Snowden kritisiert Moskau als korrupt

Der seit 2013 im russischen Exil lebende amerikanische Whistleblower Edward Snowden hat die Regierung seines Gastlandes scharf kritisiert. „Die russische Regierung ist in vielerlei Hinsicht korrupt,“ sagte der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe).

„Die Russen sind warmherzig, sie sind klug. Ihre Regierung ist das Problem, nicht das Volk“, fügte Snowden in dem Interview hinzu. Es wurde nach Angaben der Zeitung im Juni in einem Moskauer Hotel geführt. Die russische Öffentlichkeit fühle sich „entmachtet“ und traue dem Staatsfernsehen nicht, sagte Snowden. Die Politik von Präsident Wladimir Putin könne er nicht gutheißen.

Die US-Justiz will Snowden wegen Spionage und Diebstahls von Regierungseigentum den Prozess machen. Im Fall einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe. Snowden betont, er habe seine Geheiminformationen über die globalen Überwachungsaktionen des US-Geheimdiensts nur Journalisten übergeben, nicht aber mit nach Russland gebracht. Einen Anwerbeversuch durch den russischen Geheimdienst habe er zurückgewiesen.