Venezuela: Oppositionspolitiker meldete sich aus Haft

Nach Tagen ohne Lebenszeichen hat sich der nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro festgenommene Oppositionsabgeordnete Juan Requesens bei seinen Angehörigen gemeldet. Requesens habe sie angerufen und seine „Lage“ geschildert, teilte die Familie gestern mit. Über seinen Gesundheitszustand wisse sie jedoch nichts.

Requesens sei eine „Geisel des Regimes von Nicolas Maduro“, hieß es weiter. Am Samstag hatten Hunderte Menschen, darunter auch die Schwester und der Bruder des Politikers, in Caracas für seine Freilassung demonstriert.

Vorwurf des Mordkomplotts

Die dem Präsidenten ergebene verfassungsgebende Versammlung hatte am Mittwoch Requesens und dem in Kolumbien im Exil lebenden früheren Parlamentspräsidenten Julio Borges die Immunität entzogen. Requesens war zuvor festgenommen worden.

Maduro hatte Borges und Requesens beschuldigt, zusammen mit dem Nachbarland Kolumbien seine Ermordung geplant zu haben. Borges hatte den mutmaßlichen Anschlagsversuch auf Maduro zuletzt als eine inszenierte „Farce“ bezeichnet.

Maduro war Anfang des Monats nach eigenen Angaben während einer Militärzeremonie in Caracas einem Mordanschlag entgangen. Zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen explodierten in der Nähe des Staatschefs. Sieben Mitglieder der Nationalgarde wurden der Regierung zufolge verletzt, drei von ihnen schwer. Maduro blieb unverletzt.