Mitangeklagter von russischem Oppositionellen Nawalny tot

Ein Geschäftspartner des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny, der in einem fragwürdigen Betrugsprozess mitverurteilt wurde, ist in einem Moskauer Krankenhaus gestorben. Eine Anwältin bestätigte heute den Tod des 43-jährigen Pjotr Ofizerow. Er sei in der Klinik wegen einer Gehirnerschütterung behandelt worden, berichtete die Zeitung „Moskowski Komsomolez“. Nach Angaben von Ärzten habe er sich die Schädelverletzung vergangenen Sonntag bei einem Sturz zugezogen.

Pjotr Ofizerow und Alexej Nawalny

AP/Sergei Bonurin

Ofizerow (l.) mit Nawalny

EGMR hob Urteil auf - später wortgleich noch einmal gefällt

„Ruhe in Frieden, Petja Ofizerow, Du wahrhaft ehrlicher Mensch“, schrieb Nawalny in einem Nachruf auf den Vater von sechs Kindern. Nawalny und Ofizerow waren 2013 in der Stadt Kirow wegen angeblichen Betrugs beim Handel mit Bauholz verurteilt worden. Ofizerow sollte für vier Jahre in Lagerhaft. Der Prozess galt schon damals als politisch motiviert, um dem Regierungskritiker Nawalny zu schaden.

Die Verurteilten bekamen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg Recht. Auch das Oberste Gericht Russland hob das Urteil auf, das aber bei einer Neuauflage des Prozesses in Kirow vom dortigen Gericht 2017 wortgleich noch einmal gefällt wurde. Die Haftstrafen wurden erneut zur Bewährung ausgesetzt. Trotzdem galt Nawalny damit als vorbestraft und wurde nicht als Kandidat zur russischen Präsidentenwahl im März zugelassen.