Angeblich deutsche Einreisesperre gegen Sami A.

Der juridische Streit in Deutschland über die Abschiebung des mutmaßlichen Islamisten Sami A. nimmt offenbar eine neue Wendung. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag-Ausgabe) berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen, dass gegen den Tunesier eine Wiedereinreisesperre verhängt worden sei.

Das zuständige Ausländeramt Bochum habe über das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen den mutmaßlichen Ex-Leibwächter des langjährigen Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden national wie auch für die europäischen Schengen-Staaten zur „Einreiseverweigerung“ ausschreiben lassen. Folglich werde der abgeschobene Tunesier im Schengener Informationssystem für die Sicherheitsbehörden (SIS) als unerwünschte Person gelistet.

Aus Haft entlassen

Der zuletzt in Bochum lebende A. war Mitte Juli nach Tunesien abgeschoben worden. Einen Tag vor der Abschiebung hatte das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen ein Abschiebeverbot verhängt, weil dem von den deutschen Behörden als islamistischer Gefährder eingestuften Tunesier in seiner Heimat Folter drohe.

Diese Entscheidung lag den Behörden beim Abflug der Maschine mit A. aber nicht vor. Das Verwaltungsgericht forderte daraufhin, A. nach Deutschland zurückzuholen.

In Tunesien war A. nach zwei Wochen in Untersuchungshaft vorläufig freigekommen. Die Ermittlungen in Tunesien laufen aber noch, der Reisepass des Mannes wurde einbehalten.