US-Strafzölle auf türkischen Stahl in Kraft

Im Streit zwischen Washington und Ankara sind drastisch erhöhte US-Strafzölle in Kraft getreten. Seit heute 0.01 Uhr (US-Ostküstenzeit/6.01 MESZ) wird Stahl aus der Türkei mit Abgaben in der Höhe von 50 Prozent statt bisher 25 Prozent belegt, wie das Weiße Haus zuvor verkündet hatte. US-Präsident Donald Trump hatte die Verdoppelung am Freitag angeordnet.

Auf Twitter hatte Trump zugleich angekündigt, auch die Strafzölle auf Aluminium aus der Türkei auf 20 Prozent zu verdoppeln. Für die neuen Abgaben auf Aluminium wurde noch kein Datum genannt.

Erdogan spricht von „Wirtschaftskrieg“

Trump hatte in dem Tweet ausdrücklich auf die schlechten Beziehungen zu dem NATO-Partner und auf den Absturz der türkischen Lira verwiesen, den er mit seiner Ankündigung weiter beschleunigte. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft den USA vor, einen „Wirtschaftskrieg“ gegen sein Land zu führen.

Bankenaufsicht begrenzt Swap-Transaktionen

Die türkische Bankenaufsicht BDDK hat unterdessen angesichts der Währungskrise die Swap-Transaktionen der Banken mit ausländischen Investoren. Sie sollten künftig nur noch 50 Prozent des Eigenkapitals der jeweiligen Bank ausmachen, teilte die Aufsicht mit. Das gelte auch für das Spot- und Termingeschäft, hieß es in der Erklärung.

Lira rutschte auf neues Rekordtief

Die türkische Lira, die seit Jahresbeginn bereits mehr als 45 Prozent ihres Wertes verloren hat, notierte an den fernöstlichen Devisenmärkten heute daraufhin etwas fester. Sie wurde mit 6,85 zum Dollar gehandelt, nachdem zunächst ein Rekordtief von 7,24 erreicht hatte.

Finanzminister kündigt Maßnahmen an

Positiv wirkte sich hier auch die Ankündigung des türkischen Finanzministers Berat Albayrak aus, er werde einen Aktionsplan für die Banken und die Realwirtschaft vorlegen. Die Institutionen würden die notwendigen Maßnahmen ergreifen und mit den Märkten kommunizieren, sagte Albayrak in einem Interview der Zeitung „Hürriyet“. Der Aktionsplan und die Maßnahmen seien vorbereitet und fertig. Details nannte er nicht.