Engste Berater blicken bei Trump-Attacke weg

Gleich den Auftakt zum NATO-Gipfel in Brüssel hat US-Präsident Donald Trump zu einer unter Alliierten völlig unüblichen Tirade gegen Deutschland genützt. Deutschland sei ein „Gefangener Russlands“, so Trump - die Reaktion seiner engsten Berater, darunter sein Stabschef John Kelly: Sie blickten offenbar betreten weg.

Die „Washington Post“ fragte beim Weißen Haus nach und erhielt dafür eine interessante Antwort: Kelly sei „unzufrieden gewesen, weil er ein umfangreiches Frühstück erwartete, es gab aber nur Gebäck und Käse“, so die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders.

Expertin: „Will überall sein, nur nicht dort“

Niemand könne wissen, was Kelly und der US-Botschafterin bei der NATO, Kay Bailey Hutchison, in dem Moment, als Trump Deutschland gegenüber NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg frontal angriff, durch den Kopf gegangen sei, so die „Washington Post“. Der Politologe Patrick Stewart sieht in Kellys Gesichtsausdrucks und Haltung allerdings klare Hinweise auf „Verdruss“.

Auch die von der Zeitung befragte Trainerin Mary Civiello, die im Studium der Körpersprache erfahren ist, sieht Kelly auf der Aufnahme „nicht völlig in Einklang“ mit den Aussagen Trumps. Kelly „sieht aus, als wenn er überall sein will, nur nicht dort, wo er sich gerade befindet“.

Trump holt auch am zweiten Tag des Gipfels aus

US-Präsident Donald Trump hat auch am zweiten Tag des NATO-Treffens in Brüssel für einen Eklat gesorgt und die Gangart in Sachen Verteidigungsbudget noch einmal verschärft. Laut Diplomatenangaben richtete Trump harte Worte an die Bündnispartner und drohte mit einem Alleingang in Verteidigungsfragen, sollten die anderen Mitglieder nicht zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben - und das „sofort“.

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