Frau soll Freund mit kochendem Wasser getötet haben

In Oberbayern soll eine 57-Jährige ihren Freund mit heißem Wasser überschüttet und so umgebracht haben. Die Frau muss sich deswegen ab Montag wegen Mordes vor dem Landgericht in Ingolstadt verantworten. Der Lebensgefährte erlitt großflächige Verbrennungen der Haut, er starb vier Tage später in einer Spezialklinik in München.

Laut Anklage hatte das Paar an einem Abend Anfang Oktober 2017 in einer Wohnung in Geisenfeld (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) zusammen ferngesehen. Dann seien beide gemeinsam zu Bett gegangen. In der Nacht soll die Frau aufgestanden sein, um zwei Töpfe Wasser zum Kochen zu bringen. Sie habe zehn Liter in einen Kübel gefüllt und sei ins Schlafzimmer gegangen.

Multiples Organversagen

Der ahnungslose Mann soll aufgewacht sein und sich aufgerichtet haben. In dem Moment habe sich bereits das kochend heiße Wasser über ihn ergossen. Der 47-Jährige konnte noch selbst Hilfe rufen, starb aber im Krankenhaus an multiplem Organversagen. Mehr als zwei Drittel seiner Haut waren verbrannt.

Die Staatsanwaltschaft bewertet den Anschlag als heimtückisch und hat die Frau daher wegen Mordes und nicht wegen Totschlags angeklagt. Als Motiv wird Eifersucht angenommen. Die Richter werden in dem Verfahren auch prüfen, ob die Frau bei der Tat vielleicht vermindert schuldfähig oder schuldunfähig war.