Gaza-Waffenruhe hält vorerst

Die Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas hält vorerst. Nachdem über Nacht keine weiteren Raketen einschlugen, konnten viele Bewohnerinnen und Bewohner des südisraelischen Grenzgebiets heute erstmals seit Tagen wieder ihrem Alltag nachgehen. Schulen und Kindergärten waren geöffnet.

Allerdings riefen Palästinensergruppen für Mittag zu Protesten am Grenzzaun des Gazastreifens auf. Ähnliche Kundgebungen waren in den vergangenen Monaten häufig in Gewalt umgeschlagen.

Militante Palästinenser erklärten Ende der Kämpfe

Gegen Mitternacht hatten militante Palästinenserorganisationen nach eigenen Angaben ein Ende der Kämpfe mit Israel erklärt.

Es sei eine Vereinbarung der gegenseitigen Ruhe unter Vermittlung von Ägypten und dem UNO-Nahost-Gesandten Nikolai Mladenow geschlossen worden, teilten die Widerstandskomitees im Gazastreifen mit. Diese sei nun in Kraft, unter der Bedingung, dass sich Israel daran halte. Zu der Gruppierung gehört auch die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas. Israel bestätigte die Vereinbarung zunächst nicht.

„Weiter gegen terroristische Elemente vorgehen“

Die Lage war dennoch zunächst weiter angespannt: Gestern Abend erklärte das israelische Sicherheitskabinett, die Armee sei angewiesen worden, „weiterhin entschieden gegen terroristische Elemente vorzugehen“.

Seit Mittwochabend hatte die israelische Luftwaffe als Reaktion auf schweren Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen zahlreiche Ziele in dem Palästinensergebiet bombardiert. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben drei Menschen getötet und mindestens 18 weitere verletzt. Auf israelischer Seite gab es sieben Verletzte.