Putin verlängert Einfuhrstopp für Lebensmittel aus der EU

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Gegensanktionen gegen wirtschaftliche Strafmaßnahmen des Westens bis Ende 2019 verlängert. Dem gestern veröffentlichten Erlass zufolge bleibt unter anderem die Einfuhr von Fleisch- und Milchprodukten, Obst und Gemüse aus der EU, den USA oder Kanada verboten. Nahe Moskau wurden nach Angaben des Zolls in den letzten Tagen 200 Tonnen polnischer Äpfel vernichtet.

Die EU und die USA hatten erste Strafmaßnahmen im Frühjahr 2014 verhängt, als Russland sich die ukrainische Halbinsel Krim einverleibte. Nach dem verdeckten militärischen Eingreifen Moskaus in der Ostukraine wenige Wochen später wurden die westlichen Sanktionen noch einmal verschärft.

Russland reagierte mit Gegensanktionen. Seitdem werden illegal eingeführte Lebensmittel aus der EU vernichtet. Für Bauern in der EU bedeutete der russische Importstopp zunächst Umsatzeinbußen, sie sind mittlerweile auf andere Märkte ausgewichen. Die russische Lebensmittelindustrie hat nach dem Wegfall der Konkurrenz Marktanteile im eigenen Land hinzugewonnen.

Die Sanktionen der EU betreffen Einzelpersonen, Firmen und bestimmte Branchen. Sie wurden zuletzt Anfang Juli bis Ende 2018 verlängert.