14 zivile Opfer bei Luftangriff in Afghanistan

Bei einem Luftangriff in der nordafghanischen Provinz Kundus sind nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums 14 Zivilisten und Zivilistinnen getötet worden. Unter den Opfern befinden sich auch Kinder, zwei weitere Personen wurden verletzt, sagte heute Mohammed Radmanisch, Sprecher des Verteidigungsministeriums. Der Luftangriff im Bezirk Tschahar Dara sei gestern Abend geflogen worden.

Es werde noch geprüft, ob der Luftschlag von der US- oder afghanischen Luftwaffe erfolgt. Eine Delegation aus Kabul sei auf dem Weg, um den Vorfall zu untersuchen, sagte Radmanisch.

Höchster Stand an getöteten Zivilisten seit 2009

Die Zahl der bei Konflikten in Afghanistan getöteten Zivilbevölkerung hat den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009 erreicht. Im ersten Halbjahr 2018 wurden nach einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) mindestens 1.692 Zivilisten und Zivilistinnen getötet - ein Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Zugleich wurden den Angaben zufolge 3.430 Zivilpersonen verletzt, rund fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl ziviler Opfer allein bei Luftangriffen afghanischer und von US-Truppen stieg um 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - dabei gab es 149 Tote und 204 Verletzte.

Im Bezirk Imam Sahib der Provinz Kundus griffen Taliban-Kämpfer in der Nacht Kontrollpunkte der Polizei an. Mindestens zwölf Polizisten wurden dabei getötet, wie ein Mitglied des Provinzrates mitteilte. Der Polizeichef des Distrikts sprach hingegen von sechs getöteten und fünf verwundeten Polizisten.