Schweinchen deuten neue Familienpolitik in China an

Vor drei Jahren hat China die über Jahrzehnte verfolgte und ebenso umstrittene Einkindpolitik offiziell aufgegeben. Seither dürfen verheiratete Paare ein zweites Kind bekommen. Womöglich ist auch diese Einschränkung bald Geschichte und China vor der Einführung einer Dreikindpolitik.

Präsentation einer Briefmarke

Reuters/CNS/Du Yang/

Hinweis darauf geben fünf Schweinchen auf einer dieser Woche vorgestellten Briefmarke. Sie ist Teil einer Briefmarkenserie, die China anlässlich des kommenden Jahres des Schweins herausgibt. Dass nun gerade das Motiv „Glückliche Familie“ ein Schweinepaar mit seinen drei Ferkeln zeigt, deuten Beobachterinnen und Beobachter als Wink zu einem Kurswechsel in der chinesischen Familienpolitik.

Zwei Äffchen für Zweikindpolitik

Völlig aus der Luft gegriffen ist das nicht: China hatte bereits das offizielle Abgehen von der Einkindpolitik mit einer eigenen Briefmarke untermauert. 2016, in China das Jahr des Affen, brachte die staatliche Postagentur eine Marke mit einer Affenmutter und ihren beiden Jungen heraus.

Behörden fordern zum Kinderkriegen auf

Auch die Berichterstattung chinesischsprachiger Medien ließ zuletzt eine Kursänderung in der chinesischen Familienpolitik vermuten. So hieß es etwa unlängst in einem Kommentar der „China Times“, die Zweikindpolitik würde die „Fruchtbarkeitsrate nicht effektiv erhöhen“.

China hatte die Einkindpolitik 1979 eingeführt, um dem rasanten Bevölkerungswachstum im Land Einhalt zu gebieten. Vier Jahrzehnte später hat das Land allerdings mit einer starken Alterung zu kämpfen. Auch nachdem die Regierung 2015 die Zweikindpolitik eingeführt hatte, bekamen viele chinesische Paare weiterhin nur ein Kind. Viele glauben, sich ein zweites Kind nicht leisten zu können.

In den vergangenen Monaten hatte die chinesische Regierung Paare aufgefordert, mehr als ein Kind zu bekommen. Lokale Behörden boten sogar Anreize wie Steuererleichterungen und Wohnzuschüsse für das zweite Kind.