Von Rebellen belagerte Orte in Syrien werden evakuiert

Die zwei letzten von Rebellentruppen belagerten Orte in Syrien, die Dörfer Fua und Kafraja, sollen im Austausch gegen Gefangene der Regierung evakuiert werden. Die Unterhändler der Kriegsparteien - Russland seitens der Regierung in Damaskus und die Türkei seitens der Aufständischen - hätten sich darauf geeinigt, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gestern mit.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle beruft sich auf ein Netz von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben sind kaum unabhängig zu überprüfen. Syrische Staatsmedien hatten zuvor von einer anstehenden Einigung zur Evakuierung berichtet.

Häftlinge kommen frei

Die Einigung sehe die vollständige Evakuierung der beiden Dörfer vor, sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP. Die Bewohner sollen in von der Regierung kontrollierte Gebiete in der Nähe von Aleppo gebracht werden. „Im Gegenzug werden Hunderte Häftlinge aus den Gefängnissen der Regierung freigelassen“, sagte Rahman.

Fua und Kafraja sind die letzten beiden von den Rebellen belagerten Ortschaften in Syrien. In den beiden Dörfern nahe Idlib leben schätzungsweise 8.100 Menschen, die meisten von ihnen Schiiten. Die Belagerung durch Rebellen und verbündete Dschihadistengruppierungen dauert bereits drei Jahre an.