Spanien bestätigt Vorwürfe gegen Juan Carlos nicht

Nach Geldwäschevorwürfen gegen Spaniens Ex-König Juan Carlos I. kann die Regierung in Madrid nach eigenen Angaben nicht preisgeben, ob er von einer Steueramnestie profitiert hat. Ministerpräsident Pedro Sanchez sagte gestern im Parlament, es sei „nicht möglich“ zu überprüfen, wer von dieser Amnestie profitiert hatte. Damit konnte die Regierung Vorwürfe nicht bestätigen, nach denen der frühere König geheime Konten geführt habe.

Tonaufzeichnungen veröffentlicht

Dabei geht es um eine im Jahr 2012 eingerichtete Steueramnestie, die das spanische Verfassungsgericht allerdings im vergangenen Jahr für ungültig erklärte. Unter der Amnestie konnten sich Steuerhinterzieher stellen, ihr Vermögen und Einkommen offenlegen und eine vergleichsweise geringe Geldstrafe zahlen.

Die Vorwürfe gegen den früheren Monarchen waren in der vergangenen Woche laut geworden, nachdem spanische Medien Tonaufzeichnungen veröffentlicht hatten. Darauf soll nach Einschätzung von Experten die Deutsche Corinna zu Sayn-Wittgenstein zu hören sein, die mit Juan Carlos eine Affäre gehabt haben soll.

Schweizer Konten und Abzweigungen

Unter anderem bezichtigt die Frauenstimme den ehemaligen König, Bankkonten in der Schweiz gehabt zu haben, von denen er wiederum mehrere im Rahmen der Steueramnestie offengelegt habe. Weitere Konten habe er geheim gehalten und unter dem Namen eines Verwandten geführt.

Zudem sagte die Frau, er habe Geld aus einem Vertrag über einen Hochgeschwindigkeitszug mit Saudi-Arabien abgezweigt und in ihrem Namen Grundstücke in Monaco und Marokko gekauft.