Rauch steigt hinter einem Wohnkompex in Mariupol auf
AP/Evgeniy Maloletka
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Russland setzt Angriffe auf Mariupol fort

Im Ukraine-Krieg sollte heute erstmals eine Feuerpause in Mariupol und Wolnowacha in Kraft treten. Stattdessen teilte Russland laut Agentur Interfax am Abend mit, dass in beiden Städten die Kampfhandlungen um 16.00 Uhr (MEZ) nach einer mehrstündigen Feuerpause fortgesetzt wurden. Die Stadt Mariupol hatte Moskau zuvor Verstöße gegen die vereinbarte Feuerpause vorgeworfen.

Online seit 5. März 2022, 6.32 Uhr
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Selenski übt Kritik an NATO

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski verurteilt die Entscheidung der NATO, keine Flugverbotszone über der Ukraine einzurichten, scharf: „Indem sie die Schaffung einer Flugverbotszone verweigert, hat die Führung der Militärallianz grünes Licht für die weitere Bombardierung ukrainischer Städte und Dörfer gegeben.“

Die NATO-Länder hätten selbst die Erzählung geschaffen, „dass eine Schließung des Himmels über der Ukraine eine direkte russische Aggression gegen die NATO provozieren würde“. NATO-Chef Jens Stoltenberg hat die Entscheidung damit begründet, dass, wenn sich die NATO direkt militärisch in den Konflikt mit Russland einmischen würde, zahlreiche weitere Länder in Europa in den Krieg hineingezogen würden.

Viele internationale Medien lassen Arbeit in Russland ruhen

Nach dem Erlass eines neuen Mediengesetzes in Russland stellen mehrere internationale Sender und Agenturen ihre Arbeit in dem Land ganz oder teilweise ein. „CNN wird den Sendebetrieb in Russland einstellen, während wir die Situation und unsere nächsten Schritte weiter bewerten“, bestätigt ein Sprecher des US-Senders. Auch die US-Nachrichtenagentur Bloomberg und die britische BBC stoppen vorerst jegliche Form der Berichterstattung auf dem Gebiet der Russischen Föderation.

Hintergrund ist ein vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichnetes Gesetze zur weiteren Einschränkung der freien Meinungsäußerung in Russland, mit denen unabhängige Medienberichterstattung weiter beschnitten wird. Der ORF holt Korrespondentin Miriam Beller vorübergehend nach Wien, um die Berichterstattung in jedem Fall aufrechterhalten zu können. Büroleiter Paul Krisai und Carola Schneider bleiben in Moskau.

Ukraine: Russland will Kiew und Charkiw umzingeln

Russische Truppen setzen nach ukrainischen Armeeangaben ihre Offensive gegen die Ukraine mit Luftunterstützung und dem Einsatz von Hochpräzisionswaffen fort. Die Hauptanstrengungen der russischen Seite bestünden darin, die Städte Kiew und Charkiw zu umzingeln, heißt es im Bericht der ukrainischen Armee. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

Selenski per Liveschaltung bei mehreren Demos

Selenski hat sich gestern Abend via Liveschaltung an Demonstrierende in mehreren europäischen Städten gewandt. „Wenn die Ukraine fällt, werden alle fallen“, warnt er in seiner Rede vor den Auswirkungen des Krieges auf den ganzen Kontinent. Er ruft die unter anderem in Frankfurt, Paris, Bratislava, Vilnius, Prag und Tiflis versammelten Menschen zu einer Schweigeminute auf.

Separatisten in Luhansk melden ukrainischen Beschuss

Die ukrainische Armee soll binnen 24 Stunden dreimal zwei Siedlungen in der selbst ernannten „Volksrepublik“ Luhansk (LNR) beschossen haben. Das berichtet die russische Agentur TASS mit Bezug auf Vertreter der LNR. Details zu möglichen Opfern oder Schäden gebe es noch nicht. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Versorgungslage „dramatisch zugespitzt“

In der Ukraine wächst die Sorge, dass Nahrungsmittel und Trinkwasser an einigen Orten knapp werden. „Die Lage für die Menschen in der Ukraine hat sich durch die erbitterten Kämpfe dramatisch zugespitzt“, sagt Martin Frick, Direktor des UNO-Welternährungsprogramms (WFP) in Deutschland. Die Menschen harren in Kellern aus und könnten nur unter größter Gefahr Besorgungen machen.

Ein Mann bereitet Essen in einer in einer Straßenküche zu.
Reuters/Mykola Tymchenko

„Gerade aus Kiew und Charkiw erreichen uns Berichte, dass Nahrungsmittel ausgehen und Trinkwasser knapp wird“, sagt Frick. Das WFP baue seine Präsenz in der ganzen Region aus, „aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit“.

Bürgermeister von Mariupol: Unter „Blockade“

Der strategisch wichtige Hafen von Mariupol steht nach Angaben von Bürgermeister Wadym Bojtschenko nach tagelangen „rücksichtslosen“ Angriffen unter russischer „Blockade“. „Im Moment suchen wir nach Lösungen für die humanitären Probleme und nach möglichen Wegen, um Mariupol von der Blockade zu befreien“, erklärt Bojtschenko.

„Unsere Priorität ist die Herstellung eines Waffenstillstands, damit wir die lebenswichtige Infrastruktur wiederherstellen und einen humanitären Korridor einrichten können, um Lebensmittel und Medikamente in die Stadt zu bringen.“ Von Bewohnern heißt es, dass sie praktisch weder Wasser noch Strom noch Gas hätten.

Brennendes Wohnhaus in Mariupol
Reuters/Twitter/AyBurlachenko
Das Bild zeigt Feuer nach Beschuss eines Wohngebiets. Es stammt aus sozialen Netzwerken.

Mariupol liegt in der Nähe der früheren Frontlinie zwischen prorussischen Separatisten aus der Ostukraine und der ukrainischen Armee. Die Einnahme der Hafenstadt würde einen Zusammenschluss der russischen Truppen mit Einheiten aus der Krim und dem Donbass ermöglichen.

Italien beschlagnahmt Jacht von TUI-Großaktionär

Italien hat die Luxusjacht des russischen Oligarchen und TUI-Großaktionärs Alexej Mordaschow beschlagnahmt. Die Polizei habe die 65 Millionen Euro teure Jacht „Lady M“ in der ligurischen Hafenstadt Imperia „im Einklang mit den jüngsten EU-Sanktionen“ sichergestellt, teilt Regierungsberater Ferdinando Giugliano mit.

Italienischen Medienberichten zufolge ist zudem in Sanremo die Jacht „Lena“ des Oligarchen Gennadi Timtschenko beschlagnahmt worden. Zuvor ist in Frankreich die Jacht „Amore Vero“ („Wahre Liebe“) beschlagnahmt worden. Das Schiff soll einem Unternehmen gehören, in dem Rosneft-Chef Igor Setschin Hauptaktionär ist.

Prorussische Demonstranten in Belgrad

In der serbischen Hauptstadt Belgrad sind rund tausend prorussische Demonstranten und Demonstrantinnen auf die Straße gegangen, um ihrer Unterstützung für den russischen Einmarsch in die Ukraine Ausdruck zu verleihen. Viele haben dabei NATO-feindliche Parolen skandiert. Eine Reihe serbischer Medien hat in den vergangenen Tagen Putins Angriff auf das Nachbarland verteidigt.

USA und Finnland wollen Beziehungen vertiefen

Die USA und Finnland streben eine Stärkung ihrer Beziehungen an. „Finnland ist ein wichtiger Partner der Vereinigten Staaten, ein starker verteidigungspolitischer Partner und ein Partner der NATO – vor allem im Bereich der Stärkung der Sicherheit der Ostsee-Region“, sagt US-Präsident Joe Biden bei einem Treffen mit seinem finnischen Kollegen Sauli Niinisto im Weißen Haus.

Finnland verfügt über eine 1.300 Kilometer lange Grenze mit Russland. Das Land ist während des Kalten Krieges neutral gewesen, inzwischen ist aber eine Debatte über einen NATO-Beitritt entbrannt.

Migrationsforscher erwartet zehn Millionen Flüchtlinge

Europa muss sich nach Meinung des Migrationsforschers Gerald Knaus auf zehn Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine einstellen. „Putins Kriegsführung in Tschetschenien hat dazu geführt, dass ein Viertel der Tschetschenen vertrieben worden sind. Darauf müssen wir uns einstellen.“ Ein Viertel der Ukrainer entspräche zehn Millionen Menschen.

Bei einem Blick auf die Kriegsführung der Russen kann man Knaus zufolge Vorstellungen von Flüchtlingszahlen erhalten. „In einer Woche haben schon so viele Menschen die EU erreicht wie im gesamten Bosnien-Krieg“, so der Migrationsforscher. „Diese Geschwindigkeit zeigt, dass wir in Europa vor der schnellsten und größten Flüchtlingskatastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg stehen.“

Eine Gruppe Menschen auf der Flucht aus der Ukraine
AP/Aurel Obreja
Bisher haben mehr als eine Million Menschen die Ukraine verlassen

Moskau offenbar bereit für humanitäre Korridore

Die russischen Streitkräfte werden um 10.00 Uhr Moskauer Zeit (8.00 Uhr MEZ) den Beschuss einstellen, um humanitäre Korridore aus den ukrainischen Städten Mariupol und Wolnowacha zu ermöglichen, wird das russische Verteidigungsministerium von Interfax zitiert. Die Zivilisten sollen die eingekesselten Städte während einer Feuerpause verlassen können.

CNN berichtet über Video aus AKW Saporischschja

Die ukrainischen Behörden haben laut CNN ein Video aus dem Kontrollraum des Kernkraftwerks Saporischschja veröffentlicht. Zu sehen ist das Innere des Kontrollraums, während eine Durchsage an die russischen Truppen gerichtet wird: „Hören Sie auf, auf eine gefährliche Nuklearanlage zu schießen! Hören Sie sofort auf zu schießen! Sie bedrohen die Sicherheit der ganzen Welt. Die Arbeit der lebenswichtigen Organe der Station Saporischschja kann gestört werden. Es wird uns unmöglich sein, sie wiederherzustellen. (…)“

Kernkraftwerk Saporischschja, Ukraine
APA/AFP/Ukraine National Nuclear Energy Generating Company Energoatom /Handout
Das AKW-Schulungsgebäude ist durch einen Granatenangriff beschädigt worden

Das AKW ist von russischen Truppen besetzt, die sechs Reaktoren sind noch intakt, so die ukrainische Atomaufsichtsbehörde. Vonseiten des Atomkraftwerksbetreibers Energoatom heißt es, dass das AKW-Management mit „vorgehaltener Waffe“ operiere.

PayPal setzt Dienst in Russland aus

Der Bezahldienstleister PayPal setzt seinen Dienst in Russland aus. Als Grund nennt PayPal-Präsident Dan Schulman in einer Erklärung die gegenwärtigen Umstände und verurteilt die russische Invasion der Ukraine.

Musk lehnt Blockade russischer Propaganda ab

Elon Musk lehnt es ab, russische Propaganda von seinem Satelliteninternetunternehmen Starlink zu blockieren. In einem Tweet schreibt er, dass ausländische Regierungsvertreter ihn aufgefordert hätten, „russische Nachrichtenquellen zu blockieren“.

„Wir werden das nicht tun, es sei denn, wir werden mit Waffengewalt dazu gezwungen“, sagt Musk. „Tut mir leid, dass ich ein Absolutist der freien Meinungsäußerung bin.“

Ex-NATO-General: Ukraine von Hilfe abhängig

Die Ukraine wird nach Einschätzung des früheren NATO-Generals Egon Ramms in den nächsten Tagen zunehmend von internationalen Hilfsleistungen abhängig werden. Angesichts des wachsenden militärischen Drucks der russischen Streitkräfte auf Großstädte wie Kiew, Charkiw und Mariupol sei eine Unterstützung von außerhalb „zwingend notwendig“, sagt Ramms. „Die Lage für die Ukraine wird schwieriger.“

Zum russischen Konvoi Richtung Kiew sagt Ramms, es gebe mittlerweile Erkenntnisse, „dass offensichtlich Teile der russischen Soldaten ihre Fahrzeuge verlassen haben und sich zu Fuß wieder in Richtung Norden in Bewegung gesetzt haben“.

Mariupol will um 10.00 Uhr mit Evakuierung beginnen

Zivilisten und Zivilistinnen in Mariupol dürfen zwischen 12.00 und 17.00 Uhr Moskauer Zeit (10.00 bis 15.00 Uhr MEZ) die von russischen Truppen eingekesselte Stadt verlassen. Der humanitäre Korridor sei damit für fünf Stunden offen, meldet die russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf örtliche Behörden. Der Stadtrat von Mariupol teilt mit, um 11.00 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr MEZ) werde damit begonnen, Zivilisten in Sicherheit zu bringen.

Zahl der Ankünfte in Österreich noch überschaubar

Die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge bleibt in Österreich vorerst überschaubar. Laut Innenministerium kommen täglich rund 4.000 Menschen aus der Region hierzulande an. Die allerwenigsten davon wollen im Land bleiben.

Ankunftszentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine in Wien.
APA/Benedikt Loebell

80 Prozent reisen in andere Staaten weiter. Als Zielregion gelten vor allem jene Regionen in Europa, in denen es schon große ukrainische Communitys gibt. Das sind beispielsweise Spanien und Italien.

Über 66.000 Ukrainer zurückgekehrt

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow sagt, dass 66.224 ukrainische Männer aus dem Ausland zurückgekehrt seien, um sich dem Kampf gegen die russische Invasion anzuschließen. „Das sind zwölf weitere kampfbereite und motivierte Brigaden! Ukrainer, wir sind unbesiegbar!“

Eine Gruppe Männer verlässt Polen um sich dem Kampf gegen die russische Invasion in der Ukraine anzuschließen.
AP/Visar Kryeziu

Russland verlängert Flugverbote bis 14. März

Wegen des Krieges in der Ukraine verlängern die russischen Behörden die Flugverbote im eigenen Land und auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Insgesamt elf Flughäfen im zentralen und südlichen Teil Russlands dürften bis 14. März nicht mehr angeflogen werden, teilt die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mit.

Ökonom erwartet Hyperinflation in Russland

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Michael Hüther, erwartet eine Hyperinflation in Russland. „In Russland droht nun ein weiterer Wertverfall des Rubels und eine Hyperinflation.“ Russland könne dagegen wenig unternehmen, da die Devisen im Ausland eingefroren seien und es durch die herabgestufte Bonität für Russland nur noch zu schlechten Konditionen möglich sei, frisches Geld zu erhalten.

„Es bleibt Russland also nur noch die Möglichkeit, sich bei den eigenen Bürgern zu verschulden, um die Auslandsschulden bedienen zu können – das würde Steuer- und Zinserhöhungen nach sich ziehen“, sagt Hüther.

Kamerateam filmt Bombeneinschlag

Ein türkisches Fernsehteam hat am Freitag eine Explosion in der ukrainischen Stadt Irpin festgehalten. Wie ein Redakteur von Haber Global gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte, gelang es ihnen, ohne Verletzungen in Sicherheit zu gelangen.

Abgeordneter: 90 Prozent von Wolnowacha zerstört

Etwa 90 Prozent der Stadt Wolnowacha sind infolge russischer Angriffe zerstört worden, wie der lokale Abgeordnete Dmytro Lubinez laut „Guardian“ sagt. Leichen würden auf den Straßen liegen, klagt er. Auch die Lebensmittel gehen laut Lubinez aus.

Wolnowacha hat etwa 22.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Ukrainische Armee: „Erbitterte Kämpfe“

Das ukrainische Militär liefert russischen Truppen nach eigenen Angaben weiter schwere Gefechte. Es werde „erbittert gekämpft, um ukrainische Städte von den russischen Besatzern zu befreien“, heißt es in dem in Kiew veröffentlichten Morgenbericht der Armee.

Regionen und Städte werden nicht genannt. Das Militär behauptet, dass russische Soldaten „demoralisiert“ seien. Sie würden fliehen und ihre Waffen zurücklassen. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Fast 800.000 Flüchtlinge in Polen angekommen

In Polen sind nach Angaben des Grenzschutzes seit Beginn des Krieges mehr als 787.300 Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen. Allein gestern hätten 106.400 Menschen die Grenze passiert, teilt die Behörde heute mit. Das sei der höchste Wert innerhalb eines Tages seit Kriegsausbruch.

Bericht: Ukraine will 200.000 aus Mariupol holen

Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters plane die ukrainische Regierung im Zuge der Feuerpause – die um 10.00 Uhr MEZ starten sollte –, 200.000 Menschen aus Mariupol zu schleusen. Mariupol hat knapp eine halbe Mio. Einwohnerinnen und Einwohner. Aus dem deutlich kleineren Wolnawacha sollen 15.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Das Rote Kreuz beobachte die Aktion.

Noch gibt es keine Bestätigung, dass die Feuerpause tatsächlich begonnen hat. Unklar ist laut Reuters auch, ob sie auf andere Gegenden ausgeweitet werden könnte.

Kiew kündigt weitere zivile Evakuierungen an

Der Berater des ukrainischen Innenministeriums, Anton Heraschtschenko, stellt weitere Vereinbarungen mit Russland über die Einrichtung humanitärer Korridore zur Rettung von Zivilisten und Zivilistinnen aus den Frontgebieten in Aussicht. „Es wird definitiv weitere Vereinbarungen dieser Art für alle anderen Gebiete geben“, sagt er in Bezug auf den Evakuierungsplan für die belagerte ukrainische Hafenstadt Mariupol.

GB: Russischer Beschuss weniger geworden

Der Beschuss ukrainischer Ziele durch russische Luft- und Bodentruppen hat nach Einschätzung der britischen Regierung in den vergangenen 24 Stunden abgenommen. Das teilt das britische Verteidigungsministerium in seinem täglichen Lagebericht unter Berufung auf Erkenntnisse des Militärgeheimdienstes mit.

Die Ukraine halte weiter die wichtigen Städte Charkiw, Tschernihiw und Mariupol. Es gebe Berichte über Straßengefechte in Sumy im Nordosten der Ukraine. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass alle vier Städte von russischen Kräften umstellt sind“, heißt es in dem Bericht.

Mariupol: Russische Truppen halten Waffenruhe nicht

Russische Streitkräfte halten sich nicht an die vollständige Waffenruhe auf der Evakuierungsroute von Mariupol, sagt der Stadtrat der umzingelten Hafenstadt. „Wir verhandeln mit der russischen Seite, um den Waffenstillstand entlang der gesamten Evakuierungsroute zu bestätigen“, heißt es in einer Erklärung.

Facebook sperrt Werbesystem für Russland

Nach Ankündigung einer Facebook-Sperre in Russland werden aus dem Land weltweit keine Anzeigen mehr bei dem Onlinenetzwerk geschaltet werden können. Das Werbesystem pausiere in Russland komplett, teilt der Mutterkonzern Meta mit. Damit können Werbekunden aus Russland nicht nur keine Anzeigen mehr im eigenen Land platzieren, sondern auch nicht international.

Ukraine warnt Russland: Waffenruhe nicht missbrauchen

Russland dürfe die humanitären Korridore nicht dafür nutzen, um den Vormarsch seiner Truppen zu beschleunigen, warnt Iryna Wereschtschuk, die Vizeministerpräsidentin der Ukraine. Die ukrainische Regierung sei dabei, Informationen, wonach russische Truppen die Waffenruhe für ihren Vormarsch entlang der Evakuierungsroute nutzen würden, zu verifizieren.

Erdogan will mit Putin reden

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will morgen mit Putin beraten. Das kündigt ein Sprecher Erdogans türkischen Staatsmedien zufolge an. Die Türkei, die enge Beziehungen zu Russland und zur Ukraine unterhält, hat sich wiederholt als Vermittler angeboten.

Flüchtlinge: Freiwilligenzentrum in Sbg. eingerichtet

Das Land Salzburg hat für die Ukraine-Flüchtlingshilfe ein Freiwilligenzentrum eingerichtet, mit dem Hilfsbereite an Hilfsorganisationen vermittelt werden. Denn die privaten Initiativen müssen angesichts der enormen Hilfsbereitschaft koordiniert werden – mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Russland sieht sich nicht isoliert

Der Westen verhalte sich wie Banditen, heißt es aus dem Kreml. Aber die Welt sei viel größer als nur die USA und Europa. „Russland ist nicht isoliert“, sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Russland werde auf das „wirtschaftliche Banditentum“ reagieren.

Mariupols Vizebürgermeister: Russland bricht Waffenruhe

Der Vizebürgermeister von Mariupol gibt gegenüber der BBC an, dass Russland die Waffenruhe in der Stadt nicht einhalte. „Die Russen bombardieren uns weiterhin und sie setzen (weiter) Artillerie ein. Es ist verrückt“, sagt Serhiy Orlow der BBC.

Zudem gibt es Berichte, dass die Feuerpause entlang der Evakuierungsroute seitens der russischen Truppen nicht eingehalten werde. „Es gibt keine Feuerpause in Mariupol und es gibt keine Feuerpause entlang der Evakuierungsroute. Unsere Zivilisten sind bereit zu flüchten, aber sie können nicht unter Beschuss fliehen“, so Orlow.

Ex-OMV-Chef: Große Abhängigkeit hätte nicht sein müssen

Der ehemalige OMV-Chef Gerhard Roiss teilt kräftig gegen „Putin-Versteher“ hierzulande aus. Österreich und die OMV seien von einer Gruppe von Leuten gezielt in eine Abhängigkeit von Russland gelenkt worden.

„Diese Leute haben ihre eigenen finanziellen Interessen über jede Moral gestellt“, sagt er dem „profil“. Die große Abhängigkeit vom russischen Gas, wie sie aktuell der Fall ist, hätte nicht sein müssen.

F1-Team Haas trennt sich von russischem Fahrer

Das Formel-1-Team Haas trennt sich mit sofortiger Wirkung vom russischen Fahrer Nikita Masepin und dem russischen Hauptsponsor Uralkali. Das teilte der US-Rennstall heute mit.

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Borrell setzt auf Vermittlung Chinas

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat sich nachdrücklich für eine Vermittlung Chinas im Ukraine-Krieg ausgesprochen. „Es gibt keine Alternative. Wir (Europäer, Anm.) können nicht die Vermittler sein, das ist klar (…) Und es können auch nicht die USA sein. Wer sonst? Es muss China sein, ich vertraue darauf“, sagt Borrell der spanischen Zeitung „El Mundo“ (Samstag-Ausgabe). Es gebe allerdings noch keine konkreten Gespräche über eine Vermittlung Pekings, räumt er ein.

EU-Abgeordnete: „Orban spielt doppeltes Spiel“

Von einem „doppelten Spiel“ des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban spricht die deutsche EU-Abgeordnete Katharina Barley (SPD). Regierungstreue TV-Sender senden ihren Aussagen zufolge weiterhin russische Propaganda der „aggressiven Ukraine“. Obwohl FIDESZ-Abgeordnete im EU-Parlament für die Resolution gestimmt haben, die Russland verurteilt, werde öffentlich das Gegenteil behauptet.

Stadtrat: Evakuierung von Mariupol verschoben

Die Evakuierung von Mariupol ist nach Angaben des Stadtrats verschoben worden, berichtet die BBC. Der Grund sei, dass Russland die Feuerpause nicht eingehalten habe. Einwohnerinnen und Einwohner werden angewiesen, erneut Schutz zu suchen. Zuvor hat der stellvertretende Vizebürgermeister der Stadt berichtet, dass Mariupol weiter unter Beschuss stehe.

Ukraine: Russland schüchtert NATO ein

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba beschuldigt die NATO-Allianz, sich dem russischen Druck zu beugen. Zuvor hat sich die Militärallianz geweigert, eine Flugverbotszone über der Ukraine durchzusetzen. Die NATO sei nicht die Kraft, die sich die Ukrainer zuvor vorgestellt hätten, so Kuleba.

Skilegende Schranz verurteilt Invasion „auf das Schärfste“

Seit Langem unterhält Wintersportlegende Karl Schranz eine freundschaftliche Beziehung zu Putin. Angesichts der Invasion Russlands in die Ukraine hat sich der 83-Jährige nun via Presseaussendung zu Wort gemeldet, er verurteilt den Einmarsch „auf das Schärfste“. Niemand könne das Töten von Zivilisten in der Ukraine gutheißen, und „das habe ich in meinem privaten Umfeld auch klar dargelegt“.

Wintersportlegende Karl Schranz
APA/Herbert Neubauer

Wehrschütz über die aktuelle Sicherheitslage

Im Ö1-Mittagsjournal analysiert der Ukraine-Korrespondent das hohe Sicherheitsrisiko entlang der humanitären Korridore. Wehrschütz berichtet auch von der Lage in Bila Zerkwa, einer Stadt in der ukrainischen Oblast Kiew, wo Berichten zufolge erstmals eine ballistische Rakete eingeschlagen sein soll.

Russland und Belarus beraten über humanitäre Korridore

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat mit seinem belarussischen Amtskollegen Wladimir Makei Pläne für humanitäre Korridore für Ausländer und Ausländerinnen beraten. Das meldet die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das belarussische Außenministerium. Durch solche Korridore solle es Ausländern ermöglicht werden, die Ukraine zu verlassen.

Die EU folgt Mitgliedern des Ostsee-Rates und schließt Russland und Belarus aus der Organisation aus. Das sei Teil der Reaktion der EU auf die russische Invasion der Ukraine und der Beteiligung von Belarus an der ungerechtfertigten Aggression, teilt die EU mit.

Dem Rat gehören die EU, die Anrainerstaaten der Ostsee sowie Norwegen und Island an. Die internationale Organisation soll die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit verbessern.

Kiew: Evakuierungen in einem Gebiet gestoppt

Das ukrainische Präsidialamt teilt mit, dass die Evakuierungen aus einem Gebiet, in dem Russland einen Waffenstillstand angekündigt hat, eingestellt worden sind. Gemeint ist damit die Evakuierungsaktion in Mariupol. Schon zuvor hat es aus Mariupol geheißen, dass die Evakuierung verschoben werde, weil Russland die Feuerpause nicht eingehalten habe.

Briten wird zur Ausreise aus Russland geraten

Großbritannien rät seinen Bürgerinnen und Bürgern, wenn möglich Russland zu verlassen. „Wenn Ihre Anwesenheit in Russland nicht unbedingt erforderlich ist, raten wir Ihnen dringend, die Ausreise auf den verbleibenden Handelsrouten in Betracht zu ziehen“, erklärt die Regierung in London.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Unterhaus, Tom Tugendhat, schlägt unterdessen ein Tribunal nach dem Vorbild der Nürnberger Prozesse gegen Putin und sein Umfeld vor.

Knaus über Helfer: „Sternstunde der Humanität“ möglich

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind schon mehr als eine Million Flüchtlinge aus der Ukraine Richtung EU unterwegs. Eine Entwicklung, die auch der Vorarlberger Migrationsforscher Gerald Knaus genau beobachtet. „Ich glaube tatsächlich, dass es möglich ist und dass das eine Sternstunde der Humanität sein kann, wie es ja in Österreich auch schon 2015 der Fall war“, so Knaus im Interview mit ORF Vorarlberg – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Lawrow: Mariupol lässt Zivilisten nicht ausreisen

Dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zufolge gibt es Informationen, dass die Behörden in Mariupol Zivilisten und Zivilistinnen nicht ausreisen lassen. Russland sei seit Beginn des Militäreinsatzes in der Ukraine bereit gewesen, humanitäre Korridore einzurichten.

Die russischen Streitkräfte hätten nur die militärische Infrastruktur der Ukraine angegriffen, bekräftigt er. Dem widersprechen zahlreiche Meldungen über Angriffe auch auf Wohnhäuser und andere nicht militärische Ziele.

Moskau verknüpft Iran-Atomabkommen mit Sanktionen

Russland will von den USA schriftliche Garantien, dass die Sanktionen gegen Russland die Zusammenarbeit mit dem Iran im Rahmen des Atomabkommens von 2015 mit den Weltmächten, das Teheran und Washington wiederbeleben wollen, nicht beeinträchtigen werden.

„Wir brauchen eine Garantie, dass diese Sanktionen in keiner Weise die Handels-, Wirtschafts- und Investitionsbeziehungen beeinträchtigen werden, die im Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan festgelegt sind“, sagt Lawrow vor Reportern.

Selenski ruft zur Verteidigung von Mariupol auf

Selenski ruft zur weiteren Verteidigung der Hafenstadt Mariupol auf. Die humanitären Korridore für Mariupol und Wolnowacha in der Region Donezk sollten funktionieren, um Frauen, Kinder und ältere Leute zu retten sowie Lebensmittel und Medikamente in die umkämpften Städte zu liefern, sagt Selenskyj in einer Videoansprache.

Der ukrainische Präsident Wolodmir Selenski
AP/Ukrainian Presidential Press Office

„Alle, die Hilfe brauchen, sollten die Möglichkeit bekommen rauszukommen“, sagt der Präsident. „Alle, die ihre Stadt verteidigen möchten, sollten den Kampf fortsetzen.“ Die ukrainische Seite tue alles, damit die Vereinbarungen für die humanitären Korridore hielten.

ARD und ZDF setzen Berichterstattung aus Moskau vorerst aus

Die deutschen Sender ARD und ZDF setzen die Berichterstattung aus ihren Moskauer Studios vorerst aus. Damit reagieren sie auf eine Gesetzesänderung, die das russische Parlament gestern verabschiedet hat. Die Verbreitung angeblicher Falschinformationen über die russischen Streitkräfte im Ukraine-Krieg kann mit hohen Geldstrafen und bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden.

Lawrow ruft Ukraine zu Waffenruhe auf

Russlands Außenminister Lawrow ruft die Ukraine zum Einhalten einer Waffenruhe um die Hafenstadt Mariupol und die Stadt Wolnowacha auf. „Wir zählen darauf, dass dieses Abkommen klar umgesetzt wird, unser Militär hat seine Arbeit dazu getan.“ Das Wichtigste sei, dass die Menschen durch humanitäre Korridore aus den Städten und Dörfern herauskommen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow
Reuters/Russian Foreign Ministry

Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, der verabredete humanitäre Korridor sei beschossen worden. Schüsse seien zudem von Mariupol aus auf Stellungen russischer Truppen abgefeuert worden. Zudem sei am Vormittag ein Wohnhaus gesprengt worden, in dem sich bis zu 200 Menschen aufgehalten haben könnten. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen.

Starke Fluchtbewegungen Richtung Lwiw

ZIB-Korrespondent Ernst Gelegs spricht über die aktuelle Situation in der ukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg).

Aeroflot stellt Dienstag Auslandsflüge ein

Die russische Fluggesellschaft Aeroflot stellt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur TASS mit Dienstag sämtliche Flüge aus Russland ins Ausland ein. Einzige Ausnahme seien Verbindungen nach Belarus. Die russische Flugaufsicht empfiehlt zudem russischen Fluggesellschaften mit im Ausland geleasten Maschinen, Passagier- und Transportflüge einzustellen.

Blinken dankt Polen

US-Außenminister Antony Blinken dankt Polen für dessen Engagement innerhalb der NATO und bei der Aufnahme Hunderttausender Flüchtlinge aus der Ukraine. Polen habe in diesem Moment der Krise für Millionen Menschen, in dem das Sicherheitsgleichgewicht in Europa bedroht sei, Großzügigkeit, Führungskraft und Entschlossenheit bewiesen, sagt Blinken in Rzeszow nach einem Treffen mit seinem polnischen Amtskollegen Zbigniew Rau.

Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine hat Polen nach Angaben seines Grenzschutzes mehr als 787.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. Polens Außenminister ruft Russland auf, die Angriffe auf die Zivilbevölkerung einzustellen.

Putin: Alles läuft nach Plan

Der russische Präsident äußert sich trotz Kritik und Skepsis seitens internationaler Militärexperten zufrieden über die russische Offensive in der Ukraine. Alles verlaufe nach Plan, die russische Armee erfülle all ihre Ziele. Die „Zerstörung der militärischen Infrastruktur“ in der Ukraine sei „als Teil der Operation (…) praktisch abgeschlossen“. Er nennt etwa Waffen- und Munitionslager.

Kritik übt Putin an den Sanktionen des Westens – diese würden einer Kriegserklärung gleichkommen, so der russische Präsident. Er warnt dabei auch vor der Durchsetzung einer Flugverbotszone über der Ukraine.

Voraussetzungen für die Ausrufung des Kriegsrechts in Russland sieht er hingegen nicht. Für eine solche Lage seien eine Aggression von außen oder Kämpfe in konkreten Regionen erforderlich, sagt er nach Angaben russischer Agenturen in Moskau. Auch den Ausnahmezustand plane er nicht. Er tritt damit Befürchtungen vieler Russen entgegen.

Rakete in Bila Zerkwa eingeschlagen

In Bila Zerkwa, einer Stadt in der ukrainischen Oblast Kiew, ist Berichten zufolge eine ballistische Rakete eingeschlagen. Bila Zerkwa zählt rund 200.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Schon 1,36 Mio. Menschen aus der Ukraine geflohen

Wegen des Krieges in der Ukraine sind nach Angaben der Vereinten Nationen schon mehr als 1,3 Millionen Menschen aus dem Land geflohen. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) spricht auf seiner Website von mindestens 1,36 Millionen Flüchtlingen, das sind fast 160.000 mehr als noch gestern. Die Zahl der täglich außer Landes Flüchtenden dürfte angesichts sich intensivierender Kämpfe weiter steigen.

Rotes Kreuz: Heute keine Evakuierungen

Laut Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) dürften heute doch keine Evakuierungen aus den Städten Mariupol und Wolnowacha stattfinden. „Wir befinden uns weiterhin im Dialog mit beiden Parteien über die sichere Durchreise von Zivilisten aus verschiedenen vom Konflikt betroffenen Städten“, heißt es in einem Statement. Zuvor hat die Ukraine beklagt, dass Russland die Feuerpause breche. Das Rote Kreuz sollte die Einhaltung der Waffenruhe sichern.

CDU-Chef Merz: Nicht alle Brücken zu Russland abbrechen

Die deutsche CDU ist trotz des russischen Krieges gegen die Ukraine dafür, den Kontakt zu Russland etwa im kulturellen Bereich nicht abreißen zu lassen. Man sei sich einig, dass hier nicht alle Brücken zu Russland abgebrochen werden sollten, sagt CDU-Chef Friedrich Merz nach einer Klausur der CDU-Spitze.

„Russland ist nicht unser Feind“, so Merz, der auch Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag ist. „Wir haben eine despotische Regierung dort, ein verbrecherisches Regime, das diesen Angriffskrieg jetzt führt.“ Die CDU differenziere sehr präzise zwischen der Regierung und der russischen Bevölkerung.

Lwiw: Menschen frieren im Bahnhof

In der ukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg) sind Tausende Menschen im Bahnhof versammelt. Bei frostigen Temperaturen wissen viele Familien nicht, wo sie die Nacht nach der Ankunft im Westen der Ukraine verbringen sollen.

Ärzte-ohne-Grenzen-Mitarbeiter über Lage in Mariupol

Ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen beschreibt die Situation in Mariupol: „Es gibt immer noch keinen Strom, kein Wasser, keine Heizung und keine Handyverbindung. Von einer #Evakuierung hat hier noch niemand gehört. Apotheken haben keine Medikamente mehr“, heißt es in einem Bericht auf Twitter.

Behörden: Nur 400 Menschen aus Wolnowacha geholt

Nur 400 Personen sollen heute aus der Stadt Wolnowacha gebracht worden sein, berichtet die BBC mit Verweis auf ukrainische Behörden. Um die Zivilisten aus der Stadt zu bringen, haben sich Russland und die Ukraine zuvor auf eine Waffenruhe, die am Vormittag begonnen hat, geeinigt. Aus der Stadt mit mehr als 22.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sollen insgesamt rund 15.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Die Evakuierungen sind aber inzwischen laut Angaben der Ukraine und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) verschoben worden. Der regionale Gouverneur Pawlo Kyrylenko nennt den Bruch der Waffenruhe seitens der russischen Truppen als Grund.

Tausende demonstrieren erneut in deutschen Städten

In vielen deutschen Städten sind heute erneut Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den Krieg und für Frieden in der Ukraine zu demonstrieren. In Hamburg sind rund 30.000 Demonstrierende durch die Innenstadt gezogen, um ein Zeichen für Solidarität mit dem Land zu setzen.

Demonstration in Hamburg gegen die russische Invasion in der Ukraine
APA/AFP/Axel Heimken

In München fordern rund 2.000 Menschen mit einer Menschenkette vom ukrainischen zum russischen Konsulat ein Kriegsende. In Osnabrück setzen zahlreiche Menschen mit Friedensgebeten und einer Demonstration ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine. In Düsseldorf startet indes eine Demonstration unter dem Motto „Zusammen gegen die russische Aggression“.

Schweden und Finnland wollen sich besser abstimmen

Schweden und Finnland wollen sich angesichts des Ukraine-Krieges noch näher in Sicherheitsfragen abstimmen und ihre Verteidigungsanstrengungen erhöhen. „Unsere Länder sind nicht direkt bedroht, aber es ist klar, dass wir die Sicherheit in unserer eigenen Region gemeinsam bewerten müssen“, sagt die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin nach einem Treffen mit der schwedischen Regierungschefin Magdalena Andersson in Helsinki.

Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin und die schwedische Regierungschefin Magdalena Andersson bei einer Pressekonferenz in Helsinki
APA/AFP/Lehtikuva/Roni Rekomaa

Finnland und Schweden sind anders als Dänemark, Norwegen und Island keine NATO-Mitglieder, dafür aber enge NATO-Partner. Durch Russlands Angriff auf die Ukraine hat der Zuspruch in beiden Ländern hinsichtlich einer möglichen NATO-Mitgliedschaft Umfragen zufolge stark zugenommen.

Finnische Bahn setzt zusätzliche Züge für Russen ein

Die finnische Bahn muss ihre Zugsverbindung vom russischen St. Petersburg in die Hauptstadt Helsinki ausweiten, weil mehr und mehr Russen und Russinnen ihr Land verlassen wollen. Tausende seien bereits in Finnland angekommen, neben dem Schnellzug Allegro seien auch die Busse auf der rund 400 Kilometer langen Strecke zwischen St. Petersburg und Helsinki voll, berichtet der finnische Fernsehsender Yle.

Viele fürchten, dass Russland unter Kriegsrecht gestellt werden könnte und die Grenzen geschlossen würden, berichtet der finnische Sender. Putin hat indes nach Angaben russischer Agenturen gesagt, er sehe derzeit keine Voraussetzungen für die Ausrufung des Kriegsrechts in Russland.

Blinken spricht mit Chinas Außenminister

Die US-Regierung übt Druck auf China aus, sich im Ukraine-Krieg gegen Russland zu positionieren. US-Außenminister Blinken habe mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi „über den vorsätzlichen, unprovozierten und ungerechtfertigten Krieg Moskaus gegen die Ukraine“ gesprochen, teilt das Außenministerium in Washington mit.

Blinken habe in dem Telefonat darauf verwiesen, dass „die Welt beobachtet, welche Nationen für die Grundprinzipien der Freiheit, Selbstbestimmung und Souveränität eintreten. Er betont, dass die Welt gemeinsam handelt, um die russische Aggression abzulehnen und darauf zu reagieren und sicherzustellen, dass Moskau einen hohen Preis zahlen wird.“

Samsung stoppt Lieferungen nach Russland

Der Elektronikriese Samsung stoppt wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine seine Lieferungen nach Russland. Der südkoreanische Konzern ist Marktführer bei Speicherchips, Smartphones und Fernsehern. In Russland sind seine Geräte stark gefragt. Bei Smartphones etwa liegt Samsungs Marktanteil nach Zahlen der Analysefirma IDC bei 34 Prozent.

Die Südkoreaner schließen sich damit einer Reihe von großen Tech-Unternehmen an, die ihre Lieferungen nach Russland stoppen. Dazu gehören etwa auch Apple und der Chipkonzern Intel.

Eine Gruppe von Menschen unter einer beschädigten Brücke in Kiew
AP/Emilio Morenatti
Ukrainerinnen und Ukrainer unter einer zerstörten Brücke nahe dem Fluss Irpin. Die russische Armee setzt auch in der Umgebung von Kiew, insbesondere im Nordwesten und Osten, ihre intensiven Bombenangriffe fort.

Zadic kündigt Kontaktstelle für Kriegsverbrechen an

Justizministerin Alma Zadic (Grüne) hat die Einrichtung einer Kontaktstelle zur Verfolgung von Kriegsverbrechen in der Ukraine angekündigt. Diese soll zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit der ukrainischen Justiz beitragen und könne Ersuchen etwa bei Beweiserhebungen und Fahndungen der ukrainischen Justizbehörden entgegennehmen und betreiben. „Wir müssen alles tun, um mögliche Kriegsverbrecher zu verfolgen“, sagt sie laut einer Aussendung.

Demonstration im besetzten Cherson

Im von der russischen Armee besetzten Cherson sind rund 2.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den Krieg zu protestieren. Sie sind durch das Stadtzentrum gezogen, haben Fahnen geschwenkt und die ukrainische Nationalhymne gesungen. Einheimische berichten der BBC, dass russische Soldaten eine Liste mit ukrainischen Aktivisten führen, die sie festnehmen wollen.

Zehntausende demonstrieren in Rom

In zahlreichen Städten weltweit wird heute erneut gegen den Krieg in der Ukraine demonstriert – so auch in Rom. Zur Kundgebung auf der Piazza San Giovanni in Laterano sind nach Angaben der Polizei geschätzt 25.000 Leute gekommen. Zeitweise seien bis zu 40.000 unterwegs gewesen.

Britischer Journalist angeschossen

Bei einem Angriff auf ein britisches Fernsehteam in der Nähe von Kiew ist Anfang der Woche ein Journalist durch eine Kugel verletzt worden. Wie der britische Fernsehsender Sky News mitteilt, ist das Team auf dem Weg in die ukrainische Hauptstadt gewesen, als das Feuer auf sein Auto eröffnet worden ist.

Chefkorrespondent Stuart Ramsay sei von einer Kugel im unteren Rücken verletzt worden. Auch ein Kameramann sei von zwei Kugeln getroffen worden, als er weggelaufen sei. Er ist dank seiner schusssicheren Weste unverletzt geblieben. Sky News zufolge wird eine russische Sabotagegruppe hinter dem Angriff vermutet.

Flüchtlingszahl kann bis morgen auf 1,5 Mio. steigen

Die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge könnte nach Einschätzung des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) bis zum Ende des Wochenendes auf 1,5 Millionen steigen. Gegenwärtig seien es 1,3 Millionen, sagt UNHCR-Chef Filippo Grandi zu Reuters.

Die Zahl der vor dem russischen Aggressionskrieg aus der Ukraine Flüchtenden bleibt in Österreich vorerst überschaubar. Wie das Innenministerium auf APA-Anfrage bekanntgibt, kommen täglich rund 4.000 Menschen aus der Region hierzulande an. Die allerwenigsten davon wollen im Land bleiben. 80 Prozent reisen in andere Staaten weiter.

Ukraine: Rakete trifft russischen Hubschrauber

Die ukrainische Armee sagt, sie habe einen russischen Militärhubschrauber abgeschossen. Ihr operatives Kommando veröffentlicht ein Video, auf dem zu sehen ist, wie eine Rakete einen niedrig fliegenden Hubschrauber trifft. Sekunden später stürzt dieser ab.

Warum Mariupol so bedeutend ist

Dem südukrainischen Mariupol, das sich seit Tagen unter russischem Beschuss befindet, kommt im Krieg in der Ukraine eine bedeutende Rolle zu. Es ist die letzte große Hafenstadt am Asowschen Meer unter ukrainischer Kontrolle und ein wichtiger Industriestandort. Außerdem hat die mehrheitlich russischsprachige Stadt 2014 bereits den Angriffen prorussischer Separatisten aus der Ostukraine standgehalten. Nun scheint sie jedoch kurz vor dem Fall zu stehen.

Mariupol liegt etwa 55 Kilometer von der russischen Grenze und 85 Kilometer von der Separatistenhochburg Donezk entfernt. 2014 haben prorussische Separatisten die Hafenstadt kurzzeitig besetzt, bevor diese von der ukrainischen Armee zurückerobert worden ist. Sollte Mariupol nun fallen, würde das den Zusammenschluss der russischen Truppen mit Einheiten von der Krim und dem Separatistengebiet im Donbass ermöglichen.

Kommende Woche EU-Gipfel zu Kriegs- und Sanktionsfolgen

Über eine strategische Neuaufstellung Europas infolge des Ukraine-Krieges soll auf einem informellen EU-Gipfel in Versailles in der kommenden Woche beraten werden. Wie die französische Zeitung „Le Monde“ berichtet, soll es dabei mit Blick auf die Bewältigung der Folgen auch um das Einrichten eines gemeinsamen Fonds zum Abfedern der Sanktionsfolgen für die EU gehen.

In den EU-Staaten liefen derzeit Gespräche, um einen solchen Fonds schnellstmöglich zu schaffen. Womöglich werde dieser bereits auf dem Gipfel am Donnerstag und Freitag angekündigt. Frankreich hat im Moment die EU-Ratspräsidentschaft inne.

UNO: Bisher 351 bestätigte Todesfälle unter Zivilisten

Laut dem Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen (UNO) gibt es aufgrund der Kämpfe in der Ukraine mindestens 351 bestätigte Todesfälle unter Zivilisten. Weitere 707 Zivilisten seien verletzt worden, teilt die UNO-Behörde mit. Sie weist zugleich darauf hin, dass die tatsächlichen Zahlen wahrscheinlich sehr viel höher seien. Die meisten Opfer seien bei Explosionen von Granaten und Raketen oder bei Luftangriffen gestorben.

Proteste in Paris und London

Auch in London und Paris haben Tausende Menschen gegen Russlands Krieg in der Ukraine protestiert. In der britischen Hauptstadt haben sich Hunderte Demonstranten auf dem Trafalgar Square versammelt. In Paris sind mehrere tausend Menschen zusammengekommen.

Demonstration auf dem Trafalgar Square in London gegen die russische Invasion in der Ukraine
Reuters/Dylan Martinez

200.000 könnten Mariupol verlassen

Die ukrainischen Behörden rechnen damit, dass mehr als 200.000 Menschen Mariupol während der vereinbarten Waffenruhe verlassen, knapp die Hälfte der Bevölkerung. Für Wolnowacha wird von 15.000 Menschen ausgegangen. Die Evakuierung sollte etappenweise über mehrere Tage erfolgen, heißt es. Dazu werden Busse bereitgestellt.

Als wichtigster Fluchtkorridor ist die Strecke von Mariupol bis Saporischschja vorgesehen, das sind etwa 225 Kilometer. Die Menschen sind aufgerufen, zu ihrer eigenen Sicherheit auf keinen Fall von der zwischen der ukrainischen und der russischen Armee vereinbarten Route abzuweichen. „Nehmen Sie so viele Menschen mit wie möglich“, appelliert die Stadt.

„Verzweifelte Bitte“ Selenskis um Flugzeuge

Selenski hat in einem Telefonat mit US-Senatoren nach US-Angaben eine „verzweifelte Bitte“ um Flugzeuge vorgetragen. Wie der Mehrheitsführer der Demokraten in der Kongresskammer, Chuck Schumer, in Washington erklärt, wolle der ukrainische Präsident von osteuropäischen Ländern Maschinen russischer Bauart.

„Diese Flugzeuge werden sehr dringend benötigt.“ Er werde alles tun, um deren Verlegung zu erleichtern, so Schumer. Selenski soll weiterhin eine Flugverbotszone, ein Verbot russischen Erdöls und ein Aussetzen von Kreditkarten wie Visa und Mastercard fordern.

Russland setzt Angriffe auf Mariupol fort

Das russische Militär hat eigenen Angaben zufolge die Angriffe auf die ukrainische Großstadt Mariupol und die Stadt Wolnowacha fortgesetzt. Seit 16.00 Uhr gingen die Kampfhandlungen nach einer mehrstündigen Feuerpause weiter, so das russische Verteidigungsministerium heute Abend laut Agentur Interfax.

Russen nehmen Militärbasis bei Cherson ein

Russische Truppen haben nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums eine große Militärbasis nahe der südukrainischen Gebietshauptstadt Cherson eingenommen. Die ukrainischen Truppen hätten die weitläufige Basis nahe der Ortschaft Radensk verlassen, so das Verteidigungsministerium nach Angaben der Agentur Interfax. Von Kiew gibt es keine Bestätigung.

Unter anderem seien Panzer und Panzerfahrzeuge erbeutet worden, in einer Halle sei ein Waffenlager, unter anderem mit Panzerabwehrraketen gefunden worden, so Russland weiter. Russische Truppen hätten außerdem im Gebiet Schitomir vier Flieger vom Typ SU-27 zerstört, außerdem seien fünf Radarstationen und zwei Flugabwehrsysteme vom Typ Buk M-1 vernichtet worden. Die Angaben können nicht überprüft werden.

Putin trifft Areoflot-Crew

Während die russische Fluglinie Aeroflot die Einstellung der Auslandsflüge angekündigt hat, hat sich Putin mit Crewmitgliedern getroffen, wie vom Kreml veröffentlichte TV-Aufnahmen zeigen. Entgegen den zuletzt veröffentlichten Bildern ist Putin darauf in fast geselliger Runde inmitten von rund 20 Menschen zu sehen.

Russlands Präsident Wladimir Putin spricht mit Vertretern russischer Fluglinien
AP/Sputnik/Kremlin Pool Photo/Mikhail Klimentyev

Bennett zu Gesprächen bei Putin

Der israelische Regierungschef Naftali Bennett ist als Vermittler im Ukraine-Krieg nach Moskau gereist. Rund zweieinhalb Stunden hat das Gespräch, eine Bitte von Selenski, mit Putin gedauert, bestätigt ein Sprecher Bennetts. Israel unterhält gute Beziehungen sowohl zur Ukraine als auch zu Russland und ist daher in einem Zwiespalt. Einerseits will Israel den Bündnispartner USA nicht verärgern, andererseits ist das Land aus strategischen Gründen vom Wohlwollen Moskaus abhängig, etwa in Syrien und dem Iran.

Kiew: Neue Verhandlungen mit Moskau am Montag

Neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine sind nach Angaben aus Kiew doch erst für Montag statt noch am Wochenende geplant. Das schreibt der Leiter der ukrainischen Delegation, David Arachamija, heute Abend in einem Post auf Facebook. Einzelheiten sind keine bekannt, eine Bestätigung von Russland fehlt.

Moskau mit scharfer Kritik an Österreich

Das russische Außenministerium hat heute in ungewohnter Schärfe Aussagen von Bundeskanzler Karl Nehammer und Außenminister Alexander Schallenberg (beide ÖVP) kritisiert. In einer Erklärung in sozialen Netzwerken heißt es, es gebe „einseitige und empörende Aussagen“ zur Situation von österreichischen Amtsträger aus den vergangenen Tagen.

Als Bundeskanzler eines „scheinbar neutralen Österreich“ habe Nehammer in einer „emotionalen antirussischen Rhetorik“ Russland eine einseitige Entfesselung eines Kriegs, die Verletzung des internationalen humanitären Rechts und Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Schallenberg habe zudem „absurde Anschuldigungen“ gegen Russland erhoben, darunter den Vorwurf der Zerstörung der gesamteuropäische Sicherheitsarchitektur. Man verurteile "derartige unbegründete Aussagen und Einschätzungen“, so das Außenministerium, das ernste Zweifel an der Qualität von Wiens „Neutralität“ aufkommen sieht. Man werde das in Zukunft berücksichtigen, schließt die Erklärung.

Ukraine erwartet weitere Maßnahmen gegen Russland

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba erwartet nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen neue Sanktionen gegen Russland und weitere Waffen für sein Land. „Ich hoffe, dass die Menschen in der Ukraine dies als klares Zeichen dafür sehen können, dass wir Freunde haben, die buchstäblich zu uns stehen“, so Kuleba nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Antony Blinken an der polnisch-ukrainischen Grenze.

US-Außenminister Antony Blinken und der ukrainische Außenminister Dmitro Kuleba an der ukrainisch-polnischen Grenze in Korczowa
APA/AFP/Olivier Douliery

OMV will nicht mehr in Russland investieren

Der heimische Öl- und Gaskonzern OMV kündigt an, in Russland zukünftig keine Investitionen mehr zu verfolgen. „Russland wird nicht mehr als eine der strategischen Kernregionen im Exploration & Production Portfolio der OMV betrachtet“, heißt es in einer Pflichtmitteilung heute Abend. Zudem werde eine strategische Überprüfung der wirtschaftlichen Beteiligung von knapp einem Viertel am Juschno-Russkoje-Erdgasfeld eingeleitet. „Diese Überprüfung beinhaltet alle Optionen einschließlich Möglichkeiten einer Veräußerung oder Ausstiegs.“

Russland bestätigt mögliche Gespräche am Montag

Neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine könnten am kommenden Montag stattfinden. Der russische Außenpolitiker Leonid Sluzki sagte am Abend im russischen Fernsehen: „Die dritte Runde kann wirklich in den nächsten Tagen stattfinden. Möglich ist es am Montag, dem 7. (März).“ Eine entsprechende Ankündigung gibt es bereits vom Leiter der ukrainischen Delegation, David Arachamija.

Bennet zu Gesprächen in Berlin

Israels Ministerpräsident Naftali Bennett reist nach Angaben seiner Regierung nach seinem Treffen mit Putin zu einem Gespräch mit dem deutschen Kanzler Olaf Scholz nach Berlin. Er soll noch am Abend im deutschen Kanzleramt empfangen werden. Bennett habe bereits mit Selenski gesprochen, so ein israelischer Regierungssprecher weiter.

US-Regierung ruft zu Ausreise aus Russland auf

Die US-Regierung verschärft ihre Reisewarnung für Russland weiter und ruft alle US-Staatsbürger und Staatsbürgerinnen zur sofortigen Ausreise aus dem Land auf. Es gebe noch begrenzte Flugmöglichkeiten. Überlandstrecken seien noch geöffnet. Am Montag hatte das Ministerium gewarnt, in Russland könnten US-Bürgern Schikanen der Sicherheitskräfte drohen, zudem könne die Botschaft dort in Notfällen nur noch begrenzt unterstützen.

Auch britischen Bürgern und Bürgerinnen wird von ihrer Regierung eine Ausreise aus Russland nahegelegt, schreibt die BBC. Ein Direktflug sei nicht mehr möglich, aber es gebe noch Rückreisemöglichkeiten.

Ukraine-Fahnen über Vilnius

In Litauen sind bei einer Protestaktion gegen die russische Invasion in die Ukraine acht Heißluftballons in die Luft aufgestiegen. Die Fluggeräte sind mit 20 Meter langen ukrainischen und litauischen Fahnen über der Hauptstadt Vilnius geschwebt.

Heißluftballons mit ukrainischer Flagge über Vilnius
AP/Mindaugas Kulbis

Damit soll Litauens Solidarität mit der Ukraine zum Ausdruck gebracht und der ukrainischen Bevölkerung Hoffnung und Entschlossenheit vermittelt werden, so die Stadtverwaltung der litauischen Hauptstadt. Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus.

Zerstörungen weiten sich aus

Die Menschen in der Ukraine haben mit den Zerstörungen durch die russischen Angriffe schwer zu kämpfen – nicht nur weil ihre Häuser und ihr Leben direkt bedroht sind, sondern weil sie auch die Motivation hinter der Invasion nicht verstehen können.

Reportage zur Lage der Bevölkerung

ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz berichtet über die Lage der Bevölkerung in Bila Zerkwa, einige Kilometer südlich von Kiew.

Erdogan schaltet sich wieder ein

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan wird einem Sprecher zufolge den russischen Präsident Wladimir Putin bei einem morgen geplanten Gespräch auffordern, die Invasion der Ukraine zu stoppen. Erdogan werde Putin zudem auffordern, einem Waffenstillstand eine Chance zu geben und humanitäre Korridore einzurichten, sagt Regierungssprecher Ibrahim Kalin in Istanbul.

Die Türkei habe aber keine Pläne, sich den Sanktionen anzuschließen, so der Sprecher weiter. „Wir wollen nicht in eine Position gedrängt werden, in der wir zu einer Kriegspartei werden. Wir müssen in der Lage sein, mit beiden Seiten zu sprechen.“

Die Zeit für eine Evakuierung läuft davon

Die Zeit für eine Evakuierung läuft in vielen Städten in der Ukraine ab. Es brauche ein Minimum an Vertrauen, das vor allem auf der russischen Seite fehle, berichtet ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz aus der Ukraine. Die Zivilisten hätten darunter nun besonders zu leiden.

Russische Jets mit „Stinger“-Raketen abgeschossen

Ukrainische Truppen haben mit den von Verbündeten gelieferten Waffen nach Angaben von Außenminister Dmytro Kuleba zahlreiche russische Panzerfahrzeuge und anderes Kriegsgerät zerstört. „Gerade heute haben wir drei russische Kampfflugzeuge, die unsere Städte bombardiert haben, mit Hilfe von ‚Stingern‘ abgeschossen“, so Kuleba anlässlich des Treffens mit US-Außenminister Antony Blinken heute im Grenzgebiet zu Polen.

Die Boden-Luft-Raketen vom Typ „Stinger“ aber auch Panzerabwehrwaffen haben die USA, aber auch Deutschland geliefert. Laut Kuleba braucht die Ukraine weitere militärische Unterstützung etwa in Form von Kampfjets oder Luftabwehrsystemen. Bei den Verhandlungen gebe es keine Fortschritte, aber „jeder Krieg endet mit Diplomatie und mit Gesprächen, also müssen wir weiter reden.“

Das russische Außenministerium fordert einem Medienbericht zufolge die EU- und NATO-Staaten auf, ihre Waffenlieferungen an die Ukraine zu beenden. Man sei insbesondere besorgt, dass Luftabwehrraketen des Typs „Stinger“ in die Hände von Terroristen gelangen könnten, so die Nachrichtenagentur RIA.

Mehr als 100.000 schlossen sich Territorialverteidigung an

Seit Ausbruch des Krieges gegen Russland haben sich mehr als 100.000 Menschen der ukrainischen Territorialverteidigung angeschlossen, berichtet die Agentur Unian heute über Angaben der ukrainischen Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar. Die Freiwilligenbataillone sollten auch nach dem Ende des Kriegs nicht aufgelöst, sondern in die ukrainischen Verteidigungsstrukturen integriert werden, sagte Maljar.

Selenski ruft Ukrainer zu Widerstand auf

Selenski ruft die Ukrainer und Ukrainerinnen dazu auf, russische Truppen aus dem Land zu vertreiben. „Wir müssen nach draußen gehen! Wir müssen kämpfen! Wann immer sich eine Gelegenheit bietet“, heißt es in einer weiteren Videobotschaft des ukrainischen Präsidenten heute Abend. Die Ukrainerinnen und Ukrainer sollen nach draußen gehen „und dieses Übel aus unseren Städten vertreiben“.

Es sei zudem wichtig, die Errichtung neuer „Volksrepubliken“ zu verhindern. Dort sei ein normales Leben nicht möglich, dort sei man „nur auf den Knien“. Er spricht auch direkt die Menschen in den selbst proklamierten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk im Osten des Landes an: „Wenn sie Euer Gedächtnis nicht durch Propaganda ausradiert haben, eure Augen nicht vor Angst geschlossen sind – kämpft, für Eure Rechte, Freiheit, die Ukraine“.

Ihm sei bewusst, dass viele Menschen dort dächten, die Ukraine hasse sie und Kiew zerstöre ihre Städte. „Aber vergleicht Donezk nach acht Jahren Krieg mit Charkiw nach acht Tagen Krieg“. Die Menschen sollten sich verteidigen, oder Russland würde auch ihre Leben und Häuser nehmen. „Alle im Donbass waren und werden immer Ukrainer sein.“

Die Liveberichterstattung endet hiermit vorerst, auf ORF.at finden Sie weiterhin die aktuellsten Entwicklungen und Nachrichten zum Ukraine-Krieg.