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Staatsanwalt: „Große Gefahr“

Die Behörden im US-Bundesstaat New Mexico gehen Medienberichten zufolge dem Verdacht nach, dass mutmaßliche Islamisten Kinder für Schulschießereien ausgebildet haben könnten. Der örtliche Sender KOB4 berichtete am Mittwoch, dass der Verdacht aus Unterlagen des Gerichts im Bezirk Taos hervorgehe.

Die Pflegemutter eines der befreiten Kinder habe angegeben, der festgenommene Siraj ibn Wahhaj habe „das Kind im Umgang mit einem Sturmgewehr zur Vorbereitung auf künftige Schulschießereien trainiert“, teilte auch die Staatsanwaltschaft von New Mexico am Mittwoch mit. Wahhaj stelle eine „große Gefahr für die auf dem Grundstück gefundenen Kinder sowie für die Allgemeinheit als Ganzes dar“, hieß es im Akt der Staatsanwaltschaft.

Polizei-Absperrband um das Versteck in der Wüste

AP/Morgan Lee

An diesem improvisierten Schießstand sollen die Kinder trainiert worden sein

Bei Razzia verwahrloste Kinder entdeckt

Bei einer Razzia auf einem Grundstück nördlich von Taos hatte die Polizei vergangene Woche elf verwahrloste und hungernde Kinder entdeckt, die Pflegefamilien übergeben wurden. Kurz danach fanden Sicherheitskräfte dort zudem die Leiche eines Buben. Dabei handle es sich mutmaßlich um Wahhajs Sohn, so der Sheriff.

Provisorischer Schießstand

AP/Morgan Lee

Das Gelände liegt abgeschieden

Der damals dreijährige Bub war Ende vergangenen Jahres von seiner Mutter im Bundesstaat Georgia als vermisst gemeldet worden. Der Einsatz, der zur Befreiung der elf Kinder geführt hatte, war Teil der monatelangen Suche nach dem entführten Buben aus Georgia gewesen.

Bild des Elends

Der gesuchte Bub war allerdings nicht unter den befreiten Kindern. Die Suche wurde daraufhin fortgesetzt, bis die Beamten schließlich auf die sterblichen Überreste stießen. Der Polizeiaktion vorausgegangen waren ein Durchsuchungsbefehl des örtlichen Sheriffs für das Versteck in der ländlichen Gemeinde Amalia, wo der Vater von Abdul vermutet wurde, sowie ein Notruf, der offenbar aus dem Versteck kam.

Den Beamten bot sich bei dem Zugriff ein Bild des Elends. „Das waren die traurigsten Lebensbedingungen und die schlimmste Armut, die ich je gesehen habe“, sagte der Sheriff am Sonntag. „Sie sahen aus wie Flüchtlinge aus der Dritten Welt. Sie hatten kein Essen und kein frisches Wasser, keine Schuhe, keine Hygiene und waren in Lumpen gekleidet.“ Bei dem Versteck handelte es sich laut Polizei um einen „kleinen, im Boden vergrabenen Wohnwagen, der mit Plastik bedeckt war“. An Lebensmitteln fanden die Beamten lediglich „ein paar Erdäpfel und eine Kiste Reis“.

Zwei Männer und drei Frauen festgenommen

Fünf Menschen wurden festgenommen. Die Sicherheitskräfte gingen laut dem Bezirkssheriff von Taos, Jey Hogrefe, davon aus, dass die Verdächtigen schwer bewaffnet gewesen seien. Sie schätzten sie als „Extremisten muslimischen Glaubens“ ein. Bei den Festgenommenen habe es sich um zwei bewaffnete Männer, einer davon Wahhaj, und drei Frauen gehandelt. Die Frauen seien womöglich die Mütter der Kinder. Die elf verwahrlosten Kinder seien zwischen ein und 15 Jahre alt. Den Beschuldigten wird Kindesmissbrauch vorgeworfen.

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