USA: Pharmakonzern scheiterte mit Klage gegen Hinrichtung

Der deutsche Pharmakonzern Fresenius Kabi ist vor einem US-Gericht mit dem Versuch gescheitert, die geplante Hinrichtung eines Straftäters stoppen zu lassen. Der Konzern hatte vor dem Gericht im Bundesstaat Nebraska argumentiert, er könne nicht zulassen, dass bei der Hinrichtung per Giftspritze zwei seiner Präparate zum Einsatz kommen.

Das würde den Ruf des Unternehmens schädigen. Richter Richard Kopf wies den Antrag in seinem gestern ergangenen Urteil zurück. In Nebraska soll kommende Woche der wegen Mordes verurteilte Carey Dean Moore mit einem Giftcocktail aus vier verschiedenen Mitteln hingerichtet werden. Woher die Mittel stammen, wollten die Behörden nicht verraten.

Konzern erlaubt keine Verwendung für Hinrichtungen

Fresenius Kabi vermutete, dass zwei dieser Präparate aus seiner Produktion stammten. Der Konzern verkauft seine Produkte nach eigenen Angaben aber grundsätzlich nicht an Behörden, die sie für Hinrichtungen nutzen wollen. Der Konzern fürchtet bei der Verwendung seiner Substanzen für eine Hinrichtung auch eine „erhebliche Rufschädigung“ und begründete das mit der in Europa vorherrschenden ablehnenden Haltung zur Todesstrafe.

Richter Kopf wies den Antrag auf Verfügung gegen die Nutzung der Mittel ab: Die Klage des Konzerns sei zu spekulativ, da die Behörden nicht mitgeteilt hätten, wer die Präparate in der Giftspritze hergestellt habe. Der Richter verwies darauf, dass ein weiterer Aufschub der Hinrichtung deren Vollzug allgemein infrage stellen würde: Zwei der Mittel näherten sich rapide ihrem Verfallsdatum, und es gebe keine „realistische Alternativen“.

Exekutiert werden soll der 1974 wegen Mordes an zwei Taxifahrern verurteilte Carey Dean Moore. Er selbst geht nicht gegen seine Hinrichtung vor. Findet diese wie geplant statt, wäre es die erste Vollstreckung einer Todesstrafe in Nebraska seit 21 Jahren - und die erste dortige Hinrichtung per Giftspritze.