Zigtausende Syrer nach neuen Kämpfen auf der Flucht

120.000 Menschen sind im Südwesten Syriens nach der Offensive der Regierungstruppen laut Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte auf der Flucht.

Zehntausende seien an die Grenze zu Jordanien gezogen, sagte die Organisation heute. Tausende weitere seien zu den Golan-Höhen geflüchtet, die die Grenze zu Israel bilden. Den Osten der Provinz Daraa, wo die syrische Armee ihre Offensive vorantreibt, hätten die meisten Menschen inzwischen verlassen.

Israelische Hilfe für Flüchtlinge

Der israelische Energieminister Juval Steinitz sagte dem Hörfunksender 102FM, wie in der Vergangenheit müsse ein Grenzübertritt der Flüchtlinge verhindert werden. Daraa ist eine der letzten Regionen, die nach mehr als sieben Jahren Bürgerkrieg noch von Aufständischen kontrolliert werden.

Israel leistete nach eigenen Angaben humanitäre Hilfe für Tausende syrische Flüchtlinge im Grenzgebiet des Nachbarlandes. In der Nacht seien in mehrere Lager 300 Zelte, 13 Tonnen Nahrung, 15 Tonnen Babynahrung, Medikamente sowie 30 Tonnen Kleidung und Schuhe über die Grenze gebracht worden, so die israelische Armee.

Türkei verurteilt „unmenschliche“ Angriffe

Die Türkei verurteilte unterdessen die „unmenschliche“ Offensive der Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Diese würden die internationalen Bemühungen in Genf und Astana „untergraben“, die Gewalt zu mindern und eine politische Lösung für den Konflikt zu finden, sagte Außenamtssprecher Hami Aksoy.

Aksoy erinnerte daran, dass die Region von Daraa und Kuneitra eine „Deeskalationszone“ sei, in der seit 2017 eine Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen gelte. Er rief die anderen Garanten der Waffenruhe und die Staatengemeinschaft auf, sich für ein Ende der Angriffe einzusetzen.