Unruhen im Osten Äthiopiens breiten sich aus

Im Osten Äthiopiens haben sich nach der Entsendung von Soldaten der Zentralregierung Unruhen ausgebreitet. In der Provinz Somali seien gestern laut Augenzeugen zahlreiche Geschäfte geplündert und Häuser niedergebrannt worden. Tags zuvor sollen die Soldaten im Auftrag der Regierung in Addis Abeba in die Provinzhauptstadt Jijiga vorgerückt seien und versucht haben, die regionale Führung festzusetzen.

Es sei auch zum Schusswechsel mit regionalen Sicherheitskräften gekommen, heißt es. In der Provinz, in der es separatistische Bestrebungen gibt, kam es in den vergangenen drei Jahrzehnten immer wieder zu Unruhen. Erst vor Kurzem hatte die Zentralregierung der Provinzführung schwere Rechtsverstöße vorgeworfen.

Plünderungen und Gewalt in mehreren Städten

Seit der Entsendung der Soldaten kam es Augenzeugen zufolge in mindestens vier Städten zu Plünderungen und Gewalt gegen Zivilisten. Geschäfte, Hotels und Banken blieben geschlossen. Auch zwei orthodoxe Kirchen seien niedergebrannt worden.

Das Verteidigungsministerium bestätigte die Entsendung der Soldaten. Sie sollten für Ruhe sorgen, weil das anderen Sicherheitskräften nicht gelungen sei. Frieden und Sicherheit seien in der Provinz Somali bedroht, daher würden die Soldaten im Falle von Unruhen und Chaos eingreifen. Weitere Details nannte das Ministerium nicht.