Trump: „Ich bin nicht prorussisch“

US-Präsident Donald Trump ist dem Vorwurf entgegengetreten, er hege zu große Sympathien für Russland. „Ich bin nicht prorussisch, ich bin für niemanden“, sagte Trump in einem Interview des Senders Fox News gestern (Ortszeit). „Ich möchte nur, dass das Land (die USA) sicher ist.“

Die USA und Russland kontrollierten 90 Prozent aller Atomwaffen. Mit Russland auszukommen, sei deshalb eine gute Sache und keine schlechte.

„Wir können alle zusammenarbeiten“

Auf die Frage, ob er Russland als größten Widersacher der USA sehe, sagte Trump: „Ich würde nicht einmal das Wort Widersacher benutzen. Wir können alle zusammenarbeiten.“ Es könne allen gut gehen und alle könnten in Frieden leben.

Trump steht wegen seiner Äußerungen während einer Pressekonferenz mit Kreml-Chef Wladimir Putin am Montag in Helsinki in der Kritik. Angesichts der heftigen parteiübergreifenden Vorwürfe und eines verheerenden Pressechaos sah sich der Präsident gestern zu einer öffentlichen Klarstellung gezwungen.

Mehrheit missfällt Trumps Umgang mit Russland

Außerdem stößt der Auftritt von Trump nach dem Treffen mit Putin einer Umfrage zufolge bei den amerikanischen Wählern und Wählerinnen mehrheitlich auf Missfallen. In einer Erhebung von Reuters und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos erklärten sich 55 Prozent nicht damit einverstanden, wie Trump die Beziehungen zu Russland handhabt.

37 Prozent billigten das Vorgehen des Präsidenten. Die Umfrage zeigt zugleich allerdings eine breite Unterstützung unter Wählern und Wählerinnen der Republikaner. Hier liegt die Zustimmungsquote in der Angelegenheit bei 71 Prozent. Bei Wählern und Wählerinnen der oppositionellen Demokraten sind es dagegen lediglich 14 Prozent.