Beate Meinl-Reisinger (NEOS), Karl Nehammer (ÖVP), Moderatorin Simone Stribl, Andreas Babler (SPÖ) und Werner Kogler (Grüne) in der Wahlzentrale im Parlament in Wien
ORF/Patrick Bauer
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Wahlabend zwischen Jubel und Enttäuschung

Die FPÖ geht als klarer Sieger aus der Nationalratswahl hervor. Das zeigt das am späten Abend veröffentlichte Ergebnis inklusive Wahlkartenprognose. Enttäuschung ist bei ÖVP und SPÖ vorherrschend. Sie landeten auf den Plätzen zwei und drei. NEOS überholte die Grünen und liegt auf dem vierten Platz. Die Kleinparteien verpassten den Einzug in den Nationalrat.

Online seit 29. September 2024, 15.40 Uhr

Dieser Beitrag begleitet die Sendung „Wahl 24 – ZIB Spezial“, 29. September 2024.

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Änderungen bei Auszählung

Die Wahlrechtsreform 2023 bringt – wie bereits bei der EU-Wahl – Änderungen bei der Auszählung der Stimmen. So könnte es heute länger als gewohnt dauern, bis das Ergebnis inklusive Wahlkartenprognose vorliegt.

Während die Auszählung bisher meist gegen 21.00 Uhr abgeschlossen war, rechnet die Bundeswahlbehörde mit dem Ende der Auszählung nicht vor 23.00 Uhr.

Der Grund ist, dass gemäß der Wahlrechtsreform die meisten Briefwahlstimmen gleich am Wahltag ausgezählt werden. Jene Wahlkarten, die nicht im Laufe des Freitags in den Wahlsprengeln angekommen sind, werden morgen und ein noch kleinerer Teil am Donnerstag ausgezählt. Dann liegt auch das vorläufige Endergebnis inklusive Briefwahlstimmen vor.

Nehammer: „Jede Stimme zählt“

ÖVP-Chef Karl Nehammer hat am Vormittag gewählt. Der ÖVP wird ein knappes Rennen mit der FPÖ prognostiziert, daher zähle jede Stimme, so Nehammer.

Bundeskanzler und ÖVP-Spitzenkandidat Karl Nehammer
APA/Roland Schlager

Van der Bellen dankt Wahlhelferinnen und Wahlhelfern

Wahllokale in Vorarlberg seit 13.00 Uhr geschlossen

Die Nationalratswahl in Vorarlberg ist bereits geschlagen. Um 13.00 Uhr hat das letzte Wahllokal geschlossen – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

NÖ: Lokalaugenschein in Hochwassergemeinden

Durch das verheerende Hochwasser sind auch sechs der landesweit 2.553 Wahllokale unter Wasser gestanden. Drei Sprengelwahllokale mussten schließlich verlegt werden. noe.ORF.at mit einem Lokalaugenschein in zwei besonders vom Hochwasser betroffenen Gemeinden – mehr dazu in noe.ORF.at.

Hackerattacken auf Parteiseiten

Onlineauftritte von Bundes- und Landesorganisationen von ÖVP und NEOS sind heute durch DDoS-Attacken lahmgelegt worden. Auch die KPÖ hat Probleme gemeldet. Erst am Wochenende sind ÖVP, SPÖ und KPÖ lahmgelegt worden. DDoS-Angriffe führen durch die Überlastung des Netzwerks zu vorübergehenden Ausfällen der Seite, richten aber sonst keinen Schaden an.

Kickl mit „gutem Gefühl“

„Ich habe insgesamt ein gutes Gefühl für den heutigen Tag“, sagt FPÖ-Chef Herbert Kickl nach seiner Stimmabgabe.

FPÖ-Spitzenkandidat Herbert Kickl in Purkersdorf
APA/Helmut Fohringer

Höhere Wahlbeteiligung erwartet

Meinungsforscher und -forscherinnen gehen von einer gestiegenen Wahlbeteiligung aus. Allein bei den ausgegebenen Wahlkarten gibt es eine Rekordzahl von 1.436.240. Bei der vorgezogenen Nationalratswahl vor fünf Jahren ist die Wahlbeteiligung infolge des „Ibiza-Skandals“ und der FPÖ-Spesenaffäre eingebrochen. Mit 75,59 Prozent ist die Beteiligung 2019 nur knapp über dem bisherigen Tiefststand von 74,91 Prozent (2013) gelegen.

Cap: Wohl dritter Platz für SPÖ

Der frühere SPÖ-Abgeordnete Josef Cap sagt gegenüber ORF.at, dass man aufgrund der Umfragen wohl vom dritten Platz für die SPÖ ausgehen müsse. Am Ende des Tages werde sich jedenfalls die Frage stellen, welche Strategien und Themen die waren, für die man Stimmen bekommen hat.

Appell von Kogler

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hat bei seiner Stimmabgabe appelliert, „nicht taktisch“, sondern „nach seinem Gewissen“ zu wählen.

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) mit Gattin Sabine Jungwirth
APA/Erwin Scheriau

Wahlergebnis 2019

Vor fünf Jahren hat die „Ibiza-Affäre“ um den damaligen FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache eine vorgezogene Nationalratswahl ausgelöst. Die ÖVP verzeichnet deutliche Zugewinne und kommt auf über 37 Prozent. Die SPÖ verliert und fährt ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Nationalratswahl ein.

Die FPÖ verzeichnet ein Minus von zehn Prozent. Ihren Wiedereinzug in den Nationalrat schaffen die Grünen, die um fast zehn Prozent zulegen. NEOS landet bei gut acht Prozent. Die Partei Jetzt des ehemaligen grünen Politikers Peter Pilz verpasst den Wiedereinzug ins Hohe Haus.

Grafik zum Ergebnis der Nationalratswahl 2019
BMI

Meinl-Reisinger optimistisch

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger hat sich bei ihrer Stimmabgabe optimistisch gezeigt – ein konkretes Wahlziel wollte sie zwar nicht nennen, aber „zulegen werden wir, darauf freue ich mich“.

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger
APA/Georg Hochmuth

Fünf Jahre türkis-grüne Koalition

Die Nationalratswahl 2019 ist im Schatten der „Ibiza-Affäre“ gestanden. Danach haben sich ÖVP und Grüne unter dem Motto „Das Beste aus beiden Welten“ auf eine Koalition geeinigt. Diese ist insbesondere durch die CoV-Pandemie und den Ukraine-Krieg stark gefordert gewesen.

SPÖ: Stimme für „Kinder, Frauen, Arbeitnehmer“

SPÖ-Chef Andreas Babler sagt, er habe mit seiner Stimme für die SPÖ eine Stimme für „Kinder, Frauen, Arbeitnehmer“ abgegeben.

SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Babler
APA/Hans Klaus Techt

Von der Stimme zum Mandat

Regionalwahlkreis-, Landes- und Bundeslisten: Für die Kandidatinnen und Kandidaten führt am Wahlsonntag mehr als nur ein Weg in den Nationalrat. Dahinter stehen das österreichische Wahlrecht und das darin festgeschriebene dreistufige Verfahren, das am Wahltag aus Stimmen Mandate macht – mehr dazu in news.ORF.at/nrwahl24.

„Es war schön, aber es reicht auch einmal“

Wenn nach der Wahl der neue Nationalrat zusammentritt, werden viele bekannte Gesichter in die Kameras lächeln. Möglich ist, dass die Öffentlichkeit auch ein paar Parlamentsneulinge zu sehen bekommt. Und ganz sicher ist: Viele prominente Abgeordnete werden künftig fehlen. Sie sagen der Politik Adieu. Im ORF.at-Gespräch lassen sie ihre Zeit im Parlament Revue passieren – mehr dazu in news.ORF.at/nrwahl24.

Filzmaier über Wählerzufriedenheit mit Regierung

Politikwissenschaftler Peter Filzmaier präsentiert Umfragen, die zeigen, dass die Bevölkerung eher unzufrieden mit der Regierungsarbeit der vergangenen fünf Jahre ist.

39 Regionalwahlkreise

Regionalwahlkreise und Anzahl der Mandate

Bei der Nationalratswahl werden insgesamt 183 Sitze vergeben. Die Verteilung läuft zunächst über 39 Regional- und neun Landeswahlkreise. Die weiteren Stimmen werden dann in einem „dritten“ Ermittlungsverfahren auf Bundesebene vergeben. Wie viele Mandate in den Regionalwahlkreisen verteilt werden, richtet sich nach der Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner gemäß der Volkszählung.

Erste Hochrechnung in wenigen Minuten erwartet

In wenigen Minuten wird die erste Hochrechnung inklusive Wahlkartenprognose erwartet.

Wahllokale geschlossen

FPÖ vor ÖVP

Laut der ersten Hochrechnung liegt die FPÖ bei 29,1 Prozent, die ÖVP bei 26,2 Prozent.

FPÖ-Funktionäre bei der Bekanntgabe der ersten Hochrechnung
ORF/Roland Winkler

SPÖ auf dem dritten Platz

Die SPÖ kommt laut erster Hochrechnung auf 20,4 Prozent.

SPÖ-Funktionäre bei der Bekanntgabe der ersten Hochrechnung
ORF/Lukas Krummholz

Grüne bei 8,6 Prozent, NEOS bei 8,8 Prozent

Kleinparteien verpassen wohl Einzug in Nationalrat

Die Bierpartei liegt laut der ersten Hochrechnung bei 2,1 Prozent, die KPÖ 2,9 Prozent. Beide würden somit die Vierprozenthürde nicht erreichen, die für den Einzug in den Nationalrat nötig ist.

Petrovic und Keine unter einem Prozent

Die Liste Madeleine Petrovic mit 0,5 Prozent Keine von denen (Keine) mit 0,6 Prozent sind laut erster Hochrechnung chancenlos.

Schnedlitz: „Geschichte geschrieben“

„Die Österreicher und Österreicherinnen haben heute Geschichte geschrieben“, sagt FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz in einer ersten Reaktion. Die Partei werde mit den Stimmen verantwortungsvoll umgehen. Auf mögliche Koalitionspartner will Schnedlitz nicht eingehen: „Der Abend ist noch jung.“

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz
ORF/Roland Winkler
Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT
Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Enttäuschung bei ÖVP

ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker zeigt sich enttäuscht über Platz zwei: „Die Aufholjagd ist nicht gelungen.“ Es werde dabei bleiben, dass die ÖVP mit FPÖ-Chef Kickl keine Koalition eingehen werde.

ÖVP-Funktionäre bei der Bekanntgabe der ersten Hochrechnung
ORF/Christian Öser

Angesichts des zweistelligen Verlusts im Vergleich zur Wahl 2019 werde es keine personellen Konsequenzen geben, so Stocker: „Das Wahlergebnis ist nicht mit dem vorherigen Ergebnis vergleichbar.“

SPÖ: „Schmerzhaftes Ergebnis“

Klaus Seltenheim, Bundesgeschäftsführer der SPÖ, sagt, der dritte Platz sei ein „schmerzhaftes Ergebnis“. Es ist das historisch schlechteste Ergebnis für die SPÖ. Babler habe aber „viel richtig“ gemacht. Ziel bleibe, „den Österreicherinnen und Österreichern eine schwarz-blaue Koalition zu ersparen“.

Klaus Seltenheim, Bundesgeschäftsführer der SPÖ
ORF/Lukas Krummholz
Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Schwankungsbreite 1,8: Bierpartei nicht im Nationalrat

Laut der aktuellen Hochrechnung mit einer Schwankungsbreite von 1,8 Prozent ist ein Einzug für die Bierpartei, die bei 2,1 Prozent liegt, nicht mehr möglich.

Jubel bei Salzburger FPÖ

Der Salzburger Spitzenkandidat Volker Reifenberger und auch Stadt-FPÖ-Chef Paul Dürnberger bejubeln das Abschneiden ihrer Partei in der ersten Hochrechnung. ÖVP-Landesparteiobmann und Landeshauptmann Wilfried Haslauer kommentiert: „Angesichts der schwierigen Ausgangslage war die Aufholjagd bemerkenswert, hat aber leider nicht gereicht“ – mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

FPÖ OÖ: „Ein großartiger Abend“

Der Spitzenkandidat der FPÖ Oberösterreich, Hermann Brückl, sagt: „Es ist ein großartiger Abend für uns Freiheitliche. Wir nehmen mit großer Demut und großem Respekt diese Stimmen von den Menschen, die uns vertraut haben, entgegen“ – mehr dazu in ooe.ORF.at.

NEOS zuversichtlich für Regierungsbeteiligung

NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos sieht seine Partei als einen von zwei Wahlgewinnern. Die Chancen auf eine Regierungsbeteiligung werde man in den nächsten Tagen sehen. Er mache sich aber keine Sorgen, so Hoyos: „Die Menschen wollen Reformen.“

NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos
APA/Eva Manhart
Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Grüne: Klarer Auftrag weiterzukämpfen

Klimakatastrophen wie dem Hochwasser seien Wahlergebnisse „relativ wurscht“, hier gebe es einen klaren Auftrag weiterzukämpfen, sagt Sozialminister Johannes Rauch (Grüne). Und: Eine Hochrechnung sei noch kein Endergebnis.

Sozialminister Johannes Rauch (GRÜNE)
APA/Tobias Steinmaurer

Man wolle ein Angebot machen, eine stabile Regierung zu bilden, es brauche demokratische Kräfte der Mitte, so Rauch. Man werde die Wahlergebnisse sehr genau analysieren, um besser zu werden. Personelle Fragen stünden derzeit nicht zur Debatte.

Enttäuschung bei SPÖ Kärnten

Der Spitzenkandidat der SPÖ Kärnten, Philip Kucher, zeigt sich in einer ersten Reaktion enttäuscht: „Ich glaube, es zeigt sich, dass, wenn Regierungen Probleme nicht lösen, die Menschen die Regierungen abwählen. Es hat leider nur eine Partei gegeben, die davon profitiert hat“ – mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Plakolm nimmt Wahlergebnis „zur Kenntnis“

„Wir haben gerade als junge Volkspartei sehr, sehr viel in diesem Wahlkampf gegeben, aber man muss dieses Wahlergebnis zur Kenntnis nehmen“, sagt die Staatssekretärin für Digitalisierung, Claudia Plakolm (ÖVP), gegenüber ORF.at. „Es ist leider niemals erfreulich, wenn die Ränder gestärkt werden. Insbesondere wenn nur der rechte Rand hier ganz deutlich gestärkt wird.“

Staatssekretärin für Digitalisierung, Claudia Plakolm (ÖVP)
ORF/Christian Öser

Die ÖVP werde weiter dafür kämpfen, Verantwortung zu übernehmen und für stabile Verhältnisse zu sorgen. Bei der Frage über Koalitionsoptionen und Sondierungsgespräche liege die Entscheidung nun ganz klar bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

KPÖ: Positives Ergebnis für Spitzenkandidaten

Auch wenn der KPÖ der Einzug in den Nationalrat wohl nicht gelungen ist, spricht Spitzenkandidat Tobias Schweiger von einem positiven Ergebnis, auf dem man aufbauen möchte. „In den nächsten Nationalratswahlen wird man mit uns rechnen“, so Schweiger. Nun gelte es, die Partei weiterzuentwickeln – auch wolle man sich anschauen, ob der Name hinderlich gewesen sein könnte.

Spitzenkandidat Tobias Schweiger (KPÖ)
APA/Eva Manhart

„Wehmut“ und „Stolz“ in der Bierpartei

„Wir haben alles gegeben; und es ist sich nicht ausgegangen“, stellt Bierpartei-Chef Dominik Wlazny fest. Auch auf die Auszählung der Stimmen in Wien setzt er wenig Hoffnung. Ein kleines Team habe mit minimalen Ressourcen das Maximale an Kampagne herausgeholt. Er gehe mit „Wehmut“, aber auch mit „Stolz“ aus diesem Tag. Man werde nun ein, zwei Tage überlegen, wie es mit der Bierpartei weitergeht. In Wien arbeite man auf Bezirksebene jedenfalls weiter.

Bierpartei-Spitzenkandidat Dominik Wlazny
APA/Max Slovencik

Erste Reaktionen aus der Steiermark

Die ersten Reaktionen der steirischen Parteispitzen reichen von euphorisch bis sehr enttäuscht. FPÖ-Parteiobmann Mario Kunasek spricht von einem „guten Tag für die Freiheitliche Partei“, ÖVP-Spitzenkandidat Kurt Egger von einer „schmerzlichen Niederlage“ – mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Petrovic: Gekommen, um zu bleiben

Petrovic sagt zum Ergebnis: „Natürlich hätten wir gern mehr gehabt, aber das Ergebnis ist zur Kenntnis zu nehmen.“ Der Einzug werde zwar nicht gelingen, „aber wir machen weiter“, man sei „gekommen, um zu bleiben“. Schließlich biete man wichtige Themen für das Land.

Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

AfD-Vorsitzende gratuliert FPÖ

Die Vorsitzende der AfD, Alice Weidel, gratuliert der FPÖ: „Die FPÖ ist laut 1. Hochrechnung stärkste Kraft! Herzlichen Glückwunsch an Herbert Kickl & die FPÖ“, schreibt Weidel nach Verkündung der ersten Hochrechnung auf X und postet dazu ein Bild von ihr und Kickl.

Keine Kleinpartei schafft den Einzug

Die aktuelle Hochrechnung zeigt, dass Bierpartei und KPÖ den Einzug in den Nationalrat nicht schaffen werden. Liste Madeleine Petrovic und Keine von denen verpassen die Vierprozenthürde deutlich.

Tschürtz: Kickl wird „gute Regierung“ zusammenbringen

Der burgenländische FPÖ-Klubobmann Johann Tschürtz sagt gegenüber ORF.at über den Wahlerfolg der FPÖ, es wäre „katastrophal“, Kickl den Auftrag, Regierungsverhandlungen zu führen, nicht zu geben. Der FPÖ-Chef könne „mit allen reden“ und werde aus seiner Sicht „sehr erfolgreiche“ Verhandlungen führen. Und weiter: „Ich bin überzeugt davon, dass er ein gutes Regierungsprogramm zusammenbringen wird und auch eine gute Regierung.“

Der burgenländische FPÖ-Klubobmann Johann Tschürtz
ORF/Roland Winkler

Kopf-an-Kopf-Rennen in Niederösterreich

In Niederösterreich gibt es laut Hochrechnung inklusive Wahlkartenprognose von Foresight für den ORF und die APA ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ÖVP (29,9 Prozent) und FPÖ (29,5 Prozent). Die SPÖ wird Dritte, NEOS überholt die Grünen – mehr dazu in noe.ORF.at.

Hafenecker: „Demütiger“ Umgang mit Wahlerfolg

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker spricht gegenüber ORF.at von einem „schönen Erfolg, mit dem wir auch entsprechend demütig umgehen werden“. Als Grund für den Erfolg nennt er die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung und „wie diese Bundesregierung die letzten fünf Jahre die Republik regelrecht an die Wand gefahren hat“.

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker
ORF/Roland Winkler

Auf die Frage, ob die FPÖ nach den Absagen der anderen Parteien im Wahlkampf einen Koalitionspartner finden wird, sagt Hafenecker, man müsse schauen, „ob die jetzigen Parteiobleute, die Herbert Kickl ausgeschlossen haben, in Zukunft noch im Amt sind“.

Rückschlag für Bauernbund-Präsident „nachvollziehbar“

Für ÖVP-Bauernbund-Präsident Georg Strasser ist der Rückschlag der Regierung bei der Wahl „logisch“ und „nachvollziehbar“, da es Krisenjahre gegeben habe. Das Vertrauen in Nehammer sei jedenfalls in den vergangenen Monaten gestiegen, sagt Strasser gegenüber ORF.at. Für Koalitionsverhandlungen sieht er zunächst Bundespräsident Van der Bellen mit einem Regierungsbildungsauftrag am Zug.

Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Fuchs: Österreich will „Volkskanzler Kickl“

FPÖ-Budgetsprecher Hubert Fuchs spricht gegenüber ORF.at von einem „ganz klaren Zeichen, dass die Österreicher einen Herbert Kickl als Volkskanzler haben wollen. Und die anderen Parteien, die müssen sich auch überlegen, was sie mit diesem Ergebnis machen.“

Der Wahlerfolg der FPÖ sei nicht mehr zu ignorieren, es dürfe keine Koalition der Verlierer geben. Auf die Frage, ob Van der Bellen der FPÖ den Regierungsauftrag geben werde, antwortet Fuchs: „Es ist gelebte Praxis, dass immer der, der die stimmenstärkste Partei anführt, auch den Regierungsauftrag erhalten wird, und wir gehen selbstverständlich davon aus, dass diese geübte Praxis auch weiter fortgelebt wird.“

Jubel, Trauer, Schweigen: Erste Reaktionen aus Tirol

In den Tiroler Parteizentralen von ÖVP, FPÖ, SPÖ, Grünen und NEOS wird die Hochrechnung inklusive Wahlkartenprognose mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Von einem „sensationellen Ergebnis“ spricht die FPÖ Tirol – mehr dazu in tirol.ORF.at.

„Radikalisierte“: Nehammer mit Kritik an FPÖ

Kanzler Nehammer zeigt sich in einer ersten Stellungnahme kritisch gegenüber der FPÖ. Es sei nun die Aufgabe für die Zukunft, „genau hinzuschauen und zu sehen, warum Radikalisierte mehr Stimmen bekommen als wir, die Kraft der Mitte“. Es gelte, Probleme zu lösen und nicht von diesen zu leben. Nun sei es wichtig, die Menschen noch mehr davon zu überzeugen.

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP)
ORF/Christian Öser

NEOS überholt Grüne, ÖVP-SPÖ nicht mehr möglich

Laut der neuen Hochrechnung überholt NEOS mit 18 Mandaten und 9,1 Prozent die Grünen, die neun Mandate verlieren und nur noch über 17 Mandate verfügen und auf 8,7 Prozent kommen.

Ebenso ist eine Koalition zwischen ÖVP und SPÖ laut aktueller Hochrechnung nicht mehr möglich. Die ÖVP liegt bei 26,3 Prozent und 51 Mandaten, die SPÖ bei 20,5 Prozent und 40 Mandaten.

SPÖ Burgenland: „Schwarzer Tag“

Auch im Burgenland schafft es die FPÖ laut der aktuellen Hochrechnung inklusive Wahlkartenprognose auf Platz eins. Die SPÖ landet hinter der ÖVP auf dem dritten Platz. „Überglücklich“ zeigt sich FPÖ-Spitzenkandidat Norbert Hofer. SPÖ-Landesgeschäftsführerin Jasmin Puchwein spricht von einem „schwarzen und dramatischen Tag“ für die Sozialdemokratie – mehr dazu in burgenland.ORF.at.

Mehrheiten noch nicht ganz klar

Welche Mehrheiten sich ausgehen, ist auch nach dieser Hochrechnung noch nicht gänzlich sicher. Eine klare Zweiermehrheit ergibt sich derzeit zwischen FPÖ und ÖVP mit gemeinsam 108 Sitzen im 183 Mandate starken Nationalrat. FPÖ und SPÖ halten zusammen 97 Mandate. Die SPÖ hat im Vorfeld eine Koalition mit der FPÖ ausgeschlossen.

Unger: „Türkis-Grün ist Geschichte“

ORF-Innenpolitikexperte Peter Unger ordnet die Hochrechnung der Nationalratswahl ein: „Türkis-Grün ist Geschichte.“

Steger: Wählerwillen respektieren

FPÖ-Abgeordnete Petra Steger appelliert gegenüber ORF.at an „jeden Politiker, den Wählerwillen und damit auch die Demokratie zu respektieren“. Aussagen aus der Vergangenheit sollten auch noch einmal überdacht werden, so Steger.

Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Kickl: „Wähler hat Machtwort gesprochen“

In einer ersten Stellungnahme sagt Kickl, dass der „Wähler ein Machtwort gesprochen“ habe. Das Wahlergebnis sei ein klares Bekenntnis, dass es so nicht weitergehen könne im Land. Die FPÖ sei angetreten, um diese gewünschte Veränderung voranzutreiben. „Wir sind bereit, auch eine Regierung zu führen.“ Die anderen Parteien und der Bundespräsident müssten nun umdenken.

Herbert Kickl (FPÖ)
ORF/Patrick Bauer

Für Nepp beginnt heute „Wien-Wahlkampf“

Für FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp beginnt „mit dem heutigen Tag der Wien-Wahlkampf“. Für Wiens NEOS-Chef und Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr gibt es „zwei Optionen, entweder Ibiza 2.0 oder eine Koalition unter Beteiligung der NEOS“ – mehr dazu in wien.ORF.at.

Nehammer: „Das ist bitter“

„Das Ziel, Erster zur werden, haben wir nicht erreicht. Das ist bitter“, so ÖVP-Chef Nehammer in der Runde der Spitzenkandidaten und Spitzenkandidatin. Zugleich habe die ÖVP unter seiner Führung aber zugelegt. Es sei gelungen, die ÖVP als Partei der Mitte und Stabilität zu etablieren. Wohin die politische Reise geht, will er noch nicht sagen. Zunächst müsse das Endergebnis vorliegen. Jetzt seien Gespräche das Wichtigste.

Babler: Hand ist ausgestreckt

„Das Ergebnis der SPÖ ist nicht das, was man sich wünschen würde“, sagt Babler. Man möchte aber weiterhin für die Rechte von Menschen kämpfen. Die Hand sei ausgestreckt, die SPÖ sei bereit, auch Verantwortung zu übernehmen, so Babler.

Meinl-Reisinger: „Schauen, was gemeinsam geht“

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger zeigt sich erfreut, dass ihre Partei an Stimmen zugelegt hat. Es habe bei der Wahl zwei Gewinner gegeben, die für Veränderung stehen, nur die Art der Veränderung sei unterschiedlich. NEOS habe die Bereitschaft zu strukturellen Reformen und, Verantwortung zu übernehmen, auf den Tisch gelegt. Sie sei bereit, die Hand auszustrecken. „Wir müssen schauen, was gemeinsam geht.“

Beate Meinl-Reisinger (NEOS)
ORF/Patrick Bauer

Kogler: Ansporn muss sein, wieder stärker zu werden

„Die Grünen haben vor fünf Jahren in schwierigsten Zeiten Verantwortung übernommen. Das waren große Krisen“, verweist Kogler etwa auf den Krieg in Europa. Aber: „Natürlich wäre uns ein besseres Ergebnis lieber für die Anliegen, die wir vertreten. Das wollen wir weiter einbringen.“

Das Ergebnis sei schmerzlich, allerdings hätten in ganz Europa Regierungsparteien mit Gegenwind zu kämpfen. Der Ansporn müsse nun sein, wieder stärker zu werden. „Allerdings bleibt die Frage: Wie soll das Land weiter regiert werden? Wir werden da unseren Beitrag leisten.“

Nehammer will Parteichef bleiben

Nehammer will bei seiner Linie bleiben, keine Koalition mit Kickl einzugehen. Er wolle weiter an der Spitze der ÖVP bleiben.

Kickl appelliert an Van der Bellen

„Klarer, als es heute gewesen ist, kann es ja nicht sein“, sagt Kickl im Hinblick auf das Wahlergebnis. Das schlechte Abschneiden der anderen Parteien könne nicht schöngeredet werden. Was das Land braucht, sei eine Rückankoppelung an die Bedürfnisse und Interessen der Bevölkerung, so Kickl.

Kickl (FPÖ):

Was die Koalitionsverhandlungen betreffe, sagt Kickl: „Unsere Hand ist ausgestreckt, in alle Richtungen. Ich bin für Gespräche mit allen bereit.“ In Richtung Van der Bellen sagt er: Wenn die Schönheit der Verfassung etwas sei, das dem Bundespräsidenten tatsächlich etwas bedeute, müsse er auch die neuen Stärkeverhältnisse akzeptieren.

Babler bereit zu Sondierungsgespräch mit ÖVP

Er sei selbstverständlich bereit, mit der ÖVP in Sondierungsgespräche zu gehen, so SPÖ-Chef Babler. Die Hand sei ausgestreckt: „Mir geht es um stabile Verhältnisse in diesem Land.“

SPÖ-Chef Andreas Babler
ORF/Patrick Bauer

Nehammer will Methoden von Kickl nicht unterstützen

Nehammer möchte die Sorgen der Wähler und Wählerinnen ernst nehmen, die die FPÖ gewählt haben – aber das bedeute noch lange nicht, dass er die politischen Methoden von Kickl unterstütze. Nicht zuletzt sei hier auch der Bundespräsident am Wort, so Nehammer.

Karl Nehammer (ÖVP)
ORF/Patrick Bauer

Meinl-Reisinger: „Will FPÖ nicht in Regierung haben“

Es gehe darum, althergebrachte Strukturen zu hinterfragen und besser zu machen, betont Meinl-Reisinger. Deutlich äußert sie sich zu einer Koalition mit der FPÖ: „Ich will Sie nicht in der Regierung haben“, sagt die NEOS-Chefin mit Blick auf Kickl. Eine klar proeuropäische Haltung tue Österreich gut, und das sehe sie bei der FPÖ nicht. Ihre eigene Partei sieht sie jedenfalls nicht als reinen Mehrheitsbeschaffer. „Wir können nicht so weitermachen wie bisher.“

Kickl sieht sich als Botschafter der Wähler

Kickl bezeichnet sich als Botschafter und Anwalt der Wähler, die von den anderen Parteien als Wähler zweiter Klasse diskreditiert würden – ein Vorwurf, den sowohl Meinl-Reisinger als auch Babler zurückweisen.

Herbert Kickl (FPÖ)
ORF/Patrick Bauer
Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Kogler: „Ich kann Opposition"

Kogler sagt: „Ich kann Opposition, aber darum geht’s noch nicht.“ Österreich sei mit den Grünen in einer Regierung von einem „Retro-Land“ auf die Überholspur gekommen, nun müsse man aufpassen, nicht wieder zurückzufallen mit den falschen Reformen. Die Stimmen für die FPÖ seien ein „Brandmelder“, doch deshalb müsse man nicht Brandbeschleuniger an die Spitze der Republik setzen.

Werner Kogler (Die Grünen)
ORF/Patrick Bauer

Wahlbeteiligung höher als 2019

Die Wahlbeteiligung ist gegenüber 2019 jedenfalls gestiegen. Laut Hochrechnung sind 78,5 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen geschritten. 2019 ist die Wahlbeteiligung bei 75,59 Prozent gelegen. Über die Wahlmotive spricht Politologe Peter Filzmaier.

FPÖ: Andere Parteien müssen umdenken

„Unvorstellbar“ ist für den FPÖ-EU-Abgeordneten Harald Vilimsky, dass Kickl für eine mögliche Koalition mit der ÖVP in die zweite Reihe rücken würde. Zudem stelle sich für ihn an diesem Abend nicht die Koalitionsfrage, sagt er gegenüber ORF.at: „Meine Aufgabe ist es, dieses europäische Bündnis abermals zu verbreitern und mit dieser noch größeren europäischen Allianz unseren Freunden in Österreich zu helfen.“

FPÖ-EU-Abgeordneten Harald Vilimsky
ORF/Roland Winkler

FPÖ-Wien-Chef Nepp meint, dass es angesichts eines „so fulminanten Wahlsiegs“ bei allen anderen Parteien ein großes Umdenken geben müsse: „So einen Vorsprung kann man nicht wegdiskutieren.“ Er gehe davon aus, dass Van der Bellen ein Demokrat sei und demokratische Ergebnisse wie auch früher zur Kenntnis nehme.

Was bedeutet das Wahlergebnis für Österreich?

Die FPÖ geht laut Hochrechnung als Sieger aus der Nationalratswahl hervor. Es folgen ÖVP und SPÖ. NEOS liegt knapp vor den Grünen, KPÖ und Bierpartei schaffen den Sprung in den Nationalrat nicht. Wie ist das Wahlergebnis zu deuten? Was überrascht am Ergebnis? Wie könnte eine Regierung aussehen? Und was bedeutet das Wahlergebnis für Österreich?

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SPÖ in Wien stimmenstärkste Partei

Die erste Wien-Hochrechnung inklusive Wahlkartenprognose von Foresight für den ORF und die APA liegt vor. In der Bundeshauptstadt ist die SPÖ vorne, gefolgt von der FPÖ – mehr dazu in wien.ORF.at.

Hafenecker empfiehlt Nehammer Rücktritt

„Wenn man eine so historische Niederlage eingefahren hat, dann gibt es eigentlich nur eine Konsequenz“, sagt Hafenecker.

ÖVP Niederösterreich: „Müssen noch härter arbeiten“

Der Listenerste und Spitzenkandidat der ÖVP in Niederösterreich, Gerhard Karner, sagt, Platz zwei bedeute, dass man in Zukunft noch härter arbeiten müsse – mehr dazu in noe.ORF.at.

Europas Rechtsaußen-Parteien gratulieren FPÖ

Nach der AfD gratulieren weitere Rechtsaußen-Parteien in Europa der FPÖ, unter anderem der Parteichef des rechtspopulistischen Rassemblement National in Frankreich, Jordan Bardella, und Geert Wilders von der nationalistischen Partei für die Freiheit (PVV) in den Niederlanden.

Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Unzufriedenheit als Wahlmotiv

Die Wahl ist von Unzufriedenheit und dem Wunsch nach Veränderung geprägt, wie aus Daten von Foresight im Auftrag des ORF hervorgeht. Sechs von zehn Befragten sind überzeugt, dass sich das Land negativ entwickelt – fast doppelt so viele wie bei der Nationalratswahl 2019.

Die FPÖ hat der Umfrage zufolge am meisten von den Sorgen der Menschen profitiert. Für viele Bürgerinnen und Bürger ist die Migration ein wichtiges Wahlmotiv gewesen, noch vor der Inflation und Sicherheitsfragen.

Bogner-Strauß: Wahlergebnis von 2019 „große Ausnahme“

ÖVP-Frauenchefin Juliane Bogner-Strauß vergleicht das aktuelle Ergebnis der ÖVP im ORF.at-Gespräch lieber mit der Wahl von 2013 als von 2019. Das Wahlergebnis vor fünf Jahren sei eine „große Ausnahme“ gewesen: „Wenn man das vergleicht, hat es dann doch recht knapp ausgeschaut.“ Es sei aber der ÖVP „offensichtlich nicht so gut gelungen wie der FPÖ“, noch mehr im Pool der Nichtwähler und Nichtwählerinnen Stimmen zu holen.

Wiederkehr: NEOS als Wahlgewinner

Wiens Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr zeigt sich gegenüber ORF.at mit dem Wahlergebnis von NEOS zufrieden: „Es gibt zwei Wahlgewinner, die Freiheitlichen und uns.“ Gelungen sei das diesmal „mit einem mutigen Reformkurs“.

Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS)
ORF/Christian Öser

Nun gelte es, eine stabile Regierung für die Zukunft zu bilden, hierbei gebe es zwei Möglichkeiten: „Es gibt zwei Optionen, entweder mit den Freiheitlichen eine Ibiza-Koalition zurück in die Vergangenheit mit Korruptionsskandalen oder mit NEOS in die Zukunft als Reformkoalition.“ Sofern die nächste Regierung „Visionen und Reformen als oberste Prämisse“ hat, stehe man bereit.

Filzmaier: „FPÖ-Wähler wollen Blauen in Regierung“

Politologe Filzmaier analysiert, welche Parteien sich die Wählerinnen und Wähler in der Koalition bzw. Opposition wünschen.

Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

SPÖ „immer stark genug, um einer Regierung anzugehören“

SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch sieht im Gespräch mit ORF.at die SPÖ „noch immer stark genug, um einer Regierung anzugehören, um in faire und konstruktive Gespräche einzutreten“. Dafür stehe man auch zur Verfügung. Über die Ursachen des schlechten Abschneidens werde man intern „in den Parteigremien“ diskutieren. Babler sei jedenfalls der richtige Spitzenkandidat: „Er hat polarisiert, er hat alles rausgeholt, was zum Rausholen war.“

SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch
ORF/Lukas Krummholz

Breiteneder (SPÖ): Brauchen keine Obmanndebatte

„Das ist ein schwarzer Tag für Österreich, dass die FPÖ diese Stärke erreicht hat“, sagt SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Sandra Breiteneder gegenüber ORF.at. Es gehe nun darum, auf Österreich zu schauen und „unser Versprechen einzulösen, dass wir diese blau-schwarze Regierung verhindern“.

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Sandra Breiteneder
ORF/Lukas Krummholz

Die SPÖ stehe jedenfalls für Koalitionsgespräche mit anderen Parteien zur Verfügung. Personelle Konsequenzen innerhalb ihrer Partei sieht Breiteneder keine: „Es gibt keine Stimmen, die ihn (SPÖ-Chef Babler, Anm.) anzweifeln. Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist eine Obmanndebatte.“

Wahlmotiv: Person Kickl nicht entscheidend

Laut Foresight Institut ist die Person Kickl bei den FPÖ-Wählerinnen und -Wählern nicht entscheidend gewesen.

Wallner: „Warnsignal für Landtagswahl“

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sieht in der Nationalratswahl ein „Warnsignal“ für die Landtagswahl in zwei Wochen in seinem Bundesland. Die Sache sehe sehr knapp aus, auch die Frage, wer künftig Landeshauptmann sein wird: „Es wird sich die Frage stellen, wer an der Spitze des Landes steht“ – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Demonstration gegen FPÖ vor Parlament

Einige Dutzend Demonstrierende versammeln sich vor dem Parlament, um gegen das Erstarken der FPÖ zu demonstrieren. Dahinter stehen mehrere linke Gruppierungen und Kleinparteien. Laut Veranstaltungsteam ist die Demonstration angemeldet. Die Gruppe stimmt Slogans wie „Ganz Wien hasst die FPÖ“ und „Niemals Kickl“ an.

Demonstration anlässlich der Nationalratswahl in Wien
APA/Roland Schlager

Bei der Kundgebung wird vor einer freiheitlichen Regierungsbeteiligung gewarnt. Die Rednerinnen und Redner haben auf die Einhaltung von Menschen- und Frauenrechten gepocht – mehr dazu in wien.ORF.at.

Größter Stimmenverlust für ÖVP

Bei der Wahl hat die ÖVP das bisher größte Minus ihrer Parteigeschichte eingefahren. Den Hochrechnungen zufolge büßt die Volkspartei mehr als elf Prozentpunkte ein. Der Stimmenverlust ist damit klar größer als bei der Wahl 1990 (minus 9,3 Prozentpunkte). Auch damals hat die FPÖ profitiert.

August Wöginger, Alexander Schallenberg und Susanne Raab
ORF/Christian Öser

Gewessler: Sind noch nicht fertig

„Sind wir fertig? Nein. Schmerzt dieses Wahlergebnis? Ja“, sagt Klimaministerin Leonoare Gewessler (Grüne) bei der Wahlparty. Es gebe den „Auftrag weiterzukämpfen“, denn „weiterkämpfen, das können wir“.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (GRÜNE)
APA/Tobias Steinmaurer

Grüner Auftrag sei es, die Republik für die nächsten Generationen lebenswert zu erhalten. „Wir sind damit noch nicht fertig“, stellt Gewessler ein Comeback in Aussicht. Die Grünen seien der Garant für Klima-, Umwelt- und Bodenschutz, sie seien aber auch der Garant der „Brandmauer gegen rechts“.

Mikl-Leitner: „Nehammer fest im Sattel“

Niederösterreichs ÖVP-Landesparteiobfrau und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sagt, das klare Wahlziel sei nicht erreicht worden. Kanzler Nehammer sitze aber fest im Sattel. „Er hat weiter mein Vertrauen“, so Mikl-Leitner. Hinsichtlich möglicher Koalitionen, sagt sie: „Auch hier ist unsere Position ganz klar: keine Koalition mit Kickl“ – mehr dazu in noe.ORF.at.

Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Krisper (NEOS): Offen für Regierungsbeteiligung

NEOS-Sicherheitssprecherin Stephanie Krisper sagt gegenüber ORF.at, ihre Partei stehe für eine Regierungsbeteiligung „weiterhin offen“, denn man glaube, dass es Reformen brauche.

NEOS-Sicherheitssprecherin Stephanie Krisper
ORF/Christian Öser

Eine Regierung mit der FPÖ würde dem Land nachhaltig schaden. Und weiter: Wenn andere Parteien lieber mit einer FPÖ koalieren, „weil es opportun und einfacher erscheint, dann werden wir in der Opposition weiterhin unsere Arbeit machen“.

SPÖ will „Rechten einen Riegel vorschieben“

Für die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Evelyn Regner (SPÖ), ist es unerlässlich, dass soziale Errungenschaften nun nicht zerstört werden, sondern man „den Rechten einen Riegel vorschiebt“, wie sie gegenüber ORF.at sagt.

Van der Bellen: „Grundpfeiler der Demokratie beachten“

Bundespräsident Van der Bellen beschreibt in einer ersten Stellungnahme die „demokratischen Spielregeln“ der Regierungsbildung, die nun bevorsteht. Er vergleicht diese mit Hochsprung. Nur wer die Latte von 50 Prozent der Stimmen erreiche, könne regieren: „Wer nicht alleine über 50 Prozent kommt, muss andere überzeugen – andere Parteien, den Bundespräsidenten.“

Bundespräsident Alexander Van der Bellen
APA/Florian Wieser

Es gehe nun darum, aufeinander zuzugehen, Kompromisse und beständige Lösungen zu finden. Seine Aufgabe werde sein, Kanzler und Mitglieder der neuen Bundesregierung zu ernennen: „Das setzt ein gewisses Vertrauen in Personen voraus. Ich werde nach bestem Wissen und Gewissen darauf achten, dass die Grundpfeiler der Demokratie bei der Regierungsbildung beachtet werden.“

Politologe: „Blau-Schwarz unwahrscheinlicher geworden“

Durch den FPÖ-Sieg bei der Nationalratswahl sei eine Regierungskoalition mit der ÖVP „unwahrscheinlicher geworden“, sagt der Politikwissenschaftler Eric Miklin von der Universität Salzburg. Denn die Volkspartei werde sich schwertun, als Juniorpartner in eine Koalition zu gehen – mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Hafenecker: Erwarte Regierungsbildungsauftrag für stärkste Partei

Die Regierung sei abgestraft worden, sagt FPÖ-Generalsekretär Hafenecker. Er gehe nun davon aus, dass Bundespräsident Van der Bellen die Usance der letzten Jahre einhalten werde und die stärkste Partei den Auftrag für eine Regierungsbildung erhält. Man brauche aber nicht unbedingt den Auftrag, sondern eine Mehrheit.

„Die Menschen haben heute die FPÖ klar zur ersten Partei gemacht, das ist klar zu respektieren“, sagt Hafenecker. Es werde wichtig sein, Gespräche zu führen und zu sehen, wo es „Schnittmengen“ gibt.

Stocker (ÖVP): Nicht mit Kickl

Die ÖVP wird sich Gesprächen zwar nicht verweigern, jedoch nicht mit FPÖ-Chef Kickl, bestätigt Stocker erneut die Linie seiner Partei.

Christian Stocker (ÖVP)
ORF/Christian Öser

Herr: Mit Babler in kommende Monate gehen

Die stellvertretende Klubobfrau der SPÖ, Julia Herr, zeigt sich mit Platz drei nicht zufrieden: „Wir werden als SPÖ überlegen, wie mit dem Wahlergebnis umzugehen ist.“ Man müsse die Lehre ziehen und mehr das Gemeinsame vor das Trennende stellen. „Ich gehe davon aus, dass wir mit Babler in die kommenden Wochen und Monate gehen werden. Wir wollen kein Weiter-wie-bisher.“

Die stellvertretende Klubobfrau der SPÖ, Julia Herr
ORF/Lukas Krummholz

NEOS-Generalsekretär: Regierung mit FPÖ „keine gute Idee“

„Wir wollen eine Regierung, die Reformen angeht und Stillstand beendet“, sagt NEOS-Generalsekretär Hoyos. Eine Regierung mit der FPÖ wäre aber „keine gute Idee“.

Voglauer: Regierung musste viele Krisen meistern

Die grüne Generalsekretärin Olga Voglauer zeigt sich nicht zufrieden mit dem Wahlergebnis: „Wir hätten uns mehr Stimmen für den Klimaschutz gewünscht.“ Nun werde man die Ärmel aufkrempeln für die Landtagswahl in Vorarlberg und der Steiermark. Die Grünen seien zur Wahl gestanden nach einer ersten Regierungsbeteiligung, in der viel vorangegangen sei. Die Zeit sei aber geprägt gewesen von sehr vielen Krisen. Sie kenne keine Regierung in Europa, die ohne Spuren durch diese Krisen gekommen ist.

„Neuauflage von Blau-Schwarz verhindern“

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim sagt im Gespräch mit ORF.at, dass es der SPÖ darum gehe, eine Neuauflage von Blau-Schwarz zu verhindern, insofern stehe man auch für Gespräche offen. Sorge bereite ihm, dass die ÖVP beginnen könne, „Nehammer zu verstecken“ und dann der FPÖ den Juniorpartner anzubieten. Die SPÖ wolle dafür kämpfen, einen von der ÖVP gestützten Kanzler Kickl zu verhindern.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim
ORF/Lukas Krummholz

Was das schlechte Abschneiden der SPÖ betreffe, so habe die SPÖ „die letzten Jahre nicht die einfachsten Phasen hinter sich, um es ein bisschen euphemistisch zu sagen“. Man müsse in Zukunft stärker geeint auftreten, insofern müsse die Partei nun geschlossen hinter dem Vorsitzenden Babler stehen, „damit die SPÖ nach diesem wirklich nicht berauschenden Tag in eine bessere Zukunft starten kann“. Eine Obmanndebatte zur jetzigen Zeit wäre „völlig wahnsinnig“.

Auschwitz Komitee: „Neues alarmierendes Kapitel“

Der Sieg der FPÖ stellt für das Internationale Auschwitz Komitee eine besorgniserregende Entwicklung dar. „Für Überlebende des Holocaust fügen die ersten Hochrechnungen zur Nationalratswahl in Österreich und vor allem das Erstarken der extremen Rechten um Herbert Kickl und die FPÖ ihren Ängsten und Sorgen ein neues alarmierendes Kapitel hinzu“, teilt Exekutivvizepräsident Christoph Heubner mit.

Man hoffe auf „die Gemeinsamkeit der österreichischen Demokraten, die sich im Interesse des Landes und im europäischen Interesse der Geschichtsvergessenheit und der Ideologie alter und neuer Rechtsextremer entgegenstellt“.

Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

ÖVP in Salzburg vor FPÖ

Im Land Salzburg ist die ÖVP bei der Nationalratswahl – anders als bundesweit – knapp vor der FPÖ geblieben. Das zeigt das Ergebnis inklusive der Wahlkartenprognose – mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT
Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Doskozil will morgen Stellung nehmen

Burgenlands Landeshauptmann und SPÖ-Parteichef Hans Peter Doskozil hat bereits im Vorfeld angekündigt, am Wahltag keine Stellungnahme zum Ergebnis der Nationalratswahl abzugeben. Denn man berate noch. Doskozil werde am Montag vor die Medien treten, sagt SPÖ-Klubobmann Roland Fürst – mehr dazu in burgenland.ORF.at.

Maurer: „Sind generell nicht so die Populisten“

Auch die grüne Klubobfrau sieht die Krisen, die die ÖVP-Grüne-Regierung zu meistern gehabt hat, als zentrale Ursache für die Stimmenverluste ihrer Partei. Erstaunt zeigt sie sich im ORF.at-Gespräch, dass die Hochwasserkatastrophe offenbar keinen Effekt bei der Wahl gehabt habe. „Wir sind auch als grüne Partei generell nicht so die Populisten, die sich dann in Gummistiefeln hinstellen und ein solches Ereignis ausschlachten.“ Es gehe nun darum, dass die „Rechtsextremen in Regierungsverantwortung und Kickl als Kanzler verhindert werden“.

Die grüne Klubobfrau Sigrid Maurer
ORF/Patrick Bauer

Auszählung bei 97 Prozent

Nach Auszählung von 97 Prozent aller abgegebenen Stimmen ist noch ein Mandat von der FPÖ zur ÖVP gewechselt. Die FPÖ verfügt nun über 56, die ÖVP über 52 Mandate. Während die ÖVP 19 Mandate verloren hat, hat die FPÖ 25 Mandate dazugewonnen. Das Ergebnis inklusive Wahlkartenprognose wird gegen 23.00 Uhr erwartet.

Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Schweiger: Ergebnis von KPÖ „ausbaufähig“

Bei der Wahlparty der KPÖ hat Spitzenkandidat Schweiger das Ergebnis seiner Partei als „ausbaufähig“ bezeichnet. Er zeigt sich aber optimistisch: „Wir wissen, dass wir darauf aufbauen können.“ Als „Partei im Wachstum“ bezeichnet Listenzweite Bettina Prochaska die Situation. In Salzburg, Graz und Wien gebe es bereits vielversprechende Strukturen, österreichweit brauche es noch etwas Zeit.

Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Zadic: Grüne wollen weiterkämpfen

Im Gespräch mit ORF.at gesteht Justizministerin Alma Zadic (Grüne), dass das Ergebnis „schmerzt“. Allerdings sei es eine Entwicklung, die sich in ganz Europa beobachten lasse, dass „rechte Parteien, rechtsextreme Parteien überall gewinnen, weil sie auch von den Krisen profitieren“. Die Krisen der vergangenen Jahre hätten indes an den Regierungsparteien Spuren hinterlassen.

Justizministerin Alma Zadic (Grüne)
ORF/Patrick Bauer

Dass trotz der extremen Klimaereignisse wie zuletzt des Hochwassers weniger Menschen als beim letzten Mal Grün gewählt haben, hält Zadic nicht davon ab, auch in Zukunft im Umwelt- und Klimaschutz aktiv sein zu wollen: „Wir werden weiterhin auch Menschen erklären, dass es wichtig ist, dass wir uns darum kümmern, sonst könnte es in den nächsten Jahren auch anders ausschauen.“

In ihrer Zeit in der Regierung hätten die Grünen viel umgesetzt, folglich wolle man weiterkämpfen: „Wir haben bewiesen, dass wir regieren können, und wir stehen auch weiter für Regierungsverhandlungen und auch Sondierungsgespräche bereit.“

Kulturszene „geschockt“ und „erschüttert“

Der laut Hochrechnung inklusive Wahlkartenprognose erste Platz für die FPÖ sorgt in der österreichischen Kulturszene für Erschütterung. Viele haben gehofft, dass sich die Umfragen nicht bewahrheiten würden, und haben für eine offene, diverse Gesellschaft und gegen Rechts mobilgemacht.

Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, sieht nun für die ÖVP eine große Verantwortung. Sie hoffe sehr, dass sich „vernünftige Kräfte in der ÖVP finden, die darauf hinwirken, dass es keine Koalition mit der FPÖ gibt“: „Ich befürchte eine Orbanisierung Österreichs, das heißt die Hinwendung zu einer illiberalen Demokratie mit autokratischen Tendenzen.“

Als „erschütternd“ bezeichnet Ekaterina Degot, Intendantin des Festivals steirischer herbst, das Wahlergebnis: „Wir erwarten das Schlimmste.“ Aber man müsse sich auf das Schlimmste vorbereiten und für das Beste kämpfen. „Es wurde so fürchterlich, wie man es sich nicht vorstellen wollte“, sagt Volkstheater-Direktor Kay Voges. Es sei nun an der Zeit zu fragen, wo die österreichische Demokratie in allen Bereichen versagt habe.

Gewessler: Zuspitzung auf Rennen um ersten Platz

„Es hat offensichtlich nicht funktioniert, die FPÖ von Platz eins fernzuhalten“, sagt die grüne Klimaschutzministerin Gewessler gegenüber ORF.at. Viele Menschen hätten in den letzten zwei Wochen auf sehr dramatische Art und Weise erlebt, was Klimakrise heißt.

Klimaschutzministerin Hannelore Gewessler
ORF/Patrick Bauer

Aber man habe in diesem Wahlkampf auch gesehen, dass es eine starke Zuspitzung darauf gegeben habe, wer in einer Auseinandersetzung Erster wird. Trotz der Verluste stehe Obmann Kogler nicht zur Debatte. Er habe die Grünen „mit sicherer Hand durch fünf anspruchsvolle Jahre Regierung geführt“.

Wlazny: „Historisch bestes Ergebnis für Bierpartei“

Als „kein erfreuliches Ergebnis für Österreich“ bezeichnet Bierpartei-Chef Wlazny den ersten Platz für die FPÖ. Das Ergebnis für seine eigene Partei bezeichnet er als das „historisch bestes Ergebnis der Bierpartei“. Die Hürde ist nach 0,1 Prozentpunkten im Jahr 2019 nicht allzu hoch gelegen. Für ein neuerliches Antreten bei der Wiener Landtagswahl im kommenden Jahr erbittet er sich noch Bedenkzeit. Er wünsche sich jedenfalls, dass die Bierpartei weitergeführt werde.

Dominik Wlazny (Bier Partei)
ORF/Patrick Bauer
Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Mölzer: Kickl wird nicht zur Seite treten

Da die Führungsriege der FPÖ einen Auftritt in der ZIB2 abgelehnt hat, nimmt der ehemalige EU-Abgeordnete Andreas Mölzer Stellung, was die nächsten Schritte der FPÖ betrifft. So bestätigt er etwa, dass Kickl nicht, wie von der ÖVP gefordert, sein Amt als FPÖ-Chef niederlegen werde, um der Partei eine Regierungsbildung zu ermöglichen. Das wäre schließlich ein „demokratiepolitischer Unsinn“. Allein die Überlegung sei paradox: „Warum sollte der Wahlsieger die Führungsperson austauschen, der Wahlverlierer (ÖVP, Anm.) aber nicht?“

Dass nur für zwei Prozent Kickl als Person das ausschlaggebende Wahlmotiv gewesen ist und für die Mehrheit der FPÖ-Wählerinnen und -Wähler die Inhalte der Partei wahlentscheidend sind, bezweifelt Mölzer. Schließlich werde ein Parteichef „in hohem Maß mit Inhalten und der Richtung der Partei identifiziert“. Sollte Van der Bellen Kickl nicht mit der Regierungsbildung beauftragen, käme das einer „Staatskrise“ mit Neuwahlen gleich, so Mölzer. Das Gespräch ist vorab aufgezeichnet worden.

Kickl: Haben ein „Stück Geschichte“ geschrieben

Kickl spricht bei der Wahlparty von einem historischen Sieg: „Es ist ein Stück Geschichte, das wir heute miteinander geschrieben haben. Das, was wir erreicht haben, das übertrifft meine kühnsten Träume.“

Herbert Kickl (FPÖ)
ORF/Roland Winkler

Die FPÖ habe das beste Ergebnis ihrer Parteigeschichte eingefahren und sei zugleich erstmals stärkste Kraft bei einer Nationalratswahl geworden, sagt Kickl. „Wir haben eine Tür aufgestoßen zu einer neuen Ära, wir werden jetzt wirklich dieses neue Kapitel der österreichischen Geschichte miteinander schreiben.“

Muss Van der Bellen Kickl mit der Regierungsbildung beauftragen?

Im Laufe des Tages ist immer wieder die Frage aufgekommen, ob der Bundespräsident Van der Bellen Kickl nun mit der Regierungsbildung beauftragen muss. Gesetzlich ist die Antwort klar: Nein.

Konkret heißt es dazu auf der Website des Präsidialamtes, dass der Bundespräsident „verfassungsmäßig völlig frei“ ist bei der Ernennung des Bundeskanzlers. „Er könnte theoretisch jede Person mit der Regierungsbildung beauftragen, die zum Nationalrat wählbar ist.“ Folglich muss er nicht den Kandidaten der stärksten Fraktion auswählen.

Stocker bleibt bei FPÖ-Koalition vage

„Regieren ist ein Rendezvous mit der Realität“, erklärt ÖVP-Generalsekretär Stocker im ZIB2-Interview den starken Absturz der ÖVP. Ob Parteichef Nehammer zurücktreten müsse, verneint Stocker. Diese Frage stelle sich in keiner Weise.

Vage bleibt er in Bezug auf eine Koalition mit der FPÖ und ob ein Partei- und/oder Klubobmann Kickl denkbar wäre. Die ÖVP habe immer eine Regierungsverantwortung von Kickl ausgeschlossen, so Stocker. Aber man wisse nicht, mit welchen Personen die FPÖ in Verhandlungen gehen wolle.

Drei Zweierkoalitionen möglich

Laut der Hochrechnung von Foresight für den ORF und die APA gehen sich rechnerisch drei Zweierkoalitionen aus. Mandatsmäßig breit abgesichert wären aber nur jene zwischen FPÖ und ÖVP mit 108 Sitzen sowie jene zwischen FPÖ und SPÖ mit 97 Sitzen. Derzeit schließt die SPÖ eine Koalition mit der FPÖ jedoch kategorisch aus, die ÖVP jedenfalls unter der Führung von Kickl.

ÖVP und SPÖ – die klassische Große Koalition – käme derzeit auf nur 93 Mandate im 183 Sitze umfassenden Nationalrat. Für eine Mehrheit im Hohen Haus braucht es mindestens 92 Sitze. Was eine Dreierkoalition betrifft, wäre ÖVP-SPÖ-NEOS mit 111 Sitzen möglich, eine Koalition ÖVP-SPÖ-Grüne würde mit 109 Sitzen ebenfalls eine breite Mehrheit stellen.

SPÖ schließt Koalition mit FPÖ aus

Morgen soll im SPÖ-Parteipräsidium und -Parteivorstand diskutiert werden, welches Team Koalitionsverhandlungen führen soll. Eine Koalition mit der FPÖ schließt die stellvertretende SPÖ-Klubobfrau Herr in der ZIB2 aus. Zudem brauche es eine ernsthafte Analyse des Wahlergebnisses. Die Frage nach einer Erbschaftssteuer als Koalitionsbedingung beantwortet sie ausweichend: Man brauche in Zukunft ein Budget, das nicht zu einer sozialen Spaltung führe.

Ergebnis „schmerzlich“ für Kogler

„Es ist schon irgendwie deppert, gell? Also schmerzlich“, sagt Kogler bei der Wahlparty im Wiener Metropol. Zugleich sieht er Hoffnung auf ein Wiedererstarken. „Ehrlich, wir hätten uns ein besseres Ergebnis erwartet. Das muss uns Ansporn sein, es besser zu machen.“ Und: „Wir haben Grund zur Besserung. Ich auch.“

Werner Kogler (Grüne)
ORF/Patrick Bauer

Stolz zeigt er sich auf alles, das von der grünen Regierungsmitgliedschaft erreicht worden ist – von der Stärkung der unabhängigen Justiz bis zum Umwelt- und Naturschutz.

„Jetzt müssen wir schauen, dass im Gegenzug die Stimmen ansteigen.“ Kogler plädiert dafür, weiterzukämpfen, „in welcher Funktion auch immer“. Als Ziel nennt er erneut eine Regierungsbeteiligung, schon um Rechtsextreme in der Regierung zu verhindern.

Filzmaier prognostiziert lange Sondierungsverhandlungen

Mandate Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT
Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

SPÖ in Wien mit Zuwächsen erneut Sieger

Das „rote“ Wien ist seinem Ruf gerecht geworden. In der Bundeshauptstadt kann die SPÖ nicht nur den ersten Platz verteidigen, sondern sogar ein Plus einfahren. Die SPÖ kommt laut vorläufigem Endergebnis auf 29,9 Prozent, ein Plus von 2,8 Prozentpunkten im Vergleich zu 2019.

Vorläufiges Ergebnis der Nationalratswahl am 29.9.2024 in den Wiener Wahlsprengeln. Stand: 29.09.2024, 23.44 Uhr. Karte kann gezoomt werden.

Die FPÖ erringt nach ihrem Absturz 2019 mit 21,2 Prozent den zweiten Platz. Sowohl ÖVP als auch Grüne verlieren in Wien. Die ÖVP liegt bei 17,6 Prozent (minus sieben Prozentpunkte), die Grünen bei zwölf Prozent (minus 8,7 Prozentpunkte). Für NEOS geht sich nur ein hauchdünnes Plus aus. Sie liegen mit elf Prozent hinter den Grünen.

Hochburgen und Ausreißer in Niederösterreich

Die FPÖ hat bei der Nationalratswahl in Niederösterreich in vielen Gemeinden in Niederösterreich stark zugelegt. Für die ÖVP bleiben trotz herber Verluste einige schwarze Hochburgen mit mehr als 50 Prozent. Die SPÖ kann etwa in St. Pölten und Traiskirchen Platz eins verteidigen – mehr dazu in noe.ORF.at.

Innenministerium überprüft Wahlergebnis

Wegen „sorgfältiger Überprüfung der Ergebnisse“ verzögert sich die offizielle Verlautbarung des österreichweiten Endergebnisses der Nationalratswahl, heißt es aus dem Innenministerium.

Parteigremien tagen am Dienstag, SPÖ morgen

FPÖ, ÖVP, NEOS und Grüne haben für Dienstag ihre Gremien einberufen. Die Gremien der SPÖ tagen bereits heute.

Innenministerium bestätigt Ergebnis

Nach einer zusätzlichen Überprüfung hat das Innenministerium das Ergebnis der Nationalratswahl mit Stand heute Nacht bestätigt. Ein Großteil der Briefwahlstimmen ist hier bereits eingerechnet. Die restlichen Wahlkarten werden im Laufe des heutigen Tages ausgezählt. Am Donnerstag folgen jene Wahlkarten, die in einem „fremden“ Regionalwahlkreis abgegeben worden sind.

Hochrechnung Nationalratswahl 2024 2024
ORF/APA/FORESIGHT

Das ORF.at-Livetickerteam sagt Auf Wiedersehen

Das Parlament in WIen bei Nacht
ORF/Roland Winkler