Zerstörung nach einem Bombeneinschlag in Donetsk
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Schwere Kämpfe in der Ostukraine

Vor der Großstadt Donezk im Osten der Ukraine liefern sich Ukrainer und Russen weiterhin schwere Kämpfe – doch auch andere Großstädte im Norden und Süden des Landes stehen unter Beschuss. Mit Sorge blickt man zudem auf das von russischen Truppen besetzte AKW in Saporischschja. Einmal mehr unterstrich der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, dass Russland den Krieg nicht gewinnen dürfe.

Online seit 4. August 2022, 12.50 Uhr
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Guterres: Gewinne von Energiefirmen in Kriegszeiten „unmoralisch“

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres wirft Energiekonzernen vor, „exzessive“ Profite aus der Energiekrise wegen des Ukraine-Krieges zu ziehen. Das sei „unmoralisch“, sagt er vor der Presse am UNO-Sitz in New York.

Öl- und Gasfirmen bereicherten sich in der Krise „auf dem Rücken der ärmsten Menschen und Gemeinden und massiv zulasten des Klimas“, kritisiert Guterres. „Ich fordere alle Regierungen auf, diese exzessiven Profite zu besteuern und die Einnahmen zur Unterstützung der verwundbarsten Menschen zu nutzen, um diese schwierigen Zeiten zu überstehen“, so der UNO-Generalsekretär.

Russisches Gericht spricht US-Basketballspielerin Griner schuldig

Ein russisches Gericht spricht die US-Basketballspielerin Brittney Griner wegen Drogenschmuggels schuldig. Sie habe die Tat bewusst begangen, erklärt das Gericht am Donnerstag. Das Strafmaß liegt noch nicht vor. Die Staatsanwaltschaft hat neuneinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung verlangt einen Freispruch. Sie geht davon aus, dass ein Gefangenentausch zwischen Russland und den USA dem Gerichtsurteil folgen könnte.

Basketballspielerin Brittney Griner
Reuters/Kirill Kudryavtsev

Bergferiencamp für Flüchtlingskinder

Im Salzburger Pinzgau nehmen derzeit 17 Kinder aus umkämpften und zerstörten Kriegsgebieten der Ostukraine an einem Bergferiencamp teil. Gemeinsam mit ihren Müttern und Betreuern sollen sie dort ihr Selbstvertrauen und ihre Lebensfreude wiederfinden – mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Schallenberg: „Atomwaffen bieten keine Sicherheit“

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) spricht sich anlässlich des 77. Jahrestages der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki deutlich gegen Atomwaffen aus. „Es ist höchste Zeit, dass wir mit dem Mythos aufräumen, die permanente Drohung mit Massenvernichtungswaffen könnte ein stabiles Fundament der internationalen Sicherheit sein“, teilt Schallenberg in einer Aussendung mit.

„Gerade die aktuelle Situation zeigt, dass Atomwaffen keinerlei Sicherheit bieten und uns alle gefährden“, so der Minister in Bezug auf die „unverhohlenen Drohungen“ Russlands mit dem Einsatz von Atomwaffen, die den Angriffskrieg auf die Ukraine begleiteten. „Das ist ein klarer Verstoß gegen die UNO-Charta, der völlig unverantwortlich und absolut inakzeptabel ist“, so Schallenberg. „Noch nie seit dem Kalten Krieg waren wir einer Eskalation so nahe“, warnt er.

Kiew: Russland könnte Offensive im Süden starten

Die russischen Streitkräfte könnten nach Einschätzung des ukrainischen Militärs in der südukrainischen Region Cherson eine Offensive beginnen und versuchen, wieder Dynamik in den Krieg zu bringen. In dem Gebiet habe Russland Truppen zusammengezogen, sagt der ukrainische General Olexij Gromow vor der Presse.

Die Ukraine habe ihre taktische Position um die Stadt Slowjansk im Osten verbessert und zwei Dörfer zurückerobert. Allerdings hätten die russischen Truppen versucht, die Stadt Awdijiwka und das Dorf Pisky im Osten einzunehmen. Die ukrainischen Soldaten seien gezwungen gewesen, auf die Verteidigung der Außenbezirke Awdijiwkas zurückzuweichen.

Neuneinhalb Jahre Haft für US-Basketballerin Griner gefordert

Die in Russland inhaftierte US-Basketballerin Brittney Griner soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen Drogenschmuggels für neuneinhalb Jahre ins Gefängnis. Zusätzlich fordert Staatsanwalt Nikolaj Wlasenko in seinem Plädoyer vor einem Gericht im Moskauer Vorort Chimki eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Rubel (rund 16.000 Euro).

Belarussische Truppen nehmen an russischem Großmanöver teil

Mehr als 250 Soldaten aus Belarus nehmen ab Ende August an einem großen russischen Militärmanöver teil. Zu der Übung „Wostok 2022“ („Osten 2022“) werden Soldaten einer mechanisierten Brigade des Wehrkreises West in Belarus entsandt, wie die staatliche belarussische Nachrichtenagentur Belta mitteilt.

Ukraine empört über russisches Getreideschiff auf Weg nach Syrien

Die Ukraine wirft Russland vor, gestohlenes Getreide aus besetzten Gebieten mit einem Frachter nach Syrien zu liefern. Die unter syrischer Flagge fahrende „Laodicea“ habe Gerste sowie Mehl geladen, teilt das Außenministerium in Kiew mit. Das Getreide stamme aus von Russland besetzten Gebieten im Osten der Ukraine. Nach Angaben aus dem Libanon hat das Schiff den russischen Hafen Kawkas in der Meerenge von Kertsch bereits vor gut einer Woche verlassen. Der Website MarineTraffic zufolge steuert es heute den Mittelmeerhafen Tartus in Syrien an.

Archivaufnahmen der „Laodicea“ im libanesischen Hafen in Tripolis
Reuters/Walid Saleh

Unterdessen ist der Frachter „Razoni“ – beladen mit 26.000 Tonnen Mais aus der Ukraine – ebenfalls auf dem Weg in den Libanon. Er wird in den nächsten Tagen im Hafen Tripoli erwartet. Die „Razoni“ hat den ukrainischen Schwarzmeer-Hafen Odessa am Montag verlassen, als erstes Schiff im Rahmen von internationalen Abkommen. Mehrere andere Schiffe warten dort auf die Erlaubnis, ebenfalls Getreide ausführen zu dürfen.

Angriff auf Gefangenenlager in Ukraine: UNO kündigt Untersuchung an

Knapp eine Woche nach dem verheerenden Angriff auf ein Kriegsgefangenenlager in der Ostukraine kündigt UNO-Generalsekretär Antonio Guterres eine Untersuchung an. Die Vereinten Nationen hätten sowohl von Russland als auch von der Ukraine ein entsprechendes Gesuch erhalten, sagt Guterres. Er sei „nicht dazu befugt, strafrechtliche Ermittlungen aufzunehmen“, könne jedoch eine Untersuchungsmission einleiten. Die Vorbereitungen dazu liefen.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres
Reuters/David dee Delgado

Bei dem Angriff auf das Gefangenenlager im ostukrainischen Oleniwka wurden vor rund einer Woche Dutzende ukrainische Kriegsgefangene getötet. Moskau und Kiew geben sich gegenseitig die Schuld an dem Angriff. Internationale Recherchen belasten allerdings vor allem die russische Seite.

Russen melden Vorstöße im Osten der Ukraine

Russlands Armee sind nach eigenen Angaben Vorstöße im schwer umkämpften Gebiet Donezk im Osten der Ukraine gelungen. Aufgrund hoher Verluste hätten sich mehrere ukrainische Brigaden von ihren Positionen bei den Orten Soledar, Awdijiwka und Bachmut zurückgezogen, sagt der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht.

Russland: Getreideabkommen „keine einmalige Sache“

Die unter Vermittlung der Türkei und der UNO geschlossene Vereinbarung mit der Ukraine zur Wiederaufnahme des Getreideexports per Schiff ist nach russischer Darstellung keine einmalige Angelegenheit.

Russland hoffe, dass der Mechanismus weiterhin effektiv funktionieren werde, erklärt das Präsidialamt in Moskau. Die vor knapp zwei Wochen getroffene Vereinbarung muss nach 120 Tagen erneuert werden. Sie erlaubt den Transport ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer.

Tote bei Angriffen in Donezk

Bei einem russischen Artillerieangriff in der ostukrainischen Stadt Torezk in der östlichen Region Donezk sind nach Angaben der Behörden acht Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. Der Beschuss habe eine Nahverkehrshaltestelle getroffen, teilt Gouverneur Pawlo Kyrylenko auf Telegram mit. Unter den Verletzten seien auch drei Kinder.

Ein zerstörtes Gebäude nach einem russischen Angriff  in Donetsk
AP

GB: Ukraine setzt russischen Nachschub unter Druck

Die anhaltenden Gegenangriffe der Ukraine im Süden des Landes behindern nach britischen Angaben wohl den Nachschub der russischen Streitkräfte. Dabei profitierten die ukrainischen Truppen von den vom Westen gelieferten Waffen, teilt das britische Militär auf Basis eines geheimdienstlichen Lageberichts auf Twitter mit.

Selenskyj wünscht sich Einwirken Chinas auf Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ruft einem Hongkonger Zeitungsbericht zufolge die Volksrepublik China auf, ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss auf Russland zur Beendigung des Krieges geltend zu machen.

„Es ist ein sehr mächtiger Staat. China hat eine mächtige Wirtschaft (…) Es kann also Russland politisch und wirtschaftlich beeinflussen. Außerdem ist China ein ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates“, zitiert die „South China Morning Post“ Selenskyj. Er suche nach einer Gelegenheit, um mit dem chinesischen Staatschef Xi Jingping „direkt“ zu sprechen.

Gesundheitsnotstand verschärft sich

In der Ukraine verschärft sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Gesundheitsnotstand. In diesem Jahr habe es eigenen Daten zufolge 434 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in dem Land gegeben. Das sei weit mehr als die Hälfte der weltweit gemeldeten 615 Angriffe, teilt die WHO mit.

Überlastetes Personal, verstärkter Beschuss von Gesundheitseinrichtungen und der nahende Winter schürten die Sorgen vor einer weiteren Verschlechterung der Lage. Die Menschen in den Gebieten, die wegen anhaltender Kämpfe nicht erreicht werden können, seien am stärksten gefährdet. Dazu gehörten die östliche Donbas-Region und Cherson im Süden des Landes.