Auslandsrumänen rüsten für Großdemo gegen Regierung

Erstmals in der Geschichte der Landes rüsten die auf mindestens vier Millionen geschätzten Auslandsrumäninnen und Auslandsrumänen für einen riesigen Protest gegen den stetigen Abbau der Demokratie in ihrem Heimatland. Zehn-, möglicherweise sogar Hunderttausende „Expats“ wollen heute in Bukarest für den umgehenden Rücktritt der Regierung, des vorbestraften Parlamentspräsidenten Liviu Dragnea, die Rücknahme der hochumstrittenen Justizreform sowie für Neuwahlen demonstrieren.

Schützenhilfe aus Europa, Asien und Amerika

Der Großprotest ist als Schützenhilfe für die rumänische Zivilgesellschaft gedacht, die bereits seit eineinhalb Jahren Sturm gegen die aus rechtsstaatlicher Sicht äußerst bedenklichen Maßnahmen sowie Gesetzesänderungen der regierenden Postsozialisten (PSD) und ihres wegen Wahlbetrugs vorbestraften Parteichefs Dragnea läuft.

Zur Demo aufgerufen hatten mehrere „Expat“-Verbände. Entsprechend reisen seit Tagen Zehntausende Auslandsrumäninnen und Auslandsrumänen aus ganz Europa, Nordamerika und sogar aus Asien an. Laut rumänischer Grenzpolizei passierten allein in den letzten 24 Stunden mehr als 220.000 rumänische Staatsangehörige die Grenzübergangspunkte - viele davon in Autokolonnen, die anschließend während ihrer Durchreise bis nach Bukarest in zahlreichen Städten und Ortschaften mit Jubel begrüßt wurden.

Willkür und Korruption

Man sei wegen der Willkür und Korruption der Postsozialisten ins Ausland geflüchtet und werde nicht zulassen, dass die Erbinnen und Erben des Kommunismus das Land „nochmals zugrunde richten“, so der Tenor unter den „Expats“.

Die im Ausland wohnhaften Rumäninnen und Rumänen sind als dezidierte PSD-Gegnerinnen und -Gegner bekannt, weswegen Letztere seit Jahren bemüht sind, bei Wahlen möglichst wenige „Expats“ abstimmen zu lassen, indem ihnen konstant viel zu wenige Wahllokale zur Verfügung gestellt werden.