Panzer in Donetsk
Reuters/Alexander Ermochenko
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Kiew bereitet sich auf neue Angriffe vor

Die ukrainische Hauptstadt Kiew durchlebt die nächste Kriegsnacht und rüstet sich für neue Luftangriffe. Zwar hat die ukrainische Armee am Boden nach eigenen Angaben einen Einmarsch der russischen Truppen in die Hauptstadt verhindern können, jedoch gebe es Kämpfe mit russischen „Sabotagegruppen“, die nach Kiew eingesickert seien. Aus diesem Grund ist eine vollständige Ausgangssperre in Kraft gesetzt worden.

Online seit 26. Februar 2022, 6.10 Uhr
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Ukrainische Armee berichtet von schweren Kämpfen

Die ukrainischen Streitkräfte sind nach Medienberichten weiterhin vielerorts schweren Angriffen der russischen Armee „aus allen Richtungen“ ausgesetzt. Dem Gegner werde jedoch „entschlossener Widerstand“ entgegengesetzt, heißt es in in einer verbreiteten Mitteilung der ukrainischen Armee.

Nach dieser Darstellung ist unter anderem ein schwerer russischer Angriff bei Charkiw abgewehrt worden. Bei Cherson im Süden sei dagegen russischen Einheiten nach erbitterten Kämpfen ein Vorstoß gelungen. Auch in der Region Luhansk tobten demzufolge schwere Kämpfe. Die Angaben lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.

Morawiecki: Baltikum und Polen vielleicht nächstes Ziel Putins

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki warnt vor Angriffen Russlands auf die Ostflanke der NATO. „Das nächste Ziel könnten die baltischen Staaten, Polen, Finnland oder andere Länder an der Ostflanke sein. Putin will das Russische Reich wiederherstellen. Das muss uns allen Sorge bereiten“, sagt Morawiecki den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der französischen Zeitung „Ouest-France“ laut einem Vorabbericht.

Er glaube aber nicht, dass sich der Krieg in der Ukraine schon bald auf Europa ausweiten werde. Die NATO sei das stärkste Militärbündnis, das die Welt jemals gesehen habe. „Wir sollten zusammenhalten, die Verteidigungsausgaben entscheidend erhöhen, dann sind wir sicher.“ Sein Land sei bereit, Hunderttausende ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen.

Zwei schwere Explosionen nahe Kiew

In der Nähe von Wassylkil, etwa 30 Kilometer südlich von Kiew, haben sich offenbar zwei schwere Explosionen ereignet.

Wassylkil verfügt über einen großen Militärflugplatz und mehrere Treibstofftanks. Der Himmel über Kiew erhellt sich derzeit immer wieder, es wird vermutet, dass das mit den Auswirkungen der Explosionen in Verbindung steht. Eine Bestätigung hierfür gibt es aber nicht.

Nach Angaben ukrainischer Behörden ist das Gebiet am Freitagabend Schauplatz schwerer Kämpfe gewesen.

Macron warnt Lukaschenko vor Stationierung russischer Atomwaffen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko davor gewarnt, Russland die Stationierung von Atomwaffen auf belarussischem Boden zu erlauben. Das teilt der Elysee-Palast nach einem Telefonat der beiden Staatschefs mit.

Darin hatte Macron Lukaschenko aufgefordert, so schnell wie möglich den Abzug der russischen Truppen von seinem Boden zu veranlassen. Zuvor hatten Staatsmedien in Minsk ohne Angaben von Details von dem Telefongespräch berichtet.

Wie es aus dem Elysee-Palast weiter heißt, hat Macron den belarussischen Machthaber gebeten, bei der Durchführung humanitärer Hilfsaktionen für die Ukraine mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten.

AUA will russischen Luftraum nicht mehr nutzen

Angesichts der sich abzeichnenden Luftraumsperre für Russland hat die AUA ihre Flüge in und über das Land abgesagt. Wie es in einer Stellungnahme heißt, wird Austrian Airlines den russischen Luftraum „vorerst in den nächsten sieben Tagen nicht mehr nutzen“. „Die Flüge nach Russland werden in diesem Zeitraum ausgesetzt.“ Zuvor hat sich eine EU-weite Luftraumsperre für russische Maschinen abgezeichnet.

Die Entscheidung hat nicht nur Folgen für die AUA-Flüge nach Russland, schließlich muss der Luftraum des flächenmäßig größten Landes der Erde nun bei zahlreichen weiteren Flügen, etwa nach Zentral- oder Ostasien, aufwendig umflogen werden. Die Fluggesellschaft begründete ihre Entscheidung mit „der aktuellen und sich abzeichnenden regulatorischen Situation“.

WIFO-Chef Felbermayr: Russland wird wohl „Gashahn abdrehen“

Der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), Gabriel Felbermayr, geht in einer ersten Reaktion auf die neuen Sanktionen davon aus, dass die „Sanktionen Russland massiv schaden werden“ und eine „dramatische Finanzkrise“ auslösen könnten. Gleichzeitig müsse man nun darauf gefasst sein, „dass Russland den Gashahn abdreht“, was auch „starke Effekte“ in Österreich und Deutschland habe. Die Entscheidung sei dennoch „richtig“.

Von der Leyen: Putin zerstört die Zukunft seines Landes

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagt, man erlege Russland mit den neuen Sanktionen massive Kosten auf. Russland werde weiter vom internationalen Finanzsystem und westlichen Volkswirtschaften isoliert. Man arbeite weiter daran, Putins Möglichkeiten zu beschränken, seine Kriegsmaschinerie zu finanzieren.

Putin werde auch daran gehindert, seine Kriegskassen zu nutzen. Zudem würden die finanziellen Möglichkeiten russischer Oligarchen beschnitten. Die Maßnahmen würden erodierende Auswirkungen auf die russische Wirtschaft haben. Putin habe einen Weg eingeschlagen, der auf die Zerstörung der Ukraine ziele. Tatsächlich aber zerstöre er auch die Zukunft seines eigenen Landes.

Möglichkeiten der russischen Zentralbank werden eingeschränkt

Neben dem SWIFT-Ausschluss werden die Möglichkeiten der russischen Zentralbank weiter eingeschränkt, mit internationalen Finanzgeschäften den Kurs des Rubel zu stützen.

Die beschlossenen Sanktionen richten sich zusätzlich auch gegen Einzelpersonen und Einrichtungen in Russland und andernorts, die den Krieg gegen die Ukraine unterstützen.

Insbesondere die Möglichkeit wohlhabender Russen, sich und ihren Familienangehörigen einen sogenannten goldenen Pass und damit eine europäische Staatsbürgerschaft zu verschaffen, sollte beendet werden.

Russland wird aus SWIFT ausgeschlossen

Die westlichen Staaten schließen russische Banken aus dem internationalen Zahlungssystem SWIFT aus. Das teilen die EU-Kommission und die deutsche Regierung am Abend mit.

Von-der-Leyen-Statement zu Sanktionen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird in Kürze ein Statement zu weiteren Sanktionen gegen Russland abgeben.

Die EU-Kommission, die USA und europäische Regierungsspitzen haben am Abend über weitere Maßnahmen gegen Moskau beraten.

Deutschland will Luftraum für russische Maschinen sperren

Im Konflikt mit Russland bereitet die deutsche Regierung eine Sperrung des deutschen Luftraums für russische Maschinen vor.

Verkehrsminister Volker Wissing befürworte die Sperrung und habe angeordnet, alles dafür vorzubereiten, teilt sein Ministerium heute Abend mit.

Zuvor haben bereits zahlreiche osteuropäische sowie die baltischen Staaten ihre Lufträume für russische Flugzeuge geschlossen.

Die deutsche Lufthansa kündigt an, wegen des Einmarsches Russlands in die Ukraine in den kommenden sieben Tagen den russischen Luftraum nicht mehr nutzen zu wollen.

Klitschko: Lage in Kiew „angespannt“

Die Lage in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko „kompliziert und angespannt“. „Die Nacht wird schwierig“, schreibt er im Nachrichtenkanal Telegram. „Der Feind ist nicht in die Stadt eingedrungen, aber in Kiew operieren Sabotagegruppen.“

Das Militär und die Strafverfolgungsbehörden würden „Saboteure neutralisieren“. Russland beschieße auch Wohnviertel in der Hauptstadt, sagt Klitschko, was Moskau vehement dementiert. Das lässt sich nicht unabhängig überprüfen.

Brüssel will Militärhilfen erleichtern

Die EU will die Lieferung von Militärhilfen an die Ukraine erleichtern. Das schreibt EU-Ratspräsident Charles Michel auf Twitter.

Details dazu nennt er nicht, verweist aber auf die Ankündigung des virtuellen EU-Außenministertreffens.

Hilfe für ukrainische Flüchtlinge

Die Innenministerinnen und Innenminister beraten indes morgen über Hilfen für ukrainische Flüchtlinge sowie deren Verteilung auf die EU-Staaten.

„Die enge Abstimmung mit den EU-Mitgliedsstaaten in Anbetracht der gegenwärtigen Herausforderungen ist nicht nur geboten, sondern Voraussetzung für eine abgestimmte Sicherheitspolitik in Europa“, so Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).

EU-Außenminister wollen morgen weitere Entscheidungen fällen

Die EU-Außenminister wollen morgen weitere Entscheidungen im Zusammenhang mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine treffen. Man werde virtuell zusammenkommen, um weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine und gegen die Aggression Russlands zu beschließen, erklärt der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell.

„Ich werde ein Nothilfepaket für die ukrainischen Streitkräfte vorschlagen, um sie in ihrem heldenhaften Kampf zu unterstützen“, twittert er. Das Treffen werde um 18.00 Uhr MEZ beginnen.

Baltische Staaten sperren Luftraum für russische Flugzeuge

Estland, Lettland und Litauen werden ihren Luftraum für russische Flugzeuge sperren. Das Flugverbot gilt ab Mitternacht für Luftfahrzeuge von Luftfahrtunternehmen mit Lizenzen, die von der Russischen Föderation erteilt wurden.

Die Schließung des Luftraums der drei EU- und NATO-Länder erfolge dabei gleichzeitig und auf unbestimmte Zeit, teilt das Verkehrsministerium in Vilnius mit. Ausnahmen soll es für Notlandungen und humanitäre Flüge geben. Zuvor hatten bereits Polen, Tschechien und Bulgarien ihren Luftraum für russische Maschinen gesperrt.

OVD-Info: Bereits mehr als 3.000 Festnahmen in Russland

Bei Protesten gegen die russische Invasion sind in Russland nach Angaben von Bürgerrechtlern bereits mehr als 3.000 Menschen festgenommen worden. Seit Donnerstag habe es mindestens 3.052 Festnahmen bei Antikriegsdemonstrationen gegeben, heißt es von der NGO OVD-Info.

Festnahme in St. Petersburg
AP/Dmitri Lovetsky

Allein heute sind demnach mindestens 467 Demonstrantinnen und Demonstranten abgeführt worden. Trotz eines strikten Demonstrationsverbots gehen seit Tagen immer wieder Menschen in Russland aus Protest gegen die Invasion auf die Straße. Die russischen Behörden gehen strikt gegen jegliche Kritik an der von Präsident Putin befohlenen Invasion vor.

YouTube schränkt russischen Staatssender RT ein

YouTube schränkt mehrere russische Staatsmedien auf der Videoplattform spürbar ein. „Wir pausieren die Monetarisierung einer Reihe von Kanälen auf YouTube, einschließlich mehrerer russischer Kanäle, die mit den jüngsten Sanktionen in Verbindung stehen“, erklärt ein Sprecher.

Die Einschränkungen betreffen vor allem das russische Auslandsfernsehprogramm RT, das bis 2009 Russia Today hieß und im Westen als Propagandakanal der russischen Regierung eingeordnet wird. RT wird unter anderem gezielte Desinformation wie die Verbreitung von Verschwörungstheorien sowie die Rechtfertigung des Angriffskrieges gegen die Ukraine vorgeworfen.

YouTube werde die Empfehlungen für diese Kanäle deutlich einschränken, so der YouTube-Sprecher.

Videos zeigen Raketeneinschlag in Hochhaus in Kiew

Die „New York Times“ hat verifizierte Videos von einem Raketeneinschlag heute Früh in einem Wohnhaus im Südwesten Kiews veröffentlicht. Auch der anschließende Einsatz der Rettungskräfte ist in dem Zusammenschnitt zu sehen.

Roman Abramowitsch gibt Verwaltung des FC Chelsea ab

Der russische Oligarch Roman Abramowitsch hat die Verwaltung des englischen Champions-League-Siegers FC Chelsea an die Treuhänder der wohltätigen Stiftung des Fußballclubs abgegeben. Das geht aus einer Mitteilung des Premier-League-Clubs hervor.

„Während der beinahe 20 Jahre, in denen mir Chelsea FC gehört, habe ich mich immer als Hüter des Clubs gesehen, dessen Aufgabe es ist, dass wir so erfolgreich sind, wie wir es heute sein können, und gleichzeitig eine positive Rolle in unserer Gemeinschaft spielen“, teilte Abramowitsch mit.

Der russische Oligarch Roman Abramowitsch
AP/Martin Meissner

Abramowitsch war in den vergangenen Tagen zunehmend wegen seiner Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Kritik geraten. Forderungen nach Sanktionen gegen den Chelsea-Eigentümer wurden immer lauter.

Pentagon: Russen „frustriert“

Die russische Offensive macht nach Angaben eines ranghohen Vertreters des US-Verteidigungsministeriums langsamer Fortschritte als von Moskau erwartet. „Der Widerstand ist größer, als die Russen es erwartet haben“, gibt der Vertreter des Pentagons in einem Briefing für Journalisten an.

In Bezug auf den Vormarsch auf die Hauptstadt Kiew sagt er: „Wir haben Hinweise, dass die Russen angesichts des mangelnden Fortschritts in den vergangenen 24 Stunden, vor allem im Norden der Ukraine, zunehmend frustriert sind.“ Die ukrainischen Truppen würden „entschlossenen Widerstand“ leisten.

Selenski erfreut über deutsche Waffen: „Weiter so, Kanzler Scholz“

Der ukrainische Präsident Selenski hat sich erfreut über die angekündigte Lieferung deutscher Waffen gezeigt. „Deutschland hat gerade die Lieferung von Panzerabwehr-Granatwerfern und Stinger-Raketen an die Ukraine angekündigt. Weiter so, Kanzler Olaf Scholz“, teilt Selenski via Twitter mit. „Die Anti-Kriegs-Koalition handelt!“

Kiew: Russische Soldaten nähern sich AKW Saporischschja

Russische Soldaten sollen sich ukrainischen Angaben zufolge derzeit dem Kernkraftwerk in Saporischschja nähern. Das AKW befindet sich direkt am Fluss Dnepr im Südosten der Ukraine und nur 50 Kilometer von der Stadt Saporischschja entfernt. Das Kraftwerk dient als eine essenzielle Energiequelle für die Ukraine.

Russische Truppen haben bereits das havarierte AKW Tschernobyl eingenommen. Es gibt Meldungen, wonach die Strahlung in dem Gebiet nun erhöht sein soll. Die ukrainischen Behörden geben an, dass die Arbeiter im Kernkraftwerk nun Geiseln der russischen Armee sind.

Ex-Austria-Fußballprofi Pires flüchtete nach Rumänien

Der ehemalige Austria-Wien-Fußballer Felipe Pires ist aus der Ukraine nach Rumänien geflüchtet. Der 26-jährige Brasilianer teilte einen Beitrag auf seinem Instagram-Account, der ihn mit anderen Spielern auf einer Straße posierend zeigt.

„Wir haben die Ukraine verlassen. Abseits des Spielfelds als Mannschaft zu agieren, hat uns zu Überlebenden gemacht“, schreibt Pires. Der Offensivspieler steht beim ukrainischen Club SK Dnipro-1 unter Vertrag.

Begleitet wurde Pires von seinen brasilianischen Teamkollegen Bill und Gabriel Busanello. Pires spielte von 2016 bis 2018 für die Wiener Austria, ausgebildet wurde er bei Red Bull Salzburg. Zu Dnipro war er erst im Jänner gewechselt.

Selenski: Begrüße Vorschläge für Friedensgespräche mit Russland

Der ukrainische Präsident Selenski erklärt, er begrüße die Vorschläge der Türkei und Aserbaidschans, Friedensgespräche mit Russland zu führen. „Wir werden so lange kämpfen, wie es dauert, um das Land zu befreien“, sagt er zudem in einer kurzen Videobotschaft.

30.000 bei Ukraine-Solidaritätsaktion in Estland

In Estland ist es zu Solidaritätskundgebungen in mehreren Städten gekommen. In der Hauptstadt Tallinn haben sich laut Polizeiangaben bis zu 30.000 Menschen auf dem Freiheitsplatz in der Innenstadt versammelt. Sie hielten Plakate und schwenkten ukrainische und estnische Fahnen, wie der estnische Rundfunk berichtet.

Demonstranten in Tallinn
AP/Raul Mee

„Die Welt, die wir vor einer Woche kannten, existiert nicht mehr“, so Staatspräsident Alar Karis in seiner Rede bei der Kundgebung. Der gegenwärtige Krieg in der Ukraine sei „unfassbar, absurd und entsetzlich“. „Dies ist kein Krieg des russischen Volkes gegen die Ukraine und die Ukrainer. Das ist Präsident Putins Krieg“, so Karis.

Deutschland mit Kehrtwende bei Waffenlieferungen an Ukraine

Abgesehen von SWIFT gibt es eine weitere Kehrtwende der deutschen Regierung: So hat Berlin seine Position bezüglich Waffenlieferungen an die Ukraine überdacht.

Die ukrainischen Streitkräfte werden mit 1.000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ „Stinger“ unterstützt, wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit mitteilt. Zudem genehmigt die deutsche Regierung Estland die Lieferung mehrerer Artilleriegeschütze aus DDR-Altbeständen an die Ukraine.

Auch werden die Niederlande ermächtigt, 400 Panzerfäuste aus deutscher Produktion an die Ukraine zu liefern. Auch 14 gepanzerte Fahrzeuge sollen als Unterstützung exportiert werden.

Kanzler Olaf Scholz hat bisher eine Lieferung tödlicher Waffen an die Ukraine ausgeschlossen, auf Twitter schreibt er von einer „Zeitenwende“.

Warschau: 115.000 Gefüchtete in Polen

In Polen sind nach Regierungsangaben seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine 115.000 Geflüchtete aus dem Nachbarland angekommen.

Ukrainische Flüchtlinge an der polnischen Grenze
Reuters/Bryan Woolston

Viele Beamte des Grenzschutzes hätten sich freiwillig gemeldet, um die Kollegen bei der Passkontrolle der Flüchtlinge zu unterstützen, so Polens Vizeinnenminister Pawel Szefernaker am Grenzübergang in Dorohusk. Die Wartezeiten auf der ukrainischen Seite der Grenze würden wegen des großen Andrangs immer länger.

Polen sei in der Lage, täglich bis zu 50.000 Geflüchtete aus der Ukraine an der Grenze abzufertigen, hieß es.

Russische Truppen nehmen strategisch wichtigen Ex-Flugplatz ein

Russische Truppen haben einen strategisch wichtigen früheren Flugplatz im Süden des Landes eingenommen. Wie die Gebietsverwaltung der Großstadt Berdjansk mitteilt, befindet sich schweres russisches Militärgerät auf dem Airport.

Die Stadt ist Medienberichten zufolge von russischen Truppen eingeschlossen, die von dort weiter auf Mariupol vorrücken und die Stadt in die Zange nehmen könnten. Mariupol liegt in der Nähe der ostukrainischen Separatistengebiete und ist der letzte wichtige Hafen unter Regierungskontrolle am Asowschen Meer. Eine Ausgangssperre ist in Kraft.

Ex-Präsident Poroschenko bittet um Waffen aus dem Ausland

Der ukrainische Ex-Präsident Petro Poroschenko, der Putin in einem CNN-Interview zuletzt als „einfach verrückt“ und „böse“ bezeichnete, hat sich mit einem Appell um Unterstützung für die Ukraine an die Öffentlichkeit gewandt.

In einem Video bittet er um weitere Waffenlieferungen aus dem Ausland, um die russische Invasion abwehren zu können. Poroschenkos Angaben zufolge befinden sich die russischen Streitkräfte nur noch ungefähr zwei Kilometer von der Stadtgrenze Kiews entfernt. Wie bereits beim Interview mit CNN sind im Hintergrund bewaffnete Soldaten zu sehen.

Laut Poroschenko sollen in den vergangenen 72 Stunden über 3.000 russische Soldaten getötet, mehr als 20 Flugzeuge abgeschossen, über 100 Panzer zerstört und über 1.000 Transportfahrzeuge zerstört worden sein.

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