Streit um Geld: Israel könnte Song Contest absagen

Der israelische öffentlich-rechtliche Sender Kan droht damit, den nächsten Eurovision Song Contest nicht auszurichten. In einer Protestnote an Israels Premierminister Benjamin Netanjahu fordert der Sender von der israelischen Regierung zwölf Millionen Euro für die Ausrichtung des Bewerbes, schreiben israelische Medien.

Deadline bis morgen

Eine erste Deadline für die Überweisung des geforderten Betrags ist bereits verstrichen, als neue setzte Senderchef Gil Omer den 14. August. Sollte das Geld bis morgen nicht eingelangt sein, werde der Song Contest nicht in Israel abgehalten werden können, warnte Omer. Bisher habe die Regierung aber nicht auf die Appelle geantwortet, so Omer weiter.

Dass Kan den Bewerb ausrichtet, ist laut einem Bericht der „Times of Israel“ unter Berufung auf das Umfeld Netanjahus unwahrscheinlich. Israels Regierung argumentiert, dass der Sender mit seinem üblichen Jahresbudget auskommen muss. Sollte Israel den Bewerb nicht austragen, muss ein neues Land gefunden werden. Hinter Israel belegten Zypern Platz zwei und Österreich Platz drei.

Debatte über Austragungsort und Plagiatsvorwürfe

Die Ausrichtung des Song Contests war in Israel von Beginn an auch Politthema. Die Regierung wollte den Bewerb zuerst in Jerusalem abhalten, doch die Europäische Rundfunkunion (EBU) sprach sich dafür aus, Politik aus dem Wettbewerb herauszuhalten. Jerusalem ist ein zentraler Streitpunkt im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Zuletzt hieß es, Israel werde im Herbst festlegen, wo der Bewerb stattfinden wird.

Mitte Mai gewann Sängerin Netta Barzilai nach zwei Jahrzehnten wieder den Song Contest für Israel. Mittlerweile gibt es gegen das Lied „Toy“ Plagiatsvorwürfe. Universal Music wirft den Komponisten vor, vom White-Stripes-Lied „Seven Nation Army“ abgekupfert zu haben. Es gehe dabei um Ähnlichkeiten im Rhythmus, nicht in der Melodie oder beim Text.