USA fordern neue Sanktionen gegen Nordkorea

Die USA haben Nordkorea in einem Bericht an den UNO-Sicherheitsrat illegale Ölimporte vorgeworfen und schärfere Sanktionen verlangt. Das Gremium solle sämtliche Lieferungen von Ölprodukten nach Nordkorea sofort untersagen, verlangte Washington laut dem geheimen Bericht, den die Nachrichtenagentur AFP gestern einsehen konnte.

Deutlich mehr Ölprodukte nach Nordkorea geliefert

Demnach wurden in diesem Jahr bis Ende Mai mindestens fast 760.000 Barrel Ölprodukte nach Nordkorea geliefert - obwohl jährlich infolge der jüngsten Sanktionen vom Dezember nur 500.000 Barrel erlaubt sind. Die illegalen Lieferungen erfolgten laut dem US-Bericht von Schiff zu Schiff über nordkoreanische Tanker. Mindestens 89-mal seien die Tanker „wahrscheinlich“ mit derartigen Ladungen in einen Hafen eingelaufen.

Der Bericht wurde an einen Ausschuss des Sicherheitsrates geschickt; dieser dürfte sich fünf Tage Zeit nehmen, um die Forderung des Öllieferverbotes der USA zu besprechen. Es ist allerdings zu erwarten, dass China und Russland den Antrag ablehnen und damit blockieren.

Kim rühmt Fortschritt in Beziehung zu USA

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un konstatierte unterdessen in einem persönlichen Brief an US-Präsident Donald Trump einen „epochalen Fortschritt“ in den Beziehungen beider Länder. In dem Schreiben, das Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichte, bezeichnet Kim sein Gipfeltreffen mit Trump im Juni in Singapur zudem als „Beginn einer bedeutsamen Reise“.

Auf die vollständige Denuklearisierung seines Landes, die Kim in dem Gipfeldokument zugesagt hatte, ging er in dem Brief allerdings nicht ein. Kim dankte Trump lediglich für dessen „tatkräftige und außerordentliche Anstrengungen“ für die Verbesserung der bilateralen Beziehungen und zur „getreulichen Umsetzung“ der Vereinbarung von Singapur.

„Ich glaube fest, dass der starke Wille, die aufrichtigen Bemühungen und die außergewöhnlichen Anstrengungen und die einzigartige Herangehensweise von mir selbst und seiner Exzellenz des Präsidenten, die auf die Eröffnung einer neuen Zukunft zwischen der Demokratischen Volksrepublik von Korea und den Vereinigten Staaten abzielen, sicherlich fruchten werden“, heißt es in der vom Weißen Haus verbreiteten englischen Übersetzung des Papiers. Auch zeigte er sich zuversichtlich, dass ein weiteres Treffen mit Trump zustande kommen werde.