OSZE-Beobachter in Ostukraine beschossen

Im Konflikt in der Ostukraine sind Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) nach eigenen Angaben von Unbekannten beschossen worden.

Die OSZE teilte heute mit, ein Konvoi der Beobachter, die den Waffenstillstand überwachen sollen, sei am Vortag nahe der Ortschaft Marjinka beschossen worden. Seit September wurden im Konfliktgebiet fast tausend Menschen getötet.

Die OSZE-Mitarbeiter blieben den Angaben zufolge unverletzt. Die zwei Schüsse, die ein Uniformierter von der Ladefläche eines Lastwagens aus abgegeben habe, hätten eines der OSZE-Fahrzeuge aber nur um zwei Meter verfehlt. Der Konvoi habe das Gebiet etwa 15 Kilometer westlich der Rebellenhochburg Donezk, das von der ukrainischen Armee kontrolliert werde, daraufhin sofort verlassen.

Erstmals gezielte Schüsse auf OSZE

Die OSZE gab an, es sei das erste Mal seit dem Beginn der Mission gewesen, dass gezielt auf Beobachter geschossen worden sei. Die OSZE hatte den Waffenstillstand zwischen der Staatsführung in Kiew und den prorussischen Separatisten in der Ostukraine mit ausgehandelt.

Die in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbarte Feuerpause wird jedoch seit ihrem Inkrafttreten Anfang September immer wieder gebrochen.

Trotz der Waffenruhe wurden in der Ostukraine laut jüngsten Angaben der Vereinten Nationen seither fast tausend Menschen getötet. Seit dem 5. September seien 957 Todesopfer registriert worden, teilte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, in Genf mit. Das seien durchschnittlich 13 Tote am Tag.

Nur kleiner Grenzausschnitt beobachtet

Die Grenze zwischen der Ukraine und Russland wird von der OSZE weiterhin nur an zwei Kontrollpunkten überwacht. Das Mandat zur Präsenz von OSZE-Beobachtern an den beiden Grenzposten im russischen Gukowo und Donezk sei vom Ständigen Rat bis 23. Dezember verlängert worden, teilte die OSZE mit.

Die Mission könne so nicht herausfinden, in welchem Ausmaß Russland die prorussischen Separatisten mit Waffenlieferungen unterstützt, kritisierte der US-Botschafter bei der OSZE, Daniel Baer. Die Grenze zwischen Russland und der Ukraine ist rund 2.300 Kilometer lang, von denen etwa 500 Kilometer als „kritisch“ gelten.