Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj
Reuters/Murat Cetinmuhurdar
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Erdogan und Selenskyj beraten in Lwiw

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben sich zu Gesprächen in der Ukraine getroffen. Die beiden seien im Potocki-Palast in Lwiw zusammengetroffen, berichtete der staatliche türkische Nachrichtensender Anadolu heute. Für den Nachmittag ist ein Dreiertreffen mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres geplant. Zuvor gab es verstärkt Angriffe in der Ukraine sowie Drohgesten rund um das von Russland besetzte Atomkraftwerk Saporischschja.

Online seit 18. August 2022, 11.13 Uhr
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Geflüchtete kehren in Ukraine zurück

Rund 70.000 Ukrainerinnen und Ukrainer sind aufgrund des Krieges in ihrer Heimat nach Österreich geflohen. Marina und ihre vierjährige Tochter Arina haben in Klaus in Vorarlberg eine Bleibe gefunden. Nach vier Monaten sind die beiden zum ersten Mal wieder zurück zu ihrem Wohnort nach Kiew gekommen.

Protest für Freilassung von Asow-Kämpfern

Angehörige von ukrainischen Kriegsgefangenen haben sich anlässlich des Besuchs von Guterres in Lwiw versammelt. Dabei sind Ehefrauen, Mütter und Schwestern von Kämpfern des Asow-Regiments durch die Stadt gezogen und haben Plakate mit Schriftzügen wie „Fass unsere Helden nicht an“ in die Höhe gehalten.

Erdogan glaubt an Ende des Krieges „am Verhandlungstisch“

Erdogan setzt weiter auf eine diplomatische Lösung für den Krieg in der Ukraine. „Ich glaube weiter daran, dass der Krieg irgendwann am Verhandlungstisch enden wird. Tatsächlich sehen auch Herr Selenskyj und Herr Guterres das so“, sagt Erdogan laut dem türkischen Präsidialpalast.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan
APA/AFP/Dimitar Dilkoff

Stelzer stellt Russland-Sanktionen infrage

Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) stellt die Sanktionen des Westens gegen Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine infrage. Man müsse diese überdenken, falls es im Herbst zu Energieengpässen kommt, sagt er in der „Kleinen Zeitung“ (Freitag-Ausgabe).

Und er kündigt an, dass analog zur Reaktivierung des Kohlekraftwerks in Mellach in der Steiermark auch geprüft wird, ob ein oberösterreichisches Kraftwerk wieder angeworfen wird.

Kiew warnt vor russischer Provokation in AKW

Nach Moskauer Warnungen vor einem angeblich geplanten ukrainischen Anschlag auf das Atomkraftwerk Saporischschja warnt der Militärgeheimdienst der Ukraine seinerseits vor einem möglichen russischen Sabotageakt.

das Atomkraftwerk Saporischschja
APA/AFP/Ed Jones

Es sei zu befürchten, dass russische Kräfte nach ihrem Beschuss auf das AKW nun „den Einsatz erhöhen“ und einen Terroranschlag begehen wollten, heißt es in der Mitteilung. Details werden nicht genannt; überprüfbar sind die ukrainischen Angaben nicht.

Der ukrainische Militärgeheimdienst erwidert damit spiegelbildlich eine russische Warnung, wonach die ukrainische Seite für morgen eine Provokation in dem AKW plane.

Erdogan warnt vor „neuem Tschernobyl“ in Ukraine

Erdogan warnt mit Blick auf das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja vor einer Nuklearkatastrophe. „Wir wollen kein neues Tschernobyl erleben“, sagt Erdogan laut dem Präsidialpalast.

Guterres: Gelände um AKW muss entmilitarisiert werden

Zudem fordert Guterres erneut den Rückzug aller Truppen rund um das gefährdete ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja. „Das Gebiet muss entmilitarisiert werden“, sagt Guterres nach dem Treffen.

der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und  UNO-Generalsekretär Antonio Guterres
AP/OCHA/Saviano Abreu

Die Anlage dürfe nicht im Rahmen militärischer Operationen genutzt werden, sagt Guterres. „Stattdessen ist dringend eine Einigung erforderlich, um Saporischschja als rein zivile Infrastruktur wiederherzustellen und die Sicherheit des Gebiets zu gewährleisten.“ Jede mögliche Beschädigung des AKW sei „Selbstmord“.

Guterres: Getreidedeal „nur der Anfang“ diplomatischer Bemühungen

Guterres mahnt bei dem Treffen mit Selenskyj und Erdogan ein Ende des Krieges an. Der UNO-Generalsekretär sagt nach dem Gipfel, der diplomatische Erfolg durch das Getreideabkommen im Juli sei „nur der Anfang“ einer positiven Dynamik.

„Die Menschen brauchen Frieden“, so Guterres nach Angaben der Vereinten Nationen. Der Krieg habe unzählige Tote, enorme Zerstörungen und Vertreibungen sowie dramatische Menschenrechtsverletzungen gebracht.

Dreiergipfel von Selenskyj, Guterres und Erdogan beginnt

Der Dreiergipfel von Selenskyj mit Guterres und Erdogan beginnt. Der UNO-Chef und die beiden Präsidenten seien in Lwiw im Westen der Ukraine zusammengekommen, berichtet die türkische staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und UNO-Generalsekretär Antonio Guterres
Reuters/Murat Cetinmuhurdar

Bei den Treffen geht es für die Vereinten Nationen und die Türkei um den Versuch, knapp ein halbes Jahr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine den Einstieg in eine Verhandlungslösung auszuloten.

Selenskyj trifft Guterres: AKW im Fokus

Selenskyj hat Guterres zu Gesprächen in der Westukraine getroffen. „Besondere Aufmerksamkeit hat der Atomerpressung Russlands beim Kernkraftwerk Saporischschja gegolten“, heißt es in einer veröffentlichten Mitteilung des Präsidentenbüros.

Russland lehnt Vorschläge zur Demilitarisierung der AKW-Zone ab

Russland lehnt die Vorschläge der Vereinten Nationen für eine Entmilitarisierung der Zone um das besetzte Atomkraftwerk Saporischschja ab. Das sei inakzeptabel, weil dadurch die Anlage noch anfälliger werde für Angriffe, sagt ein Sprecher des russischen Außenministeriums.

Russland erwarte vielmehr, dass schon in „unmittelbarer Kürze“ Expertinnen und Experten der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) das AKW besichtigen werden. Eine solche Mission ist seit Langem geplant. Moskau hat immer wieder erklärt, dass sich die IAEA davon überzeugen könne, dass Russland lediglich für die Sicherheit des größten Kernkraftwerks in Europa sorge.

Helsinki: Russische Kampfjets mutmaßlich in Luftraum eingedrungen

Zwei russische Kampfflugzeuge haben laut Verteidigungsministerium in Helsinki mutmaßlich für zwei Minuten den finnischen Luftraum verletzt.

Die finnische Luftwaffe habe daraufhin eine „operative Flugmission“ entsandt, um die Flugzeuge zu identifizieren. Der finnische Grenzschutz habe zudem eine „vorläufige Untersuchung“ des Vorfalls eingeleitet.

UNO muss laut Selenskyj für Sicherheit von AKW sorgen

Selenskyj besteht darauf, das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk in Saporischschja zu entmilitarisieren. Die Anlage müsse vollständig von den „Aggressoren“ befreit werden, schreibt Selenskyj nach einem Treffen mit Guterres und Erdogan auf Telegram.

„Dieser beabsichtigte Terror seitens des Aggressors kann global katastrophale Konsequenzen haben.“ Die Vereinten Nationen müssten für die Sicherheit dieses strategischen Objekts sorgen.

Moskau: Einsatz von Atomwaffen nur in Notfällen

Das russische Außenministerium erklärt, Russland würde Atomwaffen nur in Notfällen einsetzen. Nach der russischen Militärdoktrin sei der Einsatz von Nuklearwaffenarsenalen nur als Antwort auf einen Angriff zur Selbstverteidigung möglich, sagt Ministeriumssprecher Iwan Netschajew. Russland habe kein Interesse an einer direkten Konfrontation mit der NATO und den USA.

Militärstratege über Lage auf der Krim

Der Krieg in der Ukraine dauert bereits fast ein halbes Jahr. Zuletzt haben massive Detonationen aus der russisch besetzten Halbinsel Krim für Aufsehen gesorgt. Der österreichische Militärstratege Brigadier Philipp Eder spricht über die jüngsten Explosionen.

Schulstart im Westen der Ukraine

In Iwaniwka im Nordwesten der Ukraine wird trotz des anhaltenden Krieges im Land der Schulbetrieb im Herbst wieder aufgenommen. Beschädigte Fenster des Schulgebäudes sind ersetzt und Einschusslöcher gestopft worden. Der Keller ist nach einem Umbau von den Behörden als Luftschutzbunker für alle Schülerinnen und Schüler, für das Lehrpersonal und für die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule genehmigt worden.

Selenskyj und Erdogan starten Gespräche

Selenskyj und Erdogan haben sich zu gemeinsamen Gesprächen in der Ukraine getroffen. Die beiden seien im Potocki-Palast in Lwiw zusammengetroffen, berichtet der staatliche türkische Nachrichtensender Anadolu. Das Dreiertreffen mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres ist für den Nachmittag geplant.

In Limassol auf der Mittelmeer-Insel Zypern sind gestern Plakate mit Gesichtern neun russischer Kriegsgegner samt Trauerflor aufgetaucht. Die Polizei hat die Plakate entfernt. In Limassol protestieren regelmäßig russische Kriegsgegner, die neun Abgebildeten nehmen daran teil. Sie wollen sich nicht einschüchtern lassen. „Diese Drohungen können uns nicht stoppen“, erklärt Aktivist Jewgenij Elesin: „In Russland sind Drohungen dieser Art üblich.“

43 Getreideschiffe seit Öffnung in See gestochen

Seit der Einigung auf den Korridor für ukrainisches Getreide sind nach türkischen Angaben bereits 43 Schiffe in See gestochen. 25 davon hätten die Ukraine verlassen, 18 hätten sich auf den Weg zu ukrainischen Häfen gemacht, teilt das türkische Verteidigungsministerium mit. Es seien mehr als 622.000 Tonnen Getreide aus ukrainischen Häfen verschifft worden.

Frachtschiff „Rahmi Yagci“
AP/Michael Shtekel

Wehrschütz zum Gipfel in der Ukraine

ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz über das Dreiertreffen in Lwiw.

Russland verlegt Jets nach Kaliningrad

Russland verlegt Medienberichten zufolge drei Kampfjets nach Kaliningrad. Die MiG-31 seien in der Ostsee-Exklave rund um die Uhr einsatzbereit, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur RIA das russische Verteidigungsministerium. Interfax zufolge sind die Jets mit Kinschal-Überschallraketen ausgestattet. Kaliningrad grenzt an die EU- und NATO-Staaten Litauen und Polen.

Russische Überschalljets in Kaliningrad
AP/Russian Defense Ministry Press Service photo

Zwei russische Kampfjets haben nach finnischen Angaben möglicherweise den Luftraum Finnlands verletzt. Die beiden MiG-31 hätten sich am Vormittag der Küstenstadt Porvoo genähert, die weniger als 150 Kilometer von Russland entfernt liegt, teilt das finnische Verteidigungsministerium mit. Der Grenzschutz habe eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.

Aufräumarbeiten nach Angriff in Charkiw

Einsatzkräfte der Feuerwehr und Rettung arbeiten daran, die Trümmer nach dem jüngsten Raketenangriff auf Charkiw zu beseitigen. Getroffen wurde ein Wohngebiet. Medien haben berichtet, dass ein Marschflugkörper in ein Haus eingeschlagen sei und es in Brand gesetzt habe.

Guterres in Lwiw eingetroffen

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres ist zu seinem zweitägigen Besuch in der Ukraine eingetroffen. Guterres besucht heute die Stadt Lwiw im Westen des Landes, wo er auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Selenskyj treffen wird. Auch letzterer befindet sich bereits in Lwiw. Er hat ein Militärkrankenhaus besucht und dort mit Verwundeten und Gesundheitspersonal gesprochen.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres
AP/Evgeniy Maloletka

Weitere Todesopfer in Charkiw

Die Zahl der Opfer nach nächtlichen russischen Angriffen auf die Stadt Charkiw ist laut offiziellen Angaben gestiegen. Diesen zufolge sind in der Nacht auf heute mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Dabei handle es sich ausschließlich um Zivilpersonen, teilt der ukrainische Militärgouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram mit. Weitere 35 Menschen seien verletzt worden. In der nahe gelegenen Stadt Krasnohrad wurden zwei Tote vermeldet.

Zerstörtes Wohnhaus in Charkiw
Reuters/Vitalii Hnidyi

Angriffe vor Gipfeltreffen

Vor dem Dreiergipfel in Lwiw gehen die russischen Angriffe vor allem im Osten der Ukraine weiter.

Fokus erneut auf AKW

Vor dem heutigen Dreiergipfel der Türkei, der Ukraine und der UNO rückt die Aufmerksamkeit erneut auf das von Russland besetzte Atomkraftwerk Saporischschja.

AKW Saporischschja
MOD

Das russische Außenministerium wirft Kiew vor, eine „Provokation“ an dem AKW während des Ukraine-Besuchs von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres vorzubereiten, um Moskau anschließend die „Schaffung einer menschengemachten Katastrophe“ vorwerfen zu können. Das Ministerium warnt gleichzeitig, dass bei einem AKW-Unfall auch große Teile Europas betroffen sein könnten.

Russland teilt weiters mit, dass Back-up-Systeme des AKW beschädigt seien. Das AKW könnte abgeschaltet werden, sollte angeblicher ukrainischer Beschuss anhalten. Das AKW ist zuletzt mehrfach angegriffen worden, die Ukraine und Russland werfen sich die Attacken gegenseitig vor.

Weiterer Beschuss von Charkiw

Die Ukraine meldet erneute russische Angriffe auf die zweitgrößte Stadt des Landes, Charkiw. Noch vor Sonnenaufgang sei beim Beschuss eines Wohngebiets ein Mensch getötet worden, teilt die Regionalregierung auf Telegram mit.

18 Menschen seien zudem verletzt worden, darunter zwei Kinder. Gestern sind bei einem russischen Raketenangriff auf die im Nordosten gelegene Stadt nach ukrainischen Angaben sechs Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Kiew sieht „minimale Fortschritte“ Russlands

Die ukrainischen Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge einen russischen Angriff in der südlichen Region Cherson zurückgeschlagen. „Die russischen Streitkräfte haben seit letztem Monat nur minimale Fortschritte gemacht, und in einigen Fällen sind wir vorgerückt“, sagt der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch in einem Video. „Was wir hier sehen, ist eine ‚strategische Sackgasse‘.“

Russischer Soldat bei Charkiw
AP
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