Israel beschießt nach Granatenangriffen Hamas-Ziele in Gaza

Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht auf heute mehrere Raketenangriffe auf Ziele im Gazastreifen geflogen. Es seien militärische Einrichtungen der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas getroffen worden, teilte die israelische Armee mit. Außerdem sei ein Angriffstunnel im südlichen Gazastreifen zerstört worden. Nach Angaben von Sanitätern wurden zwei Menschen leicht verletzt.

17 Geschoße auf Israel abgefeuert

Während der Angriffe hätten militante Palästinenser 17 Geschoße auf Israel abgefeuert, hieß es in der Mitteilung. Seit gestern Abend seien es insgesamt mehr als 30 gewesen, die meisten davon Mörsergranaten. Der Hamas-Sprecher Fausi Barhum sagte, man wolle damit eine „klare Botschaft senden“ und „den Feind dazu zwingen, die Eskalation zu stoppen“.

Zuvor war eine Handgranatenattacke auf eine israelische Militäreinheit nahe der Grenzstadt Rafah verübt worden. Dabei sei ein israelischer Soldat verletzt worden, teilte die Armee mit.

Wieder Auseinandersetzungen an Grenze zu Gaza

Gestern war bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee an der Gaza-Grenze ein palästinensischer Jugendlicher getötet worden. Mehr als zwei Dutzend Menschen wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza verletzt.

Tausende Palästinenser hätten im Gazastreifen an der Grenze zu Israel Granaten, Sprengsätze und Brandbomben geworfen, teilte die Armee mit. Soldaten hätten einen Versuch bemerkt, den Sicherheitszaun zu durchbrechen - und daraufhin das Feuer eröffnet.

Seit dem 30. März haben israelische Soldaten bei teils gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze nach palästinensischen Angaben rund 140 Menschen getötet. Viele davon waren Hamas-Mitglieder. Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.