekommen und tanzen, mitunter auch zu „Y.M.C.A.“.

In Detroit und Phoenix haben sich unterdessen mehrere hundert Trump-Fans versammelt, viele davon bewaffet und in „Make Amerika Great Again“-Kleidung. In Phoenix wurden Slogans wie „Verhaftet die Auszähler“ oder „Stop the Steal“ (dt.: „Stoppt den Diebstahl“) gerufen.

Zu Zusammenstößen kam es nicht, lediglich in Detroit hat die Polizei die Trump-Versammlung von einer Anti-Rassismus-Demo trennen müssen.

„Gerichtsverfahren beginnen gerade erst!“

US-Präsident Donald Trump hat seinen bei der US-Wahl führenden Kontrahenten Joe Biden davor gewarnt, sich als Sieger der Abstimmung auszurufen. „Joe Biden sollte das Amt des Präsidenten nicht zu Unrecht beanspruchen. Ich könnte diese Behauptung auch machen. Gerichtsverfahren beginnen gerade erst!“, schreibt Trump am Freitag (Ortszeit) bei Twitter.

Trump in North Carolina voran

In North Carolina liegt Trump dem Datenanbieter Edison Research zufolge bei der laufenden Zählung mit 50,0 Prozent der Stimmen vor Biden, der derzeit auf 48,6 Prozent kommt. Ausgezählt seien 98 Prozent der Stimmzettel.

Biden baut Vorsprung in Georgia aus

In Georgia führt Biden mittlerweile mit einem Vorsprung von mehr als 4.000 Stimmen. Entscheidend könnten die Stimmen von bis 8.890 Militärangehörigen sein. Soldaten und Soldatinnen wählen laut Umfragen traditionell eher republikanisch, allerdings hat Trump das Militär mehrmals vor den Kopf gestoßen. Wie viele Stimmen tatsächlich eintrudeln, weiß niemand – sie müssen jedenfalls noch am Freitag (Ortszeit) ankommen, um gültig zu sein.

Trump hofft auf juristische Erfolge

Angesichts des wachsenden Vorsprungs Bidens bei der Stimmenauszählung scheint Trump erstmals öffentlich an seinem Wahlsieg zu zweifeln. In einem weiteren Tweet beklagt er neuerlich, dass seine „große Führung in all diesen Staaten (…) auf wundersame Weise verschwunden“ sei. „Vielleicht wird diese Führung wieder zurückkommen, wenn wir unsere rechtlichen Verfahren voranbringen“, fügt er hinzu.

„Düstere Stimmung“ im Weißen Haus

Mehrere Medien, darunter CBC und BCC berichten, die Stimmung im Weißen Haus sei heute „düster“. Einige Mitarbeiter des Präsidenten seien nicht zur Arbeit erschienen. "Viele der Schreibtische sind leer. Es fühlt sich gespenstisch an. Einige der Mitarbeiter sind vor dem Weißen Haus, telefonieren privat mit ihren Mobiltelefonen“, berichtet die BBC. Andere Medien haben zuvor schon berichtet, dass mehrere Berater Trumps angesichts der Rede vom Vortag, in der er von – nicht bewiesenen Wahlfälschungen – gesprochen hat, recht verzweifelt seien.

Das Weiße Haus
Reuters/Leah Millis

Angespannte Atmosphäre in Arizona

In Arizona schmilzt Bidens Vorsprung leicht, er liegt aber rund 39.000 Stimmen vor Trump. Die Atmosphäre gilt aber als gespannt. Schon seit dem Wahltag gibt es Proteste von Anhängern des amtierenden Präsidenten, mit wachsendem Zulauf. Viele der Demonstranten sind bewaffnet – in Arizona ist das offene Tragen von Waffen erlaubt. Mit dabei sind auch Prominente der ultrarechten Szene wie Charlie Kirk von der Studentengruppe Turning Point USA und der Verschwörungstheoretiker Alex Jones.

Apropos: Stephen Bannon, der ultrarechte Ex-Berater Trumps, ist nicht nur auf Twitter gesperrt worden. Auch sein Anwalt, der ihm in einem Betrugsverfahren rund um Gelder für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko vertritt, hat heute das Handtuch geworfen. Bannon hatte in seinem Podcast vorgeschlagen, den US-Gesundheitsberater Anthony Fauci und FBI-Direktor Christopher zu köpfen und ihre „Köpfe aufspießen und sie auf den Seiten des Weißen Hauses“ aufzustellen.

Neue Covid-19-Rekordzahlen

Indes macht die Pandemie auch während der Wahl nicht halt: Am Donnerstag sind in den USA 121.000 neue Fälle gemeldet worden, ein neuer Höchstwert für einen Tag. Am Mittwoch hat das Land mehr als 107.000 Fälle und damit erstmals mehr als 100.000 Neuinfektionen verzeichnet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 ist den dritten Tag in Folge über 1.000 gelegen, am Donnerstag waren 1.210 Todesfälle zu beklagen.

Der Stand der Dinge in den entscheidenden Staaten

In Pennsylvania liegt Biden laut Nachrichtenagentur AP mittlerweile mit rund 19.500 Stimmen voran. Bleibt das so, hat er mit den 20 Wahlmännern dort die Wahl gewonnen. In Georgia führt Biden mit rund 4.000 Stimmen. In beiden Staaten könnte noch am Freitag (Ortszeit), also in den nächsten Stunden, das Ergebnis verkündet werden. Schönheitsfehler: Das hieß es auch schon am Vortag.

In Arizona schmilzt Bidens Vorsprung leicht, er liegt rund 39.000 Stimmen voran. Allerdings haben manchen Medien wie Fox News Arizona dem Demokraten schon früh zugesprochen. Andere Medien wie CNN sehen das Rennen noch offen. In Nevada baut Biden seinen Vorsprung aus, zwischen ihm und Trump liegen rund 22.000 Stimmen. In diesen beiden Staaten wird erst am Wochenende ein Ergebnis erwartet.

Formal noch nicht entschieden ist auch North Carolina, wo Trump knapper als gedacht, aber doch deutlich in Führung liegt. Und Alaska geht sicher an den Präsidenten.

Supreme Court tritt erstmals in Erscheinung

Nachdem die Republikaner von Pennsylvania den Supreme Court angerufen haben, die Auszählung der nach dem Wahltag per Post eingegangenen Stimmzettel zu stoppen, weist nun Richter Samuel Alito die Wahlbehörden an, spät eintreffende Stimmzettel getrennt zu sammeln und auszuzählen.

Supreme Court in Washington
Reuters/Erin Scott

Allerdings: Das wird in Pennsylvania ohnehin bereits gemacht. Wie Staatssekretärin Kathy Boockvar CNN erklärt. Und sie glaube nicht, dass diese Stimmzettel den Ausgang der Wahlen beeinflussen würden, „es sei denn, es ist super knapp“. Die erste Order des obersten Gerichts scheint also keine signifikanten Auswirkungen auf das Wahlprozedere zu haben.

Warten auf Biden-Rede

Die angekündigte Biden-Rede lässt nun – mehr als eine halbe Stunde nach ihrem kolportierten Start – auf sich warten. Es ist im Laufe der vergangenen Stunden auch schon spekuliert worden, sie könnte angesichts der weiterhin unklaren Auszählungsergebnisse entfallen. Nun heißt es in US-Medien, sie werde jedenfalls stattfinden – Biden werde sich darin aber noch nicht zum Sieger der Wahl erklären. Vor einem solchen Schritt hatte Trump seinen Konkurrenten einige Stunden davor explizit gewarnt.

Georgia könnte auch Senat entscheiden

Georgia ist nicht nur für Biden, sondern auch für die gesamte demokratische Partei, ein wichtiger Staat. Laut dem Datenanbieter Edison Research müssen beide republikanische Senatoren im Jänner in eine Stichwahl. Das Stechen zwischen dem Demokraten Raphael Warnock und der Amtsinhaberin und Republikanerin Kelly Loeffler war bereits fix. Nun muss Senator David Perdue im Jänner wohl gegen den Demokraten Jon Ossoff antreten.

Gewinnen die Demokraten beide Sitze, gibt es in der mächtigeren der beiden Kongresskammern ein Patt der beiden Parteien. Bei einem Sieg Bidens würde dessen Stellvertreterin Kamala Harris, die dann auch Senatspräsidentin wäre, bei Stimmengleichstand entscheiden.

Weiter Warten auf Biden

Noch immer wartet man auf die groß angekündigte Biden-Rede. Offenbar hat sich sein Team tatsächlich erwartet, schon auf neue Ergebnisse eingehen, wenn nicht sogar den Sieg verkünden zu können.

US-Medien spekulieren nun, die Rede werde so ähnlich ausfallen wie die am Vortag: Biden werde wohl siegessicher auftreten, aber zu Geduld bei der Auszählung mahnen.

124.500 Stimmzettel in Nevada noch nicht ausgezählt

Nach Angaben von CNN sind im US-Bundesstaat Nevada (sechs Wahlleute) schätzungsweise 124.500 Stimmzettel noch nicht ausgezählt worden. 90 Prozent dieser noch ausständigen Stimmen befinden sich im bevölkerungsreichen Clark County. In Nevada liegt Biden in Führung.

Wahlhelfer im Clark County Election Center in Las Vegas (Nevada)
Reuters/Steve Marcus

Biden baut Vorsprung in Pennsylvania aus

Biden baut seinen Vorsprung in dem bei der Wahl besonders wichtigen Bundesstaat Pennsylvania (20 Wahlleute) aus: Der Datenanbieter Edison Research schreibt ihm nun einen Vorsprung von 27.130 Stimmen zu. Den Angaben zufolge kommt er auf 49,6 Prozent und Trump auf 49,2 Prozent.

Ausgezählt sind 96 Prozent der Stimmen. Wenn Biden den Bundesstaat gewinnt, hat er 273 Wahlleute und somit die Mehrheit. Das Rennen um das Weiße Haus wäre somit entschieden.

Stand der Dinge in den entscheidenden Staaten

Während alle auf die Pressekonferenz bzw. Rede von Biden warten, werden noch die Stimmen ausgezählt. In Pennsylvania (20 Wahlleute) hat Biden einen Vorsprung von mehr als 27.000 Stimmen. In Georgia (16 Wahlleute) liegt Biden mit 4.000 Stimmen vor Trump, das sind 0,1 Prozentpunkte.

Im Bundesstaat Arizona (elf Wahlleute) führt Biden ebenfalls, zuletzt hat Trump jedoch ein wenig aufgeholt. In Nevada (sechs Wahlleute) liegt der demokratischen Präsidentschaftskandidat mit 22.500 Stimmen vor Trump, wobei mehr als 125.000 Stimmen noch auf die Auszählung warten.

Formal noch nicht entschieden ist auch North Carolina, wo Trump knapper als gedacht, aber doch deutlich in Führung liegt. Und Alaska geht sicher an den Präsidenten.

Biden verlässt Haus, keine Rede von Harris

Laut CNN wird eine angekündigte Rede von Bidens Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin, Kamala Harris, nicht stattfinden. Sie wird aber Biden begleiten, der schon vor gut zwei Stunden zu seinen Unterstützern und Unterstützerinnen sprechen wollte. Berichten zufolge hat er bereits sein Haus in Wilmington verlassen.

Es wird vermutlich nicht die Rede sein, die er gerne gehalten hätte. Kommentatoren spekulieren, dass er gerne seinen Wahlsieg verkündet hätte. Allerdings ist die Wahl noch nicht entschieden.

Differenz in Pennsylvania wächst

Biden baut seinen Vorsprung im wichtigen Bundesstaat Pennsylvania weiter aus. Nun liegt er bereits knapp 29.000 Stimmen vor Trump.

Gewinnt Biden Pennsylvania, gewinnt er das Rennen um das Weiße Haus. In Pennsylvania sind 96 Prozent der Stimmen ausgezählt, berichtet der Datenanbieter Edison Research.

Biden: „Wir werden das Rennen gewinnen“

Biden spricht zu seinen Unterstützerinnen und Unterstützern. „Es ist noch nicht entschieden. Aber wir gewinnen das Rennen“, sagt Biden. Der Präsidentschaftskandidat zählt die bereits entschiedenen Bundesstaaten auf und jene, in denen er in Führung liegt.

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden
Reuters/Carolyn Kaster

Trumps Stabschef positiv auf Coronavirus getestet

Der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf Quellen, die im Weißen Haus arbeiten.

Trump selbst hat Covid-19 bereits überstanden. Nach der Information über Meadows wird in Medien bereits über ein „Superspreader-Event“ spekuliert. Zuletzt ist die Zahl der CoV-positiv Getesteten enorm gestiegen.

Wer macht das Rennen?

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129.000 CoV-Neuinfektionen in USA

Die USA verzeichnen nach aktualisierten Daten mit mindestens 129.606 Coronavirus-Neuinfektionen den dritten Tag in Folge einen Rekordwert. Damit ist die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 9,78 Millionen gestiegen, wie eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten ergibt.

Die Zahl der Todesfälle nach einer Infektion erhöhte sich um mindestens 1.219 auf 236.250. Wie rasant das Virus sich landesweit ausbreitet, zeigt, dass allein 20 der 50 Bundesstaaten einen neuen Höchstwert gemeldet haben. Die USA sind das am stärksten von der Pandemie betroffene Land weltweit.

Bericht: Weitere CoV-Fälle im Weißen Haus

Laut der Bloomberg-Journalistin Jennifer Jacobs sind neben Stabschef Meadows vier weitere Personen im Weißen Haus positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie berichtet zudem, dass Eingeweihte nichts über die Fälle sagen durften.

Unterdessen wird derzeit auch ein Video der Nachrichtenseite Thehill.com in Sozialen Netzwerken geteilt. Zu sehen sind Trump und Meadows am Wahltag in einer Wahlkampfzentrale, Meadows trägt keine Maske. Trump ist bereits vor Wochen an Covid-19 erkrankt und wieder genesen.

1.500 Wahlzettel in Gwinnett County ausständig

In Gwinnett County (US-Bundesstaat Georgia) sind noch 1.500 Wahlzettel nicht ausgezählt. Davon sind offenbar 535 Briefwahlstimmen ohne Unterschrift eingetroffen – das bedeutet: Die Personen sind informiert und können ihre Stimmzettel „heilen“.

Wahlhelfer in der Wahlzentrale von Gwinnett County in Lawrenceville in der Nähe Atlantas (Georgia)
AP/John Bazemore

Kurzer Überblick über ausstehende Entscheidungen

Wie sieht das Rennen um die noch ausstehenden Entscheidungen in den Bundesstaaten Georgia, Arizona, Nevada und Pennsylvania aus?

Weitere Ergebnisse lassen auf sich warten

In den vergangenen Stunden sind kaum neue Ergebnisse verkündet worden. Laut „The Guardian“ wird nicht mehr erwartet, dass im US-Bundesstaat Pennsylvania bald ein Gewinner feststeht. Denn in Philadelphia und in Pittsburgh sind die Zentralen, in denen die Stimmen gezählt werden, schon geschlossen.

Neue Ergebnisse aus dem US-Bundesstaat Nevada werden in den Morgenstunden (Ortszeit) erwartet. In Nevada und in Pennsylvania liegt Biden vor Trump.

„WP“: Insider drängen Trump zu friedvollem Übergang

Laut „Washington Post“ („WP“) ist unklar, wie US-Präsident Donald Trump mit einer Niederlage umgehen wird. Während einige Berater laut anonymen Quellen der Zeitung ihn offenbar dazu drängen, eine Rede vorzubereiten und einen friedvollen Übergang anzukündigen, sagten andere Quellen der Zeitung, dass eine derartige Rede überhaupt noch kein Thema im Kreis des Präsidenten gewesen sei.

Das Liveticker-Team verabschiedet sich

Nach einer weiteren spannenden Auszählungsnacht verabschiedet sich das ORF.at-Livetickerteam. Alle aktuellen Entwicklungen gibt es weiter in news.ORF.at.

Menschen in Bar verfolgen die Berichterstattung am Fernseher
Reuters/Erin Scott