Zerstörte Gebäude in Odessa
AP/Petros Giannakouris
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Gouverneur: Todesopfer bei Raketeneinschlag in Odessa

Bei einem Raketenangriff auf die Hafenstadt Odessa im Südwesten der Ukraine sind nach Angaben des Gouverneurs Maksym Martschenko mehrere Menschen getötet worden. Weitere seien verletzt worden, teilte er auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Der Sender Suspilne berichtet unter Berufung auf das Militär, ein religiöses Gebäude sei getroffen worden. Später hieß es, ein 15-Jähriger sei getötet worden.

Online seit 2. Mai 2022, 6.35 Uhr
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20 Zivilisten aus Stahlwerk gebracht

20 Zivilisten haben nach ukrainischen Angaben am Abend das belagerte Asow-Stahl-Werk in der Hafenstadt Mariupol verlassen. Das an der Verteidigung des Stahlwerks beteiligte Asow-Regiment erklärt, die Evakuierungsaktion habe erst mit fünfstündiger Verspätung stattfinden können, da das Werksgelände wieder von russischen Soldaten beschossen worden sei. „Die Artillerie des Feindes verursachte neue Trümmer und Zerstörung“, so der stellvertretende Kommandeur Swjatoslaw Palamar.

Selenskyj fordert „klare Schritte“ zu Embargo von russischer Energie

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert im nächsten Sanktionspaket der EU „klare Schritte“ zu einer Blockade russischer Energielieferungen. In seiner abendlichen Videobotschaft nennt Selenskyj Russland einen Terrorstaat, dem man nicht täglich eine Milliarde Euro für fossile Brennstoffe zahlen dürfe. Darüber hinaus sollte ein vollständiger Stopp von Export-Import-Geschäften mit Russland vorbereitet werden. „Denn ohne das wird Moskau niemals verstehen, dass Völkerrecht und Frieden in Europa respektiert werden müssen“, so der ukrainische Präsident in Kiew.

Scholz: Selbstbehauptung der Ukraine ist das Kriegsziel

Ziel der westlichen Hilfe für die Ukraine muss nach Angaben des deutschen Kanzlers Olaf Scholz sein, dass sich das Land gegen Russland behaupten kann. „Unser Ziel muss sein, dass die Ukraine ihre Souveränität, ihre Freiheit und ihren Wunsch, in einem demokratischen Land zu leben, verteidigen kann“, sagt Scholz im ZDF. „Russland darf nicht gewinnen, und die Ukraine darf nicht verlieren.“

Er stellt sich damit auf Nachfrage nicht hinter die Aussage etwa von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin, dass es auch Ziel sein müsse, Russland so zu schwächen, dass von dem Land kein erneuerter Angriffskrieg ausgehen könne. Russland dürfe mit dem Versuch nicht durchkommen, die Grenzen in Europa mit Gewalt zu verschieben, so Scholz weiter.

Katze aus zerbombtem Gebäude gerettet

Aus dem Kriegsgebiet kommen erstaunlich viele Tiergeschichten. Nicht nur reisen viele Geflüchtete mit ihren Haustieren, auch in den umkämpften Gebieten sind die Kameras oft auf Tiere gerichtet. So retteten Feuerwehrleute eine Katze aus dem siebten Stock eines zerbombten Gebäudes in der ukrainischen Kleinstadt Borodjanka. Das Tier saß auf einem Sims des Hauses, als die Einsatzkräfte es in Sicherheit brachten.

USA nennen Lawrows Nazi-Vergleich widerwärtig

Das US-Außenministerium kritisiert einen Nazi-Vergleich des russischen Außenministers Sergej Lawrow mit Bezug auf den Ukraine-Krieg scharf. „Es war die niedrigste Form von Rassismus, es war die niedrigste Form von Propaganda, es war die niedrigste Form einer heimtückischen Lüge“, sagt Ministeriumssprecher Ned Price in Washington und sprach von „widerwärtigen Kommentaren“.

Auch Italiens Premier Mario Draghi bezeichnet Lawrows Vergleich im italienischen Fernsehen zu Hitler als „obszön“. Draghi kritisierte, dass Lawrow erlaubt worden sei, frei zu sprechen, ohne vom Moderator des privaten TV-Kanals Rete 4 unterbrochen zu werden.

Gefechte um Asow-Stahl-Werk statt weiterer Evakuierung

Eine geplante Rettung von weiteren Zivilisten aus dem belagerten Asow-Stahl-Werk in Mariupol ist offenbar gescheitert. „Heute haben uns die russischen Besatzer keine Möglichkeit gegeben, Leute aus Asow-Stahl herauszuholen“, sagt der Gouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, im ukrainischen Fernsehen.

Zuvor hatte es Berichte über schwere Bombardierungen und den Beschuss des Werksgeländes aus Schiffskanonen und mit Artillerie gegeben. Bilder zeigten eine dicke schwarze Rauchwolke. Aus Mariupol seien Kyrylenko zufolge aber 56 Menschen in Richtung Regierungsgebiet gefahren. Den Donezker Separatisten zufolge sind zugleich mehr als 200 Menschen nach Besimenne in östlicher Richtung aus der Stadt herausgebracht worden.

USA hoffen auf Rückkehr ihrer Diplomaten nach Kiew bis Ende Mai

Die USA hoffen auf eine Rückkehr ihrer Diplomatinnen und Diplomaten in die ukrainische Hauptstadt Kiew bis Ende Mai. „Wir hoffen sehr, dass die Bedingungen es uns erlauben werden, bis zum Ende des Monats nach Kiew zurückzukehren“, sagt die Geschäftsträgerin der US-Botschaft, Kristina Kvien, in Lwiw. Dänemarks Botschaft in Kiew öffnete derweil wieder, Schweden will am Mittwoch folgen.

„Als Missionschefin ist meine oberste Priorität die Sicherheit meiner Mitarbeiter, meiner Leute“, sagte Kvien nach ihrer ersten Reise in die Ukraine seit Wochen weiter. „Wir hören auf die Sicherheitsexperten. Wenn sie uns sagen, dass wir nach Kiew zurückkehren können, werden wir zurückkehren.“ In den kommenden ein oder zwei Wochen würden sie und ihre Mitarbeiter zunächst tageweise von Polen aus in die Ukraine reisen.

EU-Kommission erarbeitet Leitlinien für Gaszahlungen

Die EU-Kommission erarbeitet genauere Leitlinien, wie EU-Länder weiterhin für russische Gaslieferungen zahlen können, ohne die Sanktionen gegen Russland zu verletzen. „Viele europäische Energieunternehmen müssen Mitte Mai die nächste Zahlung an Gasprom tätigen und versuchen, besser zu verstehen, was sie tun sollen“, sagt EU-Energiekommissarin Kadri Simson nach einem Sondertreffen der zuständigen EU-Minister heute.

Asow-Regiment: 200 Zivilisten in Bunkern in Mariupol gefangen

Im Asow-Stahl-Werk in Mariupol sind nach Angaben des ukrainischen Militärs rund 200 Zivilistinnen und Zivilisten in verschütteten Bunkern gefangen.

Der stellvertretende Kommandeur des Asow-Regiments, das sich in dem riesigen Werksgelände verschanzt hat, sagt der Nachrichtenagentur Reuters, in den Schutzräumen seien Kinder, Frauen und Ältere.

Bunker im Asov-Stahlwerk
Reuters/Azov

Seine Truppen hätten aber kein schweres Gerät, um die Eingänge freizuräumen, sagt Swiatoslaw Palamar. Das Stahlwerk ist die letzte Bastion ukrainischer Truppen in der vom russischen Militär eingenommenen Stadt.

Scholz plant vorerst keinen Kiew-Besuch

Der deutsche Kanzler Olaf Scholz hat nach wie vor keine konkreten Pläne für einen Besuch in Kiew und begründet dies mit der Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier durch die ukrainische Regierung. Dies sei „ein bemerkenswerter Vorgang“ gewesen, sagt Scholz in der ZDF-Sendung „Was nun?“.

Dass der Bundespräsident zur unerwünschten Person erklärt worden sei, „das kann man nicht machen“. Scholz betont, Deutschland habe der Ukraine viel militärische und wirtschaftliche Hilfe geleistet. Da könne es nicht sein, dass man dann sage, „der Präsident kann aber nicht kommen“.

UEFA bestätigt Russland-Sperre

Die UEFA hat weitere Sanktionen gegen Russlands Fußball beschlossen. Unter anderem dürfen russische Clubs nicht an der nächsten Europacup-Saison teilnehmen.

Die UEFA-Sanktionen greifen auch auf Länderspielebene. Unter anderem wurde das Frauen-Nationalteam von der EM 2022 in England ausgeschlossen und durch Portugal ersetzt. Das Männer-Nationalteam Russlands wurde von der kommenden Nations League ausgeschlossen.

Russlands Bewerbungen für die EM 2028 und EM 2032 werden zudem von der UEFA nicht akzeptiert. Begründet wird das damit, dass Bewerber unter anderem sicherstellen müssten, die UEFA, andere Bewerber, das Bewerbungsverfahren oder den europäischen Fußball durch ihr Verhalten nicht in Verruf zu bringen.

Ungarn hat weiter Vorbehalte gegen Öl-Boykott

Ungarn lehnt Maßnahmen ab, die seine Öl- und Gasversorgung gefährden könnten. Das erklärt Ungarns Außenminister im Sender RTL. In Brüssel beraten Vertreter der EU-Staaten derzeit, ob Öl-Importe aus Russland gestoppt werden sollten.

Raketeneinschlag in Odessa – Gouverneur spricht von Toten

Bei einem Raketenangriff auf die Hafenstadt Odessa im Südwesten der Ukraine sind nach Angaben des Gouverneurs Maksym Martschenko mehrere Menschen gestorben. Weitere seien verletzt worden, teilt er auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Der Sender Suspilne berichtet unter Berufung auf das Militär, ein religiöses Gebäude sei getroffen worden.

US-Insider: Moskau mit „bestenfalls minimalen“ Gewinnen im Donbas

Russland hat einem US-Insider zufolge in den vergangenen Tagen „bestenfalls minimale“ Fortschritte bei seinen Angriffen im Donbas erzielt.

Die Person, die namentlich nicht genannt werden will, gibt auch Zahlen zu der Ausbildung von ukrainischen Soldaten an westlichen schweren Waffen an. So sollen insgesamt grob 200 von ihnen an Haubitzen des Typs M777 geschult werden.

Haubitzen des Typs M777
Reuters/Us Marines

Russischer General in Donbas verwundet? Keine US-Bestätigung

Berichte, wonach der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow während Kämpfen in der Ostukraine verwundet worden sei, können die USA „nicht bestätigen“, wie es von einem Beamten des Pentagon heißt. Laut ukrainischen Angaben habe sich Gerassimow im Donbas aufgehalten, um die dortigen russischen Angriffe zu befehligen. Auch vonseiten der USA wird Gerassimows Anwesenheit an Ort und Stelle in der Vorwoche bestätigt.

Erneut Tote bei Brand in russischer Rüstungsfabrik

Bei einem Brand in einer russischen Munitionsfabrik in der Millionenstadt Perm am Ural sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. „Drei Arbeiter sind bei dem Unfall zu Schaden gekommen, davon ist einer noch vor Ort gestorben, zwei wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Einer davon starb später in der Klinik“, teilt die regionale Behörde für Arbeitsschutz mit.

Der Vorfall selbst soll sich gestern Abend ereignet haben. Ein Video, das in sozialen Netzwerken kursiert, zeigt eine kilometerhohe Rauchsäule.

Die staatliche „Schießpulverfabrik Perm“ stellt unter anderem Ladungen für die Mehrfachraketenwerfer „Grad“ und „Smertsch“ her, die Russland auch im Krieg gegen die Ukraine verwendet.

Behörde: Zivilisten durch russischen Beschuss in Cherson verletzt

Russische Streitkräfte beschießen die Region Cherson mit Granatwerfern, wodurch mehrere Zivilisten verletzt worden seien, wie die regionale Staatsanwaltschaft via Facebook mitteilt.

Im Ort Nowoworonzowka soll es mehrere Verletzte geben. CNN berichtet, dass ein Mann mit gebrochenem Genick und einem Schädelbruch in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht worden sei. Mehrere zivile Häuser und eine Schule sind beschädigt worden.

Scholz an Putin: „Beenden Sie das sinnlose Töten“

Deutschlands Kanzler Olaf Scholz hat erneut an den russischen Präsidenten Wladimir Putin appelliert, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. „Stoppen Sie diesen Krieg, beenden Sie das sinnlose Töten, ziehen Sie ihre Truppen aus der Ukraine ab“, sagt er nach den deutsch-indischen Regierungskonsultationen in Berlin. „Wir sind uns einig, dass Grenzen nicht mit Gewalt verschoben werden dürfen.“

Kiew will Eskalation in Transnistrien verhindern

Die Ukraine will gemeinsam mit Moldawien und der EU eine Eskalation der Situation in Transnistrien verhindern. Damit soll die Schaffung einer weiteren russischen Frontlinie unterbunden werden. Die Ukraine werde die Souveränität und territoriale Integrität der Republik Moldawien unterstützen, sagt der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba im Beisein seines dänischen Amtskollegen Jeppe Kofod heute in Kiew nach Angaben der staatlichen ukrainischen Agentur Ukrinform.

Jill Biden reist nach Rumänien und in Slowakei

Die First Lady der USA, Jill Biden, will in dieser Woche nach Rumänien und in die Slowakei reisen und dabei ukrainische Flüchtlinge treffen. Die Ehefrau von US-Präsident Joe Biden wird nach Angaben aus dem Weißen Haus am Freitag und Samstag Rumänien besuchen. Sie werde dort stationierte US-Soldaten, Diplomaten und rumänische Regierungsvertreter treffen, außerdem Vertreter von Hilfsorganisationen und Lehrer, die ukrainische Flüchtlingskinder unterrichten.

Jill Biden
Reuters/Evelyn Hockstein

Am Sonntag will Jill Biden dann in der Slowakei „ukrainische Mütter und Kinder treffen, die durch Putins Krieg zur Flucht aus ihrem Heimatland gezwungen wurden“. Die First Lady, die selbst als Lehrerin arbeitet, wird auch slowakische Privatleute treffen, die ukrainische Flüchtlingsfamilien unterstützen.

UNO: Über 3.000 tote Zivilisten bestätigt

In der Ukraine sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UNO) inzwischen mehr als 3.000 Zivilisten seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar getötet worden. Die Zahl sei seit Freitag um 254 auf nunmehr 3.153 gestiegen, teilt das Büro der Hohen Kommissarin für Menschenrechte mit. Die tatsächliche Zahl liege wahrscheinlich viel höher. Die meisten Opfer seien durch Sprengkörper getötet worden, etwa bei Raketenangriffen oder Luftschlägen.

Ungarn verlegt Botschaft zurück nach Kiew

Ungarn verlegt seine Botschaft von der westukrainischen Stadt Lwiw zurück nach Kiew. Außenminister Peter Szijjarto begründet den Schritt mit der verbesserten Sicherheitslage in der ukrainischen Hauptstadt.

Pelosi in Warschau: Hilfe für Kiew verstärken

Die demokratische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat bei einem Besuch in Warschau dazu aufgerufen, die Unterstützung der Ukraine ungeachtet russischer Drohungen zu verstärken. Die Nachrichtenagentur PAP zitiert die Politikerin heute mit den Worten: „Wir sollten uns nicht durch die Drohungen einschränken lassen, die die Russen äußern. Sie haben schon genug gedroht und viele dieser Drohungen auch wahr gemacht: Sie haben Menschen getötet, Familien, Zivilisten.“

Neues Ankunftszentrum für Flüchlinge in Klagenfurt

Seit heute gibt es in Klagenfurt ein neues Ankunftszentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine. 30 Plätze gibt es dort für Neuankommende, 30 weitere für kurzfristige Unterbringungen – mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Luhansk: Historisches Schulgebäude zerstört

Luhansk: Historisches Schulgebäude zerstört

Die Militärverwaltung von Luhansk hat ein Video veröffentlicht, das ein historisches Schulgebäude in der Region Luhansk zeigt, welches infolge russischen Beschusses brennt.

Milliardär Tinkow: Bankverkauf nach Putin-Kritik

Der russische Milliardär Oleg Tinkow ist nach eigenen Angaben wegen seiner Kritik an Moskaus Krieg in der Ukraine zum Verkauf seiner Bank für einen Bruchteil ihres Werts gezwungen worden. „Ich konnte nicht über den Preis diskutieren. Es war wie eine Geiselnahme – du nimmst, was dir angeboten wird“, beschreibt er den Verkauf in einem Interview der „New York Times“.

Tinkow hatte im April den von Russlands Präsident Wladimir Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine als „sinnlos“ bezeichnet und behauptet, 90 Prozent der Russen seien dagegen. Die Misserfolge der russischen Armee führte er auf Korruption zurück, da das ganze Land „in Vetternwirtschaft, Speichelleckerei und Unterwürfigkeit“ gefangen sei. Zwei Tage später hatte die Tinkoff Bank eine Umbenennung angekündigt. Wenig später wurde auch der Aktienverkauf publik.

Polen trotz Gaslieferstopps: „Sind auf sicheren Seite“

Polens Energieversorgung ist laut Umweltministerin Anna Moskwa trotz des russischen Gaslieferstopps gesichert. „Wir sind vollständig auf der sicheren Seite“, sagt Moskwa am Rande eines Sondertreffens der EU-Energieminister heute in Brüssel.

Polens Gasspeicher seien zu fast 80 Prozent gefüllt und würden noch vor dem Herbst zu 100 Prozent voll sein. Das Land habe ein Flüssiggas-Terminal (LNG) und sei auch bei der Infrastruktur für Ölraffinerien bereit, vollständig von russischem Öl unabhängig zu sein.

Habeck: „Werden uns natürlich selbst schaden“

Deutschlands Wirtschaftsminister Robert Habeck sieht bei einem möglichen Ölembargo der EU auch Auswirkungen auf Konsumentinnen und Konsumenten, wie er im Vorfeld des Treffens der EU-Energieminister in Brüssel sagt. „Wir werden uns natürlich selbst schaden“, so Habeck. „Wir werden höhere Energiepreise haben“, sagt der deutsche Minister weiter. „Kostenlos ist es nicht möglich, das zu machen.“

Deutschlands Wirtschaftsminister Robert Habeck
Reuters/Lisi Niesner

In Europa könne man sich die höheren Preise im Zweifelsfall leisten – andere Länder möglicherweise nicht, was Russland dafür nützen könnte, gerade an diese Länder heranzutreten und dann etwa mit günstigeren Ölpreisen zu locken. Deshalb sei es wichtig, „sich nicht von der schnellen Emotion leiten zu lassen“.

Ein mögliches Embargo sei nur ein erster Schritt – und müsse in eine Gesamtstrategie eingebettet sein, die Russlands Präsident Putin nicht stärkt. Auf die Frage, ob er eine Nachricht an Putin habe, sagt Habeck: „Stop the war and go home.“

Niederländer spenden Feuerwehrautos

Mitglieder der Feuerwehr aus IJsselmuiden sind auf dem Weg in die Ukraine, um dort Löschfahrzeuge abzuliefern. Sie sind seit vielen Jahren mit den Feuerwehrleuten in der Ukraine befreundet und möchten durch ihre Aktion den großen Bedarf an Feuerwehrgeräten und Fahrzeugen zumindest etwas decken.

Gewessler: „Bereit, Ölembargo konsequent mitzutragen“

Österreich steht einem Ölembargo gegen Russland nicht entgegen. „Österreich ist bereit, ein Ölembargo auch konsequent mitzutragen, wenn die Kommission und die Mitgliedsstaaten sich dafür entscheiden“, sagt Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Rande eines Sondertreffens der EU-Energieminister in Brüssel.

Man sei vorbereitet, fügt sie hinzu. Schon im März habe Österreich kein russisches Öl mehr verarbeitet. In anderen Mitgliedsstaaten sei die Situation allerdings anders. „Es ist Grundvoraussetzung, dass wir das gemeinsam tragen können“, so Gewessler.

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