NATO-Gipfel: Trump wiederholt Kritik an Deutschland

US-Präsident Donald Trump hat seine Kritik an Deutschland am zweiten Tag des NATO-Gipfels bekräftigt. Er kritisierte heute über Twitter erneut die niedrigen Verteidigungsausgaben europäischer Staaten. Deutschland warf er vor, Schutz vor Russland zu verlangen und gleichzeitig „Milliarden“ für Gaslieferungen an Moskau zu zahlen. Das sei „nicht akzeptabel“.

Trump verlangte erneut, dass alle NATO-Mitglieder die Verpflichtung erfüllen, zwei Prozent der Wirtschaftsleistung für Verteidigung auszugeben. „Das muss letztlich auf vier Prozent steigen“, wiederholte der US-Präsident eine am ersten Gipfeltag vorgebrachte Forderung. Die USA zahlten Dutzende Milliarden, um Europa zu schützen und machten gleichzeitig Verluste im Handel mit den Europäern.

Kritik an Erdölabhängigkeit

Bereits gestern hatte Trump Deutschland attackiert. Der Bündnispartner sei wegen der Abhängigkeit bei Gaslieferungen ein „Gefangener Russlands“, sagte Trump. Er kritisierte ausdrücklich auch die Pläne für die Gaspipeline „Nord Stream 2“ von Russland nach Deutschland. Auch heute bezog er sich auf die „neue Pipeline aus Russland“.

Der Gipfel der 29 NATO-Staats- und Regierungschefs endet heute. Auf dem Programm stehen noch Treffen zu den Partnerstaaten Ukraine und Georgien und zum Einsatz in Afghanistan.

Unkonkrete Gipfelerklärung

Bis zuletzt gab es gestern Zweifel, ob die NATO-Partner sich angesichts des heftigen Schlagabtauschs zwischen USA und Deutschland überhaupt auf eine Erklärung einigen können. Letztlich wurde ein gemeinsamer Konsens gefunden, allerdings ohne konkrete Lösungen. Zwar wurde ein „uneingeschränktes Bekenntnis“ zum Zweiprozentziel festgelegt, jedoch wurde dieses bereits in der Vergangenheit unterschiedlich interpretiert.

Mehr dazu Streit noch nicht beigelegt