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Lange Liste an Vorwürfen gegen Pruitt

Der Direktor der US-Umweltbehörde (EPA), Scott Pruitt, ist nach einer Serie von Skandalen zurückgetreten. Präsident Donald Trump teilte am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, er habe das Rücktrittsgesuch Pruitts akzeptiert. Pruitt war in seiner weniger als eineinhalbjährigen Amtszeit durch Vorwürfe, er habe Steuergelder zum Fenster hinausgeworfen und sein Amt für persönliche Interessen missbraucht, in die Negativschlagzeilen geraten.

Trump lobte Pruitt gleichwohl dafür, dass er einen „herausragenden Job“ geleistet habe: „Ich werde ihm dafür immer dankbar sein.“ Die Behördenleitung soll nach Angaben Trumps vorübergehend von EPA-Vizedirektor Andrew Wheeler übernommen werden.

Weißes Haus ging spät auf Distanz

Trotz der Welle von Vorwürfen hatte Trump lange keinerlei Distanz zu Pruitt erkennen lassen. Am Mittwoch hatte sich das Weiße Haus dann aber besorgt über die anhaltenden Negativberichte über den EPA-Chef geäußert.

Der 50-Jährige hatte den Kurs des Präsidenten zur Lockerung von Umweltauflagen und zur Förderung der Kohlebranche getreu umgesetzt. In seiner früheren Tätigkeit als Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Oklahoma hatte er die mächtige Umweltbehörde noch vehement bekämpft, weshalb seine Ernennung durch Trump zum EPA-Chef eine Schreckensnachricht für viele Umweltschützer war.

Nepotismusvorwürfe

Pruitt machte dann im Laufe der Monate aber vor allem mit seinen ausufernden Reisekosten von sich reden sowie mit seinem Wunsch nach zusätzlichem Sicherheitsschutz und außergewöhnlichen Lohnerhöhungen für vertraute Berater. Auch ein für ihn vorteilhaftes Mietgeschäft mit der Frau eines Lobbyisten, der mit der EPA in Verhandlungen stand, sorgte für Aufsehen.

der Chef der US-Umweltschutzbehörde EPA, Scott Pruit

AP/Susan Walsh

Scott Pruitt wurde im Februar 2017 von US-Präsident Donald Trump zum Direktor der EPA bestellt

Zur Liste der Vorwürfe gegen Pruitt gehörten weiters die Installation einer privaten Telefonkabine in seinem Büro für 43.000 US-Dollar, Nepotismus und der Einsatz von Mitarbeitern für private Zwecke. Gegen Pruitt läuft eine ganze Reihe regierungsinterner Untersuchungen.

Lobbyist für Energiebranche

Die früher mächtige EPA wurde unter Pruitt stark zurückgefahren. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, sie ganz abschaffen zu wollen. Im Finanzjahr 2017 beschäftigte die EPA mit Sitz in Washington DC 17.000 Menschen. Viele der Mitarbeiter wehrten sich gegen Pruitt. Er leugnet den Klimawandel und hatte lange als Lobbyist der Energiebranche gearbeitet.

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