Holzboot mit 450 Menschen im Mittelmeer evakuiert

Rund 450 Menschen auf einem Holzboot sind unweit der italienischen Insel Lampedusa im Mittelmeer gerettet worden. Sie befänden sich seit heute Früh an Bord eines italienischen und eines Schiffes der Genzschutzagentur Frontex, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA.

Acht Frauen und Kinder seien wegen ihres Gesundheitszustands von der italienischen Küstenwache nach Lampedusa gebracht worden. Italien und Malta hatten sich zuletzt nicht bereiterklärt, das Boot in einen Hafen einfahren zu lassen. Wieder stritten die beiden Länder über die Zuständigkeit für die Flüchtlinge.

Offenbar großes Fischerboot

Weiteren Medienberichten zufolge handelte es sich um ein großes Fischerboot, mit dem die Flüchtlinge von Libyen aus gestartet sein sollen und es bis auf wenige Seemeilen vor die Insel Linosa bei Lampedusa geschafft haben. Italienische Kommentatoren sprachen bereits davon, die „Route nach Lampedusa“ sei wieder geöffnet. Die Schlepper würden damit auf die jüngsten Entwicklungen in der Seenotrettung reagieren, schrieb etwa „La Repubblica“.

Derzeit sind keine privaten Seenotretter im Mittelmeer unterwegs, die Flüchtlinge bzw. Migranten von oft schrottreifen Booten retten und in der Vergangenheit nach Italien brachten. Italien hatte Hilfsorganisationen die Einfahrt in die Häfen des Landes zuletzt verwehrt. Auch andere Schiffe mit geretteten Migranten waren mehrere Tage auf dem Meer blockiert. Die Insel Malta sieht sich nicht für die Aufnahme von im Mittelmeer Geretteten zuständig.