Chaos wegen Pilotenstreiks bei Ryanair blieb aus

Wegen eines Streiks von Pilotinnen und Piloten in fünf europäischen Ländern sind heute rund 400 Flüge der Ryanair ausgefallen. Der irische Billigflieger hatte die Verbindungen vorsorglich gestrichen und die rund 55.000 betroffenen Fluggäste informiert, sodass ein Chaos auf den Flughäfen trotz Urlaubszeit ausblieb.

Mit 250 Flugausfällen war Deutschland Schwerpunkt des bisher größten Streiks der Pilotinnen und Piloten in der Geschichte des Unternehmens. Ryanair hat hier an elf Flughäfen Maschinen stationiert.

An Standorten wie Frankfurt und Berlin blieben in der Früh sämtliche Flugzeuge auf dem Boden, und an den Schaltern herrschte gähnende Leere. Im Laufe des Tages landeten die ersten Ryanair-Maschinen aus nicht bestreikten Ländern und hoben auch wieder mit neuen Passagierinnen und Passagieren zu weiteren Zielen ab.

20 Laudamotion-Flüge betroffen

Auch in Schweden, Irland, Belgien und den Niederlanden legten Pilotinnen und Piloten ihre Arbeit nieder, um bessere Arbeitsbedingungen zu erstreiten. Die heimische Ryanair-Beteiligung Laudamotion strich 20 Flüge von deutschen Flughäfen, weil die von Ryanair ausgeliehenen Flugzeuge und Besatzungen fehlten.

In den Niederlanden war Ryanair am Vorabend mit dem Versuch gescheitert, den Streik per Gerichtsbeschluss stoppen zu lassen. Flugausfälle habe es dort aber nicht gegeben, teilte das Unternehmen mit. Nach Informationen der Pilotengewerkschaften wurden in den niederländischen Flugzeugen Personal aus dem Management und nicht streikberechtigte Leihkräfte aus Belgien eingesetzt.

Gewerkschaft: Streik definitiv in der Nacht zu Ende

Die deutsche Gewerkschaft Vereinigung Cockpit zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Arbeitskampfes. Eine Verlängerung über das geplante Streikende in der Nacht auf morgen werde es nicht geben, sagte Sprecher Janis Schmitt.

„Wir werden uns den heutigen Tag anschauen und bewerten. Wir hoffen, dass Ryanair unser Signal verstanden hat und dann zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist.“ Weitere Streiks will die Gewerkschaft nicht ausschließen. „Wenn da nichts kommt, können wir uns auch weitere Aktionen vorstellen“, sagte Schmitt.