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Gasprom liefert auch an Dänen nicht mehr

Der dänische Gasversorger Orsted wird ab morgen keine Lieferungen mehr aus Russland erhalten. Das teilte die russische Gasprom heute Abend mit. Auch Shell Energy Europe sei betroffen, hier geht es um Gaslieferungen nach Deutschland, die nun eingestellt werden. Beide Unternehmen wollten nicht, wie von Russland gefordert, in Rubel bezahlen.

Online seit 31. Mai 2022, 11.45 Uhr
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Südossetien sagt Referendum zu Russland-Beitritt ab

Die georgische Separatistenregion Südossetien hat ein für Mitte Juli geplantes Referendum über einen Beitritt zu Russland abgesagt. Der neue Staatschef der prorussischen Enklave, Alan Gaglojew, hebt die Referendumspläne seines Vorgängers auf.

In einem Dekret betont er die „Unsicherheit über die rechtlichen Konsequenzen“ einer Volksbefragung. Es sei nicht zulässig, per Volksabstimmung einseitig über Themen zu entscheiden, die die „legitimen Rechte und Interessen der Russischen Föderation“ beträfen, heißt es weiter.

Schwere Kämpfe in Sjewjerodonezk

Leonid Pasetschnik, Anführer der prorussischen Separatistenregion Luhansk, gibt an, die russischen Streitkräfte hätten inzwischen etwa ein Drittel von Sjewjerodonezk unter ihre Kontrolle gebracht. Die Truppen kämen aber nicht so schnell voran, wie man es sich erhofft habe, zitiert ihn die russische Nachrichtenagentur TASS.

Nach Angaben der Stadtverwaltung halten die ukrainischen Truppen Sjewjerodonezk nach wie vor. Die Streitkräfte kämpften weiter gegen die langsam eindringenden russischen Verbände, sagt Bürgermeister Olexandr Strjuk im ukrainischen Fernsehen. „Die Stadt ist noch in ukrainischer Hand.“ Evakuierungen seien angesichts der Kämpfe derzeit aber nicht möglich.

Auch Toschkiwka betroffen

Auch die Ortschaft Toschkiwka ist offenbar Ziel von russischen Sturmversuchen. Das teilt der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit. Weitere russische Bodenangriffe werden aus dem etwas weiter westlich gelegenen Raum Bachmut gemeldet.

Massengrab nördlich von Mariupol ausgehoben

Vom Mariupoler Stadtrat veröffentlichtes Filmmaterial einer Drohne zeigt ein neu ausgehobenes Massengrab auf dem Friedhof der Ortschaft Staryj Krym, die nördlich der von russischen Truppen besetzten Hafenstadt liegt. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Mariupol sind im letzten Monat mehr als zwei Dutzend neue Gräben auf dem Friedhof angelegt worden. Er geht zudem davon aus, dass seit Mitte April schätzungsweise 16.000 Menschen in den Massengräbern bestattet worden sind.

London: Moskau geht mit Luhansk-Offensive anderswo Risiken ein

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste muss Moskau mit seiner verstärkten Offensive in der Region Luhansk in anderen besetzten Gebieten größere Risiken akzeptieren. Russland habe in Luhansk zwar langsame, aber größere Fortschritte gemacht als in früheren Phasen des Krieges, da es seine Truppen und Waffen in einer relativ kleinen Region konzentriert habe, heißt es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums.

Der Fokus auf Luhansk bedeute, dass Russland in anderen besetzten Gebieten seine Kontrolle riskiere. Um die Regionen Luhansk und Donezk vollständig zu besetzen, wie es Moskau wohl anstrebe, müssten die Russen neben Sjewjerodonezk auch die wichtige Stadt Kramatorsk und die Hauptverkehrsader zwischen Dnipro und Donezk unter ihre Kontrolle bringen, heißt es weiter.

Separatisten eignen sich Frachtschiffe in Mariupol an

Die prorussischen Separatisten im Gebiet Donezk im Osten der Ukraine beschlagnahmen mehrere Handelsschiffe, die im Hafen von Mariupol liegen. „Ein Teil der Schiffe kommt unter die Rechtshoheit der Donezker Volksrepublik“, sagt Separatistenführer Denis Puschilin laut der Nachrichtenagentur Interfax.

Frachter läuft aus dem Hafen der südukrainischen Stadt Mariupol aus
AP

Die Schiffe würden umbenannt und Teil einer neu entstehenden Handelsflotte der „Republik“. Das erste Schiff mit einer Ladung von 2.500 Tonnen Metall sei nun in die russische Millionenstadt Rostow am Don geschickt worden.

Die Ukraine hat die Verschiffung des Metalls als „Plünderei“ bezeichnet. Kiew wirft Moskau und den mit ihm verbündeten Separatisten den Diebstahl strategisch wichtiger Güter vor. So sollen auch bis zu 500.000 Tonnen an Getreide aus den besetzten Gebieten in der Ukraine nach Russland verfrachtet worden sein.

Türkei vermittelt in Ringen um Getreideexporte

Die Türkei will im Ringen um Getreideexporte aus der Ukraine vermitteln. Der russische Außenminister Sergej Lawrow werde am 8. Juni mit einer Militärdelegation Gespräche in der Türkei führen, um die Möglichkeiten eines Korridors zur See auszuloten, teilt der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit.

Es gebe diesbezüglich Gespräche mit den Vereinten Nationen. Die UNO habe die Einrichtung eines gemeinsamen Überwachungsmechanismus vorgeschlagen, um die Schiffsrouten zu beobachten.

Russland meldet großen Leichenfund in Asow-Stahl-Werk

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben in den unterirdischen Bunkern der monatelang umkämpften Fabrik Asow-Stahl mehr als 150 Leichen von ukrainischen Kämpfern gefunden. „In einem Container mit nicht mehr funktionierender Kühlung wurden 152 Leichen von gefallenen Kämpfern und Soldaten der ukrainischen Streitkräfte gelagert“, sagt der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, in Moskau.

Die ukrainische Führung habe bis heute keine Anfrage gestellt, die Toten zu überführen. Im Gegenteil, die russischen Truppen hätten unter den Leichen Minen entdeckt, mit denen der Container wohl auf Anweisung Kiews in die Luft gesprengt werden sollte, um Russland anzuschwärzen, behauptet Konaschenkow. Russland werde die Toten in Kürze Vertretern der Ukraine übergeben, erklärt er.

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow
MOD

Morawiecki: „Werden nicht sicher sein“

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ist der Ansicht, Europa werde immer mit einer „Erpressung" durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin rechnen müssen, sofern die Ukraine den Krieg gegen Russland verlieren sollte. Europa und die freie Welt wären nicht sicher, wenn sie „diesen Kampf verlieren, diesen Krieg verlieren", so Morawiecki im Sky-Interview.

Zwei russische Soldaten zu Haftstrafen verurteilt

Ein ukrainisches Gericht hat zwei russische Soldaten wegen Angriffen auf Dörfer in der Ostukraine zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Es ist das zweite Urteil wegen Kriegsverbrechen seit Beginn der russischen Invasion im Februar. Die beiden Angeklagten, die das Urteil in einer Panzerglasbox des Bezirksgerichts Kotelewska in der Zentralukraine verfolgten, haben sich vergangene Woche schuldig bekannt.

Beide haben zugegeben, einer Artillerieeinheit angehört zu haben, die von der russischen Region Belgorod aus Ziele in der Region Charkiw beschossen hat.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) meldet die Freilassung eines ihrer vier festgehaltenen ukrainischen Mitarbeiter. Sie sei darüber sehr erleichtert, erklärt OSZE-Generalsekretärin Helga Schmid auf Twitter. Aber auch die drei anderen Kollegen, die sich nach wie vor in den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk in Gewahrsam befänden, müssten freigelassen werden.

Örtliche Beobachter melden, dass sich etliche ukrainische Verteidiger von Sjewjerodonezk ein Stück zurückziehen. Sie sollen nach Lyssytschansk auf höher gelegenes Gelände ziehen.

Ermittler wollen sich zu Kriegsverbrechen äußern

Internationale Ermittler wollen sich am Nachmittag in Den Haag zum Stand der Untersuchungen zu möglichen Kriegsverbrechen in der Ukraine äußern. Bereits kurz nach Beginn der russischen Invasion in das Nachbarland im Februar haben die Ukraine, Polen und Litauen ein gemeinsames Ermittlerteam eingerichtet, gut einen Monat später ist auch der Internationale Strafgerichtshof beigetreten.

Organisation: Tausende in Sjewjerodonezk brauchen Hilfe

Angesichts der heftigen Gefechte um Sjewjerodonezk warnen internationale Helfer, dass die humanitäre Lage immer katastrophaler werden könnte. „Wir befürchten, dass bis zu 12.000 Zivilisten in der Stadt im Kreuzfeuer gefangen sind, ohne ausreichenden Zugang zu Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten oder Strom“, teilt Jan Egeland, Generalsekretär der Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC), mit.

In dem Ballungsraum Sjewjerodonezk-Lyssytschansk in der Region Luhansk haben vor dem Krieg 380.000 Menschen gelebt.

Ölembargo: Habeck kritisiert Ungarn

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck hat nach dem EU-Kompromiss in zu einem Ölembargo gegen Russland den ungarischen Regierungschef Viktor Orban kritisiert. Er sei nicht glücklich mit dem Kompromiss, sagt Habeck, Orban habe „ruchlos“ für seine eigenen Interessen gepokert. Die europäische Kraft und die Entschlossenheit Europas hätten durch das „Gewürge“ um das sechste Sanktionspaket gelitten.

Der ukrainische Botschafter in Österreich, Wassyl Chymynez, begrüßt hingegen die Einigung auf ein Embargo. „Ich bin zufrieden, weil für mich zählt die Tatsache, dass die EU weiter ihre Stärke gezeigt hat. Die Stärke liegt in der Einheit der Europäischen Union. Es ist klar, eines der Ziele des Aggressors Wladimir Putin ist, die EU zu spalten.“ Die Entscheidung nun sei „enorm wichtig“.

Kroatien zur Erhöhung von Pipelinekapazität bereit

Falls Russland seine Öllieferungen über die „Druschba“-Pipeline unterbrechen oder verringern sollte, ist Kroatien nach ungarischen Angaben bereit, die Kapazität der „Adria“-Pipeline zu erhöhen. So könnten Ungarn und die Slowakei weiterhin mit Rohöl versorgt werden, sagt der ungarische Außenminister Peter Szijjarto.

Grafik: Wie russisches Öl nach Europa kommt
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Bruegel

Wien stellt Einsatzfahrzeuge zur Verfügung

Die Stadt Wien hat heute 16 Einsatzfahrzeuge als Spende in die Ukraine entsendet. Damit sollen unter anderem von Russland zerstörte Exemplare ersetzt werden. Insgesamt werden elf Feuerwehr- und fünf Rettungsfahrzeuge aus Beständen der Stadt zur Verfügung gestellt.

Slowjansk: Luftangriff auf Wohngebiet

Bei einem russischen Luftangriff auf ein Wohngebiet der Stadt Slowjansk sind mehrere Zivilisten ums Leben gekommen. Laut Pawlo Kyrylenko, dem Leiter der regionalen Militärverwaltung von Donezk, hat der Raketenangriff eine Schule und mindestens sieben Hochhäuser beschädigt.

Russischer Abgeordneter schlägt Entführung von NATO-Minister vor

Ein bekannter russischer Abgeordneter hat sich für die Entführung eines NATO-Verteidigungsministers aus der Ukraine nach Moskau ausgesprochen. Vielleicht werde der Minister eines NATO-Landes mit einem Zug nach Kiew fahren, um mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj zu sprechen, so Oleg Morosow in einer Talkshow des staatlichen Fernsehens Rossija-1.

„Aber er würde nicht ankommen. Er würde irgendwo in Moskau aufwachen“, fügt er hinzu. „Sie meinen, wir entführen sie?“, fragt Moderatorin Olga Skabejewa nach. „Ja, und dann würden wir herausfinden, wer was angeordnet hat, wer für was genau verantwortlich ist“, sagt Morosow. Der Politiker ist 1993 zum ersten Mal ins russische Parlament gewählt worden. Er ist Mitglied der Kreml-Partei Geeintes Russland.

Ölpreise legen deutlich zu

Die Einigung der EU auf ein Ölembargo gegen Russland gilt vielen als verwässerter Kompromiss. Sie zeitigt allerdings bereits erste Folgen auf den Märkten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostet zu Mittag 123,60 US-Dollar. Das sind 1,93 Dollar mehr als am Vortag. Es ist der höchste Stand seit Anfang März.

Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) ist um 4,01 Dollar auf 119,07 Dollar gestiegen. Auch der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist gestiegen. Börsenhändler sehen hinter den Preissteigerungen insbesondere auf die Aussage von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, wonach die Ölimporte der EU aus Russland trotz der Ausnahme für Pipelinelieferungen bis Ende des Jahres um rund 90 Prozent reduziert werden.

Tschechien bestellt russischen Botschafter ein

Tschechien bestellt den russischen Botschafter in Prag ein. Das Außenministerium begründet den Schritt mit einem Streit über die Verwendung diplomatischer Liegenschaften. Russland verfügt in dem EU- und NATO-Mitgliedsstaat über rund 50 Immobilien. Viele stammen noch aus der Zeit, als die damalige Tschechoslowakei Teil des Ostblocks war.

Prag bezweifelt, dass alle diese Gebäude tatsächlich konsularischen oder diplomatischen Aufgaben dienen. Laut Medienberichten sind mehrere Wohnungen an russische Privatleute vermietet. Moskau halte sich weder an das Wiener Grundsatzübereinkommen über diplomatische Beziehungen noch an die Regeln des Gastlandes, so Außenminister Jan Lipavsky. „Es respektiert den Rechtsstaat nicht.“

Ukraine: 600 mutmaßliche Kriegsverbrecher identifiziert

Die Ukraine hat mehr als 600 mutmaßliche russische Kriegsverbrecher identifiziert und geht strafrechtlich bereits gegen rund 80 von ihnen vor, sagt die oberste Staatsanwältin Kiews, Iryna Wenediktowa, auf einer Pressekonferenz in Den Haag.

Die Liste der Verdächtigen umfasse „Spitzenmilitärs, Politiker und Propagandaagenten Russlands“. Insgesamt hätten die ukrainischen Behörden bereits in mehr als 15.000 Fällen Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen eingeleitet. Die Generalstaatsanwältin teilt ferner mit, Estland, Lettland und die Slowakei hätten beschlossen, sich einem internationalen Ermittlerteam in der Ukraine anzuschließen.

Ukrainischer Außenminister begrüßt neue EU-Sanktionen

Der ukrainische Außenminister begrüßt die Einigung der EU-Staaten auf ein Embargo gegen russisches Erdöl. Die Einschränkung der Ölexporte nach Europa werde „Russlands Kriegsmaschinerie“ Dutzende Milliarden Dollar kosten, sagt Dmytro Kuleba. Zugleich kritisiert der Außenminister den Widerstand Ungarns im Zuge der EU-Verhandlungen.

Auch Dänen rechnen mit russischem Gasstopp

Der Gasstreit zwischen Russland und Europa erreicht eine neue Eskalationsstufe. Nach Bulgarien, Polen und Finnland sind nun auch die Niederlande von russischem Gas abgeschnitten.

Als Nächstes könnte Gasprom Dänemark den Gashahn zudrehen, warnt der dortige Versorger Orsted. Dadurch wäre Dänemarks Versorgungslage nach Angaben des Unternehmens aber nicht unmittelbar bedroht.

Zuletzt hat der Energieriese Gasprom wie angekündigt seine Lieferungen an den niederländischen Gashändler GasTerra eingestellt. Das Unternehmen habe seine Zahlungen für April nicht in der geforderten Rubel-Form geleistet, so Gasprom.

Lawrow: Westen für Überwindung der Nahrungsmittelkrise verantwortlich

Der russische Außenminister Sergej Lawrow ruft den Westen auf, zu einer Lösung der weltweiten Nahrungsmittelkrise beizutragen. „Die westlichen Länder haben eine Menge künstlicher Probleme geschaffen, indem sie ihre Häfen für russische Schiffe geschlossen und die Logistik- und Finanzketten unterbrochen haben“, sagt Lawrow heute bei einem Besuch in Bahrain.

Lawrow fordert die Ukraine auf, Seeminen aus ihren Hoheitsgewässern zu entfernen, um die sichere Durchfahrt von Schiffen durch das Schwarze und Asowsche Meer zu ermöglichen. „Wenn das Problem der Minenräumung gelöst ist, (…) werden die russischen Seestreitkräfte die ungehinderte Durchfahrt dieser Schiffe ins Mittelmeer und weiter zu ihren Bestimmungsorten sicherstellen“, sagt Lawrow.

russischer Außenminister Sergej Lawrow
Reuters/Russian Foreign Ministry

Ölembargo: Opposition fordert Regierung zum Handeln auf

Nach der Einigung auf ein Ölembargo gegen Russland beim EU-Gipfel fordern SPÖ und FPÖ die österreichische Bundesregierung zum Handeln auf.

In vielen europäischen Ländern handelten die Regierungen angesichts der hohen und durch das Ölembargo wahrscheinlich weiter steigenden Spritpreise, betont SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried heute in einer Aussendung.

Der freiheitliche Umweltsprecher Walter Rauch fordert einen Stopp der ab Juli kommenden CO2-Steuer. NEOS zeigt sich ebenfalls nicht ganz zufrieden: „Auch ein halbherziges Ölembargo ist besser als keines. Aber das wäre besser gegangen“, sagt NEOS-Europaabgeordnete Claudia Gamon.

Afrikanische Union sorgt sich um Lebensmittelbeschaffung

Die Afrikanische Union (AU) sorgt sich wegen der EU-Sanktionen gegen Russland um die Lebensmittelversorgung der afrikanischen Länder.

Der Ausschluss russischer Geldhäuser aus dem internationalen SWIFT-Zahlungssystem erschwere die Bezahlung wichtiger Agrarprodukte, wodurch die Lebensmittelversorgung gefährdet sei, sagt der AU-Vorsitzende, Senegals Präsident Macky Sall, heute auf dem EU-Gipfel.

Parlament in Kiew wählt Menschenrechtsbeauftragte ab

Das ukrainische Parlament hat die Menschenrechtsbeauftragte Ljudmyla Denisowa abgewählt. Eine Mehrheit der Abgeordneten hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Unian in Kiew für einen entsprechenden Antrag gestimmt.

Zuvor hat die Partei von Präsident Selenskyj Unterschriften für ein Misstrauensvotum gegen die Menschenrechtsbeauftragte gesammelt, die ihr Amt seit 2018 innehatte. Über ihre Nachfolge ist zunächst nicht entschieden worden.

Ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Ljudmyla Denisowa
Gemeinfrei

Kanada verhängt neue Sanktionen gegen Russland

Kanada verhängt weitere Sanktionen gegen 22 Personen und vier Unternehmen. Sie betreffen hochrangige Beamte bzw. Beamtinnen russischer Finanzbehörden und deren Familienangehörige sowie Banken, heißt es in einer Erklärung. Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat Kanada Sanktionen gegen mehr als 1.050 Personen und Einrichtungen verhängt.

Slowakische Präsidentin zu Besuch in Ukraine

Die slowakische Präsidentin Zuzana Caputova hat dem Nachbarland Ukraine bei einem Besuch in Kiew weitere Unterstützung versprochen. In Kiew ist Caputova auch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zusammengetroffen. Auch wenn die Bilder vom Krieg in der Ukraine nach drei Monaten nicht mehr jeden Tag die Schlagzeilen dominierten, dürfe man das Leid der dortigen Bevölkerung nicht aus den Augen verlieren, so Caputova im Parlament.

Die Slowakei unterstützt das Nachbarland unter anderem mit der Lieferung ihres Raketenabwehrsystems, für das sie nun von NATO-Partnern Ersatz bekommen soll.

Moskau: Sjewjerodonezk zur Hälfte eingenommen

Russische Truppen haben nach ukrainischen Angaben im Gebiet Luhansk inzwischen die Hälfte der umkämpften Gebietshauptstadt Sjewjerodonezk eingenommen. Die Frontlinie verlaufe in der Mitte, sagt der Chef der lokalen Militärverwaltung, Olexandr Strjuk. Die Kämpfe seien weiter im Gange. Die Stadt ist die letzte Bastion im Gebiet Luhansk unter ukrainischer Kontrolle. Fällt sie, haben die Militärführung in Moskau und die prorussischen Separatisten ein für sie wichtiges Etappenziel des Krieges erreicht, die volle Kontrolle über das Gebiet Luhansk.

Gasprom dreht Orsted und Shell den Gashahn zu

Der russische Energieriese Gasprom dreht dem dänischen Versorger Orsted und der Shell Energy Europe den Gashahn zu. Die Shell Energy Europe sei von dem Lieferstopp wegen ihres Vertrages über Gaslieferungen nach Deutschland betroffen, teilt Gasprom mit. Der Lieferstopp soll ab 1. Juni gelten.

Grund dafür sei, dass die Firmen nicht wie von Russland gefordert in Rubel bezahlt hätten. Vom russischen Gas abgeschnitten sind bereits Bulgarien, Polen, Finnland und die Niederlande.

Selenskyj kritisiert lange Verzögerung bei Sanktionen

Die Ukraine begrüßt das grüne Licht für die neuen EU-Sanktionen, kritisiert aber die lange Verzögerung. „Wenn zwischen dem fünften und sechsten Sanktionspaket mehr als 50 Tage vergangen sind, ist die Situation für uns nicht akzeptabel“, sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beim Besuch seiner slowakischen Amtskollegin Zuzana Caputova heute in Kiew laut Reuters-Angaben.

Ringtausch: Scholz sagt Griechenland Schützenpanzer zu

Als Ausgleich für die Lieferung von Waffen sowjetischer Bauart in die Ukraine soll Griechenland deutsche Schützenpanzer erhalten. Das kündigt Deutschlands Kanzler Olaf Scholz heute nach einem Gespräch mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis am Rande des EU-Gipfels in Brüssel an. „Das wird jetzt ganz konkret zwischen den Verteidigungsministerien zu Ende besprochen und dann auch schnell umgesetzt werden können.“

Mit Griechenland sei das geplant, was mit Tschechien schon vereinbart sei, so Scholz. Tschechien soll 15 Leopard-2-Panzer aus Industriebeständen für die Lieferung von Panzern sowjetischer Bauart in die Ukraine erhalten. Einzelheiten des mit Griechenland geplanten Ringtauschs nennt Scholz nicht. Die griechischen Streitkräfte verfügen aber über Schützenpanzer des sowjetischen Typs BMP-1. Dafür könnten sie laut dpa deutsche Schützenpanzer vom Typ Marder erhalten.

Von der Leyen: „Unser Platz ist an der Seite der Ukraine“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat der Ukraine umfangreiche Hilfen beim Wiederaufbau zugesichert. „Wir haben nicht nur eine moralische Verantwortung, sondern auch ein strategisches Interesse, beim Wiederaufbau der Ukraine eine führende Rolle zu übernehmen“, so von der Leyen in einer Videoaufzeichnung. „Unser Platz ist an der Seite der Ukraine“, versichert von der Leyen: „Wir wollen, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnt.“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
Reuters/Johanna Geron

Europäischer Weizenpreis fällt zweiten Tag in Folge

Die Hoffnung auf eine Freigabe von in ukrainischen Häfen liegenden Weizenladungen drückt den Preis für dieses Lebens- und Futtermittel den zweiten Tag in Folge. Der europäische Future fällt Reuters-Angaben zufolge um 3,8 Prozent auf 391,50 Euro je Tonne. Der US-Future rutscht nach dem verlängerten Wochenende in den USA um knapp sechs Prozent auf 10,90 Dollar je Scheffel ab.

Ob und wann es zu einer Lockerung der russischen Blockade kommt, erscheint allerdings weiter fraglich: Putin hat das zuletzt zwar in Aussicht gestellt – allerdings nur bei Lockerung der gegen Russland gerichteten Sanktionen.

Militäreinsatz gegen Hafenblockade „hochriskant“

US-Generalstabschef Mark Milley hält eine Beendigung der Blockade des Hafens von Odessa mit militärischen Mitteln für eine „hochriskante“ Option. „Derzeit sind die Seewege durch Minen und die russische Marine blockiert“, sagt Milley heute bei einem Besuch in London. „Um diese Seewege zu öffnen, wäre eine sehr große militärische Anstrengung eines Landes oder einer Gruppe von Ländern nötig.“ Ein solcher Einsatz wäre „ein hochriskanter Militäreinsatz“.

Milley nimmt morgen in London an einem Treffen der Generalstabschefs des Geheimdienstbündnisses Five Eyes teil, dem neben den USA und Großbritannien auch Australien, Neuseeland und Kanada angehören. Am Freitag reist Milley nach Helsinki weiter. Finnland bewirbt sich wie Schweden, das der US-Generalstabschef am Samstag besucht, unter dem Eindruck des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine um eine Mitgliedschaft in der NATO.

Sjewjerodonezk: Tank mit Salpetersäure getroffen

Bei einem russischen Luftangriff auf Sjewjerodonezk ist nach Angaben des ukrainischen Gouverneurs Serhiy Gajdaj ein Tank mit Salpetersäure getroffen worden. Über den Kurznachrichtendienst Telegram warnt er die Bevölkerung vor Vergiftungen durch freigesetzte Dämpfe. Die Bevölkerung solle in Schutzbunkern bleiben, so Gajdaj, der dazu ein Foto veröffentlicht, auf dem eine große rosa Rauchsäule über Wohnblocks zu sehen ist.

Gouverneur: Sjewjerodonezk weitgehend gefallen

Russische Truppen haben nach Angaben des regionalen Gouverneurs Gajdaj den größten Teil von Sjewjerodonezk eingenommen. Allerdings sei der Belagerungsring um die Stadt noch nicht geschlossen, teilt er in einer Onlinenachricht mit. Wegen des schweren Beschusses sei es aber unmöglich, weitere Menschen aus der Stadt herauszuholen oder lebenswichtige Güter in die Stadt zu transportieren.

Kanada setzt Alina Kabajewa auf Sanktionsliste

Kanada verhängt neue Sanktionen gegen Russland. Auf der Sanktionsliste stehen unter anderen 22 weitere Personen, darunter auch die ehemalige Turnerin Alina Kabajewa. Die Olympiasiegerin ist Medienberichten zufolge mit Putin liiert. Putin selbst hatte Berichte über eine angebliche Beziehung zu Kabajewa im Jahr 2008 zurückgewiesen.

Archivfoto des russischen Präsidenten Wladimir Putin und Turnerin Alina Kabajewa von 2004
Reuters/Itar Tass

UNO will bei Getreideexporten vermitteln

Die Vereinten Nationen bemühen sich angesichts der weltweit gestiegenen Lebensmittelpreise um die Wiederaufnahme der Getreideexporte aus Russland und der Ukraine. Die UNO-Beamtin Rebecca Grynspan habe konstruktive Gespräche mit dem stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Andrej Belousow über Getreide- und Düngemittelausfuhren in Moskau geführt, teilt UNO-Sprecher Stephane Dujarric mit.