Zwei Soldaten passieren zerstörte Gebäude in Irpin
Reuters
LIVETICKER

Ukraine meldet Beschuss statt Rückzug

Großangriff auf Tschernihiw und Explosionen in Kiew: Entgegen der angekündigten Reduktion der militärischen Aktivitäten in der Nordukraine setzt Russland seine Offensive fort. Besonders heftige Kämpfe gibt es im Osten der Ukraine. Die USA rechnen mit Großangriffen auch in anderen Landesteilen.

Online seit 30. März 2022, 6.29 Uhr
Mehr zum Thema
+
1 neue Updates

Außenminister Lawrow besucht Indien

Russlands Außenminister Lawrow besucht nach Angaben aus Neu-Delhi morgen und übermorgen Indien. Bei Resolutionen im UNO-Sicherheitsrat hat sich Indien enthalten – sowohl bei solchen von als auch solchen gegen Russland.

Das Land mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Menschen hat sich trotz eines Drängens aus den USA und Europa nicht dazu bewegt, Kritik am russischen Angriffskrieg zu äußern.

Indien will seinen Handel mit Russland ausbauen. Nach Angaben aus US-Kreisen würde es sich einem „hohen Risiko“ aussetzen, wenn es seine Käufe von Öl aus Russland jetzt deutlich hochfahre.

Bürgermeister von Melitopol glaubt an Sieg

Der Bürgermeister der ukrainischen Stadt Melitopol, Iwan Fedorow, sagt im ZIB2-Interview, die russischen Besatzer hätten einen Völkermord gegen die Zivilbevölkerung begonnen. 90.000 der ursprünglich 150.000 seien geblieben. Viele würden die Stadt verlassen wollen, würden von den russischen Besatzern aber nicht hinausgelassen.

Bürgermeister Fedorow im ZiB2-Interview

Die Invasion sei die Entscheidung eines „verrückten Menschen“. Das sei kein Krieg gegen die Ukraine, sondern ein Krieg gegen die gesamte zivilisierte Welt. Es gebe zwei Möglichkeiten, den Krieg zu beenden, diplomatisch oder mit einem militärischen Sieg. „Ich bin überzeugt, dass wir gewinnen“, so Fedorow. Er habe keinen Zweifel daran, dass die Ukraine Mitglied der EU werde.

Melitopol wird seit dem zweiten Tag der Invasion von russischen Truppen kontrolliert. Fedorow ist zuvor vom Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im Rathaus empfangen worden. Er ist am 11. März von russischen Soldaten entführt und fünf Tage lang festgehalten worden.

Kadyrow: Russland wird keine Zugeständnisse machen

Russland wird in der Ukraine nach Darstellung des Oberhaupts der Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, keine Zugeständnisse machen. Es sei falsch von dem Unterhändler Wladimir Medinski gewesen, entsprechende Andeutungen zu machen, erklärt Kadyrow in einem Video auf Telegram. Russlands Präsident Wladimir Putin werde nicht einfach das abbrechen, was er in der Ukraine begonnen habe.

Mehrheit der US-Bürger für mehr Truppen in NATO-Staaten

Eine Mehrheit von 55 Prozent der US-Bürger unterstützt einer Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge eine Entsendung weiterer amerikanischer Truppen in die Staaten der NATO-Verbündeten in Zentral- und Osteuropa.

Unter den Demokraten von Präsident Joe Biden liegt die Quote bei etwa 61 Prozent, unter den Republikanern bei 54 Prozent. Gegenwärtig befinden sich mehr als 100.000 US-Soldaten in Europa, verglichen mit grob 80.000 vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs.

Russland zieht kleinen Teil seiner Truppen um Kiew ab

Russland beginnt nach US-Angaben damit, weniger als 20 Prozent der Truppen aus dem Raum Kiew zu verlegen. Einige Soldaten hätten das Ziel Belarus, keiner kehre in die Heimat zurück, teilt das US-Verteidigungsministerium mit. Man gehe davon aus, dass Russland die Truppen neu ausrüsten und versorgen und sie dann wieder zurück in die Ukraine schicken werde, sagt Ministeriumssprecher John Kirby.

Nehammer morgen bei Scholz

Bundeskanzler Karl Nehammer reist morgen und übermorgen in Begleitung von Integrationsministerin Susanne Raab (beide ÖVP) nach Berlin. Nehammer wird in der deutschen Hauptstadt seinen deutschen Amtskollegen Olaf Scholz (SPD), Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) treffen.

Mit Scholz will Nehammer „unter anderem besprechen, wie wir eine Deeskalation und Dialog in der Ukraine bewirken können“. Sowohl Österreich als auch Deutschland sind stark von russischen Gaslieferungen abhängig und lehnen ein von der Ukraine und Experten gefordertes Energieembargo gegen Russland ab.

Scholz warnt, dass ein Embargo eine erhebliche Wirtschaftskrise auslösen würde. Nehammer erklärte, dass das für Österreich nicht infrage käme, weil es sei, wie „wenn man sich ins linke und rechte Bein gleichzeitig schießen würde“.

IAEA-Chef Grossi besucht die Ukraine

Aus Sorge um die Sicherheit der ukrainischen Atomkraftwerke hat der Leiter der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA), Rafael Grossi, die Ukraine besucht und mit Mitarbeitern des Atomkraftwerks Süd-Ukraine, etwa 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Kiew im Gebiet Mykolajiw, gesprochen. Russische Truppen sollen sich nur wenige dutzend Kilometer südöstlich des Kraftwerks befinden.

Dem Atomkonzern Enerhoatom zufolge hat Grossi auch mit Energieminister Herman Haluschtschenko, dem Chef von Enerhoatom, Petro Kotin, und dem Leiter der Atomaufsicht, Oleh Korikow, gesprochen. Diskutiert worden seien Fragen der Sicherung von Kraftwerken, atomarem Brennstoff und Abfällen. Grossi sagte nach eigenen Angaben die Entsendung von IAEA-Experten und Lieferung von Material zu, um einen sicheren Weiterbetrieb der ukrainischen Atomkraftwerke zu gewährleisten.

Schwedische Regierungschefin: NATO-Beitritt möglich

„Ich schließe einen Beitritt zur NATO keineswegs aus“, sagt die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson in einem Interview mit dem Sender SVT. Die Sozialdemokratin galt bisher als Verfechterin der schwedischen Bündnisneutralität.

Andersson sagt, die schwedische Sicherheitspolitik werde derzeit grundlegend überprüft. „Ich möchte, dass wir eine gründliche Analyse unserer Möglichkeiten in dieser Situation vornehmen, inklusive der damit verbundenen Gefahren und Risiken, um die beste Entscheidung für Schweden zu treffen.“

Schweden ist kein NATO-Mitglied, fungiert jedoch als enger Partner des Militärbündnisses in Skandinavien. Es wird erwartet, dass die NATO-Frage den Wahlkampf im Sommer bestimmen wird. Im September wird ein neues Parlament gewählt. Oppositionsführer Ulf Kristersson hat bereits erklärt, im Falle eines Wahlsiegs einen Antrag auf Mitgliedschaft in dem Bündnis stellen zu wollen.

Südossetien plant Volksbefragung zu Beitritt zu Russland

Die Kaukasus-Region Südossetien plant eine Volksbefragung über einen möglichen Beitritt zur Russischen Föderation. „Natürlich müssen wir das Volk nach seiner Meinung fragen“, sagt der Präsident des Gebietes, Anatoli Bibilow, im russischen Fernsehen. Das könne rasch getan werden. „Wie man so schön sagt, ist es eine technische Frage.“ Er selbst sei überzeugt, dass es ein „jahrhundertealter Traum“ des ossetischen Volkes sei, sich Russland anzuschließen.

Russland hat die Unabhängigkeit der prorussischen Separatistenregion Südossetien und des benachbarten Abchasien nach einem kurzen militärischen Konflikt mit Georgien im August 2008 offiziell anerkannt. Seitdem sind russische Streitkräfte dort ständig stationiert.

Russland stellt Feuerpause in Mariupol in Aussicht

Russland bietet eigenen Angaben zufolge eine Feuerpause in der umkämpften ukrainischen Stadt Mariupol an. „Russlands Streitkräfte erklären – ausschließlich zu humanitären Zwecken – am 31. März ab 10.00 Uhr (9.00 Uhr MESZ) eine Feuerpause“, sagt Generalmajor Michail Misinzew.

Der vorübergehende Waffenstillstand solle dazu dienen, damit Zivilisten aus der umkämpften Hafenstadt am Asowschen Meer erst ins westlich gelegene Berdjansk und dann weiter nach Saporischschja fliehen könnten.

Die ukrainische Seite habe bis um 6.00 Uhr Donnerstagfrüh (5.00 Uhr MESZ) Zeit, um ihrerseits eine Feuerpause zu erklären und darüber Russland sowie die Vereinten Nationen und das Internationale Rote Kreuz schriftlich zu informieren. Die Ukraine und Russland haben sich immer wieder gegenseitig beschuldigt, die Flucht von Einwohnerinnen und Einwohnern aus Mariupol zu sabotieren.

Moldawien zahlt ab April doppelt so viel für russisches Gas

Moldawien wird nach eigenen Angaben ab 1. April der russischen Gasprom zwischen 1.160 und 1.170 Dollar (bis 1.055,48 Euro) pro tausend Kubikmeter für Erdgas zahlen. Das sei der vorläufige Preis, sagt der Chef des Energiekonzerns Moldovagaz, Wadim Ceban. Im März hat das staatliche Unternehmen noch 547 Dollar bezahlt.

Moldawien ist wie die Ukraine und Georgien eine Ex-Sowjetrepublik, wo sich Separatisten mit der Unterstützung Moskaus vom Staat loslösen wollen. Im Fall von Moldawien, das zwischen Rumänien und der Ukraine liegt, aber keine gemeinsame Grenze mit Russland hat, geht es dabei um die abtrünnige Region Transnistrien.

Ukraine: Abramowitsch ist ein guter Vermittler

Der Oligarch Roman Abramowitsch sei ein guter Vermittler zwischen Kiew und Moskau, erklärt der ukrainische Unterhändler Mychailo Podoljak. Abramowitsch helfe dabei, Missverständnisse zu vermeiden. Der Milliardär war an den ukrainisch-russischen Verhandlungen in der Türkei in den vergangenen Tagen beteiligt.

Roman Abramovich bei den Verhandlungen in Istanbul
Reuters/Turkish Presidency

Großbritannien setzt neue Sanktionen in Kraft

Großbritannien setzt neue Sanktionen gegen Russland in Kraft. Demnach ist die Wartung von Flugzeugen oder Schiffen verboten, die von den Maßnahmen betroffenen Oligarchen gehören.

Der britische Premierminister Boris Johnson fordert einen vollständigen Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine zur Voraussetzung für eine Lockerung der Sanktionen. Mit Blick auf die britischen Militärhilfen für die Ukraine kündigte Johnson an, „einen Gang höher zu schalten“.

Johnson schließt aus, der Ukraine Sicherheitsgarantien anzubieten, die mit jenen der NATO-Mitgliedsstaaten vergleichbar wären. Allerdings könne die Ukraine möglicherweise von einem anderen Sicherheitskonzept der Abschreckung profitieren, wenn sie mit westlicher Hilfe stark aufgerüstet würde.

Bericht über die aktuellen Kampfhandlungen

ORF-Korrespondentin Carola Schneider berichtet aus Moskau über die aktuellen Kampfhandlungen in der Ukraine und erläutert, was über die russische Strategie bekannt ist.

FIFA-Council bestätigt Ausschluss russischer Teams

Der Fußballweltverband bestätigt den Ausschluss russischer Teams aus allen FIFA-Wettbewerben. Das Council hat in Doha mehrere bereits getroffene Entscheidungen wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ratifiziert, wie die FIFA mitteilt.

Derzeit dürfen weder russische Clubs noch russische Nationalteams an Wettbewerben des Weltverbands teilnehmen. Dies hat bereits zuvor das Büro des Exekutivgremiums beschlossen, die Bestätigung war ein formaler Akt. Zuletzt hat der Internationale Sportgerichtshof (CAS) den Einspruch der Russen gegen die Suspendierung der Teams durch die FIFA abgelehnt.

Deutschland bereitet neue Waffenlieferungen vor

Die deutsche Regierung steht offenbar vor weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ liegt der Regierung eine Liste mit Rüstungsgütern im Wert von etwa 300 Millionen Euro vor, die kurzfristig an die Ukraine geliefert werden könnten.

Dabei handle es sich nicht um Waffen und Ausrüstung aus Beständen der Bundeswehr, sondern um Güter, welche die Industrie sofort beziehungsweise ohne großen Vorlauf liefern könne.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) habe „keine Bedenken“ gegen die Lieferungen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf das Ministerium. Dort werde allerdings darauf verwiesen, dass zuvor der geheim tagende Bundessicherheitsrat darüber entscheiden müsse. Auch sei noch nicht geklärt, wer die Verträge schließt und wer dafür bezahlt.

USA geben Ukraine weitere 500 Millionen US-Dollar

Die US-Regierung will der Ukraine weitere finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe zukommen lassen. US-Präsident Biden habe seinem ukrainischen Kollegen Selenski in einem Telefonat 500 Millionen US-Dollar (rund 448 Millionen Euro) an direkter Haushaltshilfe zugesagt, teilt das Weiße Haus mit.

Man habe sich auch darüber ausgetauscht, wie die USA die wichtigsten Ersuchen der Ukraine um sicherheitspolitische Unterstützung erfüllen könnten und welche „kritischen Auswirkungen diese Waffen auf den Konflikt“ haben würden, so das Weiße Haus weiter.

Ähnlich äußert sich Selenski. Es sei über Verteidigungsmaßnahmen, ein neues Paket von Sanktionen sowie über finanzielle und humanitäre Hilfen gesprochen worden.

Estlands Regierungschefin fordert stärkere NATO-Präsenz

Estlands Regierungschefin Kaja Kallas fordert eine stärkere NATO-Präsenz im Baltikum: „Wir brauchen eine glaubwürdige Verteidigung an Land, in der Luft und auf See. Die aktuelle Situation in unserer Region reicht dafür nicht aus. Wir müssen die Lücke schließen.“

Die estnische Premierministerin Kaja Kallas
AP/Pool Photo/Olivier Douliery

Konkret fordert Kallas „kampfbereite Divisionen“, Luftverteidigung und mehr Schiffe, die auf der Ostsee patrouillieren. „Wir müssen dem Angreifer zeigen, dass wir bereit sind, uns hier zu verteidigen. Und wenn es sein muss, wir auch bereit sind, zu kämpfen“, sagt sie. „Um Frieden zu haben, müssen wir uns auf Krieg vorbereiten. Abschreckung und Verteidigung sind besser und auch billiger als Krieg.“

Karner: Flüchtlinge dürfen mehr verdienen

Aus der Ukraine Geflüchtete dürfen in der Grundversorgung mehr dazuverdienen. Statt 110 Euro wird es in Richtung der Geringfügigkeitsgrenze von 485 Euro gehen. Das sagt Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).

Weiteres Ergebnis ist, dass die Unterstützung für privat Untergebrachte angehoben wird. Konkret soll es ein Plus von 60 Euro im Monat geben, womit gesamt eine Summe von 180 Euro pro Person für jene zur Verfügung steht, die keine staatlich organisierte Unterkunft in Anspruch nehmen.

40.000 Ukraine-Flüchtlinge in Österreich

In Österreich sind aktuell 40.000 Flüchtlinge aus der Ukraine registriert worden.

Bisher wurden laut Karner bereits 40.000 Personen erfasst, etwa 7.000 seien bereits mit Vertriebenenpässen versorgt worden, womit sie für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden. Doch es könnten weit mehr werden. Wiens Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) schätzt, dass 200.000 bis 250.000 Menschen aus der Ukraine in Österreich Schutz suchen könnten.

Gouverneur: Russland setzt Phosphormunition ein

Russische Truppen setzen nach Worten eines Gouverneurs Phosphormunition ein und bombardieren Siedlungen an der Frontlinie, die das von der Ukraine kontrollierte Territorium von den Gebieten trennt, welche von russischen Kräften in der östlichen Donezk-Region unterstützt werden. Gouverneur Pawlo Kyrylenko sagt zudem im nationalen Fernsehen, dass der jüngste Versuch zur Evakuierung der umzingelten Hafenstadt Mariupol wahrscheinlich gescheitert sei, da Konvois nicht passieren könnten.

Italiens Premier Draghi telefoniert mit Putin

Italiens Premier Mario Draghi hat mit Putin telefoniert. Bei dem einstündigen Gespräch habe Putin Draghi über den Stand der Gespräche zwischen Russland und der Ukraine in Istanbul informiert, teilt der Kreml in einer Mitteilung mit. Putin habe auch die Entscheidung erläutert, bei den Zahlungen für Erdgaslieferungen an einige Länder, darunter Italien, auf den Rubel umzustellen.

Draghi hat gegenüber Putin die Bereitschaft signalisiert, bei klaren Deeskalationszeichen Russlands zum Friedensprozess beizutragen. „Herr Präsident Putin, ich rufe Sie an, um über Frieden zu sprechen“, so Draghi. Er betont zudem, dass es wichtig wäre, so schnell wie möglich einen Waffenstillstand zu erreichen. Das solle die Bevölkerung schützen und die Verhandlungsbemühungen aufrechterhalten.

Rutte: EU-Sanktionen bleiben bei erzwungenem Frieden

Ein erzwungener Frieden zwischen der Ukraine und Russland wird nach Darstellung des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte nicht zu einer Lockerung der europäischen Sanktionen führen. „Ein Friedensabkommen bei vorgehaltener Waffe, das den Verlust ukrainischen Territoriums und Souveränität bedeutet, ist nicht der Weg zurück zur Normalität“, sagt Rutte, „noch wird es automatisch zu einer Lockerung unserer Sanktionen führen.“

Razzia von EU-Wettbewerbsbehörden bei Gasprom

Die Wettbewerbsbehörden der Europäischen Union haben einem Insider zufolge eine Razzia beim russischen Erdgaskonzern Gasprom vorgenommen. Die mit dem Vorgang vertraute Person lehnt es ab, weitere Einzelheiten zu nennen.

Selenskis Ehefrau: „Wie ein schlechter Actionfilm“

Olena Selenska, Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski, gibt trotz der beklemmenden Lage in der Ukraine die Hoffnung auf ein Ende des Krieges nicht auf. „Dass meine Familie und ich gejagt werden, kommt mir vor wie ein schlechter Actionfilm“, sagt Selenska.

Olena Selenska
APA/AFP/Getty Images/Anna Moneymaker

„Aber dann erinnere ich mich, was die Eindringlinge bereits getan haben, wie viele wehrlose Kinder getötet wurden, ganze Familien ausgelöscht, unbewaffnete Ukrainer erschossen“, sagt die frühere Comedy-Drehbuchautorin und Mutter zweier Kinder gegenüber der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ weiter.

Dennoch bleibe sie hoffnungsvoll, so die 44-Jährige. „Wir werden gewinnen, und ich bin sicher, die Ukrainer werden zurückkehren, die von den russischen Invasoren zerstörten Städte wieder aufbauen und daran arbeiten, Wirtschaft und Infrastruktur wiederherzustellen.“

USA: NATO soll dauerhafte Stationierung in Osteuropa prüfen

Der russische Einmarsch in der Ukraine sollte nach Worten eines US-Generals zu einer erneuten Überprüfung der permanenten Präsenz der NATO in Osteuropa führen. Auf die Frage nach der Möglichkeit einer stärkeren dauerhaften Stationierung von US-Soldaten in den baltischen Staaten und andernorts antwortet der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, Tod Wolters: „Das soll sich ändern.“

Leasingfirma meldet Versicherern Milliardenschaden

Der drohende Verlust vieler Passagier- und Frachtjets an Russland beginnt neben den Flugzeugfinanzierern auch die Versicherungsbranche zu treffen. Das weltgrößte Flugzeug-Leasingunternehmen AerCap meldet bei der Assekuranz Schäden in Höhe von etwa 3,5 Milliarden US-Dollar (rund 3,16 Mrd. Euro) an, wie Finanzchef Peter Juhas bei der Bilanzvorlage des Unternehmens sagt.

Den Angaben zufolge hat AerCap 135 Maschinen und 14 Triebwerke an russische Fluggesellschaften vermietet. Davon habe das Unternehmen bisher 22 Flugzeuge und drei Triebwerke zurückgeholt. Das Restrisiko liegt bei rund 2,5 Milliarden Dollar.

UNO: Russische Angriffe könnten Kriegsverbrechen sein

Bei den russischen Angriffen aus der Luft und mit schwerer Artillerie auf ukrainische Städte könnte es sich nach Darstellung der Vereinten Nationen um Kriegsverbrechen handeln. Die Hohe Kommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, spricht vor dem Menschenrechtsrat in Wien zudem von „glaubwürdigen Vorwürfen“, dass die russischen Streitkräfte in mindestens 24 Fällen Streumunition in bewohnten Teilen der Ukraine verwendet hätten. Ihr Büro gehe Vorwürfen eines ähnlichen Vorgehens vonseiten der Ukraine nach.

Netrebko: „Verurteile Krieg gegen die Ukraine“

Die russisch-österreichische Sopranistin Anna Netrebko, die zuletzt zahlreiche Engagements verloren hat, weil sie sich nicht explizit vom russischen Einmarsch in die Ukraine distanziert hat, bezieht nun doch Position.

Über ihren Anwalt lässt sie „im Hinblick der zahlreichen Medienberichte der letzten Tage“ eine Erklärung verbreiten: „Ich verurteile den Krieg gegen die Ukraine ausdrücklich und meine Gedanken sind bei den Opfern dieses Krieges und ihren Familien“, heißt es darin.

„Meine Position ist klar. Ich bin weder Mitglied einer politischen Partei noch bin ich mit irgendeinem Führer Russlands verbunden. Ich erkenne und bedauere, dass meine Handlungen oder Aussagen in der Vergangenheit zum Teil falsch interpretiert werden konnten“, so Netrebko weiter.

Bürgermeister: Mindestens 200 Tote in Irpin

Im Kiewer Vorort Irpin sind nach Angaben des Bürgermeisters seit dem Beginn des Kriegs mindestens 200 Menschen getötet worden. „Ich denke, dass ungefähr 200 oder 300 Menschen leider gestorben sind“, so Oleksandr Markuschin. Während der heftigsten Kämpfe um die nordwestlich der ukrainischen Hauptstadt gelegene Stadt seien die Toten „einfach in Gärten oder Parks begraben“ worden.

US-Insider: Putin wird von Beratern in die Irre geführt

Russlands Präsident Wladimir Putin wird nach Angaben aus US-Kreisen von seinen Beratern über den Verlauf des Krieges und die Folgen der westlichen Sanktionen in die Irre geführt. „Wir glauben, dass Putin von seinen Beratern falsch informiert wird, wie schlecht die Leistung des russischen Militärs ist und wie sehr die russische Wirtschaft durch die Sanktionen gelähmt wird“, sagt ein Insider unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. „Seine hochrangigen Berater haben zu viel Angst, ihm die Wahrheit zu sagen.“

Ältere Meldungen anzeigen