Deborah-Sengl-Schau: Zwischen Kopftuch und Tierschädel

In Deborah Sengls künstlerischer Welt spielen Tiere schon immer eine besondere Rolle. Seit fast 13 Jahren arbeitet die Wiener Künstlerin mit einem Tierpräparator zusammen. In ihrer aktuellen Ausstellung „Schleier-Haft“, die derzeit im Millstätter Forum contemporary in Kärnten zu sehen ist, sind es Hunde, die viele der gezeigten Objekte prägen.

Bilder der Ausstellung von Deborah Sengl

Deborah Sengl

Zwei Bilder aus „Schleier-Haft“

Die Schau bildet einen Überblick über Sengls Schaffen der letzten Jahre. Die heuer entstandene Bilderserie „Schleier-Haft“ versieht die typischen Heile-Welt-Bilder der 1950er Jahre mit einem Twist. Die Frauen - präsentiert als Hausfrauen und Mütter - tragen Kopftuch, die Männer - Familienoberhäupter und Ernährer - haben Hundeschädel.

Es ginge ihr nicht um Islamkritik, sondern um die Demaskierung der Doppelmoral von rechtspopulistischen Parteien in Europa, sagte Sengl der „Kleinen Zeitung“. Sie würden an veralteten Rollenbildern festhalten, aber genau diese am Islam kritisieren.

Bild der Ausstellung von Deborah Sengl

Katharina Stögmüller

Sengls Werk „Home Story“

Ebenfalls Thema in Sengls Kunst ist die Kritik an der Konsumgesellschaft. In der Installation „Home Story“ macht eine reiche Frau mit Hundekopf ein Selfie, während im Hintergrund ein Obdachloser auf der Parkbank sitzt, sein gesamtes Hab und Gut in einem Einkaufswagen vor ihm.

Arm und reich liegen dicht beieinander

Zu der Arbeit inspiriert habe sie das Bild eines „sogenannten Facebook-Freundes“, der sich mit einem Obdachlosen abgelichtet hat, schrieb Sengl zum Objekt. Das Foto sei nicht aus Mitgefühl entstanden: „Ganz im Gegenteil hat er dem am Boden liegenden verbal nachgetreten und dessen trauriges Schicksal verhöhnt.“

Bild der Ausstellung von Deborah Sengl

Deborah Sengl

Zeichnung aus der Serie „Toy Story“

In fast allen Ländern seien Armut und Reichtum dicht nebeneinander zu finden. Auf der Suche nach „materieller Befriedigung“ würden oft jene Menschen übersehen, „deren existenzieller Spielraum vor den Türen der Einkaufstempel endet“. Die Schau läuft noch bis zum 28. Juli. Alle gezeigten Objekte finden sich zudem auf der Website der Künstlerin.