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Vorsichtige Entwarnung

Eine weitere Explosion des Vulkans Kilauea auf Big Island in Hawaii hat am Donnerstag für eine riesige Aschewolke gesorgt. Diese stieg laut Wissenschaftlern der US-Geologiebehörde USGS bis zu 10.000 Meter in den Himmel.

Die Behörde hatte davor gewarnt, dass der Vulkan zusammen mit Asche und Gasen größere Felsbrocken ausspucken könnte. Anrainer wurden angewiesen, sich vor dem Ascheniederschlag zu schützen. Am Freitag gaben sie vorsichtige Entwarnung: Regen und schwache Winde deuteten darauf hin, dass sich die riesige Aschewolke nur auf die unmittelbare Umgebung des Gipfels konzentriere.

Lage weiter „sehr dynamisch“

Michelle Coombs vom Hawaiian Volcano Observatory sprach Stunden nach dem Ausbruch von einem leichten Ascheniederschlag. Die Lage sei aber weiter „sehr dynamisch“, sagte Coombs. Das sei der bisher größte Ausbruch in den letzten Wochen gewesen. Weil der Ausbruch in der Früh stattfand und nur wenige Minuten dauerte, sei er von in der Nähe wohnenden Menschen weitgehend verschlafen worden, so der „Guardian“.

Aschwolke des Vulkans Kilauea

APA/AFP/US Geological Survey

Die Aschewolke sorgte für imposante Bilder

Die Alarmstufe Rot wurde aufrechterhalten, Flugverkehr war in der Gegend somit verboten. Bewohner waren nach der Explosion vom Donnerstag aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. Die Behörden warnten zudem vor weiteren explosionsartigen Ausbrüchen, wodurch es zu noch heftigerem Ascheregen kommen könnte. Die Asche kann unter anderem zu Atemproblemen führen, weswegen gesundheitlich beeinträchtigte Menschen zu besonderer Vorsicht aufgerufen wurden.

Seit Wochen stark aktiv

Seit Wochen gibt die Erde auf der zu den USA gehörenden Inselgruppe Hawaii keine Ruhe. Nach einer Serie von teils starken Erdbeben und Eruptionen des Vulkans Kilauea seit Ende April hatten Lavaströme Dutzende Gebäude zerstört, davon viele Häuser in einem Wohngebiet östlich des Vulkans.

Laut „Hawaii News Now“ tat sich am Freitag die 21. Lavaspalte seit dem ersten Ausbruch Ende April auf. Weil diese für hohe Schwefeldioxidwerte in der Luft sorgte, blieben mehrere Schulen geschlossen. Die Behörden sprachen neue Gesundheitswarnungen aus. Aufgrund der Lavaströme und der Erdbeben sind die Straßen an vielen Stellen aufgerissen.

Hunderte verließen gefährdete Gebiete

Hunderte Menschen haben die gefährdeten Gebiete in den letzten Wochen verlassen. Knapp 2.000 wurden vor dem Lavafluss und wegen giftiger Gase in Sicherheit gebracht. Die örtlichen Behörden warnten, dass mit neuen Rissen im Boden Massenevakuierungen notwendig werden könnten.

Menschen fotografieren die Aschwolke des Vulkans Kilauea

Reuters/Terray Sylvester

Trotz Behördenwarnungen lockt die Vulkanaktivität immer wieder Schaulustige an

Der Kilauea gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Er befindet sich auf Hawaiis größter Insel. Auf den Hawaii-Inseln leben etwa 1,5 Millionen Menschen. Laut Vulkanwarte gibt es dort sechs aktive Vulkane. Brechen die für Hawaii typischen Schildvulkane aus, kann Lava nicht nur aus dem Krater fließen, sondern auch durch unterirdische Risse andernorts an die Oberfläche dringen.

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