Hotelbetreiber klagt Opfer des Attentats von Las Vegas

Mit einer Klage gegen die Opfer des Massakers von Las Vegas hat der Hotelbetreiber MGM Resorts in den USA einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Wie aus der seit gestern vorliegenden Klage hervorgeht, haben rund 2.500 Menschen, darunter Überlebende sowie Angehörige von Opfern, die Hotelgruppe verklagt oder haben das noch vor.

Mit der Gegenklage will der Hotelbetreiber nun erreichen, dass die gegen ihn gerichteten Klagen wegen Fahrlässigkeit fallengelassen werden.

Wie die BBC berichtete, gehe es dabei aber nicht um Geld. Der MGM-Inhaber wolle nur keine Haftung übernehmen müssen und lehne etwaige Forderungen vonseiten der Opfer ab. Er wolle für keine Todesfälle, Verletzungen oder Schäden verantwortlich gemacht werden, die während des Attentats verursacht wurden. Der Anwalt mehrerer Opfer nannte die Klage dennoch „abscheulich“ und „nahezu unmoralisch“.

Schlimmstes Schusswaffenmassaker in den USA

Die Opfervereinigung Route 91 Strong erklärte, MGM mache die Anschlagsopfer erneut zu Opfern. Viele von ihnen litten immer noch unter posttraumatischen Belastungsstörungen, hätten ihre Arbeit verloren oder seien wegen des Massakers suizidgefährdet.

Der Attentäter, Stephen Paddock, schoss am 1. Oktober 2017 von einem Hotelzimmer des MGM-Ressorts aus auf Hunderte Festivalbesucherinnen und -besucher, bevor er sich selbst das Leben nahm. Unbemerkt hatte er ein ganzes Arsenal von Schusswaffen in ein Zimmer im 32. Stock des Hotels gebracht. Bei dem Attentat wurden 58 Menschen getötet, Hunderte weitere wurden verletzt. Es handelte sich um das schlimmste Schusswaffenmassaker der jüngeren US-Geschichte.