EU-Zölle ab morgen gegen Stahlimporte

Die EU-Kommission verhängt im Handelsstreit mit den USA Maßnahmen zum Schutz der heimischen Stahlbranche vor Billigimporten. Die Schritte sollen morgen in Kraft treten, hieß es heute im EU-Amtsblatt. Dabei handle es sich um Zölle und Einfuhrquoten. Letztere sollen ab einem bestimmten Niveau an Importen für 23 Stahlsorten gelten.

Der Zusatzzoll von 25 Prozent greift laut Kommission, sobald die Importe die Durchschnittsmenge der vergangenen drei Jahre übersteigen. Der Schritt richtet sich nicht gegen bestimmte Länder, sondern trifft jeden außereuropäischen Hersteller, sobald die Quote überschritten ist. Ausgenommen sind laut Brüssel nur „einige Entwicklungsländer mit beschränkten Exporten in die EU“ sowie die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) Norwegen, Island und Liechtenstein.

Hintergrund ist, dass wegen der US-Strafabgaben auf Stahlimporte diese in Europa landen. Die USA erhöhten die Zölle auf Stahl und Aluminium aus der EU und anderen Ländern Anfang Juni. Brüssel reagierte mit Vergeltungszöllen auf US-Waren wie Erdnussbutter und Harley-Davidson-Motorräder. Die US-Regierung prüft derzeit eine Erhöhung der US-Zölle auf Autos.