Erneut Erdbeben auf indonesischer Insel Lombok

Wenige Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Ferieninsel Lombok ist es heute erneut zu einem schweren Beben gekommen.

Der Erdstoß mit einer Stärke von 6,2 ließ einige Häuser einstürzen, wie Augenzeugen und das meteorologische Institut des südostasiatischen Landes mitteilten. Ob es auf der Nachbarinsel von Bali wieder Todesopfer oder Verletzte gab, ist derzeit nicht bekannt.

Tsunami-Entwarnung

Das Institut gab mit Blick auf die Gefahr eines Tsunamis Entwarnung. Das Beben von Sonntag mit einer Stärke von 6,9 löschte nach Angaben von Hilfsorganisationen ganze Dörfer aus. Die Zahl der Toten stieg nach heutigen Angaben vom Katastrophenschutz auf 319. Mindestens 1.400 Menschen seien schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher. Das Beben am Sonntag hatte die Stärke 6,9. Seither gab es bereits mehr als 350 Nachbeben.

Das neue Beben war das bisher stärkste. Sein Zentrum lag etwa sechs Kilometer nordwestlich von Nordlombok in etwa zwölf Kilometer Tiefe im Meer, wie die nationale Agentur für Wetter, Klima und Geophysik mitteilte.

Mehr als 150.000 Menschen geflüchtet

Wegen der zahlreichen Nachbeben halten sich viele Menschen auf Lombok seit Sonntag vorzugsweise im Freien auf. Mehr als 150.000 Inselbewohnerinnen und Inselbewohner können derzeit noch nicht in ihrer Unterkünfte zurück.

Zerstörtes Haus in Lombok

APA/AFP/Sonny Tumbelaka

Etwa 1.500 Menschen sind so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die meisten Reisenden haben die Insel inzwischen verlassen. Von den Überlebenden beschweren sich viele, dass sie immer noch auf Hilfe warten müssen.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Immer wieder bebt dort die Erde, oder es brechen Vulkane aus. Lombok galt lange Zeit als Geheimtipp für Leute, denen Bali zu touristisch geworden war. Inzwischen sind aber auch dort viele Urlauberinnen und Urlauber unterwegs.