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USA wollen zum Mond und zum Mars

US-Präsident Donald Trump hat am Montag Pläne präsentiert, die weit über die USA hinausreichen. Er will die Verteidigung im Weltraum zu einem eigenständigen Teil der US-Streitkräfte machen: Eine „Space Force“ solle geschaffen werden. Er habe das Pentagon beauftragt, mit den Vorbereitungen dafür zu beginnen, so Trump am Montag zum Auftakt eines Treffens des Nationalen Raumfahrtrats im Weißen Haus.

Die „Space Force“ solle unabhängig von der Luftwaffe sein und als eigenständiger sechster Arm der US-Streitkräfte bestehen, sagte Trump. Bisher bestehen die Streitkräfte aus Army, Air Force, Navy, Marine Corps und Coast Guard. Bisher ist die Luftwaffe für den größten Teil der militärischen Weltraumprojekte verantwortlich.

„Zur Verteidigung Amerikas reicht eine einfache Präsenz im Weltraum nicht, wir müssen den Weltraum dominieren“, sagte Trump. „Wir werden eine Air Force haben und wir werden eine Space Force haben“, eigenständig, aber gleichwertig. „Das wird etwas werden. So wichtig“, so Trump. Neu ist die Forderung nicht, der US-Kongress debattiert seit Jahren über die Schaffung einer „Space Force“, wollte diese aber stets der US-Luftwaffe angliedern.

Weltraumvertrag schreibt friedliche Absichten vor

Die USA sind Unterzeichner des UNO-Weltraumvertrags von 1967, der es den Mitgliedsstaaten untersagt, Massenvernichtungswaffen im All zu stationieren, und sie verpflichtet, den Mond und andere Himmelskörper allein für friedliche Zwecke zu nutzen. Auch dürfen keine militärischen Übungen im All oder auf dem Mond abgehalten werden. Ziel des Vertrages war in der Zeit des Kalten Kriegs, die Okkupation von Himmelskörpern durch einzelne Staaten zu verhindern. Bisher waren die Folgen des Weltraumvertrags überschaubar.

Präsident Donald Trump

AP/Evan Vucci

Trump hat große Pläne im All. Zunächst wollen die USA aber Weltraumschrott beseitigen.

Trumps Ankündigung ist Teil einer größeren Weltraumstrategie. So erneuerte er am Montag auch sein Bestreben, die USA sollten eine neue bemannte Mission zum Mond unternehmen und auch zum Mars zu fliegen. Zunächst sollten schon nächstes Jahr Forschungsroboter zum Mond geschickt werden. Die NASA plane dafür kommendes Jahr einige Missionen, die eine Rückkehr von Menschen auf den Mond vorbereiten sollten, sagte NASA-Sprecherin Cheryl Warner gegenüber Reuters. Dazu wolle die Behörde mit privaten Unternehmen zusammenarbeiten.

Direktive unterzeichnet

Die NASA plant zudem eine neue Raumstation. „Deep Space Gateway“ soll um den Mond kreisen und von dort aus Landungen auf dem Erdtrabanten und Flüge tiefer ins All ermöglichen. Trump veranlasste zudem im Mai sein Kabinett, die Regeln für kommerzielle Raumfahrt zu prüfen.

In einer am Montag veröffentlichten Direktive begnügte sich Trump zunächst einmal mit kleineren Schritten. Darin wird die Absicht der USA manifestiert, künftig eine führende Rolle bei der Beseitigung von Weltraumschrott sowie beim Organisieren des zunehmenden Verkehrs im Weltraum zu spielen.

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