Causa Senzow: Paris fordert von Putin „humanitäre Lösung“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich bei dem russischen Staatschef Wladimir Putin für den sich im Hungerstreik befindlichen ukrainischen Filmemacher Oleg Senzow eingesetzt. Macron habe bei Putin dafür geworben, „dringend eine humanitäre Lösung für Senzow zu finden“, erklärte der Elysee-Palast heute in Paris.

Der in Russland inhaftierte Filmemacher ist seit fast drei Monaten im Hungerstreik und ist drastisch abgemagert. Nach Angaben seiner Cousine schwebt er in Lebensgefahr. Macron habe Putin mehrere Lösungen vorgeschlagen, erklärte sein Büro weiter. Der russische Präsident habe „zugesichert, darauf zu antworten“, hieß es.

In Straflager festgehalten

Die Europäische Union verlangte von Russland, Senzow eine angemessene medizinische Behandlung zukommen zu lassen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini äußerte die Hoffnung, dass Moskau „die internationalen Menschenrechtsnormen einhält und alle illegal festgehaltenen Ukrainer in Russland und auf der Krim-Halbinsel unverzüglich freilässt“.

Senzow wird in einer Strafkolonie in Russlands äußerstem Norden festgehalten. Er will seinen Hungerstreik erst beenden, wenn Russland alle ukrainischen „politischen Gefangenen“ freilässt. Nach Schätzung der Regierung in Kiew handelt es sich um rund 70 Menschen.