UNO: Neuauszählung der Stimmen in Irak „glaubwürdig“

Die UNO hat die Neuauszählung der Stimmzettel der umstrittenen Parlamentswahl vom 12. Mai im Irak als „glaubwürdig“ gelobt. Die Auszählung sei auf eine „professionelle und transparente“ Art erfolgt, sagte gestern die UNO-Gesandte für den Irak, Alice Walpole. Die UNO hatte die Neuauszählung beobachtet. Nun richte man den Blick auf die anstehende Bildung einer neuen Regierung, so Walpole.

Die irakische Wahlkommission verkündete, dass die Neuauszählung der Stimmen abgeschlossen sei. Allerdings erklärten die Behörden nicht, wann sie die Resultate bekanntgeben werden. Erst danach kann sich das neue Parlament konstituieren und die Regierungsbildung formell beginnen.

Das Oberste Bundesgericht des Irak hatte im Juni eine manuelle Neuauszählung sämtlicher elf Millionen Stimmzettel angeordnet, einschließlich der Stimmzettel aus dem Ausland, der Vertriebenen und der Sicherheitskräfte. Durch die Neuauszählung soll sich zwar nichts an der im Mai verkündeten Sitzverteilung der Parteien im Parlament ändern. Allerdings könnten einzelne Abgeordnete ihre Sitze verlieren. Aus der Wahl war das Bündnis Marsch für Reformen des schiitischen Predigers Moktada al-Sadr als stärkste Kraft hervorgegangen.