Kernkraftwerk Tschernobyl
AP/CTK/Okla Michal
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Russische Truppen ziehen aus Tschernobyl ab

Die russischen Angriffe in der Ukraine verlagern sich zusehends auf den Osten und Süden des Landes. Hier werde die Situation „extrem schwierig“, sagte auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi Donnerstagabend. Nach Angaben der Ukraine zogen aber inzwischen alle russischen Truppen vom Gelände des Atomkraftwerks Tschernobyl ab. Sie seien in Richtung der Grenze nach Belarus gefahren, teilte der Atomkonzern Enerhoatom mit.

Online seit 31. März 2022, 6.00 Uhr
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Kiew: Gespräche sollen morgen online weitergehen

Dem ukrainischen Unterhändler Dawyd Arachamija zufolge, sollen die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine morgen weitergeführt werde. Dieses Mal würden sie allerdings online stattfinden.

Nachdem die letzte Verhandlungsrunde in der Türkei zu Ende gegangen ist, hat Arachamija gepostet, die Ukraine habe vorgeschlagen, dass sich die beiden Staatsoberhäupter nun treffen sollten. Russland aber habe geantwortet, dass noch mehr Arbeit an einem Vertragsentwurf geleistet werden müsse.

Selenskyj verwirft russische Zusagen von weniger Angriffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die russische Zusage einer Reduktion der militärischen Aktivitäten verworfen. „Wir glauben niemandem, keiner einzigen schönen Phrase“, sagt der Staatschef in einer abendlichen Ansprache. Die russischen Streitkräfte gruppierten sich nur um, damit sie in der Donbass-Region im Osten stärker angreifen können.

Russische Unterhändler haben nach den Verhandlungen in Istanbul am Dienstag gesagt, Moskau werde seine Angriffe auf Kiew und Tschernihiw im Norden „drastisch“ zurückfahren. Dennoch ist der Beschuss in der Nacht fortgesetzt worden.

Moskau kündigt Feuerpause für Mariupol an

Der Leiter des nationalen russischen Verteidigungskontrollzentrums, Generalmajor Michail Misinzew, sagt, Moskau sei bereit, heute Vormittag (Ortszeit) eine Waffenruhe einzuhalten und einen Evakuierungskorridor aus der belagerten Stadt Mariupol zu öffnen. Das berichten verschiedene russische Nachrichtenagenturen.

Ein Soldat der prorussischen Truppen geht an den Ruinen von Mariupol vorbei
Reuters/Alexander Ermochenko

Britischer Spionagechef: Moral der russischen Soldaten niedrig

Der Chef des britischen Geheim- und Sicherheitsdienstes Government Communications Headquarters (GCHQ), Jeremy Fleming, sagt, russische Soldaten hätten in der Ukraine Befehle verweigert, ihre eigene Ausrüstung sabotiert und versehentlich eines ihrer eigenen Flugzeuge abgeschossen.

„Putin hat die Situation extrem falsch eingeschätzt“, sagt Fleming in einer Rede im australischen Canberra an der Australian National University. „Wir glauben, dass Putins Berater Angst haben, ihm die Wahrheit zu sagen“. Es gebe Beweise dafür, dass die Moral der russischen Soldaten niedrig und ihre Ausrüstung schlecht sei, so Fleming.

Ukraine: Russland bereitet „Referendum“ in Cherson vor

Russland soll nach Angaben des ukrainischen Generalstabs in der eroberten Großstadt Cherson ein „Referendum“ über die Errichtung einer moskaufreundlichen „Volksrepublik“ vorbereiten. Damit versuche die Besatzungsarmee, die Gebiete im Süden der Ukraine mit „zivil-militärischen Verwaltungen“ zu kontrollieren, teilt der Generalstab mit.

Das Muster würde den mittlerweile von Russland als unabhängig anerkannten Separatistengebieten Donezk und Luhansk in der Ostukraine ähneln. Das „Referendum“ solle zur Gründung einer quasi-staatlichen „Volksrepublik Cherson“ führen, teilt der ukrainische Generalstab mit. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen. Cherson mit knapp 300.000 Einwohnern und Einwohnerinnen spielt eine wichtige Rolle beim Schutz der Hafenstadt Odessa im Südwesten des Landes.

Slowakei weist 35 russische Diplomaten aus

Die Slowakei weist 35 russische Diplomaten wegen Spionagevorwürfen aus. Das Land werde „das Personal der russischen Botschaft in Bratislava um 35 Personen reduzieren“, hat ein Sprecher des Außenministeriums gestern gesagt.

Der slowakische Regierungschef Eduard Heger erklärt auf Facebook unter der russischen Überschrift „Daswidanja“ (Auf Wiedersehen): „Meine Regierung wird nicht dulden, dass Russen in der Slowakei unter diplomatischer Tarnung massive Spionageaktivitäten durchführen.“

EU und USA beginnen strategischen Dialog über Russland

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben die EU und die USA ihren strategischen Dialog über Russland aufgenommen.

Beim ersten Treffen der Topdiplomaten im Rahmen des Formats ist in Washington unter anderem die Koordination der Politik zur Beendigung des Ukraine-Krieges im Fokus gestanden, wie das US-Außenministerium mitteilt. Beide Seiten hätten den „ungerechtfertigten und barbarischen Krieg des Kreml gegen die Ukraine“ verurteilt. Sie hätten zugleich ein sofortiges Ende der russischen Militärangriffe auf Zivilisten gefordert.

Thema seien auch zusätzliche Schritte zur weiteren wirtschaftlichen Isolierung Russlands von den Volkswirtschaften der USA und der EU sowie vom internationalen Finanzsystem gewesen, teilt das Ministerium weiter mit. Beide Seiten hätten China dazu aufgefordert, die gegen Russland verhängten Sanktionen nicht zu unterlaufen und die Aggression des Kreml in keiner Weise zu unterstützen.

USA erwägen Freigabe von Mio. Barrel Öl aus Notreserven

Die USA erwägen die Freigabe von bis zu 180 Millionen Barrel Öl aus den nationalen Notreserven über mehrere Monate. Wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, sollen mit der Maßnahme die Kraftstoffpreise gesenkt werden, die seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine stark gestiegen sind.

Die USA planten, eine Million Barrel Öl pro Tag zur Verfügung zu stellen, so die Insider. Der Schritt sei ein Versuch, die Ölpreise zu kontrollieren, die aufgrund der hohen weltweiten Nachfrage auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen sind.

Ölpreise fallen deutlich

Die Ölpreise auf den Weltmärkten fallen stark. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI sinkt um mehr als fünf Prozent und liegt bei 102,20 Dollar (91,55 Euro). Die Nordsee-Sorte Brent fällt um mehr als vier Prozent auf 108,65 Dollar.

Zuvor hat es Berichte gegeben, dass US-Präsident Joe Biden die Freigabe von einer Million Barrel pro Tag aus den US-Ölreserven über einen Zeitraum von mehreren Monaten in Erwägung zieht.

Die USA haben Anfang des Monats wegen des Ukraine-Krieges ein Embargo auf russisches Öl erlassen. Das hat die Preise in die Höhe getrieben und den Druck auf die Inflation weltweit, die sich bereits auf dem höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten befindet, verstärkt.

Selenskyj: Bereiten uns auf russische Offensive im Osten vor

Die russischen Truppen formieren sich nach Angaben Selenskyjs für weitere Angriffe auf den Donbass im Osten des Landes. „Und wir bereiten uns darauf vor“, sagt er in der Früh in einer Videobotschaft.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj
AP/Ukrainian Presidential Press Off

In der Nähe der Hauptstadt Kiew und bei Tschernihiw hätten die russischen Truppen Rückschläge erlitten. Das sei kein russischer Abzug, sondern die Folge der ukrainischen Verteidigung. Russland hat in den Gesprächen mit der Ukraine angekündigt, als vertrauensbildende Maßnahme seine militärische Aktivität rings um Kiew und Tschernihiw „drastisch“ zu reduzieren.

Militärexperte fordert europäisches Energieembargo

Der Militäranalyst Gustav Gressel würde ein europäisches Energieembargo gegen Russland für „sehr hilfreich“ erachten. Es wäre auch „möglich – technisch und wirtschaftlich, entgegen dessen, was die OMV, RWE und andere sagen“, erklärt er im APA-Gespräch.

Um Putin im Krieg gegen die Ukraine zum Einlenken zu bewegen, müsse der Druck deutlich erhöht werden. „Der Energieexport ist das Vermögen, das den gegenwärtigen Krieg zu führen aufrechterhält.“

Gressel kann sich nicht vorstellen, dass Moskau aufhören würde, Öl und Gas zu liefern, sollte Europa die Forderung nach einer Zahlung mit russischem Rubel nicht erfüllen. Ohne Energielieferungen würde Russland nach Ansicht des Experten von der Denkfabrik European Council on Foreign Relations „pleitegehen“. Erst bis etwa 2030 könnte es Russland schaffen, europäische Exportpartner zu ersetzen.

New Yorker Oper will vorerst nicht mit Netrebko arbeiten

Auch nach einer deutlicheren Distanzierung von Russlands Präsident Putin will die New Yorker Metropolitan Opera die Zusammenarbeit mit Starsopranistin Anna Netrebko zumindest vorerst nicht wieder aufnehmen.

„Nach dem Lesen von Annas Mitteilung sind wir nicht darauf vorbereitet, unsere Position zu ändern“, sagt der Direktor der Met, Peter Gelb, der dpa in New York. „Wenn Anna zeigt, dass sie sich ernsthaft, komplett und langfristig von Putin distanziert hat, dann wäre ich für eine Unterhaltung bereit.“

London: Heftiger Beschuss von Mariupol und Tschernihiw

Der Beschuss von Tschernihiw hält nach Angaben des britischen Militärgeheimdienstes an – trotz der Ankündigung Russlands, die militärische Aktivität dort und um Kiew zu reduzieren. Russische Truppen halten weiterhin Stellungen östlich und westlich von Kiew, teilt das britische Verteidigungsministerium mit.

„Vermutlich wird es in den kommenden Tagen heftige Kämpfe in den Vororten der Stadt geben.“ Auch Mariupol liege weiterhin unter Beschuss. Die ukrainischen Kräfte hätten das Zentrum der Hafenstadt am Asowschen Meer aber noch immer unter Kontrolle.

E-Control: Keine Einschränkungen bei Gas

Die Aktivierung der Frühwarnstufe des Notfallplans bedeute keinerlei Einschränkungen bei der Gasversorgung. Das betont der Vorstand der Energieregulierungsbehörde E-Control, Alfons Haber, im Ö1-Morgenjournal. Die Aktivierung der Frühwarnstufe sei vielmehr ein „Signal“, dass man „sorgsamer mit dem Thema umgeht“.

Grund für die Aktivierung der Frühwarnstufe sei die Ankündigung Russlands, dass Gaslieferungen künftig nur noch in Rubel bezahlt werden sollen, hat das Klimaministerium gestern mitgeteilt. Damit werde das Überwachungs- und Monitoringsystem verschärft. Energielenkungsmaßnahmen wie Rationierungen seien vorerst nicht vorgesehen – sie sind erst ab Stufe drei geplant.

Ukraine: Busse auf dem Weg nach Mariupol

Busse sind auf dem Weg nach Mariupol, um Zivilistinnen und Zivilisten aus der belagerten Hafenstadt herauszuholen, sagt die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna Wereschtschuk.

„Wir tun alles Mögliche dafür, dass die Busse heute nach Mariupol gelangen und die Menschen abholen, die es noch nicht aus der Stadt geschafft haben“, so Wereschtschuk. Insgesamt werden 45 Busse in die Stadt geschickt, heißt es.

Prognose: Russische Wirtschaft bricht heuer stark ein

Als Folge des Ukraine-Krieges wird die russische Wirtschaft heuer laut Einschätzung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) um zehn Prozent schrumpfen. Für die Ukraine sagt die Bank in ihrer heute veröffentlichten Prognose einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 20 Prozent voraus. Die vor fünf Wochen begonnene russische Invasion im Nachbarland habe "den „größten Versorgungsschock seit 50 Jahren“ ausgelöst, erklärt die EBRD.

Vor dem russischen Angriff auf die Ukraine hat die Bank noch vorhergesagt, dass Russlands Wirtschaft heuer um 3,0 Prozent wachsen würde. Für die Ukraine hat die EBRD ein Wachstum von 3,5 Prozent erwartet.

Selenskyj spricht vor australischem Parlament

Der ukrainische Präsident Selenskyj hält momentan per Videokonferenz eine Rede vor dem australischen Parlament. Darin fordert er härtere Sanktionen gegen Russland. Man müsse nun den Fehler ausgleichen, Russland für „frühere Taten“ nicht bestraft zu haben, so Selenskyj laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj spricht vor dem australischen Parlament
AP/Lukas Coch

Gasprom prüft offenbar Optionen für Lieferstopp

Der russische Energiekonzern Gasprom prüft einem Zeitungsbericht zufolge die Optionen, Gaslieferungen in „unfreundliche“ Länder zu stoppen. Auch die möglichen Konsequenzen daraus würden evaluiert, berichtet die Zeitung „Kommersant“ unter Berufung auf Insider.

WHO: 82 Angriffe auf das Gesundheitswesen

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut gefordert, dass Angriffe auf das ukrainische Gesundheitswesen sofort gestoppt werden. Laut Tedros Ghebreyesus stellen sie eine Verletzung des humanitären Völkerrechts dar. Insgesamt zählt die WHO seit Kriegsbeginn 82 Angriffe auf das Gesundheitswesen mit mindestens 72 Toten und 43 Verletzten.

Türkei will Verhandler wieder zusammenbringen

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu will die Verhandler der Ukraine und Russlands wieder zusammenbringen. Das nächste Treffen könne innerhalb von zwei Wochen stattfinden, sagt Cavusoglu im Sender A Haber.

Bei den Verhandlungen am Dienstag in Istanbul seien „bedeutende Fortschritte“ gemacht worden – an Ort und Stelle würden diese aber noch nicht vollständig implementiert werden. Der Außenminister bezieht sich auch auf die Ankündigung Russlands, militärische Aktivitäten um Kiew und Tschernihiw zu reduzieren. Zudem lobt er den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch, der bei den Verhandlungen eine „nützliche Rolle“ einnehme.

Litauen: Kein Öl und Gas mehr für Europa aus Russland

Litauens Präsident Gitanas Nauseda fordert Europa auf, kein Gas und Öl mehr aus Russland zu beziehen. Die Einnahmen dienten lediglich dazu, den Angriff auf die Ukraine zu finanzieren, sagt er in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Zudem sollten neue Sanktionen erhoben werden. „Das fünfte Sanktionspaket muss der Regierung im Kreml den größtmöglichen Schlag versetzen.“

Gasprom: Erneut Gaslieferungen durch Ukraine nach Europa

Kurz vor einer erwarteten Ankündigung über künftige Zahlungen in Rubel liefert Russland eigenen Angaben zufolge weiter in großem Umfang Gas für den Transit durch die Ukraine nach Europa.

Wie bereits in den Vortagen würden auch heute 109,5 Mio. Kubikmeter Gas durch das Leitungssystem gepumpt, sagt der Sprecher des Energieriesen Gasprom, Sergej Kuprijanow, der Agentur Interfax zufolge. Das entspricht der vertraglich möglichen maximalen Auslastung pro Tag.

Vor einer Woche hat Putin angekündigt, russisches Gas an westliche Staaten künftig nur noch gegen Rubel zu verkaufen, was diese ablehnen. Heute will er mit Gasprom und der russischen Zentralbank darüber beraten.

Fast 2,4 Millionen Flüchtlinge in Polen angekommen

Knapp 2,4 Millionen Menschen aus der Ukraine haben seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als einem Monat die Grenze zu Polen überschritten. Allein gestern seien rund 25.500 Menschen abgefertigt worden, teilt der polnische Grenzschutz auf Twitter mit. Das sei ein Anstieg um 14 Prozent im Vergleich zum Vortag.

Ukrainische Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Medyka (Polen)
AP/Sergei Grits

Auch die Zahl der in Deutschland erfassten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine steigt weiter. Eine Sprecherin des Innenministeriums beziffert sie auf 288.500. Das sind gut 5.100 mehr als am Vortag. Das Ministerium verbindet die Angaben wie üblich mit dem Hinweis, dass die Zahl der eingereisten Schutzsuchenden aus der Ukraine „tatsächlich bereits wesentlich höher“ sein dürfte.

Felbermayr: Krieg markiert Ende der Globalisierung

WIFO-Chef Gabriel Felbermayr sieht den Krieg in der Ukraine als Ende der Ära der Globalisierung. „Die 30 glorreichen Jahre der Globalisierung sind vorbei. Die Idee eines weltweiten Marktes müssen wir beerdigen“, sagt Felbermayr der „Augsburger Allgemeinen“.

Die Weltwirtschaft zerfalle nun wieder in einzelne Blöcke des Westens, einen von China dominierten Einflussbereich, das sich zunehmend emanzipierende Indien und ein sich isolierendes Russland. „Schon seit der Finanzmarktkrise der Jahre 2008 und 2009 steht fest, dass die Hyper-Globalisierung vorbei ist“, sagt er.

Wehrschütz über Saporischschja: „Geisterstadt“

„Die Stadt selbst ist eigentlich eine Geisterstadt“, berichtet ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz über die Atmosphäre in Saporischschja.

Die Stadt gilt auch als Anlaufstelle für Geflüchtete aus der zerstörten südukrainischen Hafenstadt Mariupol: So soll nämlich ein Fluchtkorridor aus Mariupol über die unter russischer Kontrolle stehende Stadt Berdjansk ins 250 Kilometer entfernte Saporischschja führen. In puncto Einhaltung der Feuerpause in Mariupol zeigt sich Wehrschütz skeptisch.

Klitschko wirbt in Deutschland für Unterstützung

Der frühere Boxweltmeister Wladimir Klitschko ist mit einer Delegation aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach Deutschland gefahren. „Es sind Treffen mit hochrangigen Politikern für eine politische Unterstützung der Ukraine geplant“, teilt sein Bruder Witali, der Bürgermeister von Kiew, auf Telegram mit. Es gehe dabei um wirtschaftliche, humanitäre und militärische Hilfe für den von Russland angegriffenen Staat.

Biden will sich für Freilassung von Bürgern in Russland einsetzen

Bei einem Treffen mit den Eltern eines in Russland inhaftierten US-Bürgers hat Präsident Biden versprochen, sich weiter für dessen Freilassung einzusetzen.

Trevor Reed sei „in Russland zu Unrecht inhaftiert“, hat Bidens Sprecherin Jen Psaki gestern (Ortszeit) erklärt. Der Ex-Soldat verbüßt eine neunjährige Haftstrafe in einer Strafkolonie rund 500 Kilometer südöstlich von Moskau. Er ist 2019 wegen eines Angriffs auf Polizeibeamte in betrunkenem Zustand verurteilt worden.

Biden bezeichnet den Angaben zufolge die Inhaftierung Reeds als „Alptraum“ für den Ex-Soldaten. Während des Treffens mit den Eltern habe der Präsident seine Zusage bekräftigt, „sich weiterhin für die Freilassung von Trevor und anderen Amerikanern einzusetzen, die zu Unrecht in Russland und anderswo festgehalten werden“, so Psaki.

Modehändler H&M spürt Krieg

Der Ukraine-Krieg hat in den vergangenen Wochen die Erholung der Bekleidungskette Hennes & Mauritz von der CoV-Krise ausgebremst. Nach einem schwungvollen Jahresstart hat sich das Wachstum des schwedischen Konzerns im zu Ende gehenden März merklich verlangsamt, wie H&M nun berichtet.

Neben dem Krieg dämpft auch die Pandemie in China die Aussichten auf eine beschleunigte Erholung. Die H&M-Aktie ist in der Früh um mehr als acht Prozent eingebrochen.

Medizinstudent errichtet Krankenzimmer in U-Bahn-Station

Ein Medizinstudent aus Charkiw, der sich seit Kriegsbeginn in einer U-Bahn-Station versteckt, hat in einem kleinen Raum ein Krankenzimmer eingerichtet. Dort behandelt er die vorübergehenden Bewohner der Metrostation.

Kiew lässt Alkoholverkauf teilweise wieder zu

Nach einem einmonatigen Verbot erlaubt die ukrainische Hauptstadt Kiew ab morgen wieder den Verkauf von Alkohol. Der Verkauf sei ab dem 1. April von 11.00 bis 16.00 Uhr in Geschäften und Restaurants zugelassen, teilt die Stadtverwaltung von Kiew mit.

Der Verkauf ist am 1. März komplett verboten worden. Zuvor haben auch andere Gebiete wie Lwiw und Mykolajiw die zwischenzeitlich erlassenen Verbote gelockert. Russland hat den Krieg gegen das Nachbarland Ukraine vor fünf Wochen, am 24. Februar, begonnen.

RIA: Russland würde Außenministertreffen nicht ablehnen

Russland stellt sich einem Agenturbericht zufolge nicht gegen ein weiteres Treffen von Außenminister Sergej Lawrow mit seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba. Allerdings müsste dieses substanziell sein, berichtet die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das russische Außenministerium.

Verwechslungsgefahr: Keine slowenische Fahne in Kiew

Als Zeichen der Verbundenheit mit der Ukraine hat Slowenien seit Sonntag wieder einen Geschäftsträger in Kiew. Die aus diesem Anlass am Botschaftsgebäude gehisste slowenische Fahne ist aber wieder abgenommen worden, weil sie der russischen zu ähnlich ist.

Geschäftsträger Bostjan Lesjak hat gestern Abend im slowenischen Fernsehen gesagt, die ukrainischen Behörden hätten ihn darum gebeten, um möglichen Vandalenakten vorzubeugen.

Russische Truppen setzen Angriffe im Osten fort

Die russischen Truppen setzen eigenen Angaben zufolge ihre Angriffe im Osten der Ukraine fort. Die Ortschaft Solota Nywa südwestlich von Donezk sei nun unter russischer Kontrolle, sagt der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, laut Agentur Interfax. Dort seien russische Einheiten seit gestern sechs Kilometer vorgerückt. Bis zu 60 Gegner seien getötet worden. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Zerstörtes Wohngebäude in Donetsk
Reuters/Pavel Klimov

Einheiten des von Russland als unabhängig anerkannten Separatistengebietes Luhansk seien unterdessen fünf Kilometer vorgerückt und lieferten ukrainischen „Nationalisten“ bei der Ortschaft Kreminna nordwestlich von Luhansk Kämpfe. Seit gestern seien nach russischen Angaben insgesamt 53 ukrainische Militärpunkte durch Luftschläge zerstört worden, darunter Flugabwehrraketensysteme sowie Munitions- und Waffenlager.

Türkei: Pipelineprojekt mit Israel nicht kurzfristig machbar

Ein mögliches Gaspipelineprojekt zwischen der Türkei und Israel ist nach Angaben des türkischen Außenministers nicht kurzfristig zu realisieren. Der Aufbau eines alternativen Systems, um die Abhängigkeit von Russland zu verringern, werde nicht schnell gehen, sagt Cavusoglu dem Sender A Haber.

Er werde Mitte Mai zusammen mit dem Energieminister nach Israel und auch in die Palästinensergebiete reisen. Die Türkei und Israel haben in den vergangenen Wochen an der Verbesserung ihrer angespannten Beziehungen gearbeitet. Die Energieversorgung könnte ein Bereich sein, in dem die Zusammenarbeit vertieft werden könnte. Die beiden Staaten haben sich unter anderem wegen des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern zerstritten.

Selenskyj richtet Forderung an Niederlande

Selenskyj fordert vor dem niederländischen Parlament einen Stopp des Handels mit Russland. Zugleich bittet er per Videoschaltung mit den Abgeordneten um Waffen und Wiederaufbauhilfe. „Härtere Sanktionen sind erforderlich, damit Russland keine Chance hat, diesen Krieg in Europa weiterzuführen“, sagt Selenskyj. „Stoppen Sie jeden Handel mit Russland!“

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj spricht vor dem australischen Parlament
APA/AFP/Bart Maat

IKRK-Teams auf dem Weg nach Mariupol

Teams des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sind mit Hilfsgütern auf dem Weg nach Mariupol. Zivilisten sollten morgen aus der belagerten Hafenstadt gebracht werden, sagt ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters.

Das IKRK sei bereit, den geplanten Konvoi aus der Stadt zu begleiten, vorausgesetzt, die genauen Bedingungen wie Route, Beginn und Dauer würden im Vorfeld festgelegt. Es sei dringend nötig, dass Hilfslieferungen in die Stadt kämen und Menschen herausgebracht würden. „Die Leben von Zehntausenden in Mariupol hängen davon ab.“

Warnung vor Hungersnot in afrikanischen Ländern

Der Ukraine-Krieg könnte Forschern und Forscherinnen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) zufolge zu Hungersnöten und sozialen Unruhen in mehreren afrikanischen Ländern führen. „Der Krieg in der Ukraine ist eine reale Bedrohung für die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen in Afrika“, erklärt der IfW-Forschungsdirektor im Bereich internationale Entwicklung, Tobias Heidland.

Die Forscher haben die Auswirkungen verschiedener Szenarien auf die Ernährungssituation in afrikanischen Ländern simuliert. „Russland und die Ukraine zählen zu den wichtigsten Getreideexporteuren der Welt“, so Heidland weiter. Insbesondere afrikanische Staaten seien von den Importen abhängig, einen Ausfall der Importe könnten diese Länder auch langfristig nicht ersetzen.

RBI: Prüfung zu Russland wird einige Zeit brauchen

Die Raiffeisen Bank International (RBI) geht davon aus, dass ihre Prüfung über die Aktivitäten in Russland eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird. „Eine Bank ist keine Würstelbude, die man in einer Woche zusperren kann“, sagt RBI-Chef Johann Strobl auf der Jahreshauptversammlung. Die Bank prüft derzeit alle strategischen Optionen für die russische Tochter bis hin zu einem Rückzug aus dem Land.

Aufsichtsratschef Erwin Hameseder bezeichnet die RBI und die gesamte Raiffeisen-Bankengruppe als robust aufgestellt mit einer „ausgezeichneten“ Liquiditätsausstattung. Das Jahr 2022 werde aber „wohl das forderndste Jahr seit dem Bestehen der RBI sein“, kündigt er an. „Wir werden einen langen Atem brauchen.“ In der Ukraine seien die meisten Filialen weiterhin geöffnet, und die Bank könne weiterhin die wichtigsten Bankdienstleistungen anbieten.

Bereits 2.600 Tonnen Rotkreuz-Hilfslieferungen angekommen

Das Rote Kreuz hat bereits 2.600 Tonnen an Hilfslieferungen in die vom Krieg erschütterte Ukraine gebracht und ist mit 11.500 überwiegend freiwilligen Helfern an Ort und Stelle. Das teilt das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) in einer Aussendung mit.

Zuletzt sei am Samstag ein Lkw mit 4.200 Hygienepaketen in der südwestukrainischen Stadt Uschgorod nahe der slowakischen Grenze angekommen, teilt das ÖRK mit. Von dort würden sie von österreichischen und ukrainischen Rotkreuz-Helfern gemeinsam an Geflüchtete verteilt. Mit dieser Hilfslieferung aus Österreich könnten 21.000 Menschen einen Monat lang versorgt werden.

Russland beruft 134.500 Wehrpflichtige ein

Russland beruft in diesem Frühjahr 134.500 Männer im Alter von 18 bis 27 Jahren zum Wehrdienst ein. Der Einberufungszeitraum dauert bis Mitte Juli. Gleichzeitig endet für andere Russen der einjährige Wehrdienst. Eine Zahl, wie viele Wehrpflichtige ausscheiden und in die Reserve geschickt werden, ist nicht bekannt.

Die zwölfmonatige Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 27 Jahren ist in Russland gesetzlich festgelegt. Zweimal im Jahr gibt es dafür Einberufungsbefehle. Vor wenigen Tagen hat Verteidigungsminister Sergej Schoigu betont, dass die neuen Rekruten nicht in „Hotspots“ – also Krisengebiete – entsendet würden.

IAEA wird von Russland besetzte AKWs überwachen

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wird nach ukrainischen Angaben die von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerke Tschernobyl und Saporischschja kontrollieren.

Dazu würden Onlineüberwachungseinsätze organisiert, sagt der Chef des staatlichen AKW-Betreibers Energoatom, Petro Kotin. Die IAEA solle ihren Einfluss geltend machen, um sicherzustellen, dass sich die russische Atombehörde nicht in den AKW-Betrieb einmischt.

Stahlsarg des ukrainischen AKW Tschernobyl
Reuters/Gleb Garanich

Draghi: Putin sieht Zeit für Waffenruhe noch nicht gekommen

Putin sieht nach den Worten des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi die Bedingungen für einen Waffenstillstand oder gar Frieden mit der Ukraine noch nicht erfüllt. Das habe ihm Putin in einem Gespräch mitgeteilt, so Draghi. Putin sehe es auch als verfrüht an, ein Treffen mit Selenskyj zu arrangieren.

Der italienische Ministerpräsidenten Mario Draghi
APA/AFP/Andreas Solaro

Russland: Gaskunden müssen für Vertragswährung Rubel kaufen

Putin hat nach Angaben des Präsidialamtes den deutschen Kanzler Olaf Scholz detailliert darüber informiert, wie Rubel-Zahlungen für Gas vonstattengehen könnten. Kunden „unfreundlicher“ Staaten müssten für die in ihren Verträgen aufgeführten Währungen Rubel kaufen, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die Abwicklung könne über die Gasprombank laufen. Die Details könnten noch heute veröffentlicht werden.

Paul Krisai (ORF) über das Treffen von Putin

ORF-Korrespondent Paul Krisai gibt ein Statement über das Treffen von dem russischem Präsidenten Wladimir Putin mit dem Gas-Riesen Gazprom.

Dagegen hat der deutsche Regierungssprecher Steffen Hebestreit gestern betont, Putin habe Scholz versichert, „dass sich für europäische Vertragspartner nichts ändern werde“. Die Zahlungen würden weiter ausschließlich in Euro geleistet und wie üblich an die Gaprom-Bank überwiesen. Italiens Ministerpräsident Mario Draghi gibt an, dass Putin auch ihm genau dies zugesichert habe.

Kreml: Westliche Geheimdienste verstehen Putin nicht

Der Kreml hat westliche Geheimdiensterkenntnisse zurückgewiesen, wonach Putin falsch über die Lage in der Ukraine informiert worden sein soll. „Es zeigt sich, dass weder das Außenministerium (der USA) noch das Pentagon echte Informationen darüber haben, was im Kreml passiert“, sagt Peskow der Agentur Interfax zufolge.

„Sie verstehen einfach nicht, was im Kreml passiert. Sie verstehen Präsident Putin nicht. Sie verstehen den Mechanismus von Entscheidungen nicht. Sie verstehen den Stil unserer Arbeit nicht.“ Er fügt hinzu: „Das ist nicht einfach nur schade. Das macht uns Sorgen. Denn so ein völliges Missverständnis führt nur zu Fehlentscheidungen, zu leichtsinnigen Entscheidungen, die sehr schlimme Folgen haben.“

Gouverneur: Militäreinrichtung und Tanklager in Dnipro getroffen

In der ostukrainischen Region Dnipro sind nach Angaben des dortigen Gouverneurs Walentyn Resnitschenko eine Militäreinrichtung und ein Tanklager von russischen Raketen getroffen worden. Zwei Menschen seien bei dem Angriff ums Leben gekommen. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden.

Wehrschütz über humanitären Korridor

Ob der humanitäre Korridor nach Mariupol hält, ist noch nicht klar, berichtet ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz aus dem Vorzimmer des Bürgermeisters der in der Nähe liegenden Stadt Saporischschja. Der Bürgermeister der südukrainischen Stadt konnte Wehrschütz noch nicht sagen, „ob der humanitäre Korridor funktioniert.“

Saporischschja gilt als Anlaufstelle für Geflüchtete aus der zerstörten südukrainischen Hafenstadt Mariupol: So soll nämlich ein Fluchtkorridor aus Mariupol über die unter russischer Kontrolle stehende Stadt Berdjansk ins 250 Kilometer entfernte Saporischschja führen.

Ukraine: Rüstungsindustrie fast vollständig zerstört

Russland hat nach Angaben der Ukraine fast die komplette Rüstungsindustrie des Landes zerstört. Das sagt Olexij Arestowytsch, ein Berater von Selenskyj. Er fügt hinzu, ein mögliches Friedensabkommen bedinge immer Kompromisse auf beiden Seiten.

Ukrainische Behörden berichten von Kämpfen bei Kiew

Ungeachtet der von Russland angekündigten militärischen Deeskalation bei Kiew dürften die Kämpfe in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt weitergehen. Einheiten der Nationalgarde hätten seit gestern Artillerie, Raketensysteme und mehrere Dutzend Panzerfahrzeuge der russischen Truppen zerstört, teilt das Innenministerium auf Telegram mit.

Auch um die ostukrainischen Städte Charkiw und Isjum wird nach ukrainischen Angaben weiter heftig gekämpft. Binnen 24 Stunden sei Charkiw 380-mal mit Raketen aus der Luft beschossen worden, teilt der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit. Im Vorort Saltiwka brenne eine beschädigte Gasleitung. In Isjum 125 Kilometer südöstlich von Charkiw scheiterten täglich Versuche, Fluchtkorridore für Zivilisten einzurichten.

Nach ukrainischen Angaben sind im Gebiet Saporischschja fünf Ortschaften zurückerobert worden. Zudem seien drei weitere Ortschaften im Gebiet Cherson wieder unter ukrainischer Kontrolle. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

NATO: Russische Truppen formieren sich neu

Russische Truppen ziehen sich der NATO zufolge in der Ukraine nicht wie angekündigt aus Teilen zurück, sondern formieren sich neu. Russland statte die Truppen auch neu aus, sagt NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Die Offensive im Donbass solle verstärkt werden. „Zugleich hält Russland den Druck auf Kiew und andere Städte hoch. Wir können also zusätzliche Offensiven mit noch mehr Leid erwarten.“

Norwegischer Regierungschef telefoniert mit Putin

Norwegen hat sich in die diplomatischen Versuche zur Beendigung des Ukraine-Krieges eingeschaltet. Ministerpräsident Jonas Gahr Störe hat eine Stunde lang mit Putin telefoniert, wie sein Büro mitteilt. Dabei habe er inständig darum gebeten, die Kriegshandlungen in der Ukraine zu beenden, die russischen Truppen abzuziehen und humanitäre Zugänge zu gewährleisten. Norwegen und Russland haben eine fast 200 Kilometer lange gemeinsame Landgrenze.

Der norwegische Premierminister Jonas Gahr Störe
Reuters

Störe äußert sich zutiefst besorgt über das große Leid, zu dem Russlands Einmarsch geführt habe. Es müsse alle darangesetzt werden, eine Lösung auf dem Verhandlungsweg zu finden. Die Initiative zu dem Telefonat ist nach norwegischen Angaben von Störe ausgegangen.

London verhängt Sanktionen gegen russische Medien

Großbritannien hat weitere Sanktionen gegen Russen verhängt, die der Regierung von Präsident Putin nahestehen. Im Fokus stehen dieses Mal Vertreter von Staatsmedien. Die Strafen richten sich u. a. gegen den früheren Chef der russischen Medienaufsicht, Alexander Scharow, den Direktor des Senders RT, Alexej Nikolow, und gegen den Nachrichtensprecher Sergej Briljow vom Staatssender Rossija.

Der Krieg gegen die Ukraine stütze sich auf einen „Strom der Lügen“, sagt die britische Außenministerin Liz Truss. Auf der Liste steht auch Generaloberst Michail Misinzew, der London zufolge auch als „Schlächter von Mariupol“ bezeichnet wird. Misinzew wird für Angriffe auf zivile Infrastruktur und Wohngebiete in der belagerten Hafenstadt im Südosten der Ukraine verantwortlich gemacht.

Grafik zur Evakuierung Mariupols
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: ISW/liveuamap

Messe Wien wird Verteilzentrum

Die Messe Wien wird zum österreichweiten Verteilzentrum für vertriebene Menschen aus der Ukraine. Die Flüchtlinge sollen hier nicht nur registriert und erstversorgt werden, sondern auch in der Messe bleiben, bis sie zu Unterkünften in den Bundesländern gebracht werden – mehr dazu in wien.ORF.at.

Bewohner errichten Straßensperren in Kiew

Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Kiews haben selbst gebaute Barrikaden auf den Straßen errichtet, um es möglichen russischen Angreifern so schwer wie möglich zu machen.

Infantino verteidigt russische Teilnahme an FIFA-Kongress

FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigt die Entscheidung, den Russischen Fußballverband nach dem Angriff auf die Ukraine nicht gänzlich auszuschließen: „Wenn wir nicht Möglichkeiten wie diese haben, wie diesen Kongress, um Menschen zusammenzubringen, dann können wir es bleiben lassen und nach Hause gehen.“

Gianni Infantino
APA/AFP/Franck Fife

„Ich hoffe, dass der Konflikt beendet werden kann“, sagt Infantino. „Am allerersten Tag sind wir wieder dort, um Fußball zu spielen.“ In der Hauptstadt Katars, Doha, sind auch Funktionäre aus Russland, die sich nicht geäußert haben, aber niemand aus der Ukraine.

Ein eingespieltes Video mit dem ukrainischen Verbandspräsidenten Andrij Pawelko auf einem Platz, auf dem Helfer gerade ein Denkmal mit Sandsäcken schützen, wird von den Delegierten ohne große Regung zur Kenntnis genommen. Pawelko spricht in Schutzweste vom „Horror des Krieges“.

Angelina Jolie besucht ukrainische Kinder in Vatikan-Klinik

US-Schauspielerin Angelina Jolie besucht ukrainische Kinder im Vatikan-Kinderkrankenhaus Bambino Gesu. „Ich bete für ein Ende des Krieges“, sagt die UNO-Sondergesandte. Das sei der einzige Weg, um das Leiden und die Flucht aus dem Konfliktgebiet zu beenden.

Angelina Jolie im Krankenhaus
AP/Ospedale Pediatrico Bambino Gesu

In der Einrichtung werden Kinder behandelt, die wegen des Krieges in der Ukraine nach Italien geflüchtet sind. Auch Papst Franziskus hat die kleinen Patienten bereits besucht.

Schallenberg reist mit Amtskollegen nach Moldawien

Die Außenminister Österreichs, Tschechiens und der Slowakei, Alexander Schallenberg (ÖVP), Jan Lipavsky und Ivan Korcok, besuchen gemeinsam Moldawien, das zum Teil russisch besetzt ist. Im Fokus steht die Flüchtlingssituation, hat doch kein anderes Land pro Kopf so viele ukrainische Vertriebene aufgenommen. 387.151 Ukrainerinnen und Ukrainer sind nach UNO-Angaben seit dem Kriegsausbruch nach Moldawien geflohen.

Russland verbietet Ausfuhr von Sonnenblumenkernen

Russland exportiert bis Ende August keine Sonnenblumenkerne mehr. Die Ausfuhr von Sonnenblumenöl werde zwischen 15. April und 31. August auf 1,5 Millionen Tonnen begrenzt, kündigt das Landwirtschaftsministerium an.

Damit sollten Engpässe im Land vermieden und die Teuerung in Schach gehalten werden. Russland gehört neben der Ukraine zu den weltweit größten Produzenten von Sonnenblumenöl, einer der größten Abnehmer ist Indien.

Selenskyj beruft Botschafter in Georgien und Marokko ab

Der ukrainische Präsident Selenskyj beruft die Botschafter seines Landes in Georgien und Marokko ab. In einer Videobotschaft kritisiert er, dass der Botschafter Igor Dolgow in Tiflis und die Botschafterin Oxana Wassiljewa in Rabat nicht „effektiv“ darin gewesen seien, Waffenlieferungen an die Ukraine für die Verteidigung gegen die russische Invasion sowie Sanktionen gegen Russland zu erreichen.

„Bei allem Respekt, es gibt keine Waffen, keine Sanktionen, keine Beschränkungen für russische Unternehmen. Bitte suchen Sie sich einen anderen Job“, sagt Selenskyj. „Es gibt jene, die dafür arbeiten, dass sich die Ukraine verteidigen und für ihre Zukunft kämpfen kann. Und es gibt jene, die ihre Zeit verlieren, indem sie sich an ihre Posten klammern.“

Nehammer und Raab bei Scholz in Berlin

Bundeskanzler Karl Nehammer und Integrationsministerin Susanne Raab (beide ÖVP) treffen mit dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin zusammen. Mit Scholz will Nehammer „unter anderem besprechen, wie wir eine Deeskalation und Dialog in der Ukraine bewirken können“. Raab wird das Thema Integration von Ukraine-Flüchtlingen ansprechen.

Selenskyj: Tausende Tote in Mariupol

In Mariupol sind nach Aussagen Selenskyjs Tausende Menschen ums Leben gekommen. „Jeder weiß, dass es dort zu einer humanitären Katastrophe gekommen ist“, sagt Selenskyj in einer Videobotschaft an das belgische Parlament. Er bittet Belgien um Waffen, weitere Sanktionen gegen Russland und Hilfe bei dem angestrebten EU-Beitritt der Ukraine.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft im belgischen Parlament
AP/Virginia Mayo

USA: Russland blockiert Mandat für OSZE-Beobachter

Russland blockiert nach US-Angaben die Verlängerung des Mandats für die internationalen OSZE-Beobachter in der Ostukraine. Diese haben die Aufgabe, die Waffenstillstandslinie zwischen staatlichen Truppen und separatistischen, prorussischen Rebellen zu überwachen.

Die Blockade Russlands sei „äußerst bedauerlich“. Sie sei „unverantwortlich und nicht zu rechtfertigen, aber ich glaube, es ist kaum überraschend“, sagt der US-Botschafter bei der OSZE in Wien, Michael Carpenter.

„Niemand wird je das Vorgehen der Russischen Föderation vergessen, das uns heute an diesen Punkt gebracht hat: nämlich durch ihre Fortführung eines unprovozierten und barbarischen Aggressionskrieges gegen die Ukraine“, so Carpenter.

Russland: Ukraine hält 68 Schiffe fest

Russland wirft der Ukraine vor, in seinen Schwarzmeer-Häfen bei Odessa 68 internationale Schiffe festzuhalten. Die Schiffe gehörten unter anderem China, der Türkei, der Schweiz und Griechenland, sagt der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

Russland öffne jeden Tag einen sicheren Korridor, damit sie die ukrainischen Hoheitsgewässer verlassen könnten. Nach Angaben der Besatzungen hätten die ukrainischen Behörden ausländischen Schiffen jedoch „unter Androhung der sofortigen Versenkung“ das Auslaufen verboten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Stellantis stellt Produktion von Nutzfahrzeugen in Russland ein

Der europäische Autohersteller Stellantis stellt seine Produktion von Nutzfahrzeugen in Russland wegen fehlender Bauteile vorübergehend ein. Das kündigt Unternehmenschef Carlos Tavares an. In der Produktionsstätte in Kaluga südwestlich von Moskau sind 2.700 Menschen beschäftigt.

Stellantis CEO Carlos Tavares
Reuters/Massimo Pinca

Putin: Gas muss ab morgen in Rubel bezahlt werden

Russlands Präsident Putin hat nach eigenen Angaben ein Dekret unterzeichnet, laut dem ausländische Käufer für russisches Gas ab morgen in Rubel zahlen müssen. Verträge würden gestoppt, wenn diese Zahlungen nicht erfolgten, sagt Putin.

Frankreichs Geheimdienstchef muss Posten räumen

Wegen der Fehleinschätzung der russischen Invasionspläne muss der französische Geheimdienstchef Eric Vidaud nach Angaben aus Militärkreisen seinen Posten verlassen. Vidaud sei wegen mangelhafter Lageberichte und fehlender Sachkompetenz in die Kritik geraten, bestätigen Militärkreise einen Bericht der Website L’Opinion. Seine Absetzung habe aber auch interne organisatorische Gründe, heißt es.

Berlin kündigt weitere Sanktionen an

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck kündigt weitere Sanktionen gegen Russland an. Das letzte Sanktionspaket sollte nicht das letzte gewesen sein, sagt er in Berlin bei einem Treffen mit dem französischen Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire.

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeckzusammen mit dem französischen Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire
Reuters/Tobias Schwarz

Es sei darüber gesprochen worden, welche weiteren Sanktionen den russischen Präsidenten Putin hindern könnten, den „barbarischen“ Krieg in der Ukraine fortzusetzen. Es seien Punkte identifiziert worden. Einzelheiten nennt Habeck nicht.

Russische Truppen ziehen sich von AKW Tschernobyl zurück

Viele der russischen Truppen auf dem Gelände des Atomreaktors Tschernobyl sind dem staatlichen Betreiber zufolge abgezogen worden. Sie seien in Richtung der Grenze zu Belarus aufgebrochen, heißt es in einer Erklärung von Energoatom. Es befänden sich nun nur noch einige wenige Soldaten auf dem Gelände.

Italien traut China wichtige Friedensrolle zu

Im Ringen um einen Frieden in der Ukraine traut Italiens Ministerpräsident Mario Draghi China eine entscheidende Rolle zu. Vor dem morgigen Onlinegipfel zwischen der EU und China gibt sich der Regierungschef in Rom optimistisch: „China könnte einer der Hauptakteure werden, wenn es darum geht, beide Seiten anzunähern.“ Auch Italien selbst will bei der Suche nach einer diplomatischen Lösung helfen.

NATO-Staaten geben Milliardensummen zusätzlich aus

Russlands Krieg gegen die Ukraine dürfte zu einem Booster für die Verteidigungsausgaben der NATO-Staaten werden. Neue Bündniszahlen für 2021 zeigen, dass die NATO-Staaten fast 1,18 Billionen US-Dollar (rund 1,06 Billionen Euro) für Verteidigung ausgegeben haben. Im Vergleich zu 2020 entspricht das einem Anstieg um 5,8 Prozent. Rechnet man die Ausgaben der USA heraus, sind die Verteidigungsausgaben 2021 sogar um 11,6 Prozent gestiegen.

USA verhängen Sanktionen gegen Technologiesektor

Die USA verhängen wegen des Ukraine-Kriegs neue Sanktionen gegen Russland und zielen dabei auf den Technologiesektor des Landes ab. Wie das US-Finanzministerium mitteilt, wird unter anderem der größte russische Mikrochiphersteller Mikron auf eine Sanktionsliste gesetzt.

Insgesamt sind von den neuen Sanktionen 21 Unternehmen und 13 Einzelpersonen betroffen. Diese würden eine wichtige Rolle in Russlands „Kriegsmaschinerie“ spielen, erklärt das Finanzministerium. Mögliches Vermögen der Betroffenen in den USA wird eingefroren, außerdem werden US-Bürgern jegliche Geschäfte mit ihnen untersagt.

USA geben täglich eine Million Barrel aus Ölreserven frei

Wegen des hohen Erdölpreises werden die USA ein halbes Jahr lang täglich eine Million Barrel aus ihren strategischen Ölreserven freigeben. Das Weiße Haus spricht von der „größten Freigabe von Ölreserven der Geschichte“. US-Präsident Joe Biden will mit der Maßnahme die im Zuge des Ukraine-Kriegs stark gestiegenen Erdölpreise senken.

Neue Onlinegespräche morgen

Der ukrainische Unterhändler Dawyd Arachamija gibt an, dass die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine morgen weitergeführt werden sollen, diesmal aber virtuell.

Russland stellt sich einem Agenturbericht zufolge nicht gegen ein weiteres Treffen von Außenminister Sergej Lawrow mit dem ukrainischen Ressortchef Dmytro Kuleba.

Großbritannien will nicht in Rubel für Gas zahlen

Großbritannien hat nicht vor, für russische Gaslieferungen in Rubel zu zahlen, kündigt ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson an. Die Regierung beobachte aufmerksam die Auswirkungen der Ankündigungen von Russlands Präsident Putin auf den europäischen Markt.

„Wir werden im Einzelnen prüfen, was vorgeschlagen und gefordert worden ist“, sagt der deutsche Finanzminister Christian Lindner. „Verträge werden so erfüllt, wie sie geschlossen worden sind. Insbesondere wollen wir keine weiteren Beiträge leisten, um Putins Kriegskasse zu füllen.“

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire unterstreicht: „Verträge in Euro müssen in Euro bezahlt werden.“

Moskau verhängt Einreiseverbot gegen EU-Spitzen

Russland kündigt ein Einreiseverbot für EU-Spitzenpolitiker und -Abgeordnete an. „Die Beschränkungen gelten für die höchsten Vertreter der EU, einschließlich einer Reihe von EU-Kommissaren und Leitern von EU-Militärstrukturen, sowie für die große Mehrheit der Abgeordneten des EU-Parlaments, die eine antirussische Politik unterstützen“, erklärt das Außenministerium in Moskau. Das Verbot sei eine Reaktion auf wegen des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine verhängte Sanktionen.

Gaszahlungen: Gewessler gelassen

Im Energieministerium zeigt man sich gelassen über Putins Ankündigung, Gaslieferungen ins Ausland müssten ab morgen in Rubel gezahlt werden. Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) sagt, der „heute von Russland gesetzte Schritt war lange angekündigt“.

Sie verweist auf die gestern ausgerufene erste Stufe des Notfallplans zur Gasversorgung. Dieser ermögliche eine engmaschige Überwachung der Gaslieferungen und der Marktsituation. Laut Gewessler sind die heimischen Gasspeicher derzeit zu 13 Prozent gefüllt, was einem durchschnittlichen März entspreche.

Putin: Westen sucht weiter Vorwände für Sanktionen

Russlands Präsident Putin wirft dem Westen vor, nach neuen Vorwänden für Sanktionen gegen sein Land zu suchen. „Die Politik des wirtschaftlichen Drucks auf Russland wird der gesamte Westen nicht aufgeben.“ Russland müsse das bei der Entwicklung seiner Wirtschaft berücksichtigen.

Der russische Präsident Wladimir Putin
APA/AFP/Mikhail Klimentyev

Alle westlichen Sanktionen seien schon früher vorbereitet gewesen und wären „in jedem Fall“ umgesetzt worden, behauptet Putin. Die Strafmaßnahmen richteten sich dagegen, „dass wir nicht nach der Pfeife anderer tanzen und unsere nationalen Interessen und traditionellen Werte nicht opfern“. Eine Zusammenarbeit mit westlichen Unternehmen wie bisher werde es in nächster Zeit nicht mehr geben.

Nehammer: Sanktionen werden nicht aufgeweicht

Angesichts der Forderung des russischen Präsidenten Putin, Öl und Gas in Rubel zu bezahlen, hat sich Kanzler Nehammer (ÖVP) zurückhaltend gezeigt. Österreich warte einmal auf eine schriftliche Ausführung und werde diese bewerten. Gleichzeitig betont er bei einem Besuch in Berlin: Österreich sei „nicht in irgendeiner Weise bereit, die Sanktionen aufzuweichen.“

Der deutsche Kanzler Olaf Scholt und der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer.
AP/Michael Sohn

„Sanktionen machen nur Sinn, wenn sie den treffen, den sie treffen sollen und nicht den schwach machen, der sie ausspricht“, erklärt Nehammer. Es sei ein „furchtbares Gefühl, von russischem Gas abhängig zu sein“. Seine Aufgabe als Bundeskanzler sei es aber auch, für Energiesicherheit zu sorgen. Der deutsche Kanzler sagt dazu: „Wir sind uns völlig einig in der Bewertung.“ Die Sanktionen seien wirksam und die weit reichendsten, die jemals beschlossen wurden.

Hunderttausende kehren zurück in die Ukraine

Etliche aus der Ukraine geflüchtete Menschen wollen wieder in ihr Heimatland reisen. Von Polen in Richtung Ukraine hätten seit Kriegsbeginn Hunderttausende die Grenze überquert, erklärt der polnische Grenzschutz. Viele wollen zu ihren dort verbliebenen Familien, andere wollen die ukrainischen Truppen im Kampf gegen Russland unterstützen.

USA wollen gegen untätige Ölkonzerne vorgehen

Die US-Regierung will einem Insider zufolge gegen Ölkonzerne vorgehen, die bestehende Ölquellen nicht ausbeuten bzw. Bohrrechte nicht nutzen. Präsident Biden werde im Laufe des Tages ein entsprechendes Vorgehen nach dem Motto „use it or lose it“ (etwa: „verwende es oder verliere es“) fordern. Dem Regierungsvertreter zufolge sollen die in Aussicht gestellten Ölreserven aus dem strategischen Vorrat der USA sehr bald auf den Markt gelangen.

Selenskyj an Belgien: Diamanten wichtiger als Frieden?

Der ukrainische Präsident Selenskyj macht Belgien Vorwürfe wegen des anhaltenden Handels mit Diamanten aus Russland. Die Verteidiger der belagerten Stadt Mariupol kämpften für die Freiheit und gegen die Tyrannei, sagt Selenskyj in einer Videorede im belgischen Parlament. Im Gegensatz dazu gebe es diejenigen, die sich so sehr an die Freiheit gewöhnt hätten, dass sie nicht einmal merken wollten, was der Kampf dafür wert sei.

Das sei „die Welt derer, die glauben, dass russische Diamanten zum Beispiel in Antwerpen wichtiger sind als der Krieg in Osteuropa“. Als weiteres Beispiel nennt Selenskyj die Welt jener, die glaubten, der Zugang russischer Schiffe zu europäischen Häfen sei wichtiger als die Versuche des russischen Militärs, eine gesamte Nation zu zerstören.

Scholz: Werden Gas weiter in Euro bezahlen

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verweist auf die bestehenden Verträge. „Darin steht drin, dass in Euro gezahlt wird, manchmal in Dollar“, sagt er. „Ich habe in dem Gespräch mit dem russischen Präsidenten klar gemacht, dass das auch so bleiben wird.“ Man werde sich nun anschauen, wie Russland das umsetzen werde. „Auf alle Fälle gilt für die Unternehmen, dass sie in Euro zahlen wollen, können und werden.“

IAEA-Chef trifft in Kaliningrad ein

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, ist nach einem Besuch in der Ukraine, wo er die Sicherheit von Atomanlagen gewährleisten will, zu Gesprächen mit hochrangigen russischen Beamten in Kaliningrad eingetroffen. Die Treffen sind für morgen Früh geplant.

Pentagon: Weiter hohe Gefahr von Luftangriffen in Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach Einschätzung des Pentagons weiter stark durch russische Luftangriffe gefährdet. Russlands „Gerede von Deeskalation“ sei „schöne Rhetorik“, sagt ein hochrangiger Pentagon-Vertreter. „Aber es bedeutet nicht, dass die Bedrohung aus der Luft weniger wird.“ In den vergangenen 24 Stunden sei die Zahl der Lufteinsätze deutlich erhöht worden. Die Angriffe konzentrieren sich vor allem auf Kiew und Tschernihiw.

Bratislava benennt Straße vor russischer Botschaft um

Die Straße vor der russischen Botschaft in der Slowakei wird künftig Boris-Nemzow-Straße heißen. Das hat das Stadtparlament der Hauptstadt Bratislava mit Begründung der russischen Invasion in der Ukraine beschlossen. Nach Angaben der slowakischen Nachrichtenagentur TASR ist Bratislava nach Washington, Vilnius, Kiew und Prag die weltweit fünfte Hauptstadt, die eine Straße nach Nemzow benennt.

Die russische Botschaft in Bratislava
APA/AFP/Vladimir Simicek

Geberkonferenz: „Mehr tödliche Hilfe für die Ukraine“

Die Ukraine wird nach britischen Angaben weitere militärische Unterstützung von mehreren Staaten wie Artillerie mit größerer Reichweite, Munition und weitere Luftabwehrsysteme erhalten. Verteidigungsminister Ben Wallace sagt nach einer Geberkonfernez mit mehr als 30 Verbündeten, herausgekommen sei, „dass mehr tödliche Hilfe in die Ukraine fließt“.

Dazu gehöre die Bereitstellung von zunehmend leistungsfähigen Luft- und Seeverteidigungssystemen, Artillerie, gepanzerten Fahrzeugen sowie Training und logistischer Unterstützung, so die Mitteilung weiter.

Für Biden hat sich Putin selbst isoliert

US-Präsident Biden sagt, es scheine, dass sich der russische Präsident Putin in Russland selbst isoliert und möglicherweise einige seiner Berater entlassen oder unter Hausarrest gestellt habe.

Zugleich gibt es nach Bidens Angaben keine Beweise für einen Rückzug russischer Truppen aus dem Norden.

15 Flughäfen durch russische Streitkräfte zerstört

Das ukrainische Verteidigungsministerium macht die russischen Streitkräfte für die Zerstörung von 15 Flughäfen verantwortlich. Zudem sein 1.370 Raketen auf die Ukraine abgefeuert worden, heißt es. Russische Soldaten hätten 148 Kinder getötet. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Gaslieferung: Putin lässt Hintertür offen

ORF-Korrespondenten Paul Krisai analysiert Gaskauf in Rubel

Italien kündigt hartes Vorgehen gegen Oligarchen an

Anders als andere EU-Länder will Italien mit voller Härte gegen russische Oligarchen vorgehen. Italiens Außenminister Luigi Di Maio sagt der deutschen „Bild“-Zeitung, sein Land halte sich „strikt an unsere internationalen Verpflichtungen in Bezug auf Sanktionen und damit auch hinsichtlich der Beschlagnahmung von Eigentum gelisteter Personen in Italien“.

Bereits in den vergangenen Wochen sind mehrere Villen und Jachten von Oligarchen beschlagnahmt worden. „Bis heute sprechen wir von einem Gesamtwert von rund 900 Millionen Euro. Wir waren schnell und konsequent und werden das auch weiterhin sein“, ergänzt der Minister.

Indien kauft Erdöl in Russland mit hohem Rabatt

Indien kauft Erdöl in Russland mit hohem Rabatt und erwägt weitere Bestellungen. Russische Ölfirmen böten Preisnachlässe an, und indische Firmen zögen in Betracht, entsprechende Verträge abzuschließen, heißt es aus Kreisen der staatlichen Indian Oil Corporation.

Das Unternehmen selbst habe Anfang März drei Millionen Barrel Ural Crude mit einem Rabatt von 20 bis 25 Dollar (18 bis 22,5 Euro) pro Barrel gekauft. Das Öl solle im Mai geliefert werden. Indien ist der drittgrößte Ölimporteur der Welt – nach den USA und China.

Depardieu verurteilt „inakzeptable Exzesse“ Putins

Der französische Schauspielstar Gerard Depardieu hat Putin angesichts von dessen Ukraine-Krieg „verrückte und inakzeptable Exzesse“ bescheinigt. Die russische Bevölkerung sei für das Verhalten des Kreml-Chefs aber „nicht verantwortlich“. Der gesamte Erlös seiner drei für Anfang April geplanten Auftritte im Pariser Theatre des Champs-Elysees werde „den ukrainischen Opfern zugute kommen“.

Der französische Schauspieler Gerard Depardieu
APA/AFP/Tiziana Fabi

Er sei dem „russischen Volk schon immer auf einzigartige Weise zugeneigt“ gewesen, erklärt Depardieu. Er besitzt seit 2013 die russische Staatsbürgerschaft. In der Vergangenheit hat er sich immer wieder positiv über Putin geäußert.

Moskau will morgen humanitären Korridor für Mariupol öffnen

Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, es werde morgen einen humanitären Korridor von der belagerten Stadt Mariupol nach Saporischschja eröffnen, berichtet die Nachrichtenagentur TASS.

Die Agentur zitiert Generaloberst Michail Misinzew, den Direktor des Russischen Nationalen Zentrums für Verteidigungsmanagement, mit den Worten, Moskau handle auf eine Bitte hin, die der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Kanzler Olaf Scholz an Putin gerichtet hätten.

IAEA bereitet Mission nach Tschernobyl vor

Die IAEA bereitet eigenen Angaben zufolge die Entsendung einer Mission zu den radioaktiven Abfällen in Tschernobyl vor, nachdem die Ukraine sie darüber informiert habe, dass die russischen Truppen, die die Anlage kontrollieren, sich zurückgezogen hätten und die übrigen wahrscheinlich ebenfalls abziehen würden.

„Die IAEA befindet sich in enger Abstimmung mit den ukrainischen Behörden, um in den nächsten Tagen die erste Hilfs- und Unterstützungsmission der Organisation nach Tschernobyl zu entsenden“, heißt es von der Atomenergieorganisation.

ORF-Korrespondent Wehrschütz über Korridore in Mariupol

ORF-Korrespondent Wehrschütz analysiert, inwiefern die Schaffung von Korridoren in der Stadt Mariupol zur Flucht von Zivilisten und Zivilistinnen realistisch ist.

Pentagon: Unklar, ob Konvoi vor Kiew noch existiert

Nach Angaben des Pentagons ist nicht klar, ob der russische Konvoi von Militärfahrzeugen nach Kiew, der sich einst über 40 Meilen erstreckt hat, überhaupt noch existiert, nachdem er seine Aufgabe nicht erfüllt hat.

Der festgefahrene Konvoi ist zum Symbol für Russlands Schwierigkeiten auf dem Schlachtfeld geworden und ist in den ersten Wochen der mehr als einen Monat dauernden Invasion wiederholt von ukrainischen Truppen angegriffen worden.

Selenskiy dankt Türkei für Sicherheitsgarantien

Selenskiy hat seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in einem Telefonat für die Bereitschaft der Türkei gedankt, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu geben. Beide Staatsoberhäupter hätten sich „auf weitere Schritte in Richtung Frieden geeinigt“. Bei den Friedensgesprächen in der Türkei am Dienstag hat die ukrainische Seite ein System von Sicherheitsgarantien durch mehrere Drittländer vorgeschlagen.

Waffen im Wert von 80 Mio. Euro aus Deutschland

Deutschland hat nach Angaben von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht bisher Waffen im Wert von mehr als 80 Millionen Euro an die Ukraine geliefert. Mehr werden folgen, sagt Lambrecht während eines Besuchs in New York.

USA schließen dauerhaft höhere Truppenpräsenz in Europa nicht aus

Die US-Regierung schließt angesichts des Konflikts mit Russland eine dauerhafte erhöhte Präsenz von US-Truppen in Europa nicht aus. „Unabhängig davon, wie dieser Krieg endet und wann er endet, wird sich das Sicherheitsumfeld in Europa verändert haben“, sagt Pentagon-Sprecher John Kirby. Darauf müsse man reagieren.

„Wie das aussehen wird, wissen wir nicht“, sagt er weiter. Aber man sei offen für Gespräche, ob es eine größere dauerhafte Präsenz von US-Truppen in Europa geben müsse. Aufgrund der Truppenverstärkungen wegen des Ukraine-Krieges sind inzwischen mehr als 100.000 US-Soldaten in Europa.

Ukraine meldet Beschuss von humanitärem Konvoi

Die ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Ljudmila Denisowa sagt, dass bei dem russischen Beschuss eines humanitären Konvois mindestens eine Person getötet und vier weitere verwundet worden seien.

Es handle sich um Freiwillige, die einen Buskonvoi begleitet haben, der zur Evakuierung in die nördliche Stadt Tschernihiw geschickt worden ist.

Weißes Haus: Rubel „künstlich gestützt“

Das Weiße Haus sieht eine „künstliche Stützung des Rubels“ durch die russische Zentralbank und die russische Regierung, sagt die Kommunikationsdirektorin Kate Bedingfield. Zuvor hat Putin von ausländischen Käufern verlangt, russisches Gas ab morgen in Rubel zu bezahlen, andernfalls würden ihre Lieferungen gekürzt. Zudem wird kommuniziert, dass es derzeit keine Pläne für ein Gespräch zwischen Putin und Biden gebe.

Kiew: Russische Soldaten aus Tschernobyl abgezogen

Nach wochenlanger Besetzung haben die russischen Streitkräfte nach ukrainischen Angaben das Atomkraftwerk Tschernobyl verlassen. Russische Soldaten hätten „Ausrüstung und andere Wertgegenstände“ aus der stillgelegten Atomanlage gestohlen, erklärt die für das Sperrgebiet zuständige Behörde. Ukrainische Spezialisten würden nun auf das Gelände geschickt, um es auf „potenzielle Sprengkörper“ hin zu durchkämmen.

WIFO-Chef über den Gaskauf in Rubel

Der Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), Gabriel Felbermayr, erklärt, welche Vorteile Russland hat, wenn nun noch mehr russisches Gas über Rubel-Konten bezahlt werden muss.

Selenskyj: Russische Truppen bei Mariupol verstärkt

Laut Selenskiy ist die Lage im Süden und in der Region Donbass nach wie vor äußerst schwierig. Er weist erneut darauf hin, dass Russland seine Streitkräfte in der Nähe der belagerten Stadt Mariupol verstärke. „Es wird noch Kämpfe geben. Wir müssen noch einen sehr schwierigen Weg gehen, um alles zu erreichen, was wir wollen.“

Russische gepanzerte Fahrzeuge in Mariupol
Reuters/Alexander Ermochenko

Ukraine könnte Hälfte der Ernte einbüßen

Nach Einschätzung der ukrainischen Regierung könnte wegen des Krieges die Hälfte der jährlichen Ernte ausfallen. Die Erträge könnten in diesem Jahr um 25 oder sogar 50 Prozent sinken, erklärt Landwirtschaftsminister Mykola Solskyj. Das sei „noch eine optimistische Prognose“.

Da viele Landwirte sich der Armee bzw. freiwilligen Streitkräften angeschlossen haben, herrsche zudem ein Mangel an Arbeitskräften. Das Wirtschaftsministerium arbeite nun an der Einführung einer vorübergehenden Freistellung landwirtschaftlicher Arbeitskräfte vom Militärdienst.

Vor dem Krieg ist das Land der weltweit viertgrößte Exporteur von Mais gewesen und war auf dem besten Weg, der drittgrößte Exporteur von Weizen zu werden. Im vergangenen Jahr ist eine Rekordernte von 106 Millionen Tonnen Getreide eingefahren worden.